Beiträge von tobn

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    Ich weiß zwar nicht, welche der acht Spielformen du in deinem Schlussteil hast, wenn es aber eine übungsformnähere Spielform sein soll, würde ich vielleicht eine der beiden aus dem alten Info-Abend zu nehmen.


    Alternativ kannst du übrigens auch eine Mannschaft in Überzahl spielen lassen, dann sollten sich hoffentlich genügend Gelegenheiten ergeben, um aufs Tor zu holzen. Wenn du dann noch die Regel einführst, dass nur Schüsse aus der eigenen Hälfte zählen oder sie deutlich mehr Punkte als Tore aus kurzer Distanz bedeuten, dann könnte das auch gehen.

    Die unterlagen der infoabende habe ich mir auch schon angeschaur allerdings nichts wirklich passendes gefunden...


    Naja, auf Seite 19 von Info-Abend Nr. 1 finden sich zwei Spielformen. Und im 12er-Infoabend finden sich gleich mehrere Möglichkeiten:

    • S. 12-13, Aufgabe 1: "4 gegen 4: Torschüsse kontra Ballsicherung"
    • S. 14-15, Aufgabe 1: dito plus Zeitbegrenzung
    • S. 18-19

    Mein komplettes Programm steht, bis auf eine Spielform für den Hauptteil. Ich habe dafür 10-12 Spielerund zwei 5m Tore zur Verfügung.


    In meiner Übungsform stehen sich beide Tore parallel gegenüber, daher wäre es klasse wenn ihr dies bei euren Vorschlägen beachten würdet.[/quote]
    Gerne, du musst mir aber noch erklären, wie sie gleichzeitig parallel wie einander gegenüber stehen können.. Ich gehe mal davon aus, dass sie einander gegenüber stehen, also ganz klassisch.


    Ich selber hatte bisher an ein 4:4 +2 neutrale Spieler gedacht, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es bei dieser Spielform zu vielen Torschüssen kommt. Das Thema is Veerbesserung des Spannstoßes zum Torabschluss.
    Welche Spielformen könnt ihr mir empfehlen?[/quote]
    Guck dir doch mal die Spielformen an, die in den Info-Abenden Nr. 1 und 12 unter http://talente.dfb.de/index.php?id=518941 enthalten sind. Ich könnte mir vorstellen, dass ein einfaches Spiel im 4+1:4+1 mit Höherbewertung von Toren aus der eigenen Hälfte schon ausreichen könnte. Ich vermute, dass die Spieler zu mehr Torschüssen kommen, je mehr Platz ihnen zur Verfügung steht, d.h. je weniger Spieler gleichzeitig auf dem Platz sind. In diesem Zusammenhang könntest du hier im Forum mal nach der Spielform "Trommelfeuer" suchen.

    Hmm, ich würde es aber anders verstehen. Meinem Verständnis nach besteht die Kontersituation erst nach eigenem Ballgewinn. Dann muss die Mannschaft erkennen, dass die Situation sich gut für einen (schnellen) Konter eignet, und entsprechend rasch und zielstrebig angreifen. Pressing führt hoffentlich zu vielen Kontersituationen, aber die Konter schließen sich erst an die Balleroberung (im Pressing) an.


    Für das Training sollte man aber wohl in den Spielformen beides kombinieren, z.B. indem man 3:3 oder 4:4 auf zwei Tore spielt, das Spielfeld in Mittelfeld und zwei Strafräume aufteilt, und jede Mannschaft einen Spieler in den gegnerischen Strafraum abstellt. Erobert ein Team den Ball, so muss sie den Ball sogleich zu dem eigenen Stürmer spielen, bevor ihre eigenen Spieler nachrücken. Der Stürmer selbst darf aus dem Zuspiel noch kein Tor schießen, sondern muss einen der nachrückenden Spieler bedienen -- evtl. könnte man es ihm erlauben, wenn da noch ein Abwehrspieler steht. Musst mal gucken, was am besten klappt.


    Auch immer beliebt ist es, wenn beim 4:4 ein Team auf ein Tor angreift und das verteidigende Team auf zwei Stangen-, Hütchen- oder Minitore kontern darf. Oft sollen diese durchdribbelt werden, was ich aber in Kontersituationen für weniger günstig halte, denn da sollen die Spieler ja den so schnell wie möglich vor das gegnerische Tor transportieren und daher häufig als erstes den Stürmer suchen, der sich hoffentlich gerade frei läuft. Also sollten sie den Kopf heben müssen, um sich schnell zu orientieren, und dann einen druckvollen Pass in die Tiefe spielen. Dazu könntest du zwei, drei, oder sogar vier Tore aufbauen. Entweder stellt sich dann ein Spieler oder der Trainer hinter eines dieser Tore und muss dann dort auch angespielt werden, oder du weist ihnen verschiedene Farben zu und hältst dann ein Hütchen in der Farbe hoch, das das Tor hat, durch das gespielt werden soll.


