Beiträge von tobn

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    Je nach Anwesenheit habe ich nun extreme Probleme, überhaupt ein geordnetes Training hinzubekommen. Die einen sind voll konzentriert bei der Sache, die anderen hören kaum zu, spielen "Tor umdrehen und Hütchen auf dem Kopf" oder brauchen ewig, bis sie mal den Ball in der Hand haben und zur Station kommen.


    Nun, das ist bei Bambini ein Stück weit völlig normal. Vielleicht holst du sie zur Besprechung mal dorthin, wo es nichts zum Spielen gibt, wo sie außerdem, wenn sie an dir vorbei gucken, nichts sehen, das sie ablenken könnte. Auf unserem mit Sand bestreuten Kunstrasen wurden aber bis zum Ende der E von Einzelnen Sandburgen gebaut und Bilder in den Sand gemalt, damit muss man bei jungen Kids einfach rechnen. Vielleicht dauern die Pausen oder ggf. deine Monologe aber auch etwas zu lange, so dass sich die Kinder nicht mehr konzentrieren können. Wenn du das merkst, wird es höchste Zeit, in die nächste motivierte Übungs- oder Spielform zu wechseln.


    Gleichzeitig habe ich Eltern am Rand, die ihren Kindern Brötchen in die Hand drücken, und sie so aufs Spielfeld schicken… kurzum: alles ganz normal soweit. ;)


    Nee, also das ist nicht normal. Das sollen sie man schön bleiben lassen. Wenn sie mir die Kinder zu sehr abgelenkt haben, habe ich die Eltern auch mal weg geschickt, entweder hoch auf die Zuschauerbänke -- bei uns führt eine Treppe zum Platz hinunter -- oder, in der Halle, auf die Empore in 2,5 m Höhe.


    Meine Frage: Wie geht Ihr mit sowas um? Wir sind meist zu zweit und überlegen bereits, das Training in zwei Gruppen aufzuteilen. Das trennt dann aber Schul/Kita-Kameraden, und es festigt eine Aufteilung in zwei Mannschaften, was wieder Elternstress bedeutet.


    Ihr müsst sie ja nicht dauerhaft und/oder ständig und immer wieder gleich trennen, aber eine Trennung dürfte schon viel Unruhe raus nehmen. Dann hat auch jeder von Euch nur halb so viele Kinder im Griff zu behalten, das dürfte leichter sein. Außerdem kommen die Kids auch typischerweise zu mehr Aktionen, Ballkontakten, Beobachtungen, etc.


    An Spieltagen haben wir noch ein anderes Problem: Einige der schwächeren kann man eigentlich gar nicht spielen lassen, weil sie jede Mannschaft so schwächen, dass sie schlicht links liegen gelassen werden. Alle zusammen in eine Truppe packen geht auch nicht, weil die Konzentration bloß für ne Viertelstunde langt, und hier (Hamburg) 2x20 Minuten 7 gegen 7 gespielt wird. Die werden nicht nur auseinandergenommen, die hören nach einiger Zeit einfach auf und hocken sich zu ihren Eltern. ;)


    Hmm, das habe ich in der Vergangenheit so gemacht, dass ich zu jedem Spiel, in dem es nicht gegen einen superstarken Gegner ging, einen oder zwei der schwachen Spieler mit sehr begrenzter Konzentrationsspanne mit genommen habe, und sie dann mehrmals für kurze Zeit eingewechselt habe. Danach habe ich mich dann bei ihnen und ihren Eltern die Bestätigung geholt, dass ihnen dieser Einsatzmodus gut passt. Mit der Zeit wurden die Konzentrationsphasen und damit auch die Einsatzzeiten länger.


    Lange Rede kurzer Sinn, mich würde brennend interessieren, wie Ihr solche Situationen handhabt, ob man "hart" sein soll und ganz schlechte Kinder lieber einen Jahrgang runtersetzt, ob die starken Spieler eben Pech gehabt haben, oder, oder, oder.


