Beiträge von tobn

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    TW-Trainer: Vielen Dank für den letzten Beitrag. Darf ich ihn so lesen, dass du dafür plädierst, den Leistungsfußball per Spielbetriebsregelungen frühestens ab der C-Jugend einzuführen? Sicher ist das nicht alles, was du geschrieben hast, aber verstehe ich in diesem Punkt richtig?


    Ansonsten finde ich die Punkte der altersabhängigen Motivation sowie des ethischen Aspekts sehr wertvoll.

    ja das bin ich. Ich bin der Meinung das ein Landesligateam in der B die gleichen Themen im Training behandeln sollte, wie es das schlechteste Kreisligateam erhalten sollte. Der Landesligatrainer hier würde mit größter Wahrscheinlichkeit genau das tun. Die Themen würden wohl unterschiedlich intensiv in der Intensität behandelt...


    OK, was die Trainingsinhalte anbelangt, war mir deine Meinung schon klar, das sehe ich grundsätzlich ähnlich, wenn ich auch nicht ausschließen möchte, dass eine 'Leistungsmannschaft' einige Themen bereits früher als die 'Normalmannschaften' behandeln kann, was wiederum, da bin ich absolut bei dir, nicht zu Lasten der eigentlichen Alterszielen gehen darf.


    Mir ging es in der Frage eher um die Ansprüche an Disziplin, Engagement, Fairness, Pünktlichkeit, Fleiß usw., also eher das allgemeine Verhalten. Und die Frage, ob mit den Spielern der 'Leistungsmannschaften' 'härter' oder konsequenter umgegangen werden darf, vielleicht sogar sollte. Eigentlich neige ich dazu, dass es hier um den persönlichen Stils des Trainers geht. Aber ist da mehr erlaubt, müssen diese Spieler ein größeres Fell haben, darf da mehr Druck aufgebaut werden?


    Danke für den Link zur Auf- und Abstiegsinfo Eures Kreises, er funktioniert.

    Andre: Bist du der Meinung, dass ein B-Jugendteam in der Landesliga genau so trainiert werden sollte wie eines, das Kreisklasse spielt, dass die Ansprüche an die Spieler identisch sein sollten? Wie sieht das in der A-Jugend und in der C aus? Für die D hast du dich ja schon geäußert, da bist du wohl mit der Playoff-Regelung ganz zufrieden, oder?

    "Was" Leistung(ssport) "sei", definieren allein die, die Kohle fließen lassen? Genau da wollen uns die, die "den Fußball" für sich, ihre abseitigen Interessen okkupieren, ja hin haben: sind darin sehr "erfolgreich": wenn jeder dem folgt. Hhm. Jedes Kind bringt Leistung, fragt sich doch nur, wer die wie würdigt u. fördert - und Einstein blieb 2mal sitzen...


    Du widersprichst also Andres These, dass Leistungsfußball beginnt, sobald Geld fließt? Und bietest stattdessen an, dass sämtlicher Fußball als Leistungsfußball bezeichnet werden sollte, eben weil ja jeder Fußballer etwas leistet? Das führt aber, wenn es um den nun mal vorhandenen Unterschied der Begriffe "Breitensport" und "Leistungssport" und in der Konzentration auf die uns interessierende Sportart dann eben "Breiten-" und Leistungsfußball" nicht weiter. Im Interesse des Threads möchte ich darum bitten, nicht um die nun mal vorhandenen Begriffe zu diskutieren, sondern darum, was sie bedeuten. Das kann dann ja je nach Altersstufe und sonstigen Parametern auch unterschiedlich sein.


    Einstein blieb übrigens nie sitzen, verließ aber ohne Abschluss 1894 das Luitpold-Gymnasium in München, zumindest laut Wikipedia.

    Andre, meine persönliche Meinung ähnelt deiner. Ihr habt den Vorteil, dass es zu Saisonbeginn Playoffs gibt, aus denen sich dann die Ligen ergeben. Das ist bei uns leider nicht so, da wird die Ligazugehörigkeit von Jahr zu Jahr vererbt. Darin liegt ein Teil des Übels, wie ich meine. Auch vom Handballsport meiner Tochter kenne ich es, dass Vereine ihre Mannschaften zu bestimmten Quali-Runden anmelden, da werden dann Turniere gespielt, aus deren Platzierung sich dann die Spielklasse für die Saison ergibt.


    Daneben gibt es aber halt auch die vielen Leute, so kommt es mir zumindest vor, die den Vereinsfußball mit Bundesliga-Manager verwechseln. Ich versuche nun, da ich konkret mit dieser Situation konfrontiert bin, meinen eigenen Standpunkt zu finden, auch um als Beteiligter im System fest legen zu können, wo meine ganz persönlichen Grenzen liegen.

    Tobn, das kann aber auch zu Auswüchsen führen, die ich nicht für gut finde.


    Ich wollte es auch nicht gutheißen, ich hatte mich vorher nur gefragt, ob es überhaupt möglich ist, beides zu vereinbaren. Deine Antwort zeigt wiederum ein Beispiel auf, in dem es offenbar nicht geklappt hat, was meine These unterstützt, dass dieses Option die schwerste der dreien sein dürfte.


    wir haben hier vor Ort einen grösseren Stadtverein, der in der Jugend das klare Leistungsprinzip vorgibt. [...] da einziger Verein dieser Grössenordnung, läuft alles, was meint Talent zu haben dorthin. [...] für den Verein sind Spieler erst ab älterem D-Jugendjahrgang, die dann aber schon C3 spielen, interessant.


    Kaum ein Kind, das zuvor in diesem Verein in F und E-Jugend gespielt hat ist einer späteren Mannschaft noch anzutreffen, müssen sich halt einen anderen Verein suchen. da dieser Verein keine Konkurrenz hier hat, kann er sich bequem im Umland bedienen. Erbärmlich jedoch was letzendlich am Schluss herauskommt. das kann es doch wohl auch nicht sein?


    Und eben das ist es auch, was ich glaube hier zumindest teilweise zu beobachten und was ich für bedenklich halte. Genau deshalb meine ich ja, dass man es durchaus versuchen kann, sowohl Leistungs- als auch Breitensport zu machen. Damit muss man sich aber unheimlich viel Mühe geben, damit man am Ende nicht mit weniger da steht als am Anfang.

    ich finde hier läuft eine sehr interessante Diskussion statt.


    Na, da freue ich mich, sie angestoßen zu haben. :)


    hab mal bei fussball.de geplättert. allein die unterschiedlichen Bezeichnungen der einzelnen Klassen ist erstaunlich.


    Ja, das finde ich auch. Und bei uns findet sich der Begriff "Leistung" ja in überhaupt keiner Bezeichnung, da gibt es typischerweise die Kreisklasse ganz unten, dann kommt die Kreisliga, in der D1 darüber dann die Gruppenliga und in der C dann die Landes-, hier also Hessenliga. Ab Gruppenliga sind die Kreise außen vor, da dürfte es einheitlicher werden. Darunter aber gibt es diverse Varianten. Und die Gruppenliga geht erst in der D-Jugend los, vorher findet alles auf Kreisebene statt.


