Beiträge von tobn

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    kannst du dazu mal was schreiben, ich hab da nämlich absolut keine Erfahrungswerte was Turniere betrifft.


    Hmm, hast du übersehen, dass sich meine Erfahrungen auf unser eigenes Turnier beschränken, das kein richtiges Futsalturnier war, sondern ein Fußballturnier mit Futsalball, ohne Schiedsrichter und mit ein paar aus dem Futsal entlehnten Reheln, beschränken? Wenn nein, was möchtest du noch mehr von mir hören? Mit dem Futsalball kamen alle Kinder schnell zurecht, das entspricht auch meiner allgemeinen Erfahrung, die meisten meiner D-Junioren bevorzugen übrigens den Futsalball gegenüber den anderen Bällen. Das Einkicken haben sie schnell verinnerlicht, es war den meisten schon als Einwurfvariante bekannt. Ansonsten war es das dann ja auch schon mit Futsalspezifika..


    da muss ih noch was ergänzen. hier habe ich eine andere Ansicht, möchte aber keinen damit überzeugen.


    im Spiel mag das durchaus unmöglich anzuschauen sein. aber für die Entwicklung durchaus positiv. geraden im herkömmlichen Hallenfussball werden die Kids gezwungen auf folgendes
    mehr zu achten: Konzentration, Gedankenschnelligkeit, Koordination, bessere Ballannahme und Zuspiel.


    Darüber haben wir hier im Forum auch schon diskutiert. Tatsächlich bin ich aber der Meinung, dass möglichst gute Bedingungen dem Erlernen der sauberen Technik förderlicher sind als schlechtere. D.h. ein guter Boden und ein guter Ball sind aus meiner Sicht für alle Spieler besser als das jeweilige Gegenteil. Die Futsalstudie des DFB scheint das auch zu belegen. Die Begründung liegt darin, dass es einem Spieler viel leichter fällt, die richtige Technik zu erlernen, wenn er das Bewegungsverhalten des Balls möglichst gut einzuschätzen vermag. Das ist auf ebenem Boden und mit einem wenig springenden Ball deutlich einfacher, zumal im Kinderbereich, wo die Auge-Fuß-Koordination noch nicht so ausgeprägt ist. Ich wäre also gerade im Kinderbereich unbedingt für den Futsalball. wenn sie dann älter werden, würde ich dann eher auch mal die Filzkugel tolerieren. Tatsächlich hat unsere Mannschaft, die in diesem Turnier aber auch aus unseren technisch stärksten Spielern bestand, auch mit dem gelben Ding sehr ansehnliche Partien gespielt, wie auch der Turniersieger und der Drittplatzierte. Aber den Mannschaften ab Platz fünf hätte ich echt den Futsalball gewünscht..


    Da ich in der Halle wesentlich mehr gespielt, anstatt trainiert zu haben, konnte ich nach der Hallentrainingszeit, gerade in diesen Punkten vor allem bei den Schwächeren eine merkbare Verbesserung feststellen.


    Vielleicht lag das aber auch mehr daran, dass du in kleinen Gruppen und auf kleineren Feldern gespielt hast? Ich habe auch festgestellt, dass die Halle die individuelle Technik im Zusammenhang mit kürzeren Distanzen fördert. Wenn es wieder raus geht, können die Spieler dann den Kurzpass und das Dribbling oft besser. Typischerweise leidet gleichzeitig die Ausdauer und der Torschus, außerdem gewöhnen sie sich den längeren Pass ab. Das sind aus meiner Sicht einfach typische Phänomene der Halle.


    im Kinderfussball bin ich unter anderem deswegen kein Freund von regelmässigem Futsal.


    Tja, ich sehe das, wie du ja auch schon fest gestellt hast, anders.

    Ich habe nun etwas im Internet gestöbert, bin mir aber noch unsicher. Ich will ja auch kein Unsummen ausgeben für den ersten Versuch.
    Gefunden habe ich jetzt einen mit Umfang : 51 - 53 cm und 270 gr. Wäre das der richtige Ball?


