Beiträge von Don Quijote

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Hattest aber nicht du, Don Quijote, geschrieben, dass in der NLZ-Mannschaft, in der dein Sohn kickt, auf knappe Spielstände nur wenig geachtet wird, dass dies teilweise zu Unverständnis bei den Eltern führt? Da würden mich etwas nähere Ausführungen durchaus interessieren, denn zu dem Thema stecke ich ja gerade in der Diskussion mit meinem auch ergebnisorientierten Mit-Trainer.


    Hierauf will ich noch kurz antworten: Aktuell wird in unserem Team rotiert, der Trainer überlegt sich dafür offenbar vor jedem Spiel recht genau, wen er wann ein- und auswechselt und zieht das dann auch durch. Für's Ergebnis ist das nicht immer optimal: Letzthin hat das Team z.B. ein Testspiel z.B. 5:3 verloren. Unser spielerisch überlegenes Team ging mit einer 2:1 Führung in die Pause, dann wurden 2 der stärksten Spieler gegen schwächere getauscht, woraufhin der Gegner in rascher Folge auf 2:5 davonzog. Die beiden Guten wurden dann erst wieder für die letzten 5 Minuten eingewechselt. Es hat nur noch für das dritte Tor gereicht, aber nicht dafür, das Spiel noch zu drehen. (Das Spiel ist übrigens auch ein guter Beleg für die Inhomogenitäten in der Mannschaft).


    Aus Sicht des Trainers war das Spiel vermutlich durchaus ein Erfolg: Er konnte die Spieler auf vielen Positionen Erfahrungen sammeln lassen und das gegen einen Gegner, der so ziemlich dieselbe Kragenweite hatte. Trotz massiver Rotation ist das Team nicht untergegangen, sondern hat sich insgesamt gut behauptet, wie das recht knappe Ergebnis zeigt. Wobei es sich ja ohnehin um ein Testspiel handelte, d.h. das Ergebnis ist ohnehin uninteressant. Es gab zahlreiche spannende Spielsituationen vor beiden Toren. Insgesamt also ein Spiel, in dem die Kinder einiges gelernt haben dürften.


    In der Elternschaft waren demgegenüber einige ziemlich angefressen. "Gegen diese Mannschaft darf man doch nicht verlieren", "Wieso wechselt der Trainer den XXX nicht aus, der spielt doch ohnehin viel zu eigensinnig" usw. Am meisten aufgeregt hat sich der Vater des Spielers, der im Tor spielen musste ("Mein Sohn hat noch nie im Tor gespielt, was soll der denn da?"), obwohl sich sein Sohn sehr wacker geschlagen hat (und auch kein Problem mit seiner TW-Rolle an diesem Tag zu haben schien). Die Eltern haben da ganz offenbar weniger die Ausbildung ihrer Kinder im Blick als vielmehr das Ergebnis. Ich versuche dann immer, meine Sicht der Dinge zu erläutern ("Rotation finde ich gut, auch wenn man eventuell dadurch mal ein Spiel verliert, denn es dient der Schulung der Spieler"), ernte aber oft nur ungläubige Blicke. Hier müsste aus meiner Sicht der Trainer ein bisschen in die Offensive gehen und erläutern, was er da macht, und vor allem warum. So sehe ich die Gefahr, dass Unfrieden in die Elternschaft und mittelbar dann auch ins Team kommt.


    Ich denke gerade das Konzept, dass Sir Alex oben erläutert hat (alle spielen mittel- bis langfristig gleioch viel, aber es erfolgt eine Anpassung der Einsatzzeiten an die Gegnerstärke) ist so einleuchtend, dass sich das auch sehr gut verkaufen lässt. Das setzt natürlich voraus, dass man ein solches Konzept auch hat. Ob schriftlich oder nicht sei mal dahingestellt, wobei ein schriftliches Konzept mehr Verbindlichkeit besitzt als eine rein mündliche Darstellung, zumal wenn es nicht nur für eine einzige Mannschaft gelten soll, sondern für einen kompletten Verein. Und das Niederschreiben hilft ja auch beim Sortieren der Gedanken.


    Grüße
    Oliver

    Hallo Micha,


    danke für Deine sehr interessante Schilderung. Offenbar nimmt Deine Truppe trotz schwieriger Voraussetzungen eine sehr gute Entwicklung, Hut ab!


