Beiträge von tobn

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    Passiert sowas Darmstadt und co, dann redet man nur den SPieltag darüber. Danach ist es vorbei.

    Bin voll bei dir, aber Darmstadt ist vielleicht nicht das allergeeignetste Beispiel. Ich war hier im Stadion, als sie gegen die Eintracht gewannen -- insofern nicht unverdient, weil die Gastgeber einfach nicht durch die Verteidigung der Lilien hindurch kamen und eben im Angriff zu statisch und uninspiriert agierten. Aber das Gebahren einiger Darmstädter Spieler auf dem Platz war schon ziemlich unappetitlich. Bereits in den ersten fünf Minuten konnte man von den Rängen aus die Strategie erkennen: In Strafraumnähe kommen und dann einen Freistoß schinden. Echt wahr, gefühlt die halbe Spielzeit lag da irgendein Lilienspieler wieder irgendwo auf dem Boden rum. Das fiel sogar meiner aus Darmstadt stammenden und daher eher den 98ern gewogenen Schwiegermutter auf. Und auch sie stellte am nächsten Tag fest, dass viele Berichterstatter offenbar ein anderes Spiel gesehen hatten als wir...


    Ansonsten muss man zu Robben nicht mehr viel sagen, oder? Ich fand Verbeeks Äußerung großartig. Von mir aus mag der Elfer im Spiel gegen Bochum gerechtfertigt gewesen sein, dass es den vielbeschworenen Kontakt gab ist jedenfalls unstrittig. Aber die Situation wirklich einzuschätzen traue ich mir nicht zu, und leider trägt dazu die Theatralik von Robben nicht unerheblich bei. Sehr schwierig für den Schiri... Aber wenn er auf Foul entscheidet, dann ist das im Strafraum natürlich ein Elfer und in der fraglichen Situation ist dann die rote Karte auch in Ordnung.


    Bei dem Spiel war es doch recht schnell klar, wie die Sache laufen wird. Zwar haben die Bochumer sich nach Kräften gewehrt und hatten ja in den ersten paar Minuten ja sogar die Möglichkeit zum Lucky Punch. Ich fand es sogar interessant, wie schwer sich einige Bayern-Spieler mit dem Gegner taten, bzw. wie viele von ihnen in der ersten Halbzeit ihre Mühe hatten. Aber es war auch klar, dass die Bochumer spätestens zur Mitte der zweiten Halbzeit einbrechen würden und die Bayern wenn nicht dann, so doch spätestens in der Verlängerung dann doch ihren Gegner auseinander nehmen würden. So kam es dann ja auch. Und das wäre es auch ohne die rote Karte und den (nicht verwandelten) Elfmeter. Dazu war diese Begegnung einfach zu ungleich, also die Bayern zu stark und Bochum zu schwach. Da kann selbst der Zufall, der in diesem Sport ja eine ungewöhnlich großen Einfluss hat, nur wenig ausrichten. So hat die bessere Mannschaft gewonnen -- dagegen ist ja an und für sich nichts einzuwenden.

    @CokeFreak, ich schließe mich denen an, die dir sagten, dass du genug getan hast und es nun in Ordnung lassen sein solltest. Was die Aufnahme von Eiweiß und anderen Nachrungsbestandteilen anbelangt, so ist die Forschung durchaus nicht ganz so einheitlicher Meinung wie viele glauben. Die Ernährungspyramide ist sowohl in ihrer Form als auch in ihrer Aussagekraft nicht unumstritten. Was Eiweiß konkret anbelangt, so bezweifeln einige Leute, dass der Mensch diese überhaupt aus der Milch aufnehmen kann. Geoff Bond behauptet sogar, dass Milch dem Körper Kalzium entzieht und dass Milch (außer Muttermilch im Säuglingsalter) für den menschlichen Organismus eher ein Gift darstellt als ein positiv wirkendes Nahrungsmittel.