    Für die Übungsform würde mir eine Folge von druckvollen Flachpässen in Kombination mit Sprints und Orientierungsaufgaben vorschweben. Ich würde da vielleicht an die Balleroberung in der Nähe der Außenlinie anschließen, auf den sich erst mal ein Kurzpass zu einem ein paar Meter weiter innen stehenden, unbedrängten Mitspieler erfolgen sollte, verbunden mit dem eigenen Starten die Linie entlang. Der zweite Spieler könnte den Ball schnell nach vorne leiten, von wo aus er direkt wieder zu dem gestarteten Spieler geleitet wird.


    Zum Aufwärmen Sprint- und Passfolgen.


    Wobei das jetzt einfach nur spontane Einfälle sind. Andere Forumsteilnehmer haben bestimmt weitere Ideen.

    Guck mal in den Info-Abend Nr. 18 rein, ich denke, das meiste darin kann man auch mit E-Junioren schon machen -- die Zielgruppe der Info-Abende sind sonst eher D- und C-Junioren: http://talente.dfb.de/index.php?id=518941


    Ansonsten sind auch 1:1-Übungen gut, Spielformen in kleinen Gruppen. Und es gibt natürlich noch Schnelligkeitsdrills, wie z.B. auf den zwei entsprechenden DVDs der Münchner Fußballschule. Seilspringen könnte auch nützlich sein, das möchte ich ein paar meiner Spielern gerne für zu Hause vorschlagen, da lässt es sich ja gut zwischendrin (und vielleicht sogar täglich) üben.

    Ich habe leider keine Zeit für eine ausführlichere Antwort, aber ich warne dich ausdrücklich davor, die stärkeren Spieler zu bevorzugen. Damit machst du dir ganz schnell den Mannschaftsgeist kaputt, Kinder sind sehr sensibel über empfundenen Ungerechtigkeiten und reagieren auch eher mit Enttäuschung und Resignation als mit gesteigertem Ehrgeiz darauf, wenn sie anscheinend weniger Anerkennung erfahren.


    16 Spieler sind für den 7er-Fußball eine blöde Größe, ja. Da ist es wichtig, neben den Pflicht- noch viele Freundschaftsspiele auszumachen. Und ich würde dann auch über alle Spiele hinweg rotieren, so dass am Ende alle Spieler ähnlich oft eingeplant waren. Zum Saisonende werden dann die engagierten dennoch mehr gespelt haben als einige der schwächeren Spieler, einfach weil sie (und vor allem ihre Eltern) dem Fußball einen höheren Stellenwert beimessen.


    Wichtig bei der ganzen Sache ist aber, dass die Eltern wissen, dass es eben nicht um den Gewinn der Goldenen Ananas geht, sondern um andere, höhere Werte. Was aber natürlich nicht heißt, dass man seine Spiele nicht gewinnen möchte.

    Du hast zwar Recht, guenter, aber bei uns war es so, dass die Lehrprobe für den Trainer C-Breitenfußball parallel in zwei Gruppen stattfand. Unser Dozenten bewertete also nur die Hälfte des Kurses, und selbst da war noch ein Vertreter des HFV dabei, der offensichtlich mehr als unser Dozent zu sagen hatte. Ich war in der anderen Gruppe, wir wurden von zwei Vertretern des HFV geprüft, von denen einer uns zu diesem Termin zum ersten mal sah. Den anderen hatten wir in der mündlichen Prüfung ein paar Tage zuvor bereits einmal gesehen, aber ich vermute fast, dass er sich an kaum einen von uns noch wirklich erinnerte. Insofern sind 1910s Tipps durchaus zielführend. Bei uns, ich habe den Schein dezentral gemacht, war es eigentlich ähnlich wie bei 1910, viele Themen hatten wir schon in den praktischen Einheiten gemacht, ansonsten finden sich gerade auf Training Online oder in den DFB-Info-Abenden zu fast jedem Thema Übungen und Spielformen. Wichtig ist der didaktische Aspekt, d.h. die Entwicklung vom Leichten zum Schweren. Und man muss aufpassen, das Thema nicht zu verfehlen. Ansonsten gilt es, deutlich zu coachen, eigentlich war es bei uns so, dass man die Übung auf jeden Fall anhalten sollte, um zu korrigieren. Ansonsten: am Anfang die Ansprache kurz und prägnant halten, und gucken, dass einem die Zeit nicht davon läuft. Und die Übungs- und Spielformen lieber einfach halten, wenn es zu kompliziert ist, klappt es evtl. nicht, es ist eine Prüfung, da ist weniger eher mehr. Besser eine einfache Übung, die funktioniert, als eine komplexe, die eigentlich noch besser wäre, aber dann unter den Augen der Prüfer nicht klappt. Den Schwierigkeitsgrad solltest du auch am Stand und der Altersklasse der Spieler ausrichten.