    Ich finde, dass man, egal ob Kinder, Jugendlicher und Erwachsener, auch auf die Schwächeren in der Gruppe achten sollte, sie eher unterstützen als ertragen muss. Wenn man das nämlich nicht tut, werden sie schlicht nicht besser, sondern eher schlechter. Und dann ist man sie bald ganz los, was spätestens wenn die 11er-Mannschaft in der C-Jugend nicht mehr zustande kommt, auch den stärkeren Spielern schadet. Gerade im Kinderbereich, d.h. von G bis E ist der integrative Aspekt aus meiner Sicht besonders wichtig, weil hier die hier so berühmte Goldene Ananas tatsächlich kaum zählen sollte. Es ist für den Trainer wichtig, die Werte des KiFu den Eltern zu vermitteln, die Kinder haben damit viel weniger Probleme als die Erwachsenen es behaupten. Und als Trainer kann man, zumindest im Trainingsbetrieb, auch ganz gut Akzente setzen, z.B. indem Tore nur zählen, wenn jeder Spieler eines Teams den Ball berührt hat, oder wenn, wie beim Kinderhandball, die Zahl der Tore mit der Zahl der unterschiedlichen Torschützen multipliziert wird, wobei letzteres für Bambini noch zu hoch sein dürfte. Vergiss nicht, im Training vor allem kleine Spiele, d.h. Spiele mit max. fünf Spielern pro Team, ich würde sogar versuchen, nicht mehr als vier zu haben, durchzuführen, dann ist das mit diesen Sonderregeln auch leichter.

    Danke für die schnelle und ausführliche Antwort, Uwe. Und ich möchte sicher nicht drängen, wenn Ihr sowieso den Relaunch mit entsprechender Funktionalität auf dem Schirm habt, warte ich gerne. Die Copy'n'Paste-Variante verwende ich tatsächlich ab und an, passende Styles sind aber natürlich bequemer.Und ich bin doch so bequem.. =)

    @Uwe: Großes Lob für die Druckansicht des Trainertalk-Forums, gerade längere Threads drucke ich ganz gerne aus, um sie offline zu lesen. Das Layout sieht dann auch zumeist recht ansprechend aus und schont den Papierverbrauch. Auf Soccerdrills ist das leider anders, da scheint es kein Druck-Layout zu geben. Macht Ihr das per CSS? Gibt es eine Chance, dass soccerdrills.de diesbezüglich noch nachgerüstet wird? Viele Artikel dort sind ja eben so interessant, dass ich sie gerne ausdrucken und in Papier weiter geben würde.

    Gut, Andre, dann sind wir beieinander, ich sehe es ziemlich ähnlich wie du. Auch zu Horst Weins Buch: ich halte es für eine sehr wertvolle Ergänzung, insbesondere wenn es um die Didaktik und die Entwicklung der Spielintelligenz geht. Minifußball finde ich für F- und E-Junioren einfach genial. Aber die ganzen Fragen der Technik lässt er vollkommen außen vor.

    So was ähnliches, wie Andre es beschreibt, würde ich mir für unseren Torhüter auch wünschen. In Trainingsspielen betreibe ich teilweise schon Individual-Coaching und bitte ihn, mich vor den 16er zu begleiten, wenn der Ball weit weg ist, sich nach links und rechts mit zu bewegen, sich langsam zurück zu bewegen, wenn erkennbar ist, dass der Ball kommen könnte, das dann schneller zu machen, wenn er es tatsächlich tut, etc. pp. Das Mitspielen muss er halt noch richtig lernen. Und ich hoffe auch, dass er technisch auch wieder zulegt, so dass er die Steilpässe, die er abfängt, nicht mehr nur blind davon drischt, wobei ich mich ja schon sehr darüber freue, dass er Steilpässe abfängt.