    Ich habe bisher immer mit Futsalbällen der Größe 4, gespielt, laut https://de.wikipedia.org/wiki/…all_%28Sportger%C3%A4t%29 entspricht das einem Umfang von 63,5 bis 66 cm. Der von dir genannte Umfang liegt zwischen Größe 2 und Größe 3 bei Fußbällen. Vielleicht macht es damit ja noch mehr Spaß.. Ich würde mir evtl. einen solchen Ball und einen 4'er mit unter 300g holen und mir dann selbst ein Urteil bilden. Von dem besseren kann man sich dann ja noch ein paar dazu holen. Ich selbst habe mir übrigens die Bälle im nächsten JAKO-Store besorgt, da bekommt man ziemlich viel Rabatt, bei Bällen bis zu 50%.

    für mich war der Futsalball im Training eine sinnvolle Ergänzung. Hatte da dann auch nach nach eigenem Regelmischmasch gespielt.


    Genau, so habe ich es auch gemacht. Es wurde also eingekickt und nach Ausball musste der Ball innerhalb von fünf Sekunden wieder im Spiel sein. Dabei gilt Trainerzeit, d.h. die vom Trainer laut mit gezählten Sekunden können durchaus mal länger und mal kürzer ausfallen, je nach Verhalten der Protagonisten. Kumulierte Fouls kamen bei uns gar nicht zur Anwendung, weil meine Spieler eigentlich immer ziemlich sauber spielten.


    wie sieht das aber bei Turnieren einer F-Jugend z.B. aus? hab da keine Erfahrung. schon bei normalen Regeln gibt es durch die unterschiedliche Pfeifferei und unterschiedliche Regelauslegung oft Ärger. ist ein Futsalturnier überhaupt sinnvoll, wenn es nicht regelmässig und generell gespielt wird, wenn die Schiris und auch die Turnierleitung nicht einheitlich vorbereitet wurden, wenn ich mit einer F-Jugend auf ein Turnier fahre, ohne es zu vorher im Training intensiv auf Futsal vorbereitet habe?


    du hast doch da etwas Erfahrung.


    Leider nein, da habe ich wohl einen falschen Eindruck erweckt. Ich habe ähnlich wie du im Training mit dem Futsalball gespiet und einige Regeln aus dem Futsal übernommen. Damit begonnen habe ich aber erst in der F1, also älterer F, da hatte ich vom Futsal erfahren. Damals hatte ich aber nur einen Futsalball, und der war auch noch ein Erwachsenenball. Im Jahr drauf habe ich dann selbst drei Juniorenfutsalbälle gekauft, zwei 290g- und einen 360g-Ball. Ich habe damals bei unserer Jugendleitung um Futsalbälle gebeten, mein Ansinnen wurde aber abgelehnt, kein Geld da. Sie haben mir zu einem Training die Handvoll Erwachsenenfutsalbälle gegeben, die sie im Bestand hatten, diese waren aber deutlich schwerer als mein eigener und, wie ich meinte, für E-Junioren nicht zu gebrauchen.


    Wir haben dann mal ein Turnier mit dem Futsalball, Einkicken und auf dem Papier stehender Fünfsekundenregel durchgeführt, allerdings, in Anlehnung an die Fair-Play-Liga, ohne Schiedsrichter. Der Futsalball kam allgemein sehr gut an, wir haben dann auch am Ende des Turniers jeder Mannschaft einen Juniorenfutsalball (statt eines Pokals oder Medaillen) geschenkt.


    Ich denke schon auch, dass es sinnvoll wäre, die Futsalregeln in altersgemäß angepasster Form unters Volk zu bringen, wenn man Futsal auch im Kinderbereich in den Spielbetrieb einbringen würde. Das wäre aber, wie ich meine, auch nicht so schwer, schließlich gibt es ja schon die Futsal-Kurzschulung im Programm des DFB. Man müsste sich dann noch überlegen, wie man die Regeln sinnvoll für die jeweiligen Jugenden anpasst, aber das ist ja auch kein Hexenwerk. Aus dem Handballspielbetrieb, an dem meine Tochter teilnimmt, kenne ich die Regelung, dass ab der E-Jugend zumindest vom Grundsatz her lizenzierte Schiedsrichter pfeifen müssen, und daneben auch geschulte Sekretäre und Zeitnehmer ihren Dienst verrichten müssen -- ich bin selbst einer dieser geschulten ZN/Sek. Bei uns im Kreis sind sie mit Pflichtveranstaltungen und Strafen nicht gerade zimperlich, da wäre es, wie ich finde, durchaus vorstellbar, dass man kurz hintereinander die Futsal-Kurzschulung anbietet und die Teilnahme zur Pflichtveranstaltung erklärt. Dabei kann man dann ja noch eine halbe oder ganze Stunde dran hängen, um die Spezifika des Kreises für die jeweiligen Altersklassen zu erläutern und Teilnahmezertifikate auszuteilen. Und dann dürfen ab dann halt nur Personen Schiri und Turnierleitung übernehmen, die das Teilnahmezertifikat vorweisen. Das wäre mal ein Vorschlag, oder?