    Kreisklasse: hier die unterste Staffel, dort schon 2-3Klassen höher. in einem Bereich gibt es D-Jugend-Leistungsstaffel, zweittiefste Staffel, darunter als Unterbau noch 2 Staffeln.


    da kann man doch wohl kaum von Leistungsfussball reden.


    Generell frage ich mich auch, ob man von Leistungsfußball sprechen kann, solange man sich innerhalb eines Kreises bewegt. Sicher gibt es da große Unterschiede, aber ob es genügend starke Spieler und Vereine gibt, um innerhalb eines Jahrgangs eine höhere Liga zu bilden, die dem Begriff "Leistungsfußball" gerecht wird, wage ich zu bezweifeln. Ich weiß auch nicht, ob ich das im Kinderbereich überhaupt für sinnvoll halte. Die Vereine, die tatsächlich im Kinderbereich Leistungsfußball betreiben, sind doch hauptsächlich solche, die in Profiligen spielen, die sich dann also, wie es bei cros und Don Quijote der Fall ist, die Rosinen der Region heraus picken können und diese dann auch häufig ein Jahr höher einsetzen. Dazu mag man stehen, wie man will, aber es ist doch eine ganz andere Situation als die, in der die zwei oder drei Dutzend Fußballvereine oder Vereine mit Fußballabteilung in einem Kreis sich befinden.


    den 10jährigen, der jetzt 6 Monate beim Stützpunkt ist bereits als Leistungsfussballer bezeichnen? für mich, ist das z.B. immer noch ein Hobbyfussballer, mit einer stärkeren Motivation und etwas mehr Talent als andere.


    Tja, andererseits geht es zumindest an unserem DFB-Stützpunkt schon knallhart zu, da wird von Anfang an gleich kräftig gesiebt und wenig Rücksicht auf die Befindlichkeiten Einzelner genommen. Das würde ich schon als ein Aspekt des Leistungsfußballs sehen, dass eben vorrangig die Leistung zählt und dass anderes dahinter zurück stehen muss.


    Leistungsfussball im Jugendbereich wird auch schnell verwechselt, mit leistungsmässiger Zusammenstellung wenn es z.B.
    2 C-Jugendmannschaften gibt. Dann zwar leistungsmässige Zusammenstellung, aber vom leistungsorientierten Fussball in Richtung Leistungsfussball zu reden?


    Und genau das war mein Standpunkt, bevor ich die Diskussion mit meinem Mit-Trainer begann, eben, dass wir uns nicht im Leistungsfußball bewegen, sondern nur und erstmalig Mannschaften nach Leistungsgesuchtspunkten zusammen gestellt haben. Ich merke nun aber, dass wir mit unterschiedlichen Ansprüchen und Vorstellungen in die Saison gegangen sind, dafür war die Diskussion hier schon sehr wertvoll. Ich möchte nun noch gerne so viele Informationen und Eindrücke sammeln, um mir eine fundierte Meinung bilden zu können.


    wenn von einem kleinen Dorfverein die 2 in diesem kleinen Bereich auffälligen, dann schon vom Talent gesprochen wird, in eine C-Bezirkligamannschaft wechseln, also 1 Klasse höher, dann schon vom leistungsorienten Jugendlichen zu sprechen? Will er nicht einfach nur mit gleichguten, gleichmotivierten einen etwas besseren Fussball spielen?


    Nun, ich denke schon, dass man dann von einer Leistungsorientierung sprechen kann. Sicher spielt bei vielen der Wunsch nach Mitspielern auf ähnlichem Niveau eine Rolle, ein solcher Spieler dürfte aber auch zu mehr Einsatz bereit sein. Oder er ist einfach so wahnsinnig talentiert, dass er selbst auf diesem Niveau mithalten kann, ohne sich übermäßig anzustrengen. Obwohl.. das hängt jetzt wieder an dem Begriff Bezirksliga, die gibt es bei uns, so meine ich, nicht. Interessant wäre hier ja tatsächlich, wie groß der Kreis der Kandidaten für die betreffende Liga typischerweise ist, ausgedrückt in Mannschaften. Das wären bei uns für die zwölf oder dreizehn Teams starke E1-Kreisliga bspw. 40 Mannschaften. Bei der Gruppenliga (ab D) müsste man nach allen Kreisen der Regionen gucken, also z.B. nach allen Kreisen der Region Wiesbaden. Vielleicht mache ich mir die Arbeit mal, aber im Moment weiß ich nicht, welche Kreise zu dieser Region gehören. Und bei der Landesliga müsste man dann entsprechend alle Teams aller Regionen zusammen zählen. Vielleicht könnte man dann so eine Art Richtzahl ermitteln, ab der man von Leistungsfußball sprechen könnte.


    Fragezeichen habe ich auch beim Begriff Kinderfussball. Wie lange geht der? Manchmal habe ich den Eindruck er endet nach der E-Jugend, bei anderen Beiträgen gehört auch noch die C-Jugend dazu. Bei einer C-Jugend-Verbandsligamannschaft kann ich aber doch wohl nicht mehr von Kinderfussball reden? Oder?


    Nö, ich denke, bei den meisten hier reicht der Begriff wie beim DFB bis zum Ende der E-Jugend, dann beginnt der Jugendfußball. Aber wie gesagt, der Begriff des Jugendfußballs reicht dann ja bis zum Ende der A-Jugend. So sind sich aber junge D-Junioren und alte E-Junioren viel ähnlicher als A-Junioren und D-Junioren oder E-Junioren und G-Junioren. Von daher muss man mit D-Junioren ganz anders umgehen als mit A-Junioren und sie viel E-Junioren ähnlich behandeln, auch wenn sie gemäß Einteilung Vertreter des Jugendfußballs sind.

    Wie ist die Durchlässigkeit zwischen den Mannschaften geregelt, d.h. wie kann ein Spieler von der X2 in die X1 wechseln und umgekehrt?

    Da es keine X2er Teams gibt, bedeutet Team-Wechsel automatisch Vereinswechsel.


    Gibt es nicht. Ein Kader je Jahrgang. Wird man aussortiert, so muss der Kandidat sich um einen neuen Verein kümmern (wird dabei aber unterstützt).


    OK, damit hat man die ganzen Schwierigkeiten in dem Spannungsverhältnis zwischen den starken Spielern der unterklassigen Mannschaften und den schwächeren der Leistungsmannschaft umschifft. Ich denke, ein Verein, der beide aufweist, muss sich mit diesem Spannungsverhältnis intensiv befassen und sollte da auch klare Regeln aufstellen.


    Ist fest gelegt, wozu sich die beteiligten Parteien (Trainer, Spieler, Verein, evtl. auch Eltern) verpflichten?

    Ja, es gibt feste, schriftlich fixierte Regeln [...]


    Gut, das sehe ich auch als Bestandteil. Es sollte jeder wissen, woran er ist, was von ihm verlangt wird, wozu sich allerdings auch die anderen verpflichten.


    Ich bin gespannt auf Steinis Antworten zur Situation in "seinem" Verein.


    Wie er mir per PN mitteilte, darf er sich dazu leider nicht äußern.


