Mittlerweile ist selbst mir als gutgläubigem Mensch aufgefallen, dass Du, @FB, nicht von einem wirklich existierenden Verein redest, sondern von etwas, was Du Dir als Utopie vorstellst. Zu eklatant sind die Widersprüche zwischen Deinen Aussagen und dem, was man draußen tatsächlich vorfindet, Leadership hin oder her. Und ja, ich kenne als Spielerpapa ein paar der internationalen Turniere und kriege auch ein bisschen mit, wie die diversen Leistungs-Vereine so ticken und welchen Stellenwert die Kindermannschaften kleiner U12 da genießen 
Nochmal meine Meinung zum eigentlichen Threadthema: Der noch nichtmal 6-jährige bekommt in einem gut geführten Breitensportverein (ja, die gibt es) eine ebenso gute Ausbildung wie im Leistungsverein. Gratis on top bekommt man hier noch die soziale Bindung (kicken mit den Schulfreunden usw.) Wenn der Bundesligist um die Ecke ist, kann man auch diesen mit in die Auswahl einbeziehen, aber nur dann. Und wenn man das tut, darf man damit als Eltern keine Hoffnung auf die Profikarriere verbinden. Und schon gar nicht darf man dem Kind in diesem Alter irgendwelchen Druck machen. Zudem sollte man den Aufwand dabei nicht unterschätzen (Trainingsfahrten, bundesweite Turniere). Welchen Fahrtaufwand man in Kauf nimmt, muss jeder für sich beantworten, aber irgendwo bei spätestens 30 min hört der Spaß sicher auf. Und die 120km von Deinem D-Spieler, Andre, sind volllkommener Wahnsinn, das wird nicht dauerhaft funktionieren.
Ansonsten schwebt über allem ja die Frage, ab wann für ein talentiertes Kind ein Wechsel in einen leistungsorientierten Verein aus sportlichen Gründen sinnvoll ist. Das haben wir ja schon mehrfach diskutiert (und sind uns nicht einig geworden
). Die Daten der aktuellen Profis/Nationalspieler legen nahe, dass fast alle ab U11 bis U13 in einem Leistungsverein gelandet sind. Ein paar auch früher (Neuer, Marin, Hummels), aber das sind aus meiner Sicht Ausnahmen. Aber später kommt da auch niemand mehr vom "Dorf". Daraus schließe ich, dass ein Spieler sein Leistungsvermögen nur dann ausschöpfen kann, wenn er bis dahin irgendwo im Leistungsverein gelandet ist. Dass nicht alle diese Spieler Profis werden, ist ebenso klar. Leistungsverein heisst hier nicht zwingend Bundesligist, sondern im Jugendbereich sind ja viele "kleinere" Vereine sportlich voll konkurrenzfähig (Mannheim, Zehlendorf, Ulm oder Rosenheim fallen mir da als Beispiele ein :)). Zodiak hat ja beschrieben, welch reger Austausch zu den bayrischen Profiteams es da gibt. Spätestens ab U12 gibt es auch unterschiedlichen Spielklassen (zumindest in den Gegenden die ich kenne). Auch das ist ein Anreiz für ambitionierte Spieler, spätestens in diesem Alter in einen Verein dieser höheren Spielklasse zu wechseln. Das ist der sportliche Aspekt.
Den sozialen zu diskutieren, ist aus meiner Sicht sehr schwierig, weil da die Unterschiede extrem groß sind. Mein Sohn spielt in der U11 im NLZ und im Team gibt es ganz nornale Freundschaften, die Spieler treffen sich auch außerhalb des Trainings, sie laden sich gegenseitig zu Geburtstagen ein, alles prima soweit, für meinen Sohn ist das nicht viel anders als vorher auf dem Dorf. Ich kenne aber NLZ-Teams der gleichen Altersstufe, wo Hauen und Stechen herrscht. Da passt Spieler A nicht mehr zu Spieler B, weil der Papa von B beim Trainer schleicht über Spieler A geredet hat. Da herrscht offener Konkurrenzkampf, da gibt's im Training schonmal gegenseitig auf die Socken. Manche Dinge hält man nicht für möglich, wenn man sie nicht mal gesehen hat. Insofern kann ich hier nur den Rat geben, auch diese Aspekte sorgfältig im Auge zu haben. Nur in Ausnahmefällen wird man die vor dem Vereinswechsel valide abschätzen können, aber wenn man sich falsch entschieden hat, muss man halt reagieren.
Insgesamt bin ich zuversichtlich, dass der Threadersteller ausreichend Argumente genannt bekommen hat - wenn er es schafft, sich durch den ganzen Thread zu llesen 
Grüße
Oliver