    Andre: Da du aber in der F vermutlich heute auch zumindest teilweise Horst Weins Inhalte übernehmen würdest, müssten deine Spieler auch passen, da bei Horst Wein ja das Zusammenspiel als eine Manifestation von Spielintelligenz im Fußball zentrale Bedeutung hat. Da wäre es, wie ich meine, durchaus auch zielführend, den Kindern die Passtechnik, zumindest in Grobform, auch zu demonstrieren. Dann keine hochwertigen Pässe abverlangen, darin stimme ich mit dir und dem DFB überein. Und in den Spielen wohl auch kein Abspielen einfordern, wenn sie es nicht von sich aus tun. Aber Pässe gänzlich zu ignorieren halte ich dann doch für übertrieben.

    Schaue doch mal, ob in deiner Nähe DFB-Kurzschulungen angeboten werden, siehe hierzu http://training-wissen.dfb.de/index.php?id=507665. Gerade für Neulinge sind sie, meiner Meinung nach, gut geeignet und geben einen guten Einstieg, ohne übermäßig zeitaufwendig zu sein. Für dich interessant könnten sein:

    • Kurzschulung 1 "Bambini bis E-Junioren"
    • Kurzschulung 2 "Kleine Spiele für Bambini bis E-Junioren"
    • Kurzschulung 9 "Bambini bis E-Junioren: Ich spiele im Feld, ich spiele im Tor"


    sowie eventuell noch die Nrn. 3 und 6.

    Ich habe beide Schnelligkeits-DVDs in der letzten Saison mit einer E-Jugend Altjahrgang einige Male benutzt und finde die meisten Übungen ziemlich gut, wobei man bei den technisch anspruchsvolleren Übungen teilweise Abstriche in Kauf nehmen muss. Der Torschuss zum Abschluss motiviert nach meiner Erfahrung sehr dazu, die Übungen mit dem gebotenen Tempo durchzuführen, mehr noch, wenn man sie von zwei Seiten des Tores aus parallel als Teamwettbewerb durchführt.
    Die Tricks-DVDs habe ich auch, ich habe aber eher Coerver-Moves vermittelt, weil meine Spieler bei den Basistechniken noch Nachholbedarf hatten..

    bei so vielen potentiellen Torhütern halte ich eine durchgehende Rotation dann doch für weniger förderlich... wir reden uns immer die Köpfe heiß, den Kindern eine gute Fußball-Ausbildung zu bieten. Und wenn dann einer dabei ist, der tatsächlich am Stützpunkt ist, weil er sich als TW durchgesetzt hat (und als TW zum Stützpunkt zu kommen ist schwieriger als für Feldspieler), dann muss man auch mal sehen, das der Junge dann vielleicht doch eher Stammkeeper sein sollte.


    Hmm, ich frage mich jetzt, wen du hiermit ansprichst. Ich bin derjenige, der in dieser Saison einen Torhüter im Kader hat, der beim DFB-Stützpunkt ist. Er ist dort aber übrigens erst seit zwei Wochen, das erste Sieben hat er überstanden, während zwei andere Keeper wieder heim geschickt wurden, soweit ich mit bekommen habe. Nun sollen aber noch ein oder zwei Torhüter eingeladen werden, es könnte also sein, dass es ihn demnächst auch erwischt. So viel zum Stützpunkt. Er hat sich im übrigen, so meine Info, weniger als Keeper durchgesetzt, sondern war früher Stürmer, ist dann aber an einer Borreliose erkrankt und musste daher, als er wieder fit genug war, ins Tor, hat sich damit aber dann aber wohl auch angefreundet. In diesem Team, es war damals nicht meines, war es mit Kandidaten für das Tor wohl schwieriger als bei uns, dort wurde aber auch nur sehr wenig rotiert. Wir hatten hingegen stets drei Spieler, die sich im Tor abgewechselt haben, dazu kam ein weiterer Kreis von ca. fünf, die auch mal im Tor ausgeholfen haben und dort teilweise besser als die drei 'Stamm-Keeper' waren. In der F1 ging die Rotation im Tor zurück, ich habe das dann in der E2 als Nachteil empfunden, weil viele Spieler, die von den Anlagen her auch nicht schlecht für das Tor geeignet waren, es sich selbst nicht mehr zugetraut haben. Es ist doch so: in der G und jungen F wollen doch viele Kinder auch ins Tor. So ca. ab der älteren F lässt das aber nach, da werden den Torhütern, wenn der Trainer nicht gegensteuert, die Gegentore angelastet, da fängt es mit dem Druck auf die Torleute an. Dem kann man mit der Rotation gut entgegen wirken. Und tatsächlich teile ich die aktuelle Meinung der Fachwelt, dass bis in die E-Jugend alle Spieler in den Genuss einer Basis-Torhüterausbildung, eben dem, was in diesen Jahren sinnvoll möglich ist, kommen sollten. In dieem Zusammenhang verweise ich auf die Beiträge von TW-Trainer zu dem Thema.