    Letzten Samstag waren wir auf einem Hallenturnier (jüngere D-Jugend), da hat man wieder mal die Nachteile der Filzkugeln gesehen. Gerade die Duelle technisch weniger beschlagener Mannschaften verkamen zu ganz schwer zu ertragenden Partien, in denen der Ball ständig herumhoppelte, so gut wie kein anständiger Flachpass oder eine saubere Ballannahme gelang. Dafür musste ich so oft den Atem anhalten, als zwei oder mehr Spieler mit hohem Fuß oder Knie gleichzeitig zum halbhohen Ball gingen, dass ich aus Sauerstoffmangel fast in Ohnmacht gefallen wäre. Da wäre ein Futsalball echt klasse gewesen. Bei uns im Kreis wird inzwischen übrigens die Hallenkreismeisterschaft mit dem Futsalball ausgetragen, allerdings bis zu den D-Junioren noch nach Hallenfußballregeln.

    Was sagen denn die Futsall-Befürworter dazu, dass der Torwart praktisch überhaupt nicht am Spiel teilnehmen darf?


    Ich vermute, dass du auf die verschärfte Rückpassregel anspielst. Ich zitiere hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Futsal: "Zudem gilt beim Futsal eine verschärfte Rückpass-Regel: Der Torwart darf den Ball nur einmal berühren und dabei nur höchstens vier Sekunden kontrollieren (dazu gehört auch der Abwurf), danach darf er den Ball erst wieder berühren, wenn zwischenzeitlich ein Gegner Ballkontakt hatte oder der Torwart sich in der gegnerischen Hälfte befindet."


    Du sprichst von einer F-Jugend, da würde ich diese Regel außer Kraft setzen. Im regulären Spielbetrieb ist da ja die Rückpassregel generell aufgehoben, auch das würde ich erwägen, wenn die Spieler noch nicht so ballsicher sind, denn ansonsten wird der Torhüter durch Rückpässe evtl. zu stark unter Druck gesetzt und könnte für viele Gegentore verantwortlich gemacht werden, wenn es eben bei der Ballannahme noch nicht so gut klappt und er dann den Ball gegen einen starken (oder auch nur sehr forschen) Stürmer verliert.


    Je nach Begebenheiten würde ich bspw. auch die zulässige Zeit zur Ausführung des Einkicks variieren, d.h. sie zu Beginn nach oben anpassen.


    Für mich ist das gerade in der Halle immer eines der obersten Ziele für die Wintersaison gewesen, dass der Keeper systematisch lernt, am Spielaufbau usw. aktiv teilzunehmen. Ich stand heute mal nur im Tor und mir hat es schlicht keinen Spaß gemacht, da ich nach jedem Abstoß oder Pass praktisch erstmal nur Zuschauer war und nichtmal Rückpässe noch annehmen durfte.


    Naja, so ganz stimmt das ja nicht, der Torwart darf schon Rückpässe annehmen, aber du hat halt nur einen Kontakt. Für dich könnte das machbar sein, für F-Junioren halte ich es hingegen für zu schwer und wenig sinnvoll.


    Heißt das in der Schlussfolgerung für euch, dass ihr das als Manko inkaufnehmt oder spielt ihr lediglich mit dem Futsalball nach den normalen Regeln? Für mich kommt diese Regel definitv nicht in Betracht und ist für mich ein Grund, nie nach den offiziellen Futsalregeln spielen zu lassen!