    Ich möchte hier sicher keine Diskussion darüber eröffnen, welche Ernährung im Detail besser oder schlechter ist, und klar dürfte sein, dass der übermäßige Konsum von insbesondere Zucker in all seinen Darreichungsformen keine gute Idee ist. Und sicherlich gilt der erste Satz der Thermodynamik, den @Follkao mit der Nennung der Kalorienbilanz nennt, auch bei uns, aber heute bezweifeln durchaus einige Ernährungsexperten, ob jetzt anerkannt oder selbsternannt sei mal dahingestellt, dass man alle im Labor ermittelten Kalorien gleichsetzen kann. Wird vielfach z.B. der Verzehr von Fett noch stigmatisiert, so gibt es mit der Keto-"Bewegung" eine ganze Gruppe von Personen, die gezielt viel Fett und nur sehr geringe Mengen an Kohlehydraten zu sich nehmen. Es gibt durchaus auch Leistungssportler, die sich so ernähren.


    Ich möchte hier niemanden zu einer Low-Carb- oder Keto-Ernährung bekehren, ich selbst ernähre mich auch nicht so, zumindest nicht durchgängig, sondern nur ansatzweise. Das Thema ist aber hochinteressant und sehr vielschichtig, und wesentlich komplexer als die einfachen Formeln, die zumindest mir mal in der Schule vermittelt wurden. Ich denke, dass man heutzutage aber auch viel mehr über den Stoffwechsel von Säugetieren und speziell dem Menschen weiß als noch vor zwanzig Jahren.

    Meine Beobachtungen in dieser Hallendsaison waren eher positiv. Bei den 06ern (also junge E) war es in beiden Turnieren sehr friedlich, nur ein Spiel im zweiten Turnier drohte zu kippen, weil es ein paar Spieler mit dem Einsatz übertrieben und der Schiri (den ein jeweils dritter, auch an dem Turnier beteiligter Verein, stellte) nicht rechtzeitig einschritt. Nachdem es von den Zuschauerrängen aber ein bisschen lauter grummelte, beruhigte sich die Partie wieder. Beim vorgestrigen Turnier meines Sohnes (C-Jugend), das vom Niveau her der oberen Mittelklasse entsprach (es nahmen z.B. zwei Verbandsligisten teil, das ist eine Stufe unter der Landes-, also Hessenliga), hatten sich alle Zuschauer und auch die meisten Trainer sehr gut im Griff. Bei den Spielern gab es ab und an mal ein kleineres Scharmützel oder Wortgefecht, aber nichts Wildes. Nur ein Trainerpaar gab die schwarzen Schafe. Sie hatten sich wohl mehr erhofft, verloren aber die ersten Spiele, teilweise auch ein wenig unglücklich. Da verhielten sich die Trainer noch recht zivilisiert, im Viertelfinale dann brüllten sie aber zu zweit permanent auf ihre Spieler ein, forderten "DRUCK!!", gaben ständig Anweisungen, wiesen sie zurecht, stauchten sie an und falteten sie zusammen. Fast schon skuril war dann die Situation, als einer von ihnen einen seiner Spieler, der gerade ein Foul in Form eines ziemlich heftigen Einsteigens begangen hatte, anschrie: "RUHIG!" Wie war doch gleich der Spruch mit dem Esel und dem Langohr? Das war dann ürbigens auch das einzige Spiel, in dem es dann zu einer richtig ärgerlichen und völlig überflüssigen Verletzung kam, als nämlich in der letzten Spielminute beim Stand von 2:0 für die Mannschaft der Brülltrainer einer ihrer Spieler mit den Schienbeinen voll in den gegnerischen Torhüter hineinrutschte.

    Ich nehme grundsätzlich auch gerne Stangen statt Hütchen für einige Dribbling-Aufgaben, speziell wenn ein Gegenspieler simuliert werden soll, der sich im echten Leben ja auch noch ein ganzes Stück vom Boden aus in die Höhe fortsetzt.. Nun sind aber Stangen deutlich teurer als Hütchen und von daher in den meisten Vereinen nur in viel geringerer Anzahl vorhanden, und außerdem sind sie in größerer Zahl auch nicht so leicht zu tragen. Man stelle sich z.B. vor, wie lange eine Person dann damit beschäftigt ist, einen vierstufigen Tannenbaum à la Peter Schreiner mit Stangen aufzubauen...