    Zum Stamm-Keeper: Natürlich ist dieser Junge bei uns Stamm-Keeper. Aber ich möchte ihm auch Feldspielerqualitäten vermitteln, diese haben bei ihm nämlich in den vergangenen zwei Jahren offensichtlich spürbar gelitten. Und während er auf der Linie gut ist, zeigt er nur sehr wenig Strafraumbeherrschung, spielt kaum mit und kann das Spiel noch überhaupt nicht schnell machen. Da lasse ich die Fachleute (hoffentlich) am Stützpunkt doch lieber die TW-spezifischen Inhalte mit ihm machen und ich bringe ihm die Feldspielergeschichten bei. Aber neben ihm brauchen wir noch ein oder zwei Spieler, die ins Tor gehen können, wenn er mal ausfällt. Und sie brauchen dort dann auch Spielpraxis.

    Ich würde es mit dem Rotieren zwischen den vier Spielern durchaus mal probieren. Wir hatten in der letzten Saison (E-Jgd., älterer Jahrgang) keinen festen Torhüter im Team, stattdessen stand jeder mal im Tor, wobei ich die absehbar Schwachen auch nur gegen schwache Gegner in den Kasten gestellt habe. Ein paar Spieler sind öfters ins Tor gegangen, das waren die routinierteren oder begabteren Torleute. Wobei drei Spieler, die vorher noch nie im Tor gespielt hatten, in dieser Saison die Position zwar vielleicht nicht für sich entdeckt haben, aber doch inzwischen ganz gerne auch mal ins Tor wollen.


    Meine aktuelle Mannschaft (D-Jgd, jüngerer Jahrgang, aber neu zusammen gestellt) hat einen festen Torhüter, er ist das wohl in seiner Mannschaft, die die Hälfte des jetzigen Teams stellt, schon seit ca. zwei Jahren, so dass er sich mittlerweile auf die Position im Kasten eingeschossen hat. Er ist dort auch gut, ich möchte jedoch einerseits Alternativen auch für das Tor haben, und zweitens würde ihm mehr Erfahrung und Technik als Feldspieler auch nicht schaden. Ich werde nun meinem Mit-Trainer vorschlagen, dass er bei uns am Feldspielertraining teilnimmt, d.h. im regulären Training nicht signifikant öfter ins Tor geht als die anderen Spieler. Da er ohnehin unser anderes Training versäumt, weil er auf dem DFB-Stützpunkt im Torwart-Training ist, und er zusätzlich noch zu dem dedizierten Torwart-Training unseres Vereins gehen kann, denke ich, dass er davon eher profitieren dürfte, als dass es ihm schadet.

    da hast du schon recht. Wenn die Tabelle da ist, dann wird Sie auch als Kriterium verwendet, denn schließlich "lügt sie ja nicht". ;)


    Genau. Und darüber hinaus ist sie für die oben stehenden Teams so ungeheuer praktisch und bequem. Es ist doch wie mit den Schulnoten, es wird alles auf eine einzige Zahl reduziert, die sich dann ganz einfach als Maßstab verwenden lässt. Dabei ist ihre Aussagekraft doch recht gering. Sicher, für eine erste grobe Einschätzung mag es reichen, aber für mehr auch nicht.