    Interessant finde ich Deine Schilderung des Teams als "fragiles Gebilde". Mein Hauptaugenmerk lag bisher immer mehr auf dem individuellen Spieler, weniger auf dem Team als ganzes. Dass die Hierarchie bzw, das Sozialgefüge im Team auch ein wesentlicher Punkt für das Funktionieren des Gesamtgebildes ist, wird mir durch Deine Schilderung nochmal mehr bewusst, danke dafür, eventuell habe ich den Punkt bisher unterschätzt.


    Grüße
    Oliver

    Die Hinrunde ist jetzt rum. Ich habe mir selbst die Vorgabe gegeben, zum Start der Rückrunde aufzuhören, falls bis dahin keine Einsicht da ist, einen Rotations- und Wechselplan zu machen. Wäre schade, aber das kann ich als Betreuer nicht vertreten, wenn Mädchen um ihre Einsatzzeiten betteln müssen. Das macht auch beim Zuschauen keinen Spaß. Gleiche Spielzeiten für alle wird es nicht geben, aber wie gesagt muss jedes Mädchen vor dem Spiel wissen, wie lange es spielen wird und da sind 20 Minuten absolutes minimum, besser 30 Minuten. Noch hoffe ich das Beste, aber vielleicht ist meine Betreuertätigkeit im Frühjahr erstmal vorbei.....

    Ohweh Thomas, das hört sich leider nicht gut an. Ich drück Dir die Daumen, dass Du Deine Trainerkollegen noch weiter überzeugen kannst...


    Grüße
    Oliver

    tobn
    Nach meiner Wahrnehmung sind auch Teams in den NLZ sehr heterogen, allerdings eben auf hohem Grundniveau. Auch da gibt es Spieler, die deutlich auffallen und andere, die gegen diese guten deutlich abfallen. Folglich stellen sich genau diesselben Fragen (wer spielt, wenn es knapp wird?), wenn solche Teams auf ebenbürtige Gegner treffen. Aber natürlich gibt es in den NLZ keine blutigen Anfänger, wie ja oft in den "normalen" Vereinen.


    crow
    Dein Vorschlag zur Bewertung abseits der Tabellen zielt in die richtige RIchtung, allerdings sehe ich auch nicht, wie das praktisch funktionieren soll. Dennoch gibst Du gute Hinweise, worauf bei der Beurteilung eines Vereins geachtet werden sollte.


    Mit der jetzt hier heraus gearbeiteten Definition von Leistungsfussball kann ich gut leben, zumal die Kategorisierung in "Breitensport" oder "Leistungssport" zum einen nicht vollkommen trennscharf ist (wie ja auch hier im Thread mehrfach angemerkt) und zum anderen eine andere Frage mMn wichtiger ist, nämlich die, ob die Mannschaft leistungsorientiert oder ergebnisorientiert trainiert und aufgestellt wird. In Vorgängerthread hat das Paul Breitner gut dargestellt: WAS ist Leistungsfußball in Relation zu: WAS ist Leistungsfußball im Jugendbereich/Gibt es einen Unterschied?
    Mir ist die Leistungsorientierung (die als Ziel das Heranführen an optimale Leistung in der fernen Zukunft hat) deutlich sympathischer als die (kurzfristige) Ergebnisorientierung. Und da sehe ich mich fast einig mit Andre, denn der agiert leistungsorientiert, nicht ergebnisorientiert.


    Grüße
    Oliver

    "Viererdrill" scheint als Begriff vor allem bei den Schweizern verwendez zu werden, ich kannte das vor diesem Thread gar nicht. Wenn ich die Beschreibungen richtig deute, ist das aber kein festgelegte Übung, sondern beschreibt eine Übungsform, bei der 4 Spieler beteiligt sind, also recht unspezifisch.


    Grüße
    Oliver

    Ich weiss, tobn's Frage ging an Steini, aber ich kann dennoch versuchen, das für "unser" NLZ zubeantworten:

    • Wer nimmt sie [die Einteilung] vor?
      Jeweils mehrere Trainer des NLZ, in unserem Fall jedoch nicht die Trainer, die die Mannschaft jetzt trainieren. Ich weiss nicht, ob das Absicht war, oder ob die Trainer zum Sichtungszeitpunkt schlicht nicht verfügbar waren.
    • In wie viele Mannschaften wird eingeteilt?
      Im NLZ hier gibt es nur eine Mannschaft pro Jahrgang. Wer da nicht reinkommt (oder rausfällt), muss bei einem anderen Verein spielen.
    • Wie werden die Kadergrößen fest gelegt?
      Zielgröße ist bei den 7er Mannschaften 10 bis 12. Allerdings ist das nicht in Stein gemeiselt. Bei der U10 waren es erst nur 9, da sich nicht mehr Kandidaten aufgedrängt haben. Es wird also lieber knapp kalkuliert als dass der Kader mit Spielern aufgefüllt wird, denen man ohnehin nicht zutraut, den Anforderungen zu bestehen. Mittlerweile sind es in der U10 durch Wechsel von anderen NLZ 11 Spieler.
    • Wie häufig findet die Einteilung statt?
      Öffentliche Sichtung einmal pro Jahr, zusätzlich trainieren immer mal "Gastspieler", die bei anderen Vereinen herausgestochen sind. Nach meiner Wahrnehmung werden die Jungs oft eher dem NLZ angeboten (d.h. Papa und/oder Trainer macht Werbung) als dass umgekehrt das NLZ aktiv Spieler sichtet und anspricht.
      Alle Spieler und deren Eltern bekommen Rückmeldung vom Trainer (schriftlich und mündlich). Dabei werden positive und negative Aspekte angesprochen, zur sportlichen leistung aber auch zum Verhalten dem Trainer, den Mitspielern und den Gegnern gegenüber. Offenbar wurde mehreren Kindern auch schon darauf vorbereitet, dass Ende der Saison Schluss sein könnte, wenn keine deutliche Leisitungssteigerung erfolgt. Genaues dazu weiss ich aber nicht, da mein Sohn nicht betroffen ist. Das finde ich zwar einerseits offen und ehrlich, aber der Druck auf die Kinder ist schon groß.
    • Wie groß ist der Kreis der Kandidaten?
      Bei der (mehrstufigen) Sichtung für die U10 waren knapp 60 Kinder, von denen wie gesagt 9 genommen wurden. Ich gehe davon aus, dass zur Sichtung ins NLZ vorrangig bereits von ihrem Umfeld "vorgesichtete" Spieler kommen, also Spieler, denen bei aller Subjektivität ihrer Eltern/Trainer der Sprung ins NLZ zugetraut wird.
    • Wie ist die Durchlässigkeit zwischen den Mannschaften geregelt, d.h. wie kann ein Spieler von der X2 in die X1 wechseln und umgekehrt? Da es keine X2er Teams gibt, bedeutet Team-Wechsel automatisch Vereinswechsel.
    • Ist fest gelegt, wozu sich die beteiligten Parteien (Trainer, Spieler, Verein, evtl. auch Eltern) verpflichten?
      Ja, es gibt feste, schriftlich fixierte Regeln in Bezug auf Verhalten auf dem Sportplatz, beim Spiel usw. Das musste jeder unterschreiben. Was nicht explizit vereinbart ist, sind die Unterstützungsleistungen seitens der Eltern (zeitintensive Fahr-/Betreuungsdienste), obwohl das nach meiner Wahrnehmung den allergrößten Teil der Belastung ausmacht. Das wird einfach stillschweigend vorausgesetzt. Ein Junge musste noch vor dem Saisonstart aus der U10 abgemeldet werden, weil sein Vater den Führerschein verlor und die Eltern keinen Weg gefunden haben, ihr Kind zum Training zu bringen.

    Ich bin gespannt auf Steinis Antworten zur Situation in "seinem" Verein.


    Grüße
    Oliver

    Eigentlich stimme ich dir zu, nichtsdestotrotz ist es auch in dieser leistungsmäßig zusammengestellten Mannschaft so, dass es neben dem Torhüter drei Spieler gibt, die oben heraus ragen, und zwei oder drei, die unten raus gucken

    Das ist wahrscheinlich der Normalfall.

    Wie dem auch sei, ich stimme dir, wie gesagt, zu, dass eigentlich eine Rotation ohne massiven Qualitätsverlust möglich sein sollte. Ich bin ja auch der Meinung, dass wir sogar die drei stärksten Feldspieler draußen lassen könnten und dennoch gegen die Hälfte der Mannschaften in unserer Gruppe ein gutes Spiel machen könnten. Ich bin sogar der Ansicht, dass es einigen Spielern ganz gut täte, wenn sie auch mal etwas mehr Verantwortung übernehmen könnten und müssten. Natürlich sähe das Spiel dann aber erst mal weniger attraktiv aus, es könnte vielleicht sogar zu einem knappen Spiel kommen, wenn der Gegner einen besonders guten Tag erwischt. Das wird dann aber als zu viel des Risikos empfunden. Ich kann das ja auch ein Stück weit nachempfinden, aber ich meine auch, man muss den Kindern auch mal was zutrauen und sollte nicht immer und ständig auf Nr. sicher gehen...