    Gerade im Kinderfußball kann und sollte man als Trainer die Regeln anpassen, damit sie dem jeweiligen Entwicklungsstand gerecht werden. Und so sehr unterscheiden sich Fußball- und Futsalregeln ja nicht. Einige Sachen finde ich gut, z.B. dass:

    • Fouls früher gepfiffen werden, und sie kumuliert werden. Allerdings würde ich bei F-Junioren unabsichtliche Fouls evtl. nicht in die Kumulation aufnehmen.
    • Es eine Zeitbeschränkung nach Seitenaus gibt. Ich würde sie aber verlängern und ggf. auch auf die räumlichen gegebenheiten anpassen: wenn der Ball weit weg fliegt, dauert es nun mal länger, ihn zu holen.
    • Eingekickt wird. So gibt es nicht die Abwägung, ab welcher Höhe ein Ball nicht mehr als eingerollt zählt.
    • Man mit dem sprungreduzierten Ball spielt. Hierbei würde ich in der F unbedingt einen Super-Light-Ball benutzen.


    Die Rückpassregel würde ich außer Kraft setzen, fliegend gewechselt wird bei uns in der F-Jugend sowieso, Verwarnungen und/oder rote Karten gab es bei uns nie, insofern spielen sie bzw. der Unterschied zwischen Futsal und Fußball hierbei keine Rolle.


    Fazit: Passe die Regeln an die Altersklasse an, wie es auch im Fußball geschieht. Die offiziellen Futsal-Regeln sind für Erwachsene vorgesehen.

    Ja, der Balljunge scheint auch nicht ohne zu sein. Aber ich teile deine Einschätzung, dass an den Profi höhere Ansprüche zu stellen sind. Zumal es vermutlich einfach gewesen wär, sich einfach einem anderen Balljungen zuzuwenden und den Suppenkasper einfach zu ignorieren. Aber nun gut, auf der anderen Seite geht es einem auf die Nerven, welch hohle Phrasen in vielen Interviews einfach nur gedroschen werden, und wie aalglatt sich heute viele Jungprofis schon geben.

    zur Aktzeptanz und Integration in eine Mannschaft.
    [...]
    Kinder haben da schon ein sehr gutes Gespür [für unterschiedliches Engagement -- Anm. des Verf.] dafür und reagieren auch.


    Stimmt schon, sie kriegen es ja auch unmittelbar mit, weil sie ja gemeinsam spielen. Aber ich möchte dich nicht dergestelt missverstanden wissen, dass du damit sagen willst, als Trainer solle man das einfach laufen lassen. Wie sagt man so schön: "Kinder können grausam sein." Es bedarf schon der Beobachtung und zumindest gelegentlich auch der Führung des Trainers, um die Mannschaft beisammen zu halten, und insbesondere die Schwächeren zu schützen.


    Ich bin überzeugt, dass jeder Trainer zuerst mal versucht, hier was zu ändern. jeder auf seine Art, wie bei allem halt mal besser mal nicht so gut. aber auch mit langjähriger Erfahrung bin ich hin und wieder an meine Grenze gestossen. erkennt man diese Grenze, muss man halt entsprechend reagieren und es niht immer wieder vergeblich weiterversuchen.


    Ich glaube Kinder sind da viel sensibler, sie erkennen wesentlich schneller wie einer tickt und reagieren entsprechend. der eine lässt sich mitziehen, das andere zeigt Ablehnung.


    Das glaube ich wiederum nicht. Mein Eindruck bisher ist eher der, dass es unterschiedlich sensible oder, besser gesagt, einfühlsame Menschen gibt. Neudeutsch wird dazu ja auch gerne Empathie gesagt, oder von sozialer Intelligenz gesprochen -- letzteren Begriff finde ich übrigens fürchterlich.. Vielleicht entsteht dieser Eindruck aber bei dir, weil es Kindern häufig leichter fällt als Erwachsenen, sich gegenseitig zu verstehen. Erwachsene oder Fast-Erwachsene sind oft schon so weit von der Kindheit entfernt, dass es ihnen schwer fällt, sich in Kinder hinein zu versetzen, die Welt tatsächlich mit den Augen der Kinder zu sehen. Hier sehe ich wiederum einen gewissen Vorteil zumindest eines Teils der Eltern-Trainer (egal ob Mama- oder Papa-Trainer). Aber das nur am Rande, meine Hauptaussage ist, dass ich meine, es gibt einfühlsame und weniger einfühlsame Menschen, sowohl unter Kindern wie auch unter Erwachsenen. Das Alter spielt, wie ich meine, eine geringere Rolle.