    Aber positiv gesehen kann man sich ja auch freuen, wenn man oben steht (und das mit den richtigen Mitteln erreicht wurde). Das ist jedoch sicherlich mit vielen Trainern einfach nicht umsetzbar, da muss ich dir auch beipflichten.


    Wenn ich ein überdurchschnittlich talentiertes Team habe, oder so viele Spieler, dass ich bereits im KiFu-Alter Mannschaften nach Leistung einteilen kann, dann kann ich sicher die, wie du sie nennst, richtigen Mittel anwenden und trotzdem auch in der Tabelle erfolgreich mitmischen. Das ist aber die bequemstmögliche Situation, die nur in Ausnahmen anzutreffen sein dürfte, die meisten Trainer haben nicht solche Voraussetzungen, sondern müssen mit durchschnittlichen Kadern arbeiten und oft genug gucken, dass sie genügend Spieler zusammen bekommen, um auf dem Kleinfeld zu spielen. Um in der Tabelle nicht unter 'ferner liefen' zu landen, kommen einige dieser Trainer, zum Teil sicher auch getrieben von den Eltern und dem Wunsch nach Erfolg im Verein, dann auf die Idee, in G, F und E eben nicht altersgerecht zu trainieren und aufzustellen. Das kann auch schnell passieren, wenn die eigenen Ansprüche etwas höher sind als es die Spieler her geben, damit meine ich Mannschaften des oberen Mittelfelds, die gerne ganz oben mitspielen wollen. Auch da ist die verfrühte Spezialisierung von Spielern auf eine Position sehr verbreitet...


    Aus meiner Sicht führt die gleichberechtigte und altersgerechte Förderung von Spielern wahrscheinlich auch zu Erfolgen in der Tabelle. Die Geduld, die das braucht, bringen aber die wenigsten Trainer, Eltern und sonstigen Verantwortlichen auf.


    Du sagst es: kurzfristig geht die Rechnung nicht auf, langfristig schon viel eher. Das meine ich konkret sogar bei meinen Spielern zu sehen. Dadurch, dass wir nun in der D-Jugend in einer Kooperation mit dem Nachbarverein spielen, sind noch fünf Spieler meiner alten Mannschaft in meinem jetzigen Team, acht stammen von Kooperationspartner und drei sind aus einem Nachbarverein zu uns gestoßen, bei dem sie nicht hätten spielen können, weil dort zu wenige Spieler für eine D-Jugend vorhanden sind. Zur E2-Rückrunde hatte ich mit der konsequenten Rotation meiner Spieler und der 3:3-Formation begonnen. Ich behaupte, dass diese 1,5 Jahre (bis zur D-Jugend) meine alten Spieler tatsächlich auch flexibler gemacht haben, als es die meisten der Spieler aus den anderen Vereinen sind. Nicht durch die Bank, sicher, aber wenn ich mal die talentiertesten Spieler, die ja ohnehin häufig recht universell gut sind, aus der Betrachtung entferne, sind 'meine' verbleibenden alten Spieler durchweg flexibler als die anderen normal begabten. In den anderen beiden Vereinen wurde bisher überwiegend mit festen Positionen gespielt.


    Die Abschaffung der Tabelle wäre also in gewisser Weise ein (sinnvolles) Beheben des Symptoms (Betonung des Tabellenstandes), die Ursachen (falsches Erfolgsdenken) bleiben wohl unberührt.


