Beiträge von Don Quijote

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    Interessantes Thema, das aktuell auch wieder für Gesprächsstoff bei uns im Verein sorgt.


    Alter und Spielklasse spielen sicher eine große Rolle. Ich beziehe mich auf U11/U12 im NLZ.


    Führung der Spieler:
    Die wichtigsten Punkte sind die bereits genannte Authentizität und die Empathie. Ob ein Trainer streng ist oder nicht, spielt aus meiner Sicht die kleinere Rolle. Hauptsache ist, dass die Regeln klar sind und dass die Jungs sich ernst genommen fühlen. Und man darf nicht vergessen, dass die Jungs sehr unterschiedlich reagieren.


    Verhältnis zu den Eltern:
    Ich denke auch, dass die Trainer nicht zuviel mit den Eltern diskutieren sollten. Gerade erlebe ich bei einer benachbarten Mannschaft, wie dadurch ein Team komplett zerfällt. Aber von den Trainern erwarte ich schon, dass sie sich erklären. D.h. so wie ich mein Kind nicht einfach am Stadioneingang abgebe, so erwarte ich als Eltern auch, dass der Trainer erklärt, warum er was macht. Das müssen keine langen Ausführungen sein, aber die Spieler und die Eltern müssen wissen, woran sie sind (wer wird warum eingesetzt oder eben nicht, wieso Rotation oder eben keine Rotation). Ein Trainer kann durch wenige Erklärungen viele Diskussionen direkt erden und so das Mannschaftsklima maßgeblich verbessern. Mit zunehmendem Alter sollten diese Erklärungen zunehmend direkt an die Jungs erfolgen.


    Grüße
    Oliver

    @FB
    Ich glaube, Du gerätst ja genau deshalb hier und im Finten-Thread so in die Defensive, WEIL wir deine Postings genau lesen. Hab extra mal Deinen Megatrick mit der Feststelltaste bemüht, damit das auch KLAR wird :)


    Du hast hier mehrfach beschrieben, dass Du "untaugliche" Bambini aus der Mannschaft wirfst. Keine Frage: Das ist eine Methode, schon bei den ganz Kleinen eine Mannschaft zu formen, die alle anderen wegfegt. Und vermutlich entwickeln sich die Kinder, die den Sprung in die Mannschaft schaffen auch sehr gut. Aber das ist doch kein allgemeines Modell für den Breitensport :thumbdown:. Was passiert denn mit den weniger talentierten Kindern, die dennoch Spaß am Fussball haben? Das ist ein Punkt, um den Du Dich immer herum lavierst. Ist halt einfacher, diese Kinder zu ignorieren und sich mit den erfolgreichen Leistungs-Mannschaften auf die Schulter klopfen zu lassen.


    Grüße
    Oliver

    Aber ich kann Fußballbarons Behauptung, man könne alle Kinder nach Ablauf eines Jahres auf einem Niveau haben, nur als Unfug bezeichnen.


    Wie von FB vorgeschlagen, erreicht man dieses Ziel am leichtesten (und wahrscheinlich ausschließlich), indem man den zu schlechten Kindern klarmacht, dass sie im tiefsten Innern doch keine Fussballer sind. Und da man ja kein Kinderhort ist, sollen sie doch bitteschön bleiben, wo der Pfeffer wächst. Fertig ist die leistungshomogene Bambini-Mannschaft.


    Grüße
    Oliver

    @FB
    Will nur mal festhalten, dass Du Dich auch in dieser Diskussion wieder um rund 180 Grad gedreht hast, nachdem Du erkannt, dass Deine ersten Statements nicht so glücklich waren. Würde mich wirklich freuen, wenn ich dahinter einen Lernprozess vermuten würde, tue ich aber nicht :).


    DSV
    Natürlich hast Du Recht mit der Aussage, dass sich während der Ausbildung die Vorstellungen vom "modernen" Fussball ändern. Aber dennoch orientiert sich die Ausbildung doch an dem, was am Ende herauskommen soll. Und das fängt nicht erst in der B an. Universelle Dinge (Beidfüssigkeit, Gedankenschnelle usw.) werden allerdings niemals unmodern.


    Grüße
    Oliver

    Relevant ist ein möglichst umfassende koordinative und kognitive Förderung der Jungfussballer. Koordinativ machen wir genug. Kognitiv leider immer noch viel zu wenig - obwohl - Koordination und Kognition sich parallel entwickeln. Egodribbler vernachlässigen die Kognition. Sie bleiben kognitiv zurück.
    Es kommt nicht drauf an, welche taktischen Finessen die Kids spielen. Es kommt aber sehr wohl darauf an, dass sie sich so früh wie möglich mit den mental-kognitiven Konzepten von Raum, Mitspielern, relativer Bewegung, etc. befassen und sich neuronal für die Zukunft gut aufstellen.