    Ich hoffe ja, dass das Thema von den Medien aufgebauscht wird und die Erklärung von Eden Hazard, dass er den Ball, auf den sich der Balljunge gelegt zu haben scheint, treffen wollte und letzteren dabei versehentlich traf, stimmt, dennoch wäre selbst das alles andere als vorbildhaftes Verhalten. Aber lest selbst: http://www.spiegel.de/sport/fu…n-den-bauch-a-879344.html


    Hier ein Bericht des Guardian: http://www.guardian.co.uk/foot…lboy-eden-hazard-sent-off

    Der Hinweis auf die Qualifizierungen kam ja schon. Ich würde das gerne unterstreichen, und würde dir empfehlen, zunächst den Trainer C-Breitenfußball anzustreben. Im Moment hast du dazu vermutlich noch mehr Zeit als später, wenn du berufstätig sein solltest. Die Kosten für die Qualifizierung sollte der Verein übernehmen, er erhält später für jeden lizenzierten Trainer Zuschüsse, die seine Investition recht schnell ausgleichen, insofern stellst du in keiner Weise eine übertriebene Forderung, wenn du den Verein um die Übernahme der Kosten bittest. Neben den Inhalten des Lehrgangs, die für Neulinge sicher hilfreich sind, wird dir die Lizenz vermutlich auch bei der Akzeptanz helfen, sowohl bei anderen Trainern, als auch, und das ist noch viel wichtiger, bei den Eltern. Sie spielen zwar eine immer kleinere Rolle, je älter die Spieler werden, aber bis zur D sind sie noch ziemlich wichtig. Ich denke auch, dass du dir mit dem Lehrgang zum Trainer C-Breitenfußball recht schnell eine solide Basis bilden kannst, um dann selbst darüber reflektieren zu können, was du für sinnvoll und auch für weniger sinnvoll hältst, und weniger davon beeinflusst bist, was alle anderen Trainer halt so machen, wie sie es tun, weil sie es schon immer so gemacht haben... Nein, guenter, früher war nicht alles schlecht, ganz und gar nicht, aber ich finde es nicht verkehrt, wenn neue Impulse rein kommen. An Eingefahrenheit und stetige Wiederholungen des immer wieder Gleichen herrscht im Fußballbetrieb, so wie ich ihn bisher erlebe, hingegen nicht wirklich ein Mangel. ;)

    Ich werde das mal mit meiner D2 (ich meine damit D-Jugendjungjahrgang, also U11) mal ausprobieren. Da die Schlaumeier bestimmt schnell darauf kommen, immer denselben Namen zu nennen, rechne ich damit, die Regel einführen zu müssen, dass ein Spieler niemals einen Spieler anspielen darf, den er bereits angespielt hat. Bei Andres Vorschlag zum Wettkampf zwischen zwei Gruppen, bei der das Team gewinnt, in dem eher jeder am Ball war (bzw. eigentlich sollte der Ball am Ende ja dann zu dem zurück gespielt werden müssen, der den Ball zu Beginn der Übung hatte), wird das ja implizit belohnt, d.h. da könnte man auf diese Regel auch verzichten.

    Ist schon richtig, man kann nicht alle beim Fußball und im Team halten, es wäre auch nicht sinnvoll. Und wenn du, mhdort, den Jungen schon vielfach zu motivieren versucht hast und es nicht fruchtet, ist es auch in Ordnung, diesen Kampf irgendwann für aussichtslos zu erklären. Wenn der Junge weiß, dass Laufen zum Fußball dazu gehört, und es dennoch nicht macht, wenn du ihn dazu einfach nicht bekommst, dann hat es halt keinen Zweck. Und ich kenne das übrigens auch, ich hatte auch mal einen dabei, der ziemlich faul war und auch eher angeeckt ist, immer den Ball haben wollte, ihn dann aber immer verloren hat, nie abgespielt, immer vorne herum gestanden, übergewichtig und eher träge. Die Eltern waren nur schwer zu kriegen, an der Zuverlässigkeit haperte es, klingt eigentlich soweit sehr ähnlich wie bei dir. Aber es gab keinen ehrgeizigen Papa, sondern nur eine Gluckenmama. Damals wie heute hat der Junge einen Freundeskreis, den man als Vorstufe zur Jugend-Gang bezeichnen könnte, auch wenn das bei uns im Ort evtl. deutlich harmloser ist als in den einschlägigen Frankfurter Stadtteilen.. Soweit zur Vorgeschichte. Jedenfalls hat es mit diesem Früchtchen im Training eigentlich halbwegs geklappt, natürlich habe ich mich erst einmal eine Weile verstärkt um ihn kümmern müssen und wohl insgesamt auch mehr als um die anderen Neueinsteiger, die es ja immer mal wieder gab -- typisch waren so einer bis vier neue Spieler pro Saison, wobei davon ja auch nicht alle blieben und es auch immer einen gewissen übrigen Schwund gibt. Letztlich hat er aber dann doch aufgehört, er kam einfach nicht mehr. Auslöser waren wahrscheinlich die Einsätze in Spielen, da habe ich ihn nach der obligatorischen Eingewöhnungszeit, die bei uns üblicherweise zwischen vier und acht Wochen lag (für Quereinsteiger, die von anderen Vereinen kam, war sie auch mal deutlich kürzer), auch eingesetzt, und er war dann halt doch eher überfordert, obwohl ich natürlich versucht hatte, ihn dabei nicht auflaufen zu lassen, d.h. ich habe bewusst versucht, ihn so einzusetzen, dass er am ehesten klar kommen könnte. Da hat er dann wohl selbst gemerkt, wo seine Grenzen liegen, und die Begeisterung reichte dann nicht mehr aus, um die entsprechende Motivation aufzubringen. Und das war dann auch, wie ich finde, OK.