    Sie ist sicher keine 'Magic Bullet', soll heißen ein Allheilmittel für die Probleme. Diese gibt es aber auch nicht, wir sollten erst gar nicht versuchen, ein solches diskretes Heilmittel zu suchen. Stattdessen ist sie aber Teil eines Bündels an Maßnahmen, zu denen ganz sicher die Aufklärung und Fortbildung gerade der Kindertrainer in der Breite gehören sollte. Aber bloß weil sie keine Magic Bullet ist, muss sie noch lange nicht sinnlos sein.

    Das Problem ist doch nicht unbedingt die Tabelle, das Problem ist der Trainer, der sie ernst nimmt. Und da muss auch angesetzt werden. Der Druck auf die Spieler wird ja nicht kleiner, wenn es keine Tabelle gibt. Der Druck wird nur kleiner, wenn der Trainer sich vernünftig verhält.


    Das Problem ist nicht nur der Trainer, der die Tabelle ernst nimmt, das Problem ist vielmehr jeder, der die Tabelle ernst nimmt. Dazu zählen in den eigenen Reihen die Eltern und Spieler, darüber hinaus aber auch die Verantwortlichen im Verein, die übrigen Vereinsmitglieder, die anderen Mannschaften und Vereine. Dazu auch noch die Presse, etc., welche auch ausschließlich Tabellenplätze zur Beurteilung von erfolgreicher und somit guter Jugendarbeit heran zieht. Insofern gebe ich dir Recht, die Tabelle an sich ist nicht schuld, sie ist aber durchaus auslösender Faktor, so dass ich absolut für ihre Abschaffung im Kinderbereich bin.


    Ich finde aber auch, dass nichts dagegen zu sagen ist, wenn man Spiele gewinnen will. Es kommt nur darauf an, wie man das macht. Sicher nicht über Leistungsdruck und Psychostress...


    Insbesondere die Spieler sollten die Spiele gewinnen wollen. Der Trainer auch, sollte aber dem Ausbildungsgedanken, der gerade im Kinderbereich die Förderung aller Kinder auf möglichst allen Positionen einbezieht, unbedingt Vorrang vor dem Gewinnen von Spielen einräumen. D.h. er sollte unbedingt versuchen, jeden seiner Spieler zum Zug kommen zu lassen und, ganz konkret, auch mal ungewohnte Positionsbesetzungen vornehmen, anstatt bereits, wie oft gesehen, schon in der F Spieler hinsichtlich ihrer vermeintlichen Schwächen und Stärken positionsspezifisch zu 'optimieren'.

    Die Gründe für die Verkleinerung des Spielfelds entsprechen zumindest teilweise denjenigen gegen die bei uns aktuell und bei Euch vormals recht großen Feldern. Der wichtigste scheint mir zu sein, dass das größere Feld die Spieler bevorteilt, die besonders schnell rennen können, während die Wuseltechniker, die aber körperlich nicht so stark sind, im Nachteil sind. Ich könnte mir vorstellen, dass der DFB möchte, dass auch in der E die Ballfertigkeit den größten Stellenwert besitzt, und dass Passspiel, insbesondere die langen Pässe, weniger erfolgversprechend sind. Eventuell schießt er mit den neuen Feldmaßen aber etwas über das Ziel hinaus, denn man darf nicht vergessen, dass die Spieler auch die Möglichkeit haben müssen, die in diesem Alter häufig noch weniger sauberen Pässe zu verarbeiten. Dazu brauchen sie genügend Platz bzw. dadurch entstehende Zeit. Wenn die Spielerzahl gleich bleibt, der Raum sich aber deutlich verringert, wird das deutlich schwieriger.. Ich meine, das Argument der Steigerung der Ballkontakte zieht nur, wenn man auch die Zahl der Spieler verringert.