    Klingt enorm gelehrt, aber ist es das auch? Wieso sollen denn Dribbler kognitiv, neuronal und ichweissnichtwonoch zurückbleiben? Trifft das nicht eher auf Kinder zu, die immer den einfachen, risikolosen Pass zum freien Nebenmann spielen? Und die diesen Pass genau deshalb spielen, weil sie wissen, dass sie ansonsten raus sind?!


    @boque
    Danke für Deinen Erfahrungsbericht. Dir ist schon klar, dass es Dich nach Fussballbarons Theorie gar nicht geben dürfte?!


    Grüße
    Oliver


    Ich persönlich kenne keine Kids denen es Spass macht ihrem Kollegen einen Ball zu spielen und der dann nichts anderes kann und tut als ihn nie, nie wieder abzugeben.
    Mal ehrlich ? Kennst du solche Kids ? Und wenn - bist du sicher dass die wirklich Fussball spielen wollen oder einfach nur froh über einen Hortersatz sind wo sie mit ein paar Gleichaltrigen rumhüpfen können ?

    Niemand hat davon geschrieben, dass die Kinder NIE einen Pass spielen sollen. Aber Du hast davon geschrieben, dass sie IMMER passen sollen., wenn nicht, dann fliegen sie raus. Siehst Du den Unterschied?


    Ich weiss, dass der Vergleich hinkt, aber um es nochmal deutlich zu machen: Du hättest Ribery längst aus dem Team entfernt (elender Fummler), Robben sowieso (zu vorhersehbar, immer der gleiche Move) und wunderst Dich, dass keiner die kompakte generische Abwehr auszuhebeln vermag.


    Grüße
    Oliver

    Ich empfinde den Umgang hier im Forum als wohltuend offen. Ich kenne Foren zu anderen Themen, da ist alles "supertoll", Kritik hat keinen Platz, da ist mir das hier schon lieber. Allerdings muss man auch Kritik einstecken können, keine Frage. Problematisch ist immer, dass man beim Schreiben die Reaktion des Anderen nicht sehen kann und daher manchmal zu spät erkennt, das etwas anders ankommt als es gemeint war.


    Als problematisch für das Forum sehe ich eher an, dass einzelne Viel-Schreiber die Diskussion in vielen Threads komplett dominieren, d.h. die Diskussion dreht sich nach wenigen Posts nur noch um das Pro und Contra der von den Vielschreibern gesetzten Argumente. Einziges Rezept dagegen ist wohl, dass sich möglichst viele auch aktiv an den Diskussionen beteiligen. Gerade auch deshalb möchte ich alle Neulinge ermuntern, hier weiter mit zu diskutieren. betreuer72 hat insofern alles richtig gemacht :thumbup:.


    Grüße
    Oliver

    ABER: Im Spiel will ich keinen Zirkus. Tricks nur dort wo es Sinn macht. Wenn der Spieler aus Bequemlichkeit trickst, weil er nicht bereit ist, an seiner Uebersicht (Blick vom Ball lösen, Kommunikation mit seinen Mitspielern, etc. ) zu arbeiten, dann hat er, im Wiederholungsfall, schnell mal Zeit, seine Skills auch ausserhalb des Spielfeldes bis zur Perfektion auszubauen. Wir werden ihn als Verein auch gerne unterstützen, vielleicht auch mal bei einem Kinderzirkus anzuheuern :)


    @FB
    Ist das jetzt Ernst oder Spaß? Du würdest einen Spieler auswechseln und auf die Bank setzen und ggf. sogar aus dem Verein werfen, weil er Dir zuviel dribbelt? Auf welche Altersklasse bezieht sich das?


    Grüße
    Oliver

    Grundsätzlich gilt bei mir die Faustregel: max. 1 Gegner ausdribbeln, dann folgt der Pass. Dabei soll tricktechnisch höchstens auf die klassische Körpertäuschung bzw Übersteiger zurückgegrffen werden, da ich finde, dass die ihre Marseille Roulettes und Hacke-Spitze-123-Tricks auf dem Bolzplatz üben sollen und so etwas im Vereinsfussball nichts zu suchen hat. Was sagt ihr so dazu?

