Beiträge von Don Quijote

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    Verstehe einer die Menschen

    Ein wenig kann ich Dir auf die Sprünge helfen: Dass man beim Sport auch ersnthaft verletzt werden kann, dass ist breites Allgemeinwissen. Dass man aber ggf. Schadensersatz-pflichtig ist, das ist vielen neu. Deshalb reden wir hier darüber. Dass heisst aber nicht, dass die Gefahr, selbst verletzt zu werden als geringer eingeschätzt wird.

    ...ihre verkehrte Welt

    Wenn ich mit meinem Freund in Neuseeland telefoniere sage ich ihm auch immer, er soll mal endlich mit dem ewigen Kopfstand aufhören ;). Ist eben alles eine Frage des Standpunktes.


    Grüße
    Oliver

    Ich habe als Spieler oft Trainer in Halbzeitpausen erlebt, die forderten "das Team" auf, jetzt aber mal richtig dazwischen zu gehen, wörtlich" und wenn ihr einem die Beine brecht, ist es mir auch egal". Meist folgte durch bestimmte Spieler direkt in den ersten Minuten danach eine üble Blutgrätsche von hinten, versteckt grinsend.

    Kicker, ich sehe hier zwei Möglichkeiten: Entweder Deine Horrorgeschichten sind wahr - dann muss man als verantwortungbewusster Vater sein Kind sofort vom Fussball abmelden. Oder das ist (mal wieder?) ein wenig übertrieben. Insgeheim halte ich eine der beiden Varianten für wahrscheinlicher. Du erweist so Deinem gerechten Anliegen (contra Gewalt) einen Bärendienst.


    Nochmal zum Thema: Jeder aktive Spieler trägt das Risiko, seinen Gegner zu verletzen. Und vollkommen klar ist die Sachlage (Liegt Rücksichtslosigkeit vor oder nicht?) oft ja auch nicht, das zeigen ja die engagierten Diskussionen. Daher trägt man auch das Risiko, dass man wegen eines Fouls auf Schadensersatz verklagt wird. Daher sollte jeder sich um eine Haftpflichtversicherung kümmern. Vorsätzlichen Tretern wird das allerdings nichts nutzen, denn Vorsatz ist nicht versicherbar.


    Grüße
    Oliver

    Ganz offensichtlich spielt die Einschätzung des Schiris keine wesentliche Rolle. So hatte der es bei dem Foul aus dem Urteil bei Gelb belassen, siehe http://www.lto.de/recht/nachri…ensersatz-schmerzensgeld/


    Zitat

    Bei einem Meisterschaftsspiel des Kreises Dortmund hatte der Spieler einem Gegenspieler mit gestrecktem Bein gefoult. Durch das vom Schiedsrichter mit der gelben Karte geahndete Foul zog sich der gefoulte eine schwere Knieverletzung zu.

    Interessant ist sicher die Begründung im Detail. Es geht schon um brutale Fouls

    Zitat

    Mangels Fahrlässigkeit hafte ein Fußballspieler zwar nicht, wenn er seinen Gegenspieler bei regelgerechter und dem Fairnessgebot entsprechender Spielweise verletze. Im vorliegenden Fall aber hafte der Beklagte, weil er unter Verstoß gegen die DFB-Fußballregel Nr. 12 rücksichtslos gehandelt habe. Er habe den zur Verletzung des Klägers führenden Zweikampf ohne jede Rücksicht auf die Gefahr und die Folgen für den Gegner geführt. Hiervon sei das Landgericht nach einer umfangreichen Beweisaufnahme zu Recht ausgegangen (Urt. v. 22.10.2012, Az. I-6 U 241/11).

    Bleibt natürlich die Frage, wie "Rückschtslosigkeit" nachgewiesen wurde.


    Grüße
    Oliver

    und welche auswirkungen hat das nun für den täglichen spielbetrieb???


    Schwierige Frage. Wäre ich Optimist, dann würde ich hoffen, dass einige Treter vor der "Blutgrätsche" zurückschrecken, weil sie Angst vor straf- oder zivilrechtlichen Folgen haben (unabhängig von sportrechtlichen). Bin aber eher pessimistisch, daher denke ich nicht, dass das Urteil am Spielbetrieb etwas ändert. Aber wenn jemand durch ein brutales, absichtliches Foul einen dauerhaften Gesundheitsschaden davonträgt, dann hat er mit diesem Urteil im Rücken zumindest ein wenig Hoffnung auf Schmerzensgeld.


    Grüße
    Oliver

    http://www.spiegel.de/sport/fu…acht-werden-a-869383.html


    Zitat

    Im konkreten Fall ging es um ein Punktspiel der Dortmunder Kreisliga A3 vom 18. April 2010. Damals erlitt ein Spieler nach einem groben Foulspiel eine schwere Knieverletzung und konnte daraufhin seinen Maler-Beruf nicht mehr ausüben. Der gefoulte Spieler zog daraufhin vor Gericht und forderte Schadensersatz und Schmerzensgeld von seinem Gegenspieler.


    Das Oberlandesgericht hat die Verurteilung des Beklagten nun bestätigt. Er muss Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 Euro zahlen. Ein Fußballer hafte zwar nicht, wenn er seinen Gegenspieler "bei regelgerechter und dem Fairnessgebot entsprechender Spielweise verletze", hieß es in dem Urteil.