    Aber Sorgen musst du dir keine machen, das klappt schon.

    Ich bin bisher mit den (Light-) Bällen von Jako sehr zufrieden. Ich habe aber auch schon noch länger einen Erwachsenen-Futsalball von Saller, der ist auch noch völlig in Ordnung. Die Belastung für die Bälle ist in der Halle, wie mir scheint, auch nicht so hoch wie sie typischerweise draußen ist.

    Interessant: wenn man über http://training-wissen.dfb.de/ in die DFB-Welt einsteigt und dann "Qualifizierung" -> "Für Trainer" wählt, landet man bei http://training-wissen.dfb.de/index.php?id=507545, wo vom Trainer C-Leistungsfußball die Rede ist. Ruft man hingegen http://www.dfb.de auf und wählt dort "Training" -> "Ausbildung", so landet man auf http://www.dfb.de/index.php?id=11284, wo stattdessen vom C-Trainer die Rede ist, da ist also der Begriff "Leistungsfußball" verschwunden. Da würden mich doch mal die Hintergründe interessieren. Ich gehe mal davon aus, dass sich inhaltlich weniger verändert hat als an der Bezeichnung..

    Das hängt ganz vom Landesverband und Kreis ab, in dem die Mannschaft deines Sohnes spielt. Die Regelungen sind da sehr, sehr unterschiedlich. Typischerweise gibt es aber eine Festspielregelung, bei uns (in einem an Frankfurt grenzenden Kreis in Hessen) gibt es sie bereits in der E-Jugend.

    Danke, Don Quijote, für die Erläuterungen, so kann ich die Situation selbst auch wieder erkennen, in ähnlicher Art gab es das bei uns auch einmal, in der E-Jugend dann angenehmerweise nicht mehr, als ich recht ausführlich schriftlich meine Vorstellungen erklärt hatte -- von zwei, drei Eltern wurde ich dann noch auf die "Doktorarbeit" angesprochen, inhaltlich hat sie aber mir gegenüber niemand in Frage gestellt. Allerdings verließen uns damals auch die Spieler der zwei ehrgeizigsten Familien, das hat sicher auch zur größeren Ruhe, die folgte, beigetragen.


    Für mich klingt es so, als wären die Eltern einerseits scharf darauf, stolz auf ihre Kinder bzw. leider in Verkennung ihrer wahren Qualitäten auf die Ergebnisse ihrer Kinder zu sein. Ergebnisse werden, ähnlich wie Schulnoten, als Objektive und geeignete Gradmesser von Qualität gesehen. Diese Ansicht hakt ja in beiden Fällen, dennoch hält sie sich hartnäckig. Und andererseits finden es die meisten Eltern doof, wenn ihre Kinder scheinbar nicht das Maximum an Möglichkeiten bekommen, wenn sie also etwas machen sollen, das nicht dem entspricht, was sie am besten können. Hier glaube ich an eine Mischung aus mehreren Faktoren, von denen ich wahrscheinlich nicht mal alle zusammen bekomme. Dabei ist, wie ich meine, die Befürchtung, das Kind könne schlechter aussehen, als es ist, und so einen schlechten Eindruck beim Trainer und den anderen Eltern hinterlassen. Dazu kommt das Konkurrenzdenken gegenüber den anderen Kindern und Eltern.


    Ich denke, dass diese Aspekte in Leistungsmannschaften oder bei den Eltern der stärkeren Spieler in 'normalen' Mannschaften häufig auch stärker ausgeprägt sein dürften..