    Aber mal eine Frage: wie groß ist Euer Platz? Unserer ist ziemlich klein, so dass der Abstand vom Sechzezhner zur Mittellinie sowie dem Sechzehner zum Seitenaus deutlich kleiner ist als vom DFB angenommen. Je nachdem, ob ich mich nun nach auf dem Platz vorhandenen Linien oder den Maßangaben in Metern richte, kommen da bei uns sicher ziemlich unterschiedlich große Felder heraus. Vielleicht ist das bei Euch ja auch der Fall.

    Richtiges Defensivverhalten ist nicht ganz so einfach, wie man meinen mag. Das Stellen des Gegners ist in vielen Situationen sinnvoll, in anderen aber nicht. So sollte es ein Abwehrspieler unbedingt tun, wenn er das letzte Hindernis zwischen dem Angreifer und dem Tor (oder Torhüter) ist. Eben, um den Angreifer zu bremsen, damit Hilfe hinzu kommen kann. Sinnvollerweise läuft diese Hilfe am Abwehrspieler vorbei, um ihn abzusichern, anstatt auch auf den Angreifer zu gehen, zumindest, wenn man noch ein Stückchen vom Tor entfernt ist.


    Hingegen ist es durchaus sinnvoll, voll drauf zu gehen, wenn man abgesichert wird, oder wenn man z.B. im Pressing ist. Pressing ist für E-Junioren noch zu hoch, deshalb lasse ich es unberücksichtigt.


    Nach meinen Erfahrungen bereitet das Stellen einigen Kindern durchaus auch Schwierigkeiten, sie halten dann oft einen zu großen Abstand, so dass sie den Angreifer kaum unter Druck setzen und die Passwege offen bleiben, so dass sie mit einem sehr einfachen Pass ausgespielt werden. Denn auch beim Stellen sollte man den Angreifer ja unter Druck setzen, ihn abdrängen und lenken, am besten ihn von seinen Mitspielern isolieren. Das ist schon deutlich schwieriger als einfach nur vor dem Gegenspieler abzubremsen, um sich dann doch passieren zu lassen (wie es bei vielen Kids aussieht, wenn sie sich im Stellen versuchen)..

    Vorab vielen Dank für den Bericht.


    Was mich aber schon nervt, sind die Eltern. Bekam z.B. schon eine Mail von einem Vater (noch nie gesehen), sein Sohn ist übernächsten Samstag nicht da, also setze ihn diese Woche ein. Die Anrede in der Mail mit Vornamen und Du. Fand ich schon frech. Habe gar nicht drauf geantwortet. Ein paar Eltern kamen nach dem Training auf mich zu und sprachen mich auch mit Du an. Aber o.k...... gibt schlimmeres.


    Zur E-Mail sehe ich es erst einmal ähnlich wie Steini und Follkao: sei froh, dass die Abmeldung von ihnen aus kommt, ohne, dass du darum hast bitten müssen. Auch bei uns ist das Du auf Fußballplätzen unter Allen die Regel, Ausnahmen sind tatsächlich wohl fast nur Schiedsrichter und evtl. eher nicht völlig sympathische Eltern anderer Mannschaften. Die Anrede solltest du also nicht als frech oder anmaßend empfinden. Was den Wunsch, dass sein Sohn aufgrund der Abmeldung am Spieltag zuvor spielen sollte, würde ich so antworten, dass du ihm für die Ankündigung der Abwesenheit dankst, weil sie dir in deiner Planung hilft. Dann würde ich um Verständnis dafür bitten, dass Fragen der Aufstellung an Spieltagen deine Sache sein müssen. Ich weiß nicht, ob du den Eltern schon mitgeteilt hast, was die Kriterien sind, anhand derer du die Aufstellungen zusammen stellst. Das solltest du möglichst tun, die meisten Eltern sind verständlicherweise um das Wohl ihres Kindes besorgt wie bemüht, du musst ihnen deutlich machen, dass Sorgen unbegründet sind.