    Ja, es ist auf der einen Seite hart, aber auf der anderen Seite weiß auch jeder worauf er sich einlässt/einlassen will. Hier kommen wir auch zu einem ganz wichtigen Punkt. In dieser Mannschaft will und kann das Trainergespann 4 - 5 Mal die Woche Zeit/Lust und das nötige Engagement finden. Die Kinder wollen spielen, spielen, spielen... und die Eltern wollen und können auch die nötige Zeit, Fahrgeld... für ihren Sprössling einsetzen. Hier sind die "Ziele" oder wie Steini es passender gesagt hat "die Einstellung" einheitlich (auch unterstützt und kontrolliert es der Verein).


    Der springende Punkt ist: "es weiß jeder, worauf er sich einlässt." Das fehlt hier, da gibt es verschiedene Vorstellungen. Das muss dann zwangsläufig zu Reibereien führen.


    Insofern verstehe ich die Frage mit dem darunter geschilderten Fall nicht so ganz. Der Fall bezieht sich eher auf die Erfolgsorientierung eines/einer Trainers/Mannschaft/Verein und die Frage bezieht sich auf Leistungsorientierung..


    Hmm, ich weiß wiederum nicht, ob ich diese Anmerkung richtig verstehe. Ausgangspunkt meiner Frage danach, was den Leistungssport im Fußball, speziell im Jugendfußball, ausmacht, war, dass mein Mit-Trainers den Begriff des Leistungsfußballs im Zusammenhang mit unserem Team benutzte. Ich war bis dato stets davon ausgegangen, in einem Breitensportverein aktiv zu sein, auf den der Begriff des Leistungsfußballs nicht anwendbar ist. Seine Verwendung eben dieses Begriffs brachte mich jedoch ins Grübeln. Werden meine Beweggründe so klarer?

    Ich weiss, tobn's Frage ging an Steini, [...]


    Ich bin absolut auch an anderen fundierten Antworten interessiert. Ich möchte ja wissen, wie man es am besten anstellt, wenn man sich einerseits den Leistungssport auf die Fahne schreibt und andererseits aber bei den Bambini mit dem Training beginnt..


    [...] aber ich kann dennoch versuchen, das für "unser" NLZ zubeantworten:


    Sehr gerne, da weiß ich dann ja sogar, welches es ist. :) Ich hole auch mal crow's Antworten dazu.


    Wer nimmt sie [die Einteilung] vor?

    Jeweils mehrere Trainer des NLZ, in unserem Fall jedoch nicht die Trainer, die die Mannschaft jetzt trainieren. Ich weiss nicht, ob das Absicht war, oder ob die Trainer zum Sichtungszeitpunkt schlicht nicht verfügbar waren.


    Im Bezug auf die Kaderzusammenstellung; der Trainer / nach Rsp. mit Jugendleiter


    OK. Meiner Meinung nach sollten es entweder alle beteiligten Trainer machen, oder aber welche, die keine direkten Berührungspunkte mit den Spielern haben. Sonst würde ich, zumindest in unserem Fall, in dem ja zur D Teams aus zwei verschiedenen Vereinen zusammen kommen, durchaus Subjektivitäten befürchten, sowie, dass nicht nur rein sportliche Aspekte eine Rolle spielen..


    In wie viele Mannschaften wird eingeteilt?

    Im NLZ hier gibt es nur eine Mannschaft pro Jahrgang. Wer da nicht reinkommt (oder rausfällt), muss bei einem anderen Verein spielen.


    fest auf X Spieler im Kader der entsprechenden UX-Mannschaft (Vorgabe vom Verein) Beispiel: U12 > U8


    Ja, ich denke, auch in einem Verein, der sowohl Breiten- als auch eine Leistungsmannschaft pro Jahrgang (oder Jahrgangsstufe) stellen möchte, müsse für die Leistungsmannschaft eine feste Größe vorgeben. Aber was macht man dann, wenn man ~35 Spieler für das D9 hat? Dreizehn Spieler darf man da zu Spielen mit nehmen, bei 7er-Mannschaften wären es elf, wenn ich also von der dortigen Richtgröße von 12 ausgehe, dürfte das Leistungsteam 13 oder maximal 14 Spieler haben. Dann hätte man 21 bis 22 übrig, zu viele für ein D9-Team, zu wenig für zwei. Und diese Situation umfasst wohl den ganzen Bereich von 18 bis 24 Spieler (d.h. über beide Teams gesehen 31 bis 38 Spieler). Da liegt dann die eigentliche Schwierigkeit, für diese Fälle braucht man geeignete Lösungen. Und aus diesen Teams kommt die Unzufriedenheit, wenn sich scheinbar mehr um die Belange der Leistungsmannschaft gekümmert wird. Das kann ich auch verstehen.
    In deinem Fall, Don Quijote, kann es dieses Problem nicht geben, weil man eben nur die Leistungsmannschaft bedient. In diesem Verein muss man sich aber auch überhaupt keine Gedanken um den 'Nachwuchs' machen, da gäbe es ja vermutlich eine riesige Warteliste, wenn sie nicht vielleicht sogar tatsächlich existiert. Bei crow scheint es genauso zu sein.


    Wie werden die Kadergrößen fest gelegt?

    Zielgröße ist bei den 7er Mannschaften 10 bis 12. Allerdings ist das nicht in Stein gemeiselt. Bei der U10 waren es erst nur 9, da sich nicht mehr Kandidaten aufgedrängt haben. Es wird also lieber knapp kalkuliert als dass der Kader mit Spielern aufgefüllt wird, denen man ohnehin nicht zutraut, den Anforderungen zu bestehen. Mittlerweile sind es in der U10 durch Wechsel von anderen NLZ 11 Spieler.


    Hier vermute ich nun, dass die Homogenität in 'Euren' Teams höher ist als es dies bei uns typischerweise der Fall ist. Man wählt, wie weiter unten ja geschrieben, aus einem Pool aus, der ca. sechs mal so groß ist wie die Zielgröße, da kann man sich recht sicher sein, dass man eine ganz gute Quote hat. Sicher kann einem auch der eine oder andere talentierte Spieler durch die Lappen gehen, aber man dürfte schon ein Dutzend sehr starker Spieler erwischt haben, so dass nicht zu erwarten ist, dass sich im Verlauf der Saison eine Perle anbietet, die alle anderen Spieler in den Schatten stellt und die man daher unbedingt haben will. So ist das aber bei uns, da wird spekulativ für wechselwillige Spieler ein Platz frei gehalten, obwohl sie keinen der vier Sichtungstermine wahrnehmen. Es würde mich nicht wundern, wenn einigen Spieler anderer Vereine die Zusage unterbreitet würde, bei einem Wechsel sofort in die Leistungsmannschaft zu kommen. Wenn das während der Saison stattfindet, müsste aber ein anderer Spieler weichen. Das halte ich für nicht im Sinne des Fairplay..


    Ich kann mir hingegen gut vorstellen, dass man ein paar Sichtungstermine durchführt und diese ruhig auch öffentlich macht. Aber ich finde, wer nicht an der Sichtung teilgenommen hat, sollte auch nicht in die Leistungsmannschaft kommen. Von mir aus kann man ja noch einen oder zwei Nachsichtungstermine durchführen, falls jemand krank oder aus anderem wichtigen Grund verhindert war. Aber dann sollte Schluss sein, damit Ruhe ins Team einkehren kann und die Kinder sich nicht ständig beobachtet und bewertet fühlen.