    Mit zehn Spielern zu einer 7er-Partie anzutreten, halte ich für sinnvoll, wir hatten uns in F- und junger E-Jugend, als wir (mit einem Gesamtkader von ~16 Spielern) noch im 6+1 spielten, auch dafür entschieden, da es aus unserer Sicht die beste Kombination aus durchschnittlicher Nettospielzeit und konditionellen Möglichkeiten darstellte. Von hier aus, also von ganz weit weg, gesehen, ist mir die Diskrepanz der Einsatzzeiten zwischen Euren starken Spielerinnen und den schwächeren zu groß, wenn erstere vier der sechs Feldspielerpositionen belegen. Damit kommen die Schwächeren zwar rechnerisch auf 24 Minuten (dem liegt wohl eine Gesamtspielzeit von 60 Minuten zugrunde), die Stärkeren demgegenüber aber auf 60, was ja das Zweieinhalbfache ist. Da würde ich das dringende Bedürfnis haben, die schwächeren Spieler zumindest soweit zu stärken, dass man auch damit zurecht kommt, dass auf drei oder vielleicht sogar nur zwei Positionen eine der stärkeren Spielerinnen durchspielt. Die anderen stärkeren Spielerinnen können ja durchaus an der Rotation der übrigen Spielerinnen teilnehmen, d.h. ich meine damit nicht, dass ihr nur maximal zwei oder drei der stärkeren Spielerinnen auf dem Platz habt, aber stets vier von sechs wäre mir auf Dauer zu viel..


    Wie stellt Ihr die Mädels denn auf, welches System favorisiert ihr, welche Spielerinnentypen habt Ihr? Wir spielten in der E-Jugend in einem 3-3, in dem für die Stabilität des Teams insbesondere die zentrale hintere Position stark genug besetzt werden musste. Da die vordere Reihe die Order hatte, sich auch um die Defensive zu kümmern, habe ich dann auch öfters zwei unterschiedlich starke Spieler auf den Außenbahnen kombiniert, um z.B. einen schwächeren Spieler hinten links durch einem stärkeren Spieler vor ihm zu unterstützen (od. umgekehrt).


    Zum Wechseln nach Stoppuhr: ich hatte mir die entsprechenden Spielminuten auch so als grobe Orientierung zurecht gelegt, damit man eben nicht in die Situation kommt, dass die Spielzeit zur Neige geht und man bestürzt fest stellt, dass da jemand ja noch gar nicht gespielt hat.. Aber ich habe dann gerade in der zweiten Hälfte mehr auf das Spielgeschehen reagiert, d.h. z.B. Spieler, die ausgepumpt waren, raus geholt oder nach hinten gestellt, oder solche, die noch kein Tor geschossen hatten, für den Spieler, der schon zwei gemacht hatte, eingewechselt. Oder mal einen Spieler, bei dem es nicht so gut lief und der verunsichert war, raus geholt und wieder aufgebaut (oder das zumindest versucht..)

    Hmm, wie wäre es denn, wenn du Zusatzregeln ergänzt, die darauf abzielen, im Spiel selbst das von dir gewünschte Verhalten zu belohnen, und die extremen Fälle des von dir beklagten Verhaltens zu bestrafen. Der Klassiker bei uns, wo es mir darum geht, das gemeinsame Angreifen wie Verteidigen zu forcieren ist, dass Tore doppelt zählen, wenn sich alle eigenen Spieler bei ihrer Erzielung in der gegnerischen Hälfte befinden. Außerdem wird verdoppelt, wenn noch ein gegnerischer Spieler in der eigenen Hälfte war, als das Tor fiel. So gibt es einen, zwei, oder sogar vier Punkte pro Tor, also nur positive Motivation. Wenn mir ein Verhaltensmuster gerade besonders stinkt, wird die Regel halt modifiziert, so dass bspw. Tore nur dann überhaupt zählen, wenn alle eigenen Spieler in der gegnerischen Hälfte sind.
    Je nachdem, was dir im Einzelnen fehlt, kannst du entsprechende Sonderregeln einbauen. Ich werde mal versuchen, einen Bereich in der Mitte des Spielfelds abzustecken, in dem eine Kontaktbegrenzung herrscht, während diese auf den Flügeln und in den Strafräumen nicht gilt (s. Zeitschrift fußballtraining 08/09, S. 14). Als wir den Flugball thematisierten, zählten jeder erfolgreiche Flugball im Abschlussspiel einen Punkt, ein Tor zwei, ein Tor nach Flugball vier.


    So kann man mittels Veränderung der Regeln das gewünschte Verhalten fördern und ggf. auch das unerwünschte sanktionieren, wobei ich meine, dass positive Motivation zunächst generell bevorzugt werden sollte. Allerdings musst du dir erst einmal darüber im Klaren werden, welche einzelnen Punkte es sind, die dich stören, und was deine Spielerinnen im Einzelnen anders bzw. besser machen sollen. Einfach nur zu sagen, dass alles nach Mist aussehe, wird nicht ausreichen.