    Ich komme leider erst ziemlich spät zu dieser Party. Frohes Neues in die Runde, übrigens. Eine sehr interessante Diskussion, die meiner Meinung nach mal wieder zeigt, wie vielschichtig und diffizil die "richtige" Vorgehensweise doch ist. Als mein Sohn (2001er) damals im ersten D-Jugendjahr war und ich sein Team noch gemeinsam mit einem jüngeren Kollegen trainierte, kam letzterer eines Tages mit dem Vorschlag an, wir sollten das Team doch Pressing spielen lassen, denn wenn man ganz vorne den Ball erobere, dann könne man ja viele Tore schießen. Meiner Einschätzung nach war das Team damals noch nicht soweit. Es war eine ganz gute Mannschaft, oberes Breitensportniveau. Aber wenn man gegen bessere Gegner spielt, dann ist es nicht sonderlich sinnvoll, wenn die Stürmer ständig volle hucke drauf gehen, ohne dass hinter ihnen der Rest der Mannschaft entsprechend mit macht, also die Räume schließt und/oder die Passwege dicht macht. Tatsächlich bin ich sogar der Meinung, dass der auf den Ball konzentrierte Stürmer aus dem Mittelfeld das Kommando bekommen sollte, wann er denn drauf gehen sollte, weil eben hinter ihm der Rest bereit steht. Außerdem muss der Stürmer ja eigentlich auch mit der Art und Weise, wie er anläuft, den Gegner lenken, also z.B. so im Bogen anlaufen, dass der Querpass zum anderen IV nicht möglich ist -- die andere Variante wäre selbstverständlich auch möglich, also dass der Passweg auf den AV oder den MA versperrt wird und so der eigene ballnahe MA die Halbposition besetzt. Aber ich gehe schon zu sehr ins Detail..


    Es gibt sicher Kinder, in deren Natur es liegt, drauf zu gehen. Es gibt aber, zumindest in den Vereinen, die sich aus ihrer unmittelbaren Umgebung rekrutieren und in deren Kader sich alle möglichen Talentstufen tummeln, aber auch jede Menge Kids, denen das überhaupt nicht eigen ist. Da ist es dann in den Kinderfußballjahren vielmehr so, dass sie teilweise komplett auf Zuschauer schalten und sich fast schon völlig passiv verhalten, wenn der Ball mehr als acht bis zwölf Meter weg ist. Und wenn man als Abwehrspieler überwunden ist, dann sieht man anschließend zu, was anschließend dann so passiert. Hat ein gegnerischer Defensivspieler den Ball, so unternehmen zwar ca. 50% der eigenen Offensivspieler den Versuch, sich den Ball zu holen, kommt es aber nicht zum Zweikampf, weil der gegnerische Verteidiger den Ball hat nach vorne spielen können, bevor der eigene Stürmer ihn erreichte, so stellt dieser häufig die Bewegung unmittelbar ein und bewegt sich anschließend nur noch gehend nach hinten.


    So sieht das aktuell bei meinen E-Junioren des jungen Jahrgangs überwiegend aus. Und auch, wenn ich von der Philosophie her mit die, @Schimanski, unheimlich gut übereinstimme, so sehe ich mich derzeit doch gezwungen, meine Spieler sehr deutlich auf die Notwendigkeit hinzuweisen, den Gegner möglichst oft und möglichst intensiv unter Druck zu setzen. Denn von sich aus machen das zu viele unserer Spieler einfach viel zu wenig.


    Gut, dass inzwischen übrigens jemandem aufgefallen ist, dass die Teams aus dem Video wahrscheinlich schon ein halbes Jahr 9:9 spielen, weil sie, wenn sie E-Jugendaltjahrgang sein sollten, im Spielbetrieb in die Spielklasse für um ein Jahr ältere Teams gemeldet werden. Ich selbst bin allerdings der selben Meinung wie Horst Wein und ' Dirk Coerverfan', dass das 9:9 in der D-Jugend zu früh kommt, dass eben aber auch bereits zu früh im 7:7 gespielt wird -- bei uns ja schon bei den Bambini. So, wie der offizielle Spielbetrieb aber ist, und unter der Prämisse, dass die NLZ-Teams sich nun mal in ihn eingliedern müssen, bleibt ihnen eigentlich gar nichts anderes übrig, als ihre Teams "ein Jahr älter zu melden". Sonst sind sie völlig unterfordert. Auch so spielen sie ja meistens ganz vorne mit bzw. machen die Meisterschaft oft untereinander aus.