    Angel Di Maria hat am Wochenende mit seinem Solo das entscheidende Tor für Real vorbereitet, weil er Deine Faustregel zum Glück nicht kannte.


    Bei Kindern sehe ich es wie die Kollegen oben, die sollen sich ausprobieren. Nicht zuletzt macht das ja auch richtig Spaß! Ab der E- oder D-Jugend sollten sie dann aber das Verständnis entwickeln, wo ein Dribblings angemessen ist, z.B. dass man als letzter Mann mit Ball nicht mehr ins 1:1 geht. Bei den Kleineren würde ich das tolerieren. In meiner damaligen F2 hat mich ein Spieler schier wahnsinnig gemacht, weil er in der Abwehr jeden Ball immer einfach ins Aus gedroschen hat. Was hätte ich mich gefreut, wenn der einfach mal ins 1:1 gegangen wäre.


    Grüße
    Oliver

    Wenn ich TW-Trainer richtig verstehe, dann will er eben bis zur C möglichst auf harte Selektion verzichten und alle Spieler in den Heimatvereinen belassen und über die Stützpunkte fördern. Man hat dabei natürlich immer noch Selektion (Entscheidung Stützpunkt ja/nein und sicher auch im "guten" Heimatverein), aber eben auf einem tieferen Niveau, so dass man weniger Spieler wegen des RAE "verliert". Was ich aber nicht verstehe: Das Stützpunkt-System ist doch etabliert, d.h. diese Förderung gibt es doch?! Die NLZs sind da praktisch ein zusätzliches Angebot. Insofern sehe ich nicht, wie das gegen den RAE wirken könnte. TW-Trainer: Bitte korrigieren bzw. kommentieren, wenn ich Dich falsch verstehe!


    Es bleibt aber der Vorteil: Man verhindert den Frust bei Spielern, die in U7,8,9 oder so mit großen Hoffnungen und viel Aufwand ins NLZ wandern, dann aber mit 12, 13 oder 14 wieder aussortiert werden. Dem steht das Risiko gegenüber, dass Spieler sich im Heimatverein nicht optimal entwickeln können.


    Entscheidend ist aus meiner Sicht, mit welcher Einstellung ein Spieler ins NLZ geht. Wir versuchen unserem Sohn zu vermitteln, dass das eine temporäre Sache ist. Mittlerweile ist er 2 Jahre dabei und wird auch ins dritte Jahr übernommen. Er genießt die Zeit sehr, gerade die BuLi-Turniere gegen andere große Namen sind für ihn immer ein Highlight. Je länger er dabei ist, desto härter wird es vermutlich, wenn er eines Tages nicht mehr übernommen wird. Da habe ich schon Angst davor. Anderseits kenne ich viele Spieler, die das bereits erlebt haben und jetzt halt bei einem anderen Verein spielen, z.T. sogar bei einem anderen NLZ. Ich kenne keinen, der komplett den Spaß am Fußball aufgehört hat. Repräsentativ ist mene Sicht aber natürlich nicht.


    Grüße
    Oliver

    Meine Erfahrung bzgl. Fahrdienst (wir haben je nach Verkehrslage 30-40 min vom/zum Training) deckt sich mit der von Günther: Ja klar rede ich oft während der Fahrt mit meinem Sohn. Aber manchmal ist halt Funkstille, da läuft dann nur das Radio. Wenn der vom Nachmittagsunterricht kommt und direkt ins Auto zum Training steigt, ist er nicht immer sehr gesprächig, sondern braucht einfach Zeit, seine Gedanken für sich zu sortieren oder einfach nur kurz abzuschalten.


    Was ich damit sagen will: Hier wird ein wenig der Eindruck erweckt, dass man die Autofahrt für angeregte Gespräche nutzen muss, ansonsten habe man als Eltern versagt, weil man es nicht geschafft hat, "Kinder für die REALE Welt und ihre Mitmenschen zu interessieren". Das halte ich für überzogen. Ich rede gerne mit meinem Sohn, aber manchmal reden wir halt auch nicht. Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht deshalb.


    Grüße
    Oliver

    @Günther
    Hmm, muss an meinem Alter liegen :love:


    Wobei ich den Rat des Bundesligisten weiter fassen würde: Hat der Bundesligist evtt. andere Partnerverein in der Nähe, wohin der Junge wechseln könnte (sofern der Verbleib im Heimatverein sportlich keine Option ist)? Sowas sollten die BuLi-Trainer wissen und ggf. vorschlagen.