    Ein ausschlaggebender Punkt ist mMn, was "man" bereit ist zu investieren.


    Genau, so sehe ich das auch. Das 'Problem', wenn ich es mal so nennen darf, das ich im Moment habe, ist, dass ein Verein sowohl den Leistungs- als auch den Breitensportbereich bedienen möchte, ich aber nicht finde, dass die dazu notwendigen Voraussetzungen bereits vorhanden sind. Insbesondere fehlt mir das Vereinskonzept. Da es dieses nicht gibt, gibt es zig verschiedene Meinungen dazu, wie was sein sollte, gewünscht ist, laufen muss, etc. pp. Und so entsteht zwischen Eltern, Trainern und Verein mehr oder weniger häufig Knatsch, der vermieden werden könnte, wenn alle wüssten, woran sie sind. Dass damit nicht alle Konflikte aus der Welt sind, ist mir klar. Aber ein paar weniger fände ich schon nicht schlecht. Und außerdem würde auch nicht mehr jeder Trainer sein eigenes Süppchen kochen, sondern bekäme Zutaten und Rezeptbuch zumiindest in einigen Teilen vorgegeben.

    Ich stimme dir, Andre, vollkommen darin zu, dass ein stärkerer Spieler in einem mittelmäßigen bis schwachen Team nicht auf die Förderung mittels längerer Einsatzzeiten angewiesen ist, ich halte das tatsächlich auch, auf das Verhältnis von ihm und den anderen Spielern bezogen, für eine Bevorzugung des stärkeren Spielers gegenüber den anderen. Und das hat an dieser Stelle nichts mit Gleichmacherei zu tun, sofern alle Spieler gleich gerne spielen wollen, was, zumindest meiner Erfahrung nach, auch die Regel ist. Ich denke auch, dass die Motivation zu längeren Einsätzen der starken Spieler hauptsächlich im Gewinndenken liegt.


    Aber warum sprichst du guenter an, er hat doch nur gesagt, dass in ländlicheren Gegenden Teams mit einem sehr ausgeprägten Leistungsgefälle häufig anzutreffen sind. Wenn ich mich in unserem großstadtnahen Kreis so umsehe, so muss ich sagen, dass auch bei uns viele kleine Vereine dabei sind, die pro Altersstufe gerade mal eine Mannschaft zusammen bekommen und sich ab der D-Jugend mit anderen Vereinen zusammen schließen müssen, um weiterhin ihre Kinder im Spielbetrieb zu halten. Aber guenter hat doch nicht für die Bevorzugung der Starken plädiert, das habe ich so noch überhaupt nicht gelesen. Sir Alex möchte, dass sie nicht weniger zu ihrem Recht kommen als die Schwachen.

    Ich schließe mich Don Quijotes Wünschen an. Dazu möchte ich aber noch fragen, wie so ein Wechselplan bei dir aussieht, wie konkret und genau ist er denn? Zu genau würde ich ihn nämlich nicht machen, ich habe mir immer eine Startaufstellung überlegt und dann daneben die Namen der Spieler, die zu Beginn auf der Bank sitzen, und dann von ihnen Pfeile dorthin gezogen, wo ich sie aller Wahrscheinlichkeit nach einwechseln werde. Dann hatte ich mir vorab überlegt, wann ich ca. die ersten Wechselvorgänge durchführen will. Und dann habe ich mich im weiteren Spielverlauf durchaus vom Spielgeschehen sowie den Wechselvorgängen der Spiele zuvor leiten lassen. Aber einen fix und fertigen Plan, auf dem ich vorab jeden einzelnen Wechsel festgelegt hätte, habe ich nicht, und das halte ich auch nicht für sinnvoll.

    zumThema Fairplayliga: Ich habe oft und regelmäßig - wie in der Failplay-Liga - ohne Schiedsrichter gespielt.
    Eigentlich jedes Freundschaftsspiel (oder Freundschaftshallenkick, jeder 2-3 Teams die gegen die Teams des anderen spielen, gut praktikabel in der Hallentrainingszeit) absolvieren wir ohne Schiedsrichter. [...] Trotzdem sind diese Spiele gerade wegen des fehlenden Schiedsrichters die unsaubersten Spiele. [...] Da wird gehalten, geschubst, etc. das steigert sich von Spielminute zu Spielminute. [...] erstens ist das alles eben nicht regelkonform und zweitens will ich gerade die jungen Kinder dahingehend ausbilden, die Zweikämpfe fair zu bestreiten (also ohne Ziehen und Zerren, wenn gleich schon mit Körperkontakt), [...]