    Der Unterschied zu deiner Situation, mhdort, ist, dass er mir das Mannschaftsgefüge nicht kaputt gemacht hat. Allerdings musste ich mich durchaus anstrengen, um zu erreichen, dass er von den anderen Spielern akzeptiert wird. Beliebt war er nie, das kann man nicht erzwingen, aber sie haben ihn als Mannschaftskameraden angenommen, haben ihn auch angespielt, wenn es sinnvoll war -- da er sich aber kaum frei gelaufen hat, war das tatsächlich nur selten der Fall -- und haben mit ihm während des Spiels auch so kommuniziert, wie mit den anderen Spielern auch. Wenn er gestört hat, haben sie sich aber auch nichts gefallen lassen, sondern sich gleich bemerkbar gemacht, so dass ich dann schnell darauf aufmerksam wurde und einschreiten konnte. So konnte ich ihn im Training eigentlich immer recht schnell einfangen, das ging schon.


    Naja, ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg weiterhin. Wenn du es nicht schaffst, ihm das Stören abzugewöhnen, und das Gespräch mit dem Vater nicht fruchtet, dann musst du dich an deinen Jugendleiter (JL) wenden. Selber raus schmeißen darfst du ihn, soweit ich weiß, nicht, und bevor du ihm nahe legst, das Team zu verlassen, würde ich mir dazu erst einmal der Rückendeckung des JL versichern. Vielleicht hat er ja auch eine andere Idee.

    guenter: Wir sind durchaus recht nahe beieinander. Ich bin nur aus der Ferne noch nicht so ganz davon überzeugt, dass mhdort sich so viel Mühe gemacht hat, wie ich sie mir machen würde. Sicher lässt man sich nicht gerne seine schöne Truppe durch einen Neuling kaputt machen, aber Ab- und Neuzugänge gehören nun mal auch zum Trainer-Dasein dazu, dem kann man sich nicht verschließen, und man kann auch nicht verlangen, nur pflegeleichte Kinder im Team zu haben. Man muss als Trainer halt auch aufpassen, die Spieler und die Mannschaft nicht zu vereinnahmen. Man ist als Trainer eine wichtige Figur, keine Frage, man muss sich aber auch ehrlich sich selbst gegenüber sein und sich der eigenen Emotionen bewusst.


    Du sagst, das Gespräch mit dem Vater sei selbstverständlich. Ich habe aber bisher noch keine Zeile gelesen, die darauf hin deutet, dass ein solches Gespräch bereits stattgefunden hat oder geplant ist -- ich lasse mich wirklich ungeheuer gerne eines besseren belehren. Das ist, wie ich finde, der erste Schritt, und dann sieht man weiter. Solange ist der Junge erst einmal ja noch im Training, da muss man gucken, wie man dort am besten mit der Situation umgeht. Und da halte ich es für sinnvoll, wenn man versucht, heraus zu finden, warum er sich so verhält, wie er es tut. Dabei soll nicht die ganze Stunde drauf gehen, Fußballtraining ist keine Gruppentherapie. Aber man könnte als Trainer mal ein bisschen mehr als sonst auf diesen Jungen eingehen, ein bisschen mehr auf ihn als auf die anderen achten. Nicht nur auf ihn, aber halt ein bisschen mehr.