    Gestern war es schon schwieriger. Da hatte ich 15 Kid´s. Da war auch zum ersten Mal der "Beste Spieler" (laut Vorgängertrainer) da. Ist auch wirklich kein schlechter. ABER: Er versuchte beim Abschlussspiel zu dirigieren und die Mannschaft aufzustellen. Nörgelte dauernd rum. Dort einen Freistoß, hier war Hand, da war der Ball im Aus. Beim Gegentor waren die Mitspieler dran Schuld usw. Habe ihm schon gesagt, dass er am Samstag im Mittelfeld spielt. Seine Antwort: Ne, ich spiele im Sturm. War schon echt am Verzweifeln mit ihm. Hat jemand einen Rat oder einen ähnlichen Fall? Kann doch da nicht nachgeben, oder?


    Naja, klingt so, als hättest du da einen kleinen Star innerhalb der Mannschaft. Das ist bestimmt gar nicht so selten, wobei hier der Vorgänger-Trainer es vielleicht versäumt hat, ihn einzufangen, so dass du das jetzt nachholen musst. Das kann ganz schön schwierig werden, denn du musst ihm vermitteln, dass er für die Mannschaft spielen muss anstatt die Mannschaft für ihn (zumindest für ihn alleine). Dabei musst du aber aufpassen, dass du ihm nicht zu dicht vor den Bug schießt oder ihn gar triffst, was bei sensiblen Kindern ziemlich schnell gehen kann. Zuallererst wäre ein Vieraugengespräch sinnvoll, wobei ich das vielleicht erst führen würde, wenn er dich soweit kennt, dass er Vertrauen zu dir gefunden hat, also vielleicht in zwei, drei Wochen. Zu lange aufschieben würde ich es aber auch nicht. Und dann solltest du das Gespräch natürlich erst mit Lob für ihn beginnen, damit er positiv gestimmt ist und die Kritik, die du evtl. auch geschickt verpacken musst und bei der vielleicht Beispiele aus dem Spitzenfußball helfen könnten, eher annimmt, als sofort beleidigt zu sein und sich zu verschließen.
    Und bei Spielen solltest du ihn unbedingt für gelungene Aktionen loben, auch für egoistische. Für Uneigennützigkeit und das Lob seiner Mitspieler natürlich um so mehr.
    Was das Anmotzen von Mannschaftskameraden anbelangt: dem musst du sofort ein Ende bereiten. Wirf ihm das aber nicht alleine vor, sondern mache das zum Thema in der Runde vor dem eigentlichen Trainingsbeginn. Sage einfach, dass dir das Anmotzen aufgefallen ist. Und frage den einen oder anderen Spieler, ob er gerne angemotzt wird, wie er sich dabei fühlt. Sage, dass jeder Fehler macht, dass das einfach dazu gehört, dass nur derjenige keine Fehler machen kann, der gar nichts macht. Und das wäre dann aber wiederum der größte Fehler, den man machen kann. Deshalb führst du die Regel ein, dass man seine Mitspieler nicht anmotzt, sondern ihnen hilft. Ab dann kannst du dann z.B. das Spiel unterbrechen, wenn einer motzt, und darauf hinweisen. Evtl. kannst du auch für Motzen Freistöße für den Gegner oder, wenn das nicht hilft, Gegentore dafür vergeben. Das sollte recht wirksam sein.

    Einige Videos sind auf den DVDs des DFB oder den Begleit-DVDs der DFB-Bücher vorhanden. Die Videos zum Defensivverhalten, die uns im Breitentrainerlehrgang gezeigt wurden, kannte ich bspw. schon aus der DVD zum Buch "Fußball von morgen: Modernes Verteidigen". Zu dem Buch möchte ich aber anmerken, dass ein anderes Buch mit dem selben Thema gerade erschienen ist, namens "Verteidigen mit System". Ich kenne letzteres noch nicht, ich kann mir aber vorstellen, dass der Grad der Überschneidung recht hoch ist. Wenn dem so ist, würde ich vermutlich eher zum neueren Buch greifen, auch wenn ich das alte sehr schätze.