    Hier denke ich, dass die Fairplay-Liga, speziell das Spielen ohne Schiedsrichter, wenn man auf andere Mannschaften trifft, nicht alleine dafür sorgen kann, dass Kinder fair spielen. Dazu müssen die Trainer sie bringen. Man kann nicht von dieser Regel erwarten, dass sie aus allen Kindern vorbildliche Spieler macht (in Bezug auf Fairplay). Sie sollen es ihnen vielmehr erlauben, eigenverantwortlich zu spielen. Dazu gehört auch, dass sie lernen müssen, sich selbst gegenüber den Spielern der anderen Mannschaft zu behaupten und z.B. den Mut aufbringen, das Spiel zu unterbrechen, wenn es ihnen zu bunt wird. Das fällt vielen Kindern schwer, klar, und ich finde durchaus, dass die Trainer dazu Hilfestellung geben sollten, indem sie auch das eine oder andere mal von sich aus einschreiten, wenn die Unsauberkeiten sich zu sehr häufen. Ich habe das mal so gemacht, dass ich unterbrochen habe, als mein Team in Ballbesitz war, und dann meine Spieler angewiesen habe, den Ball nach meiner Ansprache der anderen Mannschaft zu überlassen.


    Aber generell muss Fairness auch bzw. vor allem im Training vermittelt werden. Sicher bleibt das Problem, dass andere Trainer durchaus andere Vorstellungen von den Grenzen der erlaubten Härte oder der zulässigen Unsauberkeit haben. Ich kann da nur auf mein Beispiel aus der letzten Saison verweisen, als ich wie beschrieben vorging, weil ein Spieler des gegnerischen Teams deutlich übermotiviert zur Sache ging. Nach meiner Bitte an ihn, bei all seinem Engagement doch bitte darauf zu achten, dass nicht nach fast jedem seiner Zweikämpfe sein Gegenspieler am Boden liegt, habe ich das Gespräch mit seinem Trainer gesucht und um Verständnis für diese Ansprache an seinen Spieler gebeten, was auch OK ging -- ich hatte mich natürlich auch um Freundlichkeit bemüht. Wäre es so weiter gegangen und hätte sich vielleicht noch gesteigert, dann hätte ich meinen Kollegen (d.h. den Trainer der Gegner) darum gebeten, einzuschreiten. Hätte er es nicht gemacht, so hätte ich evtl. damit gedroht, das Spiel abzubrechen.


    Und ein anderes Argument von Crow findet meiner Meinung nach zu wenig Beachtung in vielen Diskussionen.
    Das man den leistungsschwächeren Spielern gerecht werden muss, darüber besteht hier meist Konsens. Gerne verallgemeinert unter dem Deckmantel allen (gleich) gerecht zu werden.[...] Was aber muss man machen, um den leistungsstarken Spielern voll zu entsprechen? Warum soll man sich immer an den schwächsten orientieren? Ist das nicht ungerecht (den Starken gegenüber?) Haben denn starke und schwache Spieler wirklich stets die gleichen Interessen, Bedürfnisse, etc.?


    Ich denke nicht einmal, dass die meisten hier das so sehen. In vielen Vereinen ist es einfach nicht anders möglich, weil es nicht genügend Spieler für eine Trennung nach Leistungsgesichtspunkten gibt. Viele versuchen dann, die Mannschaft in zwei oder mehrere Trainingsgruppen zu trennen, sofern genügend Trainer da sind und sie genug Zeit und Fachverstand haben, um die Übungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden anzubieten. Ist das aber nicht möglich und trainieren alle Leistungsklassen gemeinsam, so kommen vermutlich weder die starken noch die schwachen Spieler voll auf ihre Kosten, damit ist wohl zu rechnen, denn ich gehe davon aus, dass sich die Trainer überwiegend am Mittelmaß ihres Teams orientieren, die Schwachen sollen halbwegs mitkommen, die Starken beherrschen die Übung schon im zweiten Durchgang voll und ganz, beim sechsten schludern sie wegen der Unterforderung dann schon, während der schwache Spieler sie zum ersten mal ohne groben Fehler schafft.. Diese Schilderung mag jetzt übertrieben sein und hoffentlich auch nicht die Regel, soll aber darstellen, welcher Zustand einem erheblichen Teil der Spieler nicht die wünschenswerte Förderung angedeihen lässt.