    Wie häufig findet die Einteilung statt?

    Öffentliche Sichtung einmal pro Jahr, zusätzlich trainieren immer mal "Gastspieler", die bei anderen Vereinen herausgestochen sind. Nach meiner Wahrnehmung werden die Jungs oft eher dem NLZ angeboten (d.h. Papa und/oder Trainer macht Werbung) als dass umgekehrt das NLZ aktiv Spieler sichtet und anspricht. Alle Spieler und deren Eltern bekommen Rückmeldung vom Trainer (schriftlich und mündlich). Dabei werden positive und negative Aspekte angesprochen, zur sportlichen leistung aber auch zum Verhalten dem Trainer, den Mitspielern und den Gegnern gegenüber. Offenbar wurde mehreren Kindern auch schon darauf vorbereitet, dass Ende der Saison Schluss sein könnte, wenn keine deutliche Leisitungssteigerung erfolgt. Genaues dazu weiss ich aber nicht, da mein Sohn nicht betroffen ist. Das finde ich zwar einerseits offen und ehrlich, aber der Druck auf die Kinder ist schon groß.


    Nach Bedarf bzw. Angebot, d. h. kommt ein besserer Spieler wird aussortiert -- Es gibt halt auch ganz klare [sportliche, Anm. des Verf.] Vorgaben.


    Ah, es kommen also schon auch während der Saison noch Spieler dazu, für die dann ggf. die aktuell Schwächsten weichen müssen. Das stelle ich mir einerseits recht hart vor, du sagst ja auch, Don Quijote, dass der Druck auf die Kinder groß sei. Wenn aber andererseits alle wissen, woran sie sind, und wenn die Entscheidungen aus sportlichen Gesichtspunkten nachvollziehbar sind, sollte das wohl funktionieren. In einem Verein wie dem 'unseren' muss man dann allerdings damit rechnen, dass die Spieler, die heruntergestuft werden, den Verein verlassen. Wobei da sicher die Behandlung der Spieler (und ihrer Eltern) in ihrer Zeit in der Leistungsmannschaft eine große Rolle spielen dürften, denn wenn sie fair und ehrlich behandelt wurden, dürfte diese Gefahr deutlich geringer sein.


    Wie groß ist der Kreis der Kandidaten?

    Bei der (mehrstufigen) Sichtung für die U10 waren knapp 60 Kinder, von denen wie gesagt 9 genommen wurden. Ich gehe davon aus, dass zur Sichtung ins NLZ vorrangig bereits von ihrem Umfeld "vorgesichtete" Spieler kommen, also Spieler, denen bei aller Subjektivität ihrer Eltern/Trainer der Sprung ins NLZ zugetraut wird.


    Dem Anschein nach groß, d. h. besteht Bedarf kann leicht aussortiert werden.


    Ich denke, diesen Punkt darf man nicht unterbewerten. Ich denke nämlich, dass man schon einen recht großen Kreis an Kandidaten benötigt, um eine ausgewogene Leistungsmannschaft bilden zu können, d.h. eine, die nicht nach hinten deutlich abfällt. Damit, dass ein paar Spieler oben heraus stechen, lässt sich, wie ich meine, noch gut leben, solange das Niveau der anderen auch hoch genug ist. Schwierig wird es mit den Spielern am unteren Ende, für ihre Einsätze muss sich der Trainer ggf. rechtfertigen, sie sind es, die den Sieg u.U. gefährden. Das ergibt weder für die Trainer noch für sie eine sonderlich angenehme Situation.

    Hi crow


    warum so abstrakt trennen (schwarz/weiß) Breiten- und Leistungsorientierter Fußball? Es gibt auch die Verein die durch talentierte Jahrgänge (Mannschaften) "besser" spielen und versuchen dann dies zu halten. Ist der Grundgedanke des Leistungs-/Erfolgsorientierten Fußballs für dich ein Hindernis für Kinder- Jugendgerechten Fußball´s?


    Nun, als ich die Eingangsfrage stellte, war es schon meine Vorstellung, dass ein Verein sich entscheiden sollte, ob er sich dem Breiten- oder dem Leistungssport vepflichtet fühlt. Ich bin auch immer noch der Meinung, dass man von einem Verein im Leistungssport erst dann sprechen kann, wenn er gewisse Voraussetzungen erfüllt, zu denen die Zugehörigkeit zu höheren Ligen erst einmal nicht zählt -- das ist dann vielmehr ihre gewünschte und erhoffte Folge. Dazu gehört ganz sicher ein Konzept, das die Ziele und Methoden klar vorgibt, und so erst ermöglicht, dass alle Beteiligten an einem Strang und in dieselbe Richtung ziehen. Daneben gehört sicher noch mehr dazu. Alle diese Dinge stehen auch jedem Breitensportverein gut zu Gesicht, aber sie sind hier aus meiner Sicht keine unbedingten Notwendigkeiten.


    Inzwischen bin ich bereit, einem Verein zuzugestehen, sowohl den Breiten- als auch den Leistungssektor zu bedienen. Das halte ich aber für schwerer als es reine Breitensportvereine auf der einen und Leistungssportvereine auf der anderen Seite, weil man es eben beiden Gruppen recht machen muss und insbesondere das Spannungsverhältnis, das sich zwischen den schwächeren Spielern in der Leistungsmannschaft zu den ambitionierteren Spielern (und Eltern!) in den unteren Mannschaften ergibt. Mein bisheriger Eindruck ist, dass bei uns vieles noch nicht aufgrund von (reiflichen) Überlegungen, die man sich vorab gemacht hat und über die man dann entschieden und schriftlich fest gehalten hat, getan wird, sondern eher kurzfristig entschieden wird, und dass dabei auch Partikularinteressen desöfteren ein höheres Gewicht gegeben wird, als sie es verdient haben. Das missfällt mir und ich halte das auch nicht für einen geeigneten Weg für einen Verein, der mit dem Begriff des Leistungsfußballs kokettiert.


    Sicher macht es wenig Sinn für einen Dorfverein mit wenig Nachwuchs bzw. geringem Einzugsgebiet der Leistung/ dem Erfolg zu verschreiben. In einer Sadt sieht die Welt doch schon anders aus.


    Absolut. Ich denke auch, dass unser Einzugsgebiet groß genug ist, wenn auch gerade so.. Daher ist es aber auch, wie ich finde, gerade wichtig, dass es dieser Verein schafft, möglichst wenige Spieler im KiFu-Bereich zu verlieren, damit man eben in der D- und C-Jugend dann noch genügend eigene Spieler hat, um eine Mannschaft stellen zu können, die die Klasse hält, was ja das erklärte Ziel ist. Nun, ich mache die Überbetonung des Leistungsgedankens, die permanente Siegesfixierung und die ganz deutliche Bevorzugung eines ganz kleinen Kreises an Leistungsträgern schon dafür verantwortlich, dass von ehemals ca. 25 Spielern in der 2001er-Mannschaft des Vereins am Ende der letzten Saison noch neun übrig waren, von denen einer dann aber noch den Verein verließ. Dessen Vater war übrigens, wie mir berichtet wurde, erstaunt zu hören, dass fast alle dieser bisher stets bevorzugten Spieler bereits einmal bei einem Pflichtspiel hatten aussetzen müssen...