    So wie Du es beschreibst, solltet Ihr da wirklich mehr rotieren. Wenn es wirklich nur daum geht, dass "vielleicht, wenn der Gegner einen guten Tag erwischt, es eventuell knapp werden könnte", dann mag man ja schon nicht mehr von einem "Risiko" sprechen. "Take the Risk!" (Standardspruch meines alten Volleyball-Trainers :) )


    Grüße
    Oliver

    @DonQ


    aber gerade nach deinem interessanten vorletzten Posting dürfte es doch auch Leistungsteams im Breitensport geben, ...nämlich immer dann, wenn ein Verein über z.b. drei Teams verfügt und das erste nach Leistungsmöglichkeit des Einzelnen einteilt.

    Hier in der Nähe gibt es einen ausgewiesenen Ausbildungsverein, der das so macht: Ziel ist es, dass die ersten Mannschaften jeweils maximal hoch spielen. Die zweiten Mannschaften sind dann die leistungsstarken jüngeren. In die dritte kommen alle, die leistungsmäßig nicht in die 1te oder 2te passen. Das ist aus meiner Sicht in der 1ten und 2ten klar ein leistungsorientiertes Konzept, während die dritte mehr breitensportlich orientiert ist. Ich finde das prima, weil man so zumindest theoretisch fast allen Ansprüchen genügen kann. Der Schlüssel ist aber die leistungsgrechte Einteilung der Mannschaften!


    Tja, ich bin aber der Meinung, dass mit dem Verstreichen der Sommerferien zwischen E- und D-Jugend sich die Welt der Kinder, und das sind für mich Zehn- und Elfjährige noch, nicht auf einmal völlig anders dreht, dass eben da nicht plötzlich die Regeln der A- oder auch der C-Jugend gelten. Ich finde, dass man weiterhin altersgemäß vorgehen muss und viele Änderungen eher allmählich bzw. in mehreren kleinen Schritten vollziehen sollte, anstatt die Kinder zu einem großen Sprung

    Sehr guter Punkt! Das kippt ja nicht von jetzt auf gleich. Außerdem möchte ich mal hinterfragen, ob das in den höheren Jugenden so klar ist, dass nur die leistungsstarken spielen. Das ist wieder der Punkt von oben: Wenn man leistungshomogen einteilen kann, dann ist die Spreizung innerhalb des Teams gering, so dass man ohne massiven Qualitätsverlust ausreichend rotieren kann, auch in Leistungsteams. Das macht ja mittlerweile selbst der FCB...


    Grüße
    Oliver

    ZB lasse ich die, die das Team bei zuviel Mitspielen zum Verlierer machen dürften, selbst überfordert wären etc., eben sich bewegen statt auf der Bank rumhocken. Und da haben sie auch weit mehr Ballkontakte, lernen viel mehr als dabei, die Besseren nur von hinten zu sehen, nachher teamintern vllt noch als die Ursache der Niederlage zu gelten


    Sorry Kicker, aber da kann ich nicht folgen: Wenn Kinder so überfordert sind, dann sind sie in der falschen Mannschaft. Das heisst, es gab keine Sichtung vor Saisonbeginn? Dann ist der Fehler da schon passiert


    Aber ich verstehe auch nicht, ob Du jetzt von einem breitensportverein sprichst oder von einem Leistungsverein. Und so klingt es für mich nach einem Breitensportverein, in dem Du partiell einen Leistungsgedanken hochhälst. Das passt für mich nicht.


    Grüße
    Oliver

    Siebener hat einen ganz wesentlichen Punkt angesprochen: Wie ist Eure Leistungsstärke in den anderen Jahrgängen? Sind die auch jeweils in den höchsten Spielklassen und ist es Teil des Vereinskonzepts, dass das so ist? Oder ist durch glückliche Fügung ein Jahrgang mal so stark, dass er oben reinschnuppern kann?