    Daher denke ich, dass bei entsprechenden Spielerzahlen eine Trennung nach Leistung auch in Kinderjahrgängen durchaus sinnvoll sein kann. Was ich da aber für wichtig halte ist, dass man mit dieser Trennung ganz deutlich keine Wertung verbindet, dass die stärkere Gruppe eben nicht mehr Beachtung findet als die schwächere, dass sie auch nicht gegeneinander antreten, vielleicht sogar nicht als Mannschaften in derselben Zusammensetzung zum Spielbetrieb angemeldet werden. Sie sollten gleichzeitig trainieren, eine Durchlässigkeit zwischen den Teams sollte gewährleistet sein, es sollte einheitliche Trainingspläne geben. Vorbildlich finde ich hierbei das in fußballtraining 10/09 vorgestellte Konzept des TSV Wäldenbronn-Esslingen (s. http://www.imspiel-magazin.de/…_TSV_W_Vereinskonzept.pdf). Bei Andre scheint es ja auch ganz gut zu funktionieren. Aber sowas scheint mir eher die Ausnahme zu sein.


    Muss man nicht versuchen allen Spielern gerecht zu werden? Gerecht im Sinne der individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten eines jeden Spielers - egal ob gut, durchschnittlich oder schwach - (In der Schule, der Musik, der Kunst - in jedem anderen Bereich- wird doch auch differenziert, nach Bedürnissen/Interesse und nach Fähigkeiten. Nicht jeder 11 jährige Pianist klimpert Tschaikowsky, aber auch nicht jeder beschränkt sich auf einfache Kinderlieder)


    Nun wird Musik und Kunst typischerweise in Einzelunterricht gelehrt, da ist der Unterricht natürlich auf den Stand des einzelnen Kindes zugeschnitten. Aber Fußball wird in der Gruppe gelehrt und praktiziert, da kann, wie auch in der Schule, leider nicht auf alle Individualbedürfnisse der Spieler eingegangen werden. Sicher kann man dem näher kommen, wenn man kleine Gruppen mit höherer Leistungshomogenität bildet, dazu braucht man aber entsprechend viel Personal. Letztlich könnte man es ja bis zum Einzelunterricht treiben, aber einen Personal Trainer können sich halt nur ganz wenige leisten...


    Und bevor hier irgendetwas runtergepostet hat, was ich nicht geschrieben habe. Ich stelle diese Frage ganz allgemein, ohne auf ein bestimmtes Themenfeld - wie die Verteilung der Spielzeit - abzuzielen. Im Gegenteil, bei mir spielen zwar auch in der E-Jugend nicht mehr alle gleichviel - habe ich früher mal gemacht -, aber keiner spielt durch und jeder mindestens die halbe Spielzeit, eher mehr.


    Anlass der Diskussion mit meinem Mit-Trainer war aber seine Vorstellung, dass vier Leistungsträger (inkl. des Torhüters) grundsätzlich bei jedem Spiel dabei sein sollten, wenn sie verfügbar sind. Ich würde sie lieber auch mal aussetzen lassen, von mir aus auch ähnlich oft wie die schwächeren, wobei man ja noch das Instrument der Freundschaftsspiele hat. In meinem Fall (d.h. mit ihrer Einsatzgarantie) werden also aktuell die Stärkeren eher bevorzugt, oder siehst du das anders?


    Ist Gleichmacherei nicht ungerecht und vor allem ist Gleichmacherei wirklich im Interesse eines jeden Kindes/Jugendlichen?


    Sicher ist Gleichmacherei nicht wünschenswert, aber in einem gewissen Maße eben nicht zu vermeiden. Ungerecht ist sie damit aber nicht unbedingt, wenn ich zwei Spieler auf Stufe acht und zwei auf Stufe vier habe und alle gemeinsam gemäß Stufe sechs behandle, so ist es schon gerecht. Aber völlig synthetisch und realitätsfremd, natürlich.

    Dem stimme ich absolut zu. Ich weiß nicht, wie sich vielerorts der Irrglaube hält, NLZ- oder Auswahlteams seien so homogen. Da gibt es auch erhebliche Unterschiede in der Leistungsfähigkeit, nur eben auf einen durchschnittlich höheren Niveau.