    Kleiner Erfahrungsbericht:
    1. Beispiel
    Diese Woche habe ich mit dem Trainer meines Sohnes aus der Fußball AG (Ganztagsschule) gesprochen. Mein Anliegen galt der Integration (gibt´s Probleme die er beobachtet hat?...) nach dem Umzug... Es stellte sich im Laufe des Gesprächs heraus, dass der Trainer vom DFB ist und mit unter auch die Rheinlandauswahl im Jugendbereich trainiert.


    Fazit aus diesem Gespräch war für mich, dass es immer auf den Trainer einer Mannschaft ankommt und nicht den Verein...


    In den meisten Vereinen ist das so, da bin ich voll und ganz bei dir. So kenne ich das auch aus meinem Heimverein. Da können es Kinder mal gut und mal schlecht haben, je nachdem, an wen sie geraten. Das ist auch nicht toll. In dem Verein, in dem ich aufgrund der Kooperation aktuell tätig bin, ist es aber so, dass die Jugendleitung sich viel stärker einmischt, da wird nach einer Niederlage der Perspektivmannschaft (auch wenn dieses Wort nur gedacht und hinter vorgehaltener Hand verwendet wird) gleich den Trainern die Meinung mitgeteilt und gesagt, was denn alles falsch war. Das erinnert mich dann unheimlich an Uli Hoeneß und die Bayern. Sowas hat aber im Jugendfußball nichts zu suchen, wie ich finde..


    2. Beispiel
    Haben mit meinem Sohn fälschlicher weise der falschen UX-Mannschaft beim Training zugeschaut. Worauf hin mein Sohn sagte; "Nee Papa da ist mir zu viel Streit. Lass uns gehen" (Der Trainer hat aber auch wirklich viel gemeckert) Er hat sich dann aber für denselben Verein entschieden, nur nun in der altersgerechten UX-Mannschaft. (Hier war es harmonischer). Fazit???


    Klar, wie es in einer einzelnen Mannschaft läuft, bestimmen vor allem die Trainer. Aber sie können sich ja trotzdem nicht von Einflüssen von außen frei machen. Und die Jugendleitung hat hier, wie ich meine, einen großen Einfluss. Wenn sie sich entsprechend reinhängt, im Sinne von Einmischung, die ich an dieser Stelle gar nicht bewerten möchte, dann kann sie ein gehöriges Wörtchen mitreden. Was ja auch in Ordnung ist, wie gesagt, ich finde halt nur, dass die Ziele und der sich überlegte Weg dahin klar kommuniziert werden sollte, damit alle Beteiligten wissen, woran sie sind.


    Dazu noch ein Hinweis; der Trainer aus der AG hat einen Verein, welcher momentan eine sehr gute Kinder und Jugendarbeit bietet, empfohlen und hingewiesen, dass es sich aber immer wieder ändert (und es war leider nicht das LZ in dem mein Sohn spielt). Vor noch zwei Jahren hätte er noch einen anderen Verein empfohlen. Auf meine Frage, wie es dazu kommt, antwortete er ganz einfach; der Trainer dort hätte aufgehört.


    Ja, es sind immer die einzelnen Trainer, auf die es ankommt. Deshalb habe ich z.B. auch auf meinem C-Breitenlehrgang dagegen, als es (in einer Pause unter den Teilnehmern) hieß, Verein XY mache eine gute Jugendarbeit, gefragt, ob das denn nur an den tabellierten Ergebnissen fest gemacht würde. Denn tatsächlich weiß doch kaum einer von uns, wie die Jugendarbeit in den Nachbarvereinen tatsächlich läuft. Man kennt die Mannschaften der selben Altersklasse und die zugehörigen Trainer, man kann da über die Jahre, in denen man das Team begleitet, vielleicht sogar eine Entwicklung fest stellen. Aber das ist oft so schnelllebig und divers... Es gibt für mich da ein Paradebeispiel, ein Verein mit zwei Teams in unserer Altersklasse. Vom Niveau her sind sie ähnlich, aber das eine ist im Auftreten völlig heterogen, da wird geschrien und es herrscht ein Ton der alleruntersten Schublade, einige Spieler foulen absichtlich und spielen und verhalten sich allgemein extrem unsportlich, und es gibt das Parallelteam, das in all diesen Aspekten absolut vorbildlich ist.


    Nicht das wofür man sich ausgibt oder hält kommt es an, sondern einzig und allein was man tut.


    Yep, unterschreibe ich.


    P.S.:
    "gleichmäßige Einsatzzeiten propagiere sowie fordere, Ausbildung und Förderung der Persönlichkeitsbildung aller Spieler vor die Verfolgung des Ziels des Gruppensiegs zu stellen, während er das gerne "miteinander vereinbaren" möchte"


    Ich bin insofern der Meinung, dass es sehr wohl miteinander vereinbar ist und es dabei nicht darauf ankommt ob man im Verein X oder Y ist.


    Ich denke schon auch, dass man beides vereinbaren kann, aber wenn man in eine Situation gerät, in der diese Ziele sich eben gegenüber stehen und nicht beide gleichzeitig erreicht werden können, muss man sich halt dann doch entscheiden.

    Sehr interessante Antworten, Steini, vielen Dank für sie. Wie läuft denn in diesem Leistungsverein die Einteilung der Spieler? Dazu habe ich eine ganze Reihe an Fragen:

    • Wer nimmt sie vor?
    • In wie viele Mannschaften wird eingeteilt?
    • Wie werden die Kadergrößen fest gelegt?
    • Wie häufig findet die Einteilung statt?
    • Wie groß ist der Kreis der Kandidaten?
    • Wie ist die Durchlässigkeit zwischen den Mannschaften geregelt, d.h. wie kann ein Spieler von der X2 in die X1 wechseln und umgekehrt?
    • Ist fest gelegt, wozu sich die beteiligten Parteien (Trainer, Spieler, Verein, evtl. auch Eltern) verpflichten?


    Der Verein, bei dem ich aktuell trainiere, scheint übrigens kein schriftliches Konzept zu haben, da läuft letzten Endes alles so, wie es sich die Jugendleitung vorstellt.

    [...] Du betonst, dass es WICHTIG sei, die "Ballast" zu Hause zu lassen, um ein Zeichen zu setzen. In meinen Augen verstößt du gegen jedes Ausbildungskonzept, wenn man so verfahren würde. [...]


    Ich bin mir ziemlich sicher, dass dinazen den obigen Abschnitt ironisch gemeint hat..