    Ich würde meinen, dass das einfach durch die Übung und die Erfolgserlebnisse von selbst kommt, es aber auch einfach nicht zu ändernde Unterschiede zwischen verschiedenen Spielern gibt -- ich habe früher, also als Kind immer, wirklich immer direkt auf den Torwart geschossen. Oder ganz vorbei. Ich war einfach zu nervös, wollte es besonders richtig machen. Ob man das im Kinder- und Jugendalter abtrainieren kann, weiß ich nicht. Später hat es sich bei mir im Zuge der Persönlichkeitsbildung von selbst gegeben.


    Aber falls du ein Patentrezept finden solltest, dann dürftest du ein gemachter Mann werden, denn ich kenne da jede Menge Proficlubs und auch einzelne Stürmer, die nur zu gerne ihre Misserfolgssträhne beim Torerfolg rasch beenden würden.. :P

    Was interessiert dich denn daran? Ganz allgemein ist jede Qualifizierungsmaßnahme sinnvoller als keine, und die DFB-Kurzschulungen sind auf keinen Fall ein Fehler. Allerdings auch nicht viel mehr als eine klitzekleine Einführung, aber für Neulinge auf jeden Fall hochgradig sinnvoll.

    Ja, es ist tatsächlich recht interessant, wenn auch ganz sicher nicht als Trainerhandbuch geeignet und daher eine Ergänzung. Es ist ja letztlich eine Sammlung von mal mehr, mal weniger offensichtlichen, nützlichen und sinnvollen Verhaltenweisen beim Fußball. Wichtig dabei finde ich allerdings, dass man sich auch hier stets der Situation bewusst wird, um die es geht. Denn jede Verhaltensweise ist nur in bestimmten Situationen sinnvoll, und außerdem gilt ja weiterhin: keine Regel ohne Ausnahme. Es kann auch mal sein, dass der Trainer etwas bewusst anders oder unorthodox macht, um einen gewissen Effekt zu erzielen.


    Etwas amüsant finde ich, dass man dem Werk anmerkt, dass es aus dem Amerikanischen übersetzt wurde, und zwar offenbar recht nahe am Original, so dass einige Formulierungen für deutsche Ohren etwas ungewohnt sind. Man versteht aber eigentlich stets, was gemeint ist. Und wir haben es hier ja auch sicher nicht mit einem Werk der Hochliteratur zu tun.

    Ich pflichte @Karotte bei. Was soll das ganze Gerede um die Altersklassen und die Liga usw., wenn es doch vor allem darum gehen muss, dass deinem Sohn der Fußball Spaß macht. Ihm, nicht dir. Normalerweise sollte er als 2003er noch in der D-Jugend spielen, dass er in der C-Jugend ist, ist nicht unbedingt gutzuheißen, denn da gehört er eigentlich nur hin, wenn er in der D-Jugend deutlich unterfordert wäre. Ich könnte es verstehen, wenn du stolz darüber wärst, dass er als 2003er schon in der C-Jugend ist, die Frage ist aber doch tatsächlich, wo er sich individuell am besten entwickeln kann, und zwar aufbauend auf dem Niveau, das er jetzt hat.


    Ansonsten können wir von hier aus überhaupt nicht beurteilen, wie bei Euch die verschiedenen Mannschaften aussehen, wie da so aufgestellt und agiert wird, was Trainingsinhalte sind und wie gespielt wird. Nur Buchstaben und Zahlen sagen da kaum etwas aus, so dass wir hier, zumindest meiner Meinung nach, so gar keine Empfehlung dazu abgeben können, in welcher Mannschaft, von C1 bis D4, dein Sohn bei Euch spielen sollte.

    Wenn man zwei hintere Spieler hat, stehen die sich im Spielaufbau ja eher im Weg, zumindest dann, wenn sie gleichzeitig so stehen, dass sie gegen gegnerische Angriffe durch die ja besonders gefährdete Mitte absichern. Um das zu tun, dürfen sie ja nicht zu weit auseinander stehen. Dann ist aber der Pass zum Nebenmann, wenn man unter Druck gerät, oft keine gute Idee, weil der ja dann auch gleich unter Druck gerät, denn bei nur wenigen Metern Abstand ist der Gegner fast genauso schnell da wie der Ball...