    Was das Mitspielen des Trainers anbelangt, so bin ich da anderer Ansicht als die Herren in deinem Lehrgang. Natürlich ist man Trainer und nicht Spieler, aber gerade im Kinderbereich kann man, so meine Erfahrung, ein paar Sachen viel effektiver rüber bringen, wenn man auch mal selbst mit macht. Natürlich muss man sich dann dem Niveau der Truppe anpassen, es geht sicher nicht darum, den Kindern zu zeigen, wie viel besser man es als sie kann... Und in der Situation, dass man einen Spieler hat, der halt so gar nicht macht, was er soll, so kann man ihn dadurch als (einziger) Team-Kollege direkt so animieren, wie man es sich vielleicht ab und zu von den anderen Kindern wünscht.


    Er ist also übergewichtig, OK. Wenn er dann tatsächlich so langsam ist, dann kann ich durchaus verstehen, dass er nicht kämpft, wenn es ja tatsächlich keinen Sinn hat. Wozu auch, eine verlorene Schlacht zu schlagen ist doch Quatsch, da muss man sich doch wirklich nicht weiter selbst bestrafen. Vielleicht ließe sich das 1:1 ja ein bisschen vereinfachen, so dass es sich für ihn tatsächlich lohnt, sich zu bewegen... Hmm... Du musst ihn irgendwie dafür loben, dass er sich bewegt, wenn er es tut, und sei es am Anfang auch nur ein bisschen. Darauf könntest du dann aufbauen. Sicher wird er nicht der Allerschnellste werden, vor allem nicht, wenn er nicht abnimmt, aber allgemein gilt, dass der Bewegungsmangel vom Übergewicht kommt und nicht umgekehrt -- dicke Kinder bewegen sich weniger, weil es anstrengend ist und sie trotz Anstrengung nicht mit halten können. Sie können sich aber sehr wohl bewegen, wenn sie entsprechend dazu animiert werden. Und das heißt in diesem Alter, dass unbedingt Anerkennung dabei sein muss, wenn sie der Aufforderung, sich zu bewegen, nachkommen.


    Ich hatte übrigens im letzten Jahr auch einen übergewichtigen, lauffaulen Spieler im Team, der sich mit der Eingliederung auch eher etwas schwer tat. Ältere E-Jugend, das ist noch ein bisschen anders als in der F, da kann man auch mal ein bisschen deutlicher werden. Aber auch da war es wichtig, dann immer noch die Anerkennung auszusprechen und Mut zu machen. Denn die meisten Kinder, die ich bisher erlebt habe, sind doch recht sensibel..

    guenter: Darüber, dass der Vater des Jungen das Hauptproblem darstellt, sind wir uns, glaube ich, alle einig. Deshalb rate ich ja auch so sehr zum Gespräch mit ihm, wenn es das nicht gibt, wird es nie Ruhe geben, bis er fort ist. Aber eben diesem Gespräch muss sich, so meine Meinung, mhdort stellen, auch wenn es Überwindung kostet. Was ich sehr gut verstehen kann bzw. könnte, wenn ich mit dieser Mutmaßung richtig liege.


    Den Trainingsrückstand kann man meinetwegen ansprechen, aber er ist hier doch nicht das eigentliche Problem. Das liegt doch darin, dass der Junge sich nicht integriert, scheinbar zumindest weniger Spaß am Fußball hat, als die anderen, und sich mit den anderen Spielern nicht versteht. Das gilt es doch anzugehen. Die Frage, welche Einsatzpolitik genau verfolgt wird, ist doch nachrangig, erst einmal geht es darum, dass die Gruppe eine Gruppe bleibt. Als allgemeinem Menschenfreund gefiele es mir dabei natürlich am besten, wenn man auch den fäulnisgefährdeten Apfel noch hin bekommt. Daher die Vorschläge.