    Naja, wie guenter an anderer Stelle schon sagte, die Wahl des Systems hängt nicht zuletzt von den Spielern ab, die du hast. Gerade wenn du einige schwächere Spieler im Team hast, die häufig ja auch nicht so flexibel einsetzbar sind, dürfte es nicht ganz so leicht sein, einfach ein Wunschsystem über die Mannschaft zu stülpen. Bei uns wird das D9 meistens über die ganze Breite gespielt, das ist vom Kreis aus ausdrücklich erlaubt, so dass sich kaum einer die Mühe macht, die Seitenlinien einzurücken. Wir spielen tatsächlich im 4-3-1, nachdem uns das 3-2-3 nicht so gut gefallen hatte. Wenn die Mannschaft es gut umsetzt, hat man, vom 4-3-1 ausgehend, im Angriff dann ein 2-3-3, mit fünf oder sechs offensiven Spielern ist man da eigentlich ganz gut dabei. Und wenn das Umschalten klappt und die Außenverteidiger und Mittelfeldspieler entsprechend diszipliniert und laufstark sind, hast du auch in vielen Situationen sieben Spieler hinter dem Ball, da ist es dann für die Gegner sehr schwer, durch zu kommen. Es kann einem aber auch passieren, dass die Innenverteidiger plötzlich alleine gegen drei oder vier Angreifer da stehen, wenn eben die Defensivdisziplin nicht so ausgeprägt ist..


    Wir haben auch neulich gegen ein Team gespielt, das uns von der Ausgangslage in der Tabelle deutlich unterlegen hätte sein müssen. Sie haben ihr 3-3-2 aber sehr leidenschaftlich und diszipliniert gespielt, so dass unsere Spieler große Schwierigkeiten hatten, durch zu kommen, die Flügel aber auch zu wenig genutzt haben.


    Wobei das mein letzter Tipp wäre: die Tore stehen am Ende doch in der Mitte, da müssen die Gegner den Ball irgendwie hin bekommen, wenn sie gegen Euch Tore schießen wollen. Wenn Ihr einen halbwegs ordentlichen Torhüter habt, könnte also die erste Maßnahme die Sicherung des Raums im Zentrum vor dem Tor sein. Ich würde die Flügel im Zweifel dafür auch preis geben, denn selbst wenn die Gegner ihre Angriffe über die Flügel vortragen, so müssen sie dann ja immer noch die Flanke ins Zentrum schlagen, die Torauslinie entlang nach innen dribbeln oder sich dort vor das Tor kombinieren. Wenn Ihr in der Zeit den Strafraum verrammelt, haben sie es auf jeden Fall schwer. Wobei das natürlich alles nur Defensivtaktik ist, eigentlich möchte man ja möglichst auch selbst mal angreifen.. Was da am besten funktionieren könnte und was sich für deine Mannschaft am ehesten anbieten würde, ist aus der Entfernung aber schwer zu sagen.

    So wie Du es beschreibst, solltet Ihr da wirklich mehr rotieren. Wenn es wirklich nur daum geht, dass "vielleicht, wenn der Gegner einen guten Tag erwischt, es eventuell knapp werden könnte", dann mag man ja schon nicht mehr von einem "Risiko" sprechen. "Take the Risk!" (Standardspruch meines alten Volleyball-Trainers :) )


    Nun, ich muss zugeben, dass diese Wortwahl von mir stammt, also dem Verfechter der Rotation. Mein Gegenüber führt dann an, das ginge klar, solange die Siege weiterhin garantiert seien. Nun gut, ganz sicher kann man sich da nie sein, wer weiß, was für einen Tag das eigene Team erwischt, ob der Gegner evtl. zu unerwarteten Mitteln greift, kürzlich Verstärkung erhalten hat, etc. pp. Wenn man also den Sieg garantiert haben möchte, muss man die Garanten dafür letztlich immer dabei haben...

    Sehr guter Punkt! Das kippt ja nicht von jetzt auf gleich. Außerdem möchte ich mal hinterfragen, ob das in den höheren Jugenden so klar ist, dass nur die leistungsstarken spielen. Das ist wieder der Punkt von oben: Wenn man leistungshomogen einteilen kann, dann ist die Spreizung innerhalb des Teams gering, so dass man ohne massiven Qualitätsverlust ausreichend rotieren kann, auch in Leistungsteams. Das macht ja mittlerweile selbst der FCB...


    Eigentlich stimme ich dir zu, nichtsdestotrotz ist es auch in dieser leistungsmäßig zusammengestellten Mannschaft so, dass es neben dem Torhüter drei Spieler gibt, die oben heraus ragen, und zwei oder drei, die unten raus gucken. Sie ist zwar leistungshomogener als die Teams, die ich von bis E1 hatte, aber es zeigt sich schon, dass der Pool, aus dem die Spieler ausgewählt wurden, dann doch 'nur' 25 Spieler, umfasste, von denen wir dann 16 nahmen, also mehr als die Hälfte. Mittlerweile habe ich erfahren, dass in der aktuellen D1 wohl auch noch Spieler dabei sind, die rein altersmäßig eher zu uns gehören würden. Ich finde das ja vielleicht völlig richtig so, aber Transparenz ist etwas anderes...
    Wie dem auch sei, ich stimme dir, wie gesagt, zu, dass eigentlich eine Rotation ohne massiven Qualitätsverlust möglich sein sollte. Ich bin ja auch der Meinung, dass wir sogar die drei stärksten Feldspieler draußen lassen könnten und dennoch gegen die Hälfte der Mannschaften in unserer Gruppe ein gutes Spiel machen könnten. Ich bin sogar der Ansicht, dass es einigen Spielern ganz gut täte, wenn sie auch mal etwas mehr Verantwortung übernehmen könnten und müssten. Natürlich sähe das Spiel dann aber erst mal weniger attraktiv aus, es könnte vielleicht sogar zu einem knappen Spiel kommen, wenn der Gegner einen besonders guten Tag erwischt. Das wird dann aber als zu viel des Risikos empfunden. Ich kann das ja auch ein Stück weit nachempfinden, aber ich meine auch, man muss den Kindern auch mal was zutrauen und sollte nicht immer und ständig auf Nr. sicher gehen...

    Denn das ist immer die größte Gefahr für unsre Spezies: wenn jeder nurmehr auf sich, seinem theoretisch "richtigen" Standpunkt beharrt, denn dann müssen alle anderen, die abweichen, ja automatisch falsch liegen


    Nun, ob das die größte Gefahr für unsere Spezies darstellt, sei mal dahin gestellt, es spielt hier auch keine Rolle. Aber dass es falsch ist, seinen eigenen als den einzig richtigen Standpunkt zu sehen und zur kritischen Selbstreflektion unfähig zu sein, damit stimme ich eindeutig mit dir überein. Wäre ich der Meinung, dann hätte ich die Frage nicht gepostet, sondern meinem Mittrainer einfach nur meine Meinung als (vorgebliches) Faktum präsentiert.


    Im KiFu hat Ralf klohr denn auch klare Regeln gezogen: bis zur E! Wer sich also in der D noch auf KiFu/FPL o.ä. beziehen will, unterlegt da eigene Motive - ok, sofern zur ergebnisoffenen Diskussion bereit.