    Eigentlich müssten die beiden hinteren Spieler im 2-3-1 im Spielaufbau eher breit stehen, also ca. so weit auseinander sein wie der eigene Strafraum breit ist. Dann kann man den Ball sinnvoll hin- und herlaufen lassen und den freien Passweg nach vorne suchen oder auch in den sich vielleicht öffnenden Raum vorstoßen. Ein abgefangener Pass durch das Zentrum ist aber tödlich..


    Andererseits gefällt mir persönlich am 2-3-1, dass man defensiv den zentralen und die beiden hinteren Spieler ganz gut zu einem Dreieck machen kann, wie es später Sechser und Innenverteidiger sind, die gemeinsam das Zentrum gut schileßen und den gegnerischen Angriff nach außen lenken können. Das ist im 1-3-2 schwieriger, da dürfte der hinterste Spieler viel häufiger alleine den gegnerischen Angriff erst einmal abfangen oder abbremsen müssen, zumindest in "normalen" Mannschaften.. Daher ist es da eigentlich von besonderer Bedeutung, dass die komplette Mittelfeldreihe schnell in die Defensive umschaltet, sollten sie nach Ballverlust vor dem Ball sein, oder aber, wenn sie zu dem Zeitpunkt noch hinter dem Ball sind, diesen rasch wiedergewinnt, also quasi schon ein wenn auch wahrscheinlich ziemlich unabgestimmtes und eher wildes Gegenpressing spielt.


    Nachtrag: Was das 1:1 des hintersten Spielers anbelangt, so ist das natürlich so eine Sache. Besonders schlau ist es ja meistens nicht, wenn sich dieser ohne Not auf einen Zweikampf einlässt. Wenn er nicht in unmittelbarer Nähe steht, ist ja zumindest der Torhüter eine Rückpassoption, und eigentlich sollten sich die anderen Spieler ja auch entsprechend anbieten, so dass er eine sicherere Option als das 1:1 hat, das ja spektakulär in die Hose gehen kann. Ich halte zwar auch nichts davon, dass den hinten spielenden Spielern jegliches Dribbling und jeder Zweikampf verboten wird, aber es ist ja schon so, dass das Risiko des Gegentores bei Ballverlust mit abnehmender Entfernung zum eigenen Tor ansteigt, und dass sich Spieler, die das verstanden haben, auch entsprechend verhalten.. Bei aller Begeisterung für technisch gute und selbstbewusste Spieler: wollen wir nicht auch diese Ausprägung der Spielintelligenz fördern?

    Das 1-3-2 bei eigenem Ballbesitz finde ich sehr interessant und eigentlich auch sehr attraktiv. Bei jüngeren oder nur normal starken bzw. guten Mannschaften wird aber, so meine Befürchtung, der hinterste Spieler schnell zum eindimensionalen Ausputzer. Spielaufbau im eigentlichen Sinne findet bei solchen Mannschaften bis in die E-Jugend hinein noch kaum statt, alleine schon deshalb, weil die Kids überhaupt nicht auf die Idee kommen, auch mal zur Seite oder gar nach hinten zu schauen, ob es da vielleicht bessere Optionen gibt als der Weg geradeaus zum Tor oder, wenn der verstellt ist, nach vorne außen..


    Mal sehen, ob ich meine Kids ein bisschen in die RIchtung bekomme.. Bisher lasse ich sie im 2-3-1 oder 2-1-2-1 spielen, bei eigenem Ballbesitz ist da die Koordination der zwei hinteren Spieler nicht ganz so einfach, denn man möchte ja nicht, dass zwei Spieler hinten mehr oder weniger untätig vergammeln, während man vorne oft in Unterzahl ist. Andererseits sollte ein Spieler zur Absicherung und zumindest theoretisch für den sicheren Rückpass oder sogar die Spielverlagerung ja schon etwas tiefer bleiben. Wenn dafür zwei Spieler in Frage kommen, müssen sie sich folglich abstimmen. Das ist für viele meiner E-Junioren des jungen Jahrgangs durchaus noch eine Herausforderung..