    OK, interessant, das so deutlich zu lesen. Ich dachte, dass die Homogenität größer sei, weil die Ausgangsmenge, aus der der Kader ausgewählt wird, eben auch größer ist. Dass es dort auch ein Leistungsgefälle gibt, ist klar, ich hätte nur gedacht, dass die Differenz des hypothetischen Leistungsindexes von stärkstem zu schwächstem Spieler halt niedriger ist.


    Hattest aber nicht du, Don Quijote, geschrieben, dass in der NLZ-Mannschaft, in der dein Sohn kickt, auf knappe Spielstände nur wenig geachtet wird, dass dies teilweise zu Unverständnis bei den Eltern führt? Da würden mich etwas nähere Ausführungen durchaus interessieren, denn zu dem Thema stecke ich ja gerade in der Diskussion mit meinem auch ergebnisorientierten Mit-Trainer.


    Sir Alex, ich hole deinen anderen Beitrag mal hoch:

    Ob man sich im Breitensport, im Leistungssport oder irgendwann eventuell im Hochleistungssport befindet, definiert sich für mich durch folgendes:
    - die Ziele, die jeder einzelne Spieler einer Mannschaft an sich bzw. auch an die Mannschaft stellt.
    - Damit verbunden, den Aufwand und Einsatz den man bereit ist dafür zu investieren


    Spielklassenzugehörigkeit hat da eigentlich einen untergeordneten Wert. Man kann lediglich festhalten , je höher die Spielklasse, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Spieler höhere Ziel anvisieren und dementsprechend mehr Zeit und Einsatz dafür einbringen.


    Genau, so sehe ich das auch eher. Die höhere Spielklasse ist für mich die gewünschte Folge der höheren Leistungsbereitschaft (und häufig auch der größeren Fähigkeiten). Und ich finde, dass man die höheren Ziele auch nur unter dem Einsatz von entsprechenden Mitteln erreichen kann, sowohl in Material als auch Personal, sowohl in Quantität wie Qualität. Diese Mitteln täten dem Breitensport wohl auch nicht schlecht, sind aber nicht im selben Maße notwendig.


    In der D-Jugend beginnt für mich - zumindest im NLZ- der Leistungsfussball. Wie TW-Trainer schrieb sind die Grenzen sicherlich fließend und nicht allgemeingültig. Jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Spieler in diesem Alter - intrinsisch motiviert - hohe Ziele formulieren und den nötigen hohen Aufwand und Einsatz dafür erbringen und erbringen wollen.


    Bei uns im Kreis beginnt der Leistungsfußball mit der D-Junioren-Gruppenliga, in der wohl zum allergrößten Teil Altjahrgänge spielen. Mein Team ist ja eines, das aus der Kooperation zweier benachbarter Vereine hervor gegangen ist. Bei meinem Verein, das ist einer der Kooperationspartner, gibt es von G- bis E-Jugend eigentlich nur Jahrgangsmannschaften, im Ausnahmefall wird auch mal ein Spieler um ein Jahr hoch gezogen. Im anderen Verein, und das ist derjenige, der in der D-Jugend federführend ist, gibt es durchaus schon mal in den Kinderjahrgängen nach Leistung getrennte Mannschaften, wobei es dafür kein einheitliches Vorgehen gibt. Naja, und beim Übergang zur D wird halt nach Leistung eingeteilt, und zwar, wie ich mittlerweile weiß, mit dem Ziel, von D- bis A-Jugend immer eine Mannschaft in der Gruppenliga zu haben. Die stärkere D-Mannschaft des jüngeren Jahrgangs soll im Folgejahr die Gruppenliga erben und dort auch die Klasse halten können.

    crow: Kein Thema, wobei vielleicht ein anderer oder ein neuer Thread dann sinnvoll wäre. Die Idee mit der neutralen Beurteilung finde ich erst einmal nicht schlecht, auch mir ist es ein Dorn im Auge, dass tabellarischer Erfolg von vielen mit guter Jugendarbeit gleich gesetzt wird, obwohl ich schon oft genug habe fest stellen dürfen, dass dieser Zusammenhang wenn überhaupt, so nur ganz bedingt existiert, und es zu viele Ausreißer in beide Richtungen gibt, als dass er als Richtschnur dienen könnte. Ich befürchte aber, dass das Ansinnen an den realen Möglichkeiten scheitern wird. Wer soll denn diese ganzen Spiele beobachten und bewerten? Es müssten ja neutrale Personen sein, und auch aus einem überschaubaren Personenkreis. Wo soll denn die Motivation dazu liegen, schließlich ist da doch purer Altruismus gefragt.. Was ich mir vorstellen könnte ist, dass so etwas stichprobenhaft erfolgt.