    Tja, ich bin aber der Meinung, dass mit dem Verstreichen der Sommerferien zwischen E- und D-Jugend sich die Welt der Kinder, und das sind für mich Zehn- und Elfjährige noch, nicht auf einmal völlig anders dreht, dass eben da nicht plötzlich die Regeln der A- oder auch der C-Jugend gelten. Ich finde, dass man weiterhin altersgemäß vorgehen muss und viele Änderungen eher allmählich bzw. in mehreren kleinen Schritten vollziehen sollte, anstatt die Kinder zu einem großen Sprung zu zwingen.


    Doch hier sollte das Ergebnis vorher klar sein, Kollege voll im Unrecht, ich voll richtig - oder hab ich das missverstanden?


    Ja, hast du. Aber die Hinweise von siebener und Don Quijote waren sehr hilfreich, da sie den Blick auf den verschiedenen Hintergrund, vor dem ich und mein Mittrainer die Dinge sehen, lenken. Ich bin dennoch in bestimmten Punkten anderer Meinung und zwar aus Überzeugung. Aber es lässt mich ihn besser verstehen.


    Andre, auch dir vielen Dank für deine Antworten, ich muss meinen Mittrainer aber dir gegenüber schon in ganzes Stück weit in Schutz nehmen, es spielen z.B. auch bei ihm alle mindestens die halbe Spielzeit, das ist schon OK. Ich finde halt nur, dass die stärksten Spieler auch mal aussetzen sollten, denn spielen wollen sie bei uns alle, da gibt es keinen, der gerne auf der Bank sitzt. Und wenn doch, dann ist das ein Warnsignal..


    In der D sind es völlig andere Kids wie in G u. F, denen muss man also gerecht werden, sie nicht auf "die armen Kleinen" reduzieren, die sie längst nicht mehr sind u. sein wollen!


    Natürlich sind sie nicht mehr die Kleinen, aber sie sind noch Kinder, die so langsam auf die Pubertät zusteuern. Und auch sie sind keine kleinen Erwachsenen und müssen altersgerecht behandelt werden. Und ja, möglichst jeder so, wie es am besten passt. Ich erlebe aber doch hautnah, wie sensibel viele dieser Kinder sind. Und sie begreifen Handlungen und Aussagen von den Trainern und den anderen Kindern nicht notwendigerweise so, wie wir Trainer uns das wünschen, wie wir es vielleicht gemeint haben. Und jeder Mensch, egal ob Kind oder Erwachsener, wünscht sich Verlässlichkeit, da müssen gerade unsere Worte und Taten zusammen passen. Sonst entsteht Unsicherheit bei den Kindern und Unmut bei den Eltern.

    Siebener hat einen ganz wesentlichen Punkt angesprochen: Wie ist Eure Leistungsstärke in den anderen Jahrgängen? Sind die auch jeweils in den höchsten Spielklassen und ist es Teil des Vereinskonzepts, dass das so ist? Oder ist durch glückliche Fügung ein Jahrgang mal so stark, dass er oben reinschnuppern kann?


    Darauf habe ich siebener ja schon geantwortet, muss aber zugeben, dass mein Einblick diesbezüglich begrenzt ist.


    Ich unterstelle mal, dass die leistungsorientierung Teil Eures Vereinskonzeptes ist. Im Jugendbereich ist Euer erster Auftrag dennoch zuerst die Ausbildung, nicht das Siegen an sich. Konkret hiesse das für mich: In die Mannschaft kommt nicht jeder rein, der will, sondern es erfolgt vor jeder neuen Saison eine Auswahl nach Leistung. Andere Aspekte wie Freundschaften usw. stehen da hinten an. Diese Gewichtsverschiebung ist aus meiner Sicht ein wesentlicher Unterschied zum Breitensport. Natürlich setzt das voraus, dass eine zweite oder dritte existiert, die Spieler aufnehmen kann, die es nicht in die erste Jahrgangsmannschaft "packen".


    So sehe ich es auch. Vereinskonzept kenne ich übrigens keins, was aber nicht heißen muss, dass es nicht existiert. Wie von dir beschrieben sind wir übrigens Ende letzter Saison verfahren, unser Team ist die 'starke' D2. Wobei da etwas Sonderbares passiert ist, das schwächere Team, das aus 2000ern und 2001ern besteht, wurde als dritte D1 gemeldet und kriegt jetzt regelmäßig Packungen. Was das soll verstehe, wer will, ich jedenfalls nicht..


    Wenn die Mannschaft aber gebildet ist, dann werden alle Spieler reium eingesetzt. Nur so ist gewährleistet, dass auch alle ausreichend ausgebildet werden [...] Wichtig ist aber, das rechte Maß zu finden. Man darf da als Trainer (wo wie Du schreibst) keinen persönlichen Ehrgeiz in Bezug auf die Tabelle haben, sondern muss vorrangig immer den Ausbildungsgedanken im Kopf haben. Dass ein Spieler alle Spiele mitmacht, während andere mehrmals aussetzten, darf es dabei eigentlich nicht geben.


    Mit diesem Abschnitt bin ich voll und ganz einverstanden, ich sehe es ganz genauso.


    Noch ein persönliches Wort: Mein Sohn spielt ja mittlerweile in der U10 eines NLZ, also trotz des geringen Alters eigentlich schon klar leistungsorientiert. Dennoch wird aktuell ziemlich genau so verfahren, wie ich das oben beschrieben habe. Es wird viel rotiert (Einsatzzeiten und auch Spielpositionen, sogar incl. Torwart (!)). Aktuell gibt es viel Diskussionen unter den Eltern, weil die Ergebnisse dadurch nicht immer ganz optimal sind (die Jungs spielen ja meist gegen jahrgangsältere). Erstaunlicherweise plädieren gerade einige Eltern der eher schwächeren Kinder für leistungsorientierte Aufstellung, die wollen Siege sehen. Ich dagegen mit der aktuellen Strategie sehr zufrieden.


    Ja, ich halte sie, auch nach meinen Erfahrungen der letzten Jahre, für langfristig besser. Und mir ist es auch egal, ob wir mit 3:0 oder mit 13:0 gewinnen, mir ist es sogar lieber, wenn wir niedriger gewinnen und ich dabei aber mittels (sinn- und maßvoller) Rotation den sieben Spielern, die sonst nur den drei oder vier Top-Spielern beim Zaubern zugeguckt hätten, dazu verholfen habe, in diesem Spiel für sie wertvolle Erfahrungen zu machen, die sie gegen stärkere Gegner nicht in der Form sammeln können. Und da sind wiederum die Top-Spieler ihrem Können entsprechend gefordert.

    naja, es ist in den einzelnen verbände ja schon durch den namen vordifiniert: über der stadtliga gibt es bei uns die "leistungsklasse" danach niederrheinliga...


    Tja, der schwammige Begriff "Gruppe" erschwert das hier etwas..


    nun gibt es dann vereine, die dem alles unerordnen, diese "klasse" zu halten. ganz normale stadt und dorfvereine lecken dann blut.


    Ja, so in etwa kommt es mir hier vor, wobei mein Horizont ja nicht so sehr weit reicht, ich sehe bisher ja hauptsächlich die Mannschaften unmittelbar über uns. 'Unsere' ersten B-Junioren spielen auch in der Gruppenliga (zweithöchste Spielklasse), die zweite hingegen gleich zwei Klassen tiefer. Die A-Junioren sind wiederum 'nur' in der Kreisliga.. OK, das riecht dann für mich danach, als hätte man mal ein, zwei starke Jahrgänge gehabt, und wollte jetzt dauerhaft hoch spielen.


    in der regel bleibt dann eine jugend dann zwei drei jahre dort oben, bis sie wieder rausgehen, absteigen. warum?