    Natürlich spricht er nur das aus, was viele denken. Was viele aber völlig zu Unrecht und aufgrund von Vorurteilen denken. Im völlig männerdominierten Fußball, der dazu noch für viele Protagonisten als Ersatz für archaische Triebe herhalten darf, ist das aber auch kein Wunder. Das ist auch eines, aber auch nur eines der Probleme in der ganzen Gender-Thematik, die ich übrigens sehr ernst nehme. Aber das ist mal ein richtig dickes Brett... Dagegen ist schlecht laufender KiFu wahrlich Pippifax...

    Ich stoße in das selbe Horn wie @Follkao. Ich habe an der Umfrage teilgenommen, habe mich dabei aber nicht ganz verstanden gefühlt, weil ich zwar sehr wohl Regeln vorgebe und auch auf deren Einhaltung beharre, dabei aber keinen Strafenkatalog an sich habe, also eine feste Liste von x Vergehen, die dann zu Strafe y führen. Es gibt gewisse Konsequenzen, die ich kommuniziere, also z.B. dass Spieler, die häufiger vom Training abwesend sind nicht zu Spielen eingeladen werden oder nicht in der Startsieben stehen. Das sind aber weniger Strafen als vielmehr der Fairness geschuldete Regeln. Einzelne Vorkommnisse führen schon zu unmittelbaren Strafen à la fortgeschossenen Ball holen müssen, ein paar Liegestützen oder auch einer kurzen Auszeit, aber da geht es einfach ums Benehmen und das friedliche und freundschaftliche Miteinander, dafür gibt es keinen Katalog, sondern ich regle das spontan, wenn auch hoffentlich mit einer gewissen Verlässlichkeit.

    Wie schon gesagt ist der springende Punkt die Athletik, das wird es nur wenigen Frauen erlauben, im ganz hohen Männerbereich zu pfeifen.

    Das glaube ich nicht. So hoch sind die Anforderungen an die Schiedsrichter, was die Athletik anbelangt, ja nun doch nicht. Sie sind vielmehr ungleich geringer als diejenigen an die Spieler. Natürlich muss man überdurchschnittlich fit sein, aber die sportlichen Voraussetzungen für den Schiedsrichtereinsatz würden IMHO sehr viele Frauen erreichen können. Man schaue sich einfach nur mal bei einem x-beliebigen Marathon oder Halbmarathon um, da gibt es mehr als genug entsprechende Frauen.


    Dazu kommt eben, dass es wesentlich weniger Mädchen und Frauen gibt, die im Fußball aktiv sind, was dazu führt, dass es weniger Spielerinnen und eben auch Schiedsrichterinnen gibt, die höchstes Niveau erreichen.

    Das ist meiner Meinung nach der entscheidende Punkt. In meiner bisherigen Laaufbahn als Trainer sind mir nur zwei Kolleginnen begegnet, aber sicher weit über hundert Trainer. An meinem C-Lizenzlehrgang nahm keine Frau teil, auch in den paar anderen Abschlussfotos aus unserer Region, die ich bisher gesehen habe, war keine zu finden. Auch der Anteil an Mädchen in Kindermannschaften ist in dem Bereich, den ich überblicken kann, sehr gering, sie fallen auch immer auf und bleiben leider Exoten. Die meisten Trainer und Schiedsrichter sind aber nun mal ehemalige Spieler. Und wenn es davon nur so wenige weibliche gibt, dann entsteht daraus eben auch nur eine entsprechend kleine Zahl an Ausbildern und Unparteiischen. Wenn man annimmt, dass ein ähnlicher Anteil von ihnen das Zeug zu einem richtig guten Schiedsrichter hat wie bei den Männern, dann sollte es nicht verwundern, wenn auf zwanzig gute männliche Schiedsrichter 'nur' eine ebenso gute Schiedsrichterin kommt -- dieses Zahlenverhältnis ist übrigens von mir frei aus der Luft gegriffen, ich kenne die entsprechenden Statistiken nicht.

    Das einzige was noch etwas aufgefallen ist, dass die Jungs auf den Offensiven Außenbahnen auch in der Defensive eher hoch standen. Ob das ein taktisches Mittel des Trainers oder einfach nur "faule" Spieler waren lässt sich ohne mutzumaßen nicht sagen.