    Im vorliegenden Fall aber "hafte der Beklagte, weil er unter Verstoß gegen die DFB-Fußballregel Nr. 12 rücksichtslos gehandelt habe". Er habe den zur Verletzung des Klägers führenden Zweikampf ohne jede Rücksicht auf die Gefahr und die Folgen seines Einsteigens für den Gegner geführt.


    Grüße
    Oliver

    Stehe leider auch nicht als Betreuer zur Verfügung (Anfahrt 200km wäre auch ein wenig weit), aber ich drücke Euch die Daumen, dass ihr noch Leute findet. Offenbar macht ihr viel richtig, so dass die Kinder Spaß haben! So etwas spricht sich rum, den Effekt seht ihr gerade.


    Bein uns im Verein mussten wir auch in einzelnen Altersklassen einen Aufnahmestopp verhängen. Das will keiner, klar, aber es gab weder ausreichend Betreuer, noch ausreichend Trainingszeiten bzw. Ausweichplätze/Hallenzeiten. Wenn Ihr zumindest Platz habt, dann habt Ihr ja schon die erste große Hürde genommen...


    Viel Erfolg!
    Oliver

    Nein, 3 Monate sind kein Weltuntergang - das gälte für den kompletten Wegfall der Wechselfristen aber ebenso.


    Wir können uns jetzt noch seitenweise Fallbeispiele um die Ohren hauen und uns streiten, welcher Fall wichtiger / häufiger vorkommend / tragischer ist als die anderen, aber enig werden wir offenbar nicht.


    Grüße
    Oliver

    Vielleicht sollte man bei anderen Sportarten mal genau hinschauen, so könnte:


    - Beim Spielerwechsel, Verletzungen und Torerfolg die Uhr grundsätzlich angehalten werden. Keine gefühlte Nachspielzeit, sondern gestoppte
    - Ein Einwurf muss, ab dem Moment wo der Ball zur Verfügung steht, innerhalb von 5 Sekunden ausgeführt werden
    - Für einen flachen Abstoß hat der Torwart 15(?) Sekunden Zeit, ab dem Moment wo der Ball zur Verfügung steht


    Das sind prima Vorschläge :thumbup:. Für mich war das olympische Hockeyturnier da sehr interessant, die haben da viele Regeln, die das Spiel extrem beschleunigen.


    Wobei ich auch pessimistisch bin. Jede Regel kann wieder bis an den Rand gedehnt werden. Wer schon mal dabei war, wie spanische Mannschaften ein Ergebnis über die Zeit retten, weiss was gemeint ist. Das bedeutet, dass es ohne Änderung der Mentalität keine gravierende Änderung geben wird. Und die sehe ich nicht, solange ein taktisches Foul "zum Sport dazugehört" und eine Schwalbe gerne als "clever" eingeschätzt wird.


    Grüße
    Oliver

    Andre
    Ich bin anderer Meinung. Ballan- und Mitnahme ist doch eines der zentralen Themen in der F. Es ist vollkommen berechtigt, diesem Punkt viel Trainingszeit zu widmen. Aber ich gebe Dir Recht, dass man sicher nicht erwarten kann, dass ein F-ling den Steilpass vorausahnt (oder sogar durch seinen Laufweg einfordert) und dann den halbhohen Flugball mit der Brust mitnimmt und volley einnetzt.


    Paddy
    Es sind alle Übungsformen geeignet, bei denen der Ball nicht totgestoppt wird, sondern der annehmende Spieler eine Anschlussaktion machen muss. Also Ball annehmen, 2 Schritte laufen, Torschuss/Pass. Dazu gibt es auf soccerdrills zar keine separate Kategorie, aber bei fast jeder Übung sind diese Elemente enthalten bzw. können ohne Probleme eingefügt werden. Ansonsten finde ich die Tipps von Schimanski auch sehr gut :thumbup:.


    Grüße
    Oliver

    Ist das was hier abläuft normal?

    Leider ist das "normal" (d.h. es passiert oft). Aber gut ist es deshalb dennoch nicht :evil:.


    Der Jungtrainer hat in meinen Augen Recht, wenn er erwartet, dass die nachfrage nach Spielern für ein Turnier über ihn laufen sollte. Nur so kann er die Einsätze "seiner" Jungs entsprechend steuern. Angesichts der Knappheit der B2 kann es dabei aber nicht angehen, dass der Jungtrainer alle Einsätze von B1-Spielern in der B2 kategorisch ablehnt. Wobei bei einem Hallenturnier doch ohnehin mit sehr kleinen Mannschaften gespielt wird. Wieso hat die B2 denn selbst da noch Personalprobleme?


    Aber das Hauptmanko scheint mir die EInteilung der beiden B-Jugendmannschaften zu sein. Es kann doch nicht angehen, dass die Mannschaften zahlenmäßig so ungleich besetzt sind. Wenn die B2 nur 8 Leute im Kader hat, dann ist die doch von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Hier muss aus meiner Sicht der Verein steuernd eingreifen.


    Grüße
    Oliver

    Das sind alles berechtigte Punkte, aber keiner der Punkte lässt sich konkret beziffern im Sinne von "Wenn der Verein zumacht, kostet das die Kommune im kommenden Jahr xxx €". Im Gegensatz dazu kann man aber leicht ausrechnen, dass es die Stadt YYY € spart, wenn das Schwimmbad zugemacht wird. Das ist genau die Schwierigkeit.


    Grüße
    Oliver