    Ich unterstelle mal, dass die leistungsorientierung Teil Eures Vereinskonzeptes ist. Im Jugendbereich ist Euer erster Auftrag dennoch zuerst die Ausbildung, nicht das Siegen an sich. Konkret hiesse das für mich: In die Mannschaft kommt nicht jeder rein, der will, sondern es erfolgt vor jeder neuen Saison eine Auswahl nach Leistung. Andere Aspekte wie Freundschaften usw. stehen da hinten an. Diese Gewichtsverschiebung ist aus meiner Sicht ein wesentlicher Unterschied zum Breitensport. Natürlich setzt das voraus, dass eine zweite oder dritte existiert, die Spieler aufnehmen kann, die es nicht in die erste Jahrgangsmannschaft "packen".


    Wenn die Mannschaft aber gebildet ist, dann werden alle Spieler reium eingesetzt. Nur so ist gewährleistet, dass auch alle ausreichend ausgebildet werden (da gehören die Spiele ja dazu). Nur so wirst Du ja auch den Kader zusammen halten können, denn kein Kind wird sich langfristig auf die Bank setzen, nur um in der D1 dabei zu sein. Aber "reium" heisst nicht zwingend sekundengenau gleiche Einsatzzeiten. Ich sehe schon, dass mit der Leistungsorientierung auch tabellarische Zwänge entstehen, z.B. wenn es um Auf-/Abstieg geht. Für einen Verein mit obigem Konzept kann es schon wesentlich sein die Klasse zu halten oder aufzusteigen, damit der nachfolgende Jahrgang leistungsgerecht spielen kann oder um für Spieler anderer Verein ausreichend attraktiv zu sein. Das kann man nicht vollkommen ignorieren. Wichtig ist aber, das rechte Maß zu finden. Man darf da als Trainer (wo wie Du schreibst) keinen persönlichen Ehrgeiz in Bezug auf die Tabelle haben, sondern muss vorrangig immer den Ausbildungsgedanken im Kopf haben. Dass ein Spieler alle Spiele mitmacht, während andere mehrmals aussetzten, darf es dabei eigentlich nicht geben.


    Noch ein persönliches Wort: Mein Sohn spielt ja mittlerweile in der U10 eines NLZ, also trotz des geringen Alters eigentlich schon klar leistungsorientiert. Dennoch wird aktuell ziemlich genau so verfahren, wie ich das oben beschrieben habe. Es wird viel rotiert (Einsatzzeiten und auch Spielpositionen, sogar incl. Torwart (!)). Aktuell gibt es viel Diskussionen unter den Eltern, weil die Ergebnisse dadurch nicht immer ganz optimal sind (die Jungs spielen ja meist gegen jahrgangsältere). Erstaunlicherweise plädieren gerade einige Eltern der eher schwächeren Kinder für leistungsorientierte Aufstellung, die wollen Siege sehen. Ich dagegen mit der aktuellen Strategie sehr zufrieden.


    Grüße
    Oliver

    Ich bin noch nicht überzeugt, ob es für die beiden Spieler nicht sogar besser wäre, vorrangig in der F zu spielen.


    Als Leistungsträger aus der E müsste die beiden eigentlich in der F ganz deutlich heraus ragen. Wenn sie das tun, dann gehören sie in die E, da stimme ich Günther zu. Aber offenbar ragen sie in der F gar nicht sooo deutlich heraus. Dann ist es für ihre Entwicklung evtl. hilfreich, sie dazu in die Lage zu versetzen. Also lieber Häuptling in der F zu werden als Indianer in der E.


    Aber wie oben schon gesagt: Alles seht hypothetisch, ohne die beiden mal gesehen zu haben.


    Grüße
    Oliver

    Deine Frage nach dem Warum kann man kaum beantworten, ohne die Jungs mal spielen zu sehen. Tobn hat schon einige Hinweise gegeben. Es könnte aber auch sein, dass die beiden für den Torerfolg auf die Zuspiele ihrer Mitspieler angewiesen sind, die in der F nicht so kommen wie in der E.


    Rückfrage: 34 von 50 Toren in der E geschossen - das legt nahe, dass sie Stammspieler in der E sind. Wieso spielen sie dann überhaupt noch in der F?


    Grüße
    Oliver

    Hallo Raabigram,


    ehrlich gesagt habe ich Deine Frage nicht verstanden. Ballbesitzspiele sind doch schon lange Bestandteil des Trainings und werden auch schon lange vom DFB propagiert. Und natürlich sind sie Mittel zum Zweck (nämlich das Runde ins Eckige zu kriegen). Was meinst Du mit "Jetzt soll es übernommen werden"?