    Wurden sie denn gebraucht, um etwaige Gegentore zu verhindern oder torgefährliche Situationen zu entschärfen? Wenn die drei defensiver postierten Feldspieler und den Torhüter alles selbst geregelt bekommen, besteht für die anderen drei ja kein besonderer Grund, sich auch nach hinten zu bewegen..


    Darin sehe ich übrigens eine Gefahr für die Breitensportteams, wo ja auch bereits bei den Bambini Spieler gerne nach ihren aktuellen Fähigkeiten aufgestellt werden, also die torgefährlichen nach vorne und hinten der technisch deutlich weniger beschlagene, dafür aber schnelle, furcht- und kompromisslose Ausputzer, der im Optimalfall noch eine ganz gute Antizipation hat, wobei sie in den ersten paar Kinderjahrgängen noch nicht ganz so wichtig ist. Ich habe es inzwischen schon öfters erlebt, dass sowas zur Folge hat, dass sich der Rest der Mannschaft in der Defensive so ziemlich auf diesen Ausputzer verlässt, gerade die Stürmer, die am liebsten Tore schießen, auf mühevolle Drecksarbeit aber wenig Lust haben, bleiben dann ganz gerne in der gegnerischen Hälfte stehen, um erst dann wieder hektisch zu rufen oder zu winken, wenn die eigene Mannschaft den Ball erobert hat oder sich dieser beim Torwart befindet.. Umgekehrt entwickeln sich die Ausputzer technisch kaum weiter, sie werden ja auch oft dafür gelobt, dass sie den Angriff unterbinden, auch wenn sie das immer mit einem Befreiungsschlag, gerne auch ins Seitenaus, tun. In der E-Jugend bekommen solche Teams dann deutliche Schwierigkeiten, weil es genügend Teams gibt, die inzwischen besser und mit mehreren Spielern angreifen, so dass die Erfolgsquote des Ausputzers dramatisch fällt. Da ihm aber die Helfer fehlen, hagelt es massig Gegentore. Ich habe selbst so eine Truppe und muss gerade sehr viel Energie in das Umschaltverhalten von Offensive auf Defensive investieren...


    Bei Euch und den Bayern dürfte das kein Problem sein. Man muss sich auch dessen bewusst bleiben, dass 2008er aktuell ja noch junge F-Junioren sind. Da darf man nicht zu viel taktisches Verständnis erwarten. Dennoch würde mich auch interessieren, ob hier z.B. die offensiven Außenspieler der Bayern grundsätzlich nur eingeschränkt nach hinten arbeiten, und das auch noch in zwei Jahren so ähnlich aussehen wird. Oder ob das im Moment noch so ist, sie in einem halben Jahr aber bereits in dieser Hinsicht mehr Engagement zeigen werden.

    Im wörtlichen Sinne hast du mit der Beschreibung des/der Libero/Libera sicher recht.

    Auch historisch hat er recht, denn als der Libero als Neuerung eingeführt wurde, herrschte die Manndeckung ja vor, der Libero kam dann als weiterer Defensivspieler hinzu, um Überzahl der Verteidiger herzustellen. Wenn ich die mir bekannte Literatur über die Entwicklung der Fußballtaktik richtig verstehe, wurde damals mannschaftstaktisch noch sehr starr und inflexibel operiert, außerdem gab es Offensiv- und Defensivspezialisten, die das jeweils andere Metier oft nur recht ungenügend beherrschten.


    Seine Bedeutung als letzter Feldspieler ging jedoch mit der Einführung des Abseits ein wenig verloren.

    Da liegst du, glaube ich, ein wenig daneben, denn die Abseitsregel ist so alt wie das Fußballspiel selbst. Sie stammt noch aus dem Rugby, aus dem der Fußball entstand. Und zu Beginn war sie auch genauso formuliert: man durfte überhaupt keine Pässe nach vorne, sondern höchstens auf der gleichen Höhe spielen. Deshalb gab es ja in den ersten taktischen Aufstellungen im Fußball im 19. Jahrhundert auch noch acht Stürmer und nur zwei reine Verteidiger.