    Und auch, wenn du mit deiner Prognose, er werde spätestens in der D mit dem Fußball aufhören, Recht haben mögest, so kennen doch viele Trainer auch Beispiele, die erst in der E oder in der D aufgeblüht sind. Wer kann das schon aus der Ferne einschätzen, insbesondere, wenn wir hier nur so ein bisschen über den konkreten Fall lesen können?

    aber deine Frage wie er sich bei 2:2 oder 3:3 verhält muss ich leider auch mit passiv beantworten. 1:1 geht noch halbwegs aber alles mehr ist dann wieder zuviel.Da will natürlich keiner mit ihm im Team sein! Ich denke beim 1:1 zieht halt das einzige was ihn interessiert-der mögliche Torabschluss,wenn er den Ball verliert gibt er auch sofort auf und setzt nicht nach.


    Wie reagierst du, wenn er sofort aufgibt und nicht nachsetzt? Hast du selbst mal mit gemacht und im 1:1 gegen ihn oder in einem Zweier-Team mit ihm zusammen gespielt? Probiere das doch mal, und stelle die Regel auf, dass jeder Spieler den Ball gehabt haben muss, bevor ein Tor geschossen werden darf. Lass ihn auch mal auf Eurer Grundlinie mit dem Ball anfangen, Gegner dürfen erst über die Mittellinie kommen, wenn der Ball im Feld ist. Was macht er dann?
    Die Frage ist doch: warum setzt er nicht nach, sondern gibt gleich auf? Mag ja sein, dass er die Ausnahme ist, aber in den meisten Fällen, die ich kenne, machen die Kinder das nicht, weil sie es sich nicht zutrauen. So nach dem Motto: "Schaffe ich ja sowieso nicht, muss ich gar nicht erst probieren, es geht ja eh nur in die Hose. Und dann lacht mich am Ende noch einer aus, nee, muss nicht sein." Das meinte ich vorhin mit dem Selbstbewusstsein und dem Selbstvertrauen, dass es deine wichtigste Aufgabe ist, dieses bei deinen Spielern zu fördern. Gerade wenn er einen so schwierigen Charakter zum Papa hat, könnte es sein, dass in dem Kerlchen einige innere Konflikte stecken...

    Mittlerweile komme ich mehr und mehr zu der Erkenntnis dass dieser Junge keinen Spass am Fussball hat sondern nur am Toreschiessen!


    Nun, von der Sorte gibt es jede Menge.


    Wenn einer in der Halle nur vor dem gegnerischen Tor steht und überhaupt nicht mitspielt muss das so sein! Vielleicht soltle ich mal abseits einführen :D


    Ist humorvoll gemeint, ich weiß, aber ich bin mir echt nicht sicher, ob du dem Jungen nicht unrecht tust, indem du aus seinem Verhalten gleich wieder einen negativen Schluss ziehst. Deine Idee, das Abseits einzuführen, ist übrigens aber gar nicht mal so doof, in der Tat sind Provokationsregeln ein probates Mittel, um das Verhalten, das wir Trainer sehen wollen, zu belohnen, und Verhalten, das wir nicht sehen möchten, eben nicht zu belohnen. Dabei wäre Abseits allerdings vermutlich nicht die beste Wahl. Ich würde eher ausprobieren, dass Tore doppelt zählen, wenn ein Abwehrspieler noch in der Hälfte der Angreifer war, als das Tor fiel. Und es wird auch (oder nochmals) verdoppelt, wenn alle Feldspieler der angreifenden Mannschaft in der gegnerischen Hälfte waren.
    Außerdem kann ich nur empfehlen, in kleinen oder Kleinstgruppen spielen zu lassen. Ich habe mal mit einem 1:1-Turnier angefangen, dann daraus Zweier-Teams (Erster zusammen mit Letztem, Zweiter mit Vorletztem, etc.) gebildet und ein 2:2-Turnier gemacht, dann daraus Vierermannschaften gebildet und mit einem 4:4-Turnier das Ende des Trainings bestritten. Und im 4:4 mit den o.g. Verdopplungsregeln.

    eigentlich kann ich schimanski voll und ganz zustimmen................ auch wenns nicht kifu-konform zu seien scheint.


    Als ich anfing, seinen Beitrag zu lesen, dachte ich das zunächst auch. Ich muss sagen, ich war sogar irritiert. Liest man ihn aber zu Ende, so merkt man, dass Schimmi sich tatsächlich nicht geändert hat und weiterhin zum wertvollsten zählt, das dieses Forum aktuell zu bieten hat. Meiner Meinung nach zumindest.