    Grüße
    Oliver

    ...Auch wenn ich schon einige beim Anblick des Threadtitels
    in die Tastatur beißen sehe, muss ich euch enttäuschen.

    Mist :cursing::D !


    Allerdings stellen sich mir dabei noch einige Fragen: Wie viel kann die Laufbereitschaft vom
    Trainer beeinflusst werden? Wie wichtig ist in diesem Zusammenhang einer
    Erziehung der Eltern?

    Und für mich aktuell wichtig, kann ich den Kids die Laufbereitschaft wieder anerziehen? Und
    wenn ja, wie? Ich mache immer mal wieder ?selbstbelohnende Übungen? wie die
    oben genannte, aber bisher noch nicht mit dem durchschlagenden Erfolg.


    Wie Du ja auch beschreibst, kommen viele Kinder ins Training und vibrieren förmlich vor Lust an der Bewegung. Da ist die Hauptaufgabe des Trainers, diese Flitzer einigermaßen unter Kontrolle zu halten, ansonsten sind das aber dankbare "Kunden". Schwieriger sind die eher Lauffaulen. Es kommen einige Ursachen in Betracht:
    a) Genelle Typsache, Kind ist eher ruhiger Typ
    b) Kind hat vor dem Training bereits einen anstrengenden Kindergarten- / Schul- oder Horttag verbacht und ist schlicht müde
    c) Kind ist vom Trainer / den Eltern so konditioniert
    d) Kind hat eigentlich keine Lust auf Fussball, soll/muss aber dennoch hingehen
    ....
    Die motivierenden Übungen, die Du beschreibst sind schon gut. Möglichst wenig stehen, viel Aktion. Wichtig ist mMn auch, die Kinder wirklich zu fesseln - dann merken sie ihre Müdigkeit weniger. Die Erziehung der Eltern ist aber immer ein wesentlicher Einfluss, viel größer als der Einfluss des Trainers. Daher sollte man als Trainer seinen Einfluss auch nicht überschätzen. Durch 2 oder 3 Stunden Bambinitraining in der Woche kann man keine Wunder bewirken.


    Grüße
    Oliver

    Sehe ich ebenso. Klopp ist sicher ein Super-Trainer, der aus seiner Mannschaft so ziemlich das Optimum heraus holt. Aber diese Aggressivität, mit der er an der Seitenlinie agiert, das mag für Profis ok sein, aber als Vorbild für den Jugendfussball taugt das nur bedingt. Ähnliches könnte man über den "netten" Mourinho sagen.


    Wenn die Geschichten über Magath alle stimmen (Flaschen ausleeren als Teambuilding-Maßnahme 8o), dann kann man nur noch den Kopf schütteln. Ansonsten wird er ja nur noch wahrgenommen im Zusammenhang mit "Magath schiebt den vor 2 Wochen für x Millionen verprflichteten Spieler XY zu den Amateuren und holt dafür für weitere x Millionen den nächsten Spieler, der nach 2 Kurzeinsätzen dann ebenfalls usw usf..."


    Trainer, denen ich meinen Sohn bedenkenlos anvertrauen würde (das nehme ich mal als Kriterium) sind Dieter Hecking und Chritian Streich. Beide haben bewiesen, dass sie in der Lage sind, auch aus einem vermeintlich unterdurchschnittlichen Kader eine konkurrenzfähige Mannschaft zu formen. Zudem bauen sie immer wieder erfolgreich Nachwuchsspieler in die Mannschaft ein.


    Grüße
    Oliver

    Hmm, das glaube ich nicht einmal. Überprüfbar belegen kann ich es nicht, aber ich vermute eigentlich, dass der Futsalball die Kinder besser in die Lage versetzt, ihre Technik erst einmal überhaupt zu verbessern,

    Ich kann mir vorstellen, dass das vom Leistungsstand abhängt:

    • leistungsstarke Kinder kriegen die (An+Mitnahme-)Technik in der Grundform auch mit dem normalen Ball hin, bei denen könnte der von mir beschriebene Effekt der Schludrigkeit auftreten
    • leistungsschwächere Kinder dagegen werden (so wie Du beschreibst) durch den Futsal erst mal befähigt, überhaupt sinnvoll spielen/trainieren zu können. Nicht zuletzt bleibt bei diesen Kindern auch mehr Netto-Trainingszeit, weil sie nicht so oft dem weggesprungenen Filzball hinterher laufen müssen.


    Grüße
    Oliver