    Man würde das ballorientierte Spiel falsch interpretieren, wenn man es rein statisch betrachtet, in dem einzelne Spieler in ihrer Gruppe auf einer Linie reagieren, sobald der Ball in ihre Nähe gelangt. Auch im ballorientierten Spiel bilden sich häufig genug Pärchen. Allerdings ist die Interpretation wo welche Räume besetzt oder freigelassen werden unterschiedlich und in Taktik bzw. Spielphilosophie gebündelt.

    Richtig. Leider fehlte mir in den Neunzigern noch die Kompetenz, aber auch das Interesse, um mir die damaligen Fußballspiele auch unter taktischen Gesichtspunkten anzusehen. Die Evolution des ballorientierten Spiels würde mich durchaus interessieren. Man merkt aber auch in den letzten zehn Jahren, in diesem Zeitraum habe ich eigene Beobachtungen gemacht, feststellen, dass sich sowohl Offensiv- wie Defensivtaktiken weiterentwickeln. Ich mutmaße, dass in den Neunzigern das 4-4-2 mit flacher Vier noch deutlich raumorientierter gespielt wurde als dies heutzutage zumindest im Spitzenfußball der Fall ist. Heute wird ja immer stärker mannorientiert verteidigt, je näher man dem eigenen Tor kommt. Das ist, so erkläre ich es mir zumindest, einfach dem Umstand geschuldet, dass im Spitzenfußball die Angreifer technisch so gut und so schnell sind, dass man es sich nicht erlauben kann, ihnen auch nur eine halbe Sekunde ohne Druck im torgefährlichen Raum zu geben.


    Allerding bewegen sich die Damen, um die es hier geht, aller Wahrscheinlichkeit nach in viel niedrigeren Sphären. Da dürften die entscheidenden Unterschiede darin liegen, ob sie dazu bereit sind, sich in der Defensive gegenseitig zu helfen, ob sie die gefährlichen Lücken erkennen und rasch schließen können, und natürlich, wie geschickt und engagiert sie im Defensivzweikampf sind.

    Für mich wäre so eine Sache eine klare Diskriminierung und nicht "nur" eine Unhöflichkeit, die ich für mich keinesfalls tolerieren würde oder überhaupt tolerieren möchte.

    Ich stimme dir absolut darin zu, dass diese Religionsvorschrift gegenüber Frauen diskriminierend ist. Ganz allgemein werden in den meisten Religionen, zumindest in den am weitesten verbreiteten, Frauen (gegenüber Männern) diskriminiert, siehe hierzu z.B. diesen Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung -- da macht das Christentum keine Ausnahme, selbst wenn der Diskriminierungsgrad im Islam wahrscheinlich tatsächlich am größten ist. Das verwundert übrigens nicht weiter, wenn man sich vor Augen führt, dass diese Religionen sämtlich in patriarchalisch geprägten Gesellschaften entstanden und ausgeformt wurden.


    Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich den Spieler, um den es hier geht, die bewusste Diskriminierung der Reporterin als Frau unterstellen würde. Er kann sein Verhalten mit der religiösen Vorschrift begründen. Bei uns wird bereits seit einigen Jahrzehnten, in intellektuellen Kreisen hinter verschlossenen Türen bereits seit mehreren hundert Jahren über die Sinnhaftigkeit der Religion und der Legitimität ihrer Vorschriften diskutiert und sie in Frage gestellt. In vielen anderen Ländern ist das anders, da ist insbesondere die vorherrschende Religion noch unantastbar und darf nicht in Zweifel gezogen werden. Damit meine ich ausdrücklich nicht nur muslimische Länder -- man führe sich nur einmal die Begrüdungen zu Gemüte, mit denen einige EU-Staaten nur Flüchtlinge bestimmter Religionen aufzunehmen bereit sind. Selbst hierzulande und heute bestehen diesbezüglich in einigen Gesellschaftsschichten ja auch noch deutliche Skrupel. Und nicht jeder ist zum Rebell gemacht, es ist auch nicht ganz einfach, es Menschen vorzuwerfen, wenn sie sich nach den herrschenden gesellschaftlichen Gepflogenheiten richten und diese übernehmen.


    Aber so langsam ist es, glaube ich, genug mit dem Thema.