    Ja, und der Abstieg wiederum ist für unser Team in der nächsten Saison absolut verboten, das wurde jetzt schon verlautbart.


    ganz einfach: weil es meistens in den breitensportvereinen nur wenige "ehrgeizige" trainer gibt und auch nicht immer talentierte jahrgänge, weil die ganze struktur des vereins nicht so ausgelegt ist. ist halt eher breitensport mit ausrutscher nach oben, ohne dann wirklich leistungsfußball zu spielen, trotz drei bis viermal training ;)


    Nun, ehrgeizige Trainer gibt es meiner Erfahrung nach gar nicht so wenige, sie anzuziehen fällt den ambitionierten Vereinen vermutlich auch gar nicht so schwer. Die talentierten Jahrgänge sehe ich da schon eher als Problem. Und da sehe ich es als negativen Auswuchs, dass bereits in G- bis E-Jugend die Leistungsträger hofiert werden, während die übrigen Kinder allenfalls geduldet werden. So zumindest der Eindruck, den man bekommt. Dabei zählt mein eigener Sohn übrigens zu den hofierten Leistungsträgern...


    anders sind vereine ausgelegt, die alle jugenden ständig in diesen beiden höchsten ligen halten. das ist dort credo und alle wissen das. die haben ihre scouts, sind ständig in leistungszentren present, gehen bis in die familien, um kinder abzuwerben.


    Zu dem Abwerben gibt es sicher verschiedene Standpunkte, aber ansonsten habe ich gegen sowas gar nichts, wenn, ja, wenn es halt eben allen klar ist, dass es da so läuft. Vielleicht gibt es da bei 'uns' auch gerade einen Umbruch, eine Entwicklung zu einem solchen Verein hin, wer weiß? Scouts gibt es aber meines Wissens nicht.


    nun sind einige kinder jugendliche ja begierig darauf, dort vorzuspielen um dieses ziel mit zu erreichen. andere aber nicht. das ist dann für mich eine klare trennung von leistungsfußball und breitensport.


    OK, so kann man das sehen. Wobei ich mich frage, ob der doch recht hohe Leistungsdruck in diesem Alter nicht zu früh kommt.


    dies wird klar durch die philosophie des vereins über einen längeren zeitraum vorangetrieben oder nicht. aber niemals durch ein zwei trainer innerhalb einer vereinsstruktur. das läuft ins leere und ist etikettenschwindel.


    Nun, hier ist schon die Jugendleitung eindeutig die treibende Kraft, also schon der Verein. Ob das aber allen Eltern, die ihre Kinder als Bambini oder F-Junioren anmelden, bewusst ist, frage ich mich..

    Kicker, du beantwortest meine Frage nicht, sondern gehst auf den Anlass, der zu ihr geführt hat, ein. Auf die Hintergründe dazu bin ich bewusst nicht weiter als aus meiner Sicht notwendig eingegangen, weil ich da eine Meinung habe. Glaube mir, ich betrachte die Kinder differenziert, ich möchte sie alle gleichermaßen fördern und nicht hemmen, nach Möglichkeit auch jedem nach seinen eigenen Bedürfnissen. Dass das nicht in Vollendung gelingt, ist klar, im Mannschaftssport dürfte es auch nur sehr schwer bis unmöglich sein, jedem einzelnen vollständig gerecht zu werden. Nichtsdestotrotz bemühe ich mich darum.


    Ich bin auch nicht der Meinung, dass ein absolut egalitärer Ansatz zielführend ist, Engagement soll sich für die Spieler durchaus lohnen. Aber ich mache das weniger über die Zahl der Spiele, in denen sie eingesetzt werden, als über die Zeit, die sie dann spielen. Denn da kann ich viel besser dosieren, da kann ich auch schnell reagieren. Und tatsächlich beobachte ich in unserer Truppe im Training keine Unterschiede im Engagement, die ein Aussetzen rechtfertigen würden, da sind eigentlich alle meistens gut dabei, es gibt kaum Ausreißer nach unten.


    Aber ich finde auch, dass man als Mannschaft und, besser noch, als Verein eine erkennbare Linie haben sollte, man sollte den Mitgliedern offen sagen, was Sache ist, und dabei nicht nur die vermeintlichen Leistungsmannschaften betonen.

    Eine ähnliche Diskussion gabs hier schon mal.


    Ich weiß, aber das ist schon eine Weile her. Auch hier im Forum ist ja einiges im Fluss, mich würden die Meinungen der aktuell Beitragenden, die bei der damaligen Diskussion noch nicht dabei waren, auch durchaus interessieren.


    Ich bin als Kifu-Fan der Meinung, dass die Begrifflichkeit "Leistungsfußball" im Kifu etwas weniger als nix zu suchen hat...jedenfalls im Zusammenhang eines an Erwachsenenfußball denkenden Erwachsenen nicht.


    Und eben so geht es mir hier auch.


    Wer damit definiert, dass hier besonders talentierte Kinder in einer Mannschaft versammelt werden, um dann als mehr oder minder homogene Einheit innerhalb des Kifu bedient werden....dem kann ich hier nur beipflichten.


    Das verstehe ich jetzt aber nicht. Wem kannst du worin beipflichten?


    Beispiel Stützpunktteam = Ausbildungsteam [...]


    Den Stützpunkt kann man nicht vergleichen, dort wird (zumindest bei unserem) klipp und klar gesagt, dass kräftig gesiebt wird und dem ist auch so. Und wer da nicht voll mit zieht, ist raus, so einfach ist das. Das weiß aber jeder, da sich dort die vermeintlichen Talente des ganzen Kreises ballen und es ja ein Zusatztraining ist, störe ich mich daran auch nicht. Aber mir geht es um einen Verein und seine Mitglieder.


    Tobn, ich finde du hast absolut recht. Recht haben und Recht bekommen ....kann dir aber an die "Fresse" fliegen. Mach nicht den Fehler die Löwen -so sie in der Überzahl sind- zu reizen. Sehe es lockerer und beeinfluße den Trainerkollegen eher mal "von der Seite" .....in dem du ihn ans wechseln erinnerst oder gar sagst, dass du jetzt dieses oder jenes möchtest usw.....sonst wirst du...so du vor vielen Löwen stehst....bald verschwunden sein....davon gehe ich aus....und das obwohl du alles -im Sinne des Kifu- richtig siehst.


    Ah, OK, da kommt die Zustimmung, danke. Ja, das mit den Löwen könnte gut sein, im Moment komme ich mir da schon so ein bisschen vor wie der 'echte' Don Quijote. Ich bin mir nur nicht sicher, ob mir das Maß an Kurskorrektur, das mir möglich ist, reicht. Mir tun die Kinder, deren Hinten-Herunter-Fallen bewusst und billigend in Kauf genommen wird, dazu zu sehr leid, wir reden hier schließlich noch von Zehn- und Elfjährigen.