    Grüße
    Oliver

    Ihr habt Euch schon viele Gedanken gemacht, das ist prima! Was ich zur Entscheidung mit einbeziehen würde:

    • Wo und wie würde er denn im Heimatverein die nächsten 1 oder 2 Jahre spielen? Wird er da sportlich gefordert oder eher nicht? Wenn nicht, spräche das klar für einen Wechsel.
    • Schon angesprochen: Kennt Ihr das Team des Fördervereins? Würde er da Stamm spielen oder eher die Bank drücken?
    • Würde er weiterhin beim Stützpunkt bleiben oder nicht?
    • "Nur" 2-mal Training in der D? Viele leistungsorientierte Vereine trainieren da 3-mal pro Woche oder manchmal noch mehr (Vorbereitung!). Solltet Ihr bei der Fahrt- und Zeitbelastung einkalkulieren. Und ehrlich gesagt, würde ich dreimal Training voraussetzen, wenn Ihr schon aus sportlichen Gründen wechselt. Oder ist der dritte Termin der beim Stützpunkt (s.o.)?
    • Wieviel Zeit benötigt Ihr zu den Trainingszeiten für die 45 km? In der Rush Hour ist das bei uns je nach Strecke deutlich über 1h, das wäre mir zuviel.
    • Welchen Rat haben Euch denn die BuLi-Trainer gegeben? Gibt es das Talentteam weiterhin?
    • Gibt es andere Vereine in der Nähe, die in Frage kommen?


    Die Liste ist nicht abschließend.


    Schwierige Entscheidung, ich wünsche viel Glück. Nur ein letztes: Wenn er beim Bundesligisten ins Talentteam rückt, ist Dein Sohn ein Guter. Ganz egal, wie Ihr Euch entscheidet, hat er auch die kommenden Jahre noch die Chance, sich zu verändern. Ihr könnt die kommende Saison also auch einfach mal etwas ausprobieren.


    Grüße
    Oliver

    @maddoq
    "Argumente raushauen", soso...Inhaltlich möchte (und kann) ich Deine Trainerarbeit gar nicht bewerten. Aber wenn Du den Eltern genauso gegenüber trittst wie Du hier im Forum schreibst, sind Probleme unausweichlich. Man hat nicht den Eindruck, dass Du mit den Eltern auf Augenhöhe kommunizieren willst. Das würde mir als Elternteil auch sauer aufstoßen. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich Dir reinreden wollte.


    Grüße
    Oliver

    Diese subjektive Kreativität ist im Team-Prinzip unendlich und nicht antrainierbar, eben daher per se befreiend wie begeisternd.

    Bezzüglich Schrei-Trainer bin ich 100% bei Dir, aber diesem Satz möchte ich widersprechen. Spielintelligenz (so wie sie oben definiert ist), ist sehr wohl trainierbar. Ansätze dazu sind ja hier im Forum ausführlich diskutiert (Horst Wein lässt grüßen), oder um es mit Edison zu sagen:

    Zitat

    "Genie ist ein Prozent Inspiration und neunundneunzig Prozent Transpiration." - Thomas Alva Edison, Harpers Monthly, 1932

    Der Spieler muss ja die Basis der Handlungsoptionen haben, um die richtige auszuwählen oder um sie zu etwas neuem zusammen zu setzen.


    Grüße
    Oliver

    @FB
    Das ist auch noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Übertrieben gesagt: Wenn Du Pech hast, förderst Du lauter pfiffige, aber langsame Spieler, die den Geschwindigkeitsnachteil auch als Erwachsene nie mehr aufholen. Die Punkte 6 und 7 gehören zur Leistung dazu. Du müsstest also zumindest eine Prognose abgeben, ob die Spieler irgendwann den RAE-Nachteil aufholen werden. Das mag bei normal entwickelten Spielern noch klappen (denn die müssten dann ja zumindest in ihrem Geburtsmonat herausragen), aber bei Spätentwicklern wird das Kaffeesatzleserei. Nicht jeder Spätentwickler wird später groß und kräftig und schnell...


    Im oben verlinkten Artikel sind ja diverse Ansätze genannt, aber jeder hat seine spezifischen Vor- und Nachteile. Letztlich bleibt es am Trainer hängen, eine Prognose abzugeben und den Spieler gegen alle Widerstände in die Förderung aufzunehmen, auch wenn er aktuell wegen des RAEes Nachteile hat. Der erste Schritt ist daher, dass die Trainer den Effekt überhaupt auf der Rechnung haben und dass sie zweitens in der Lage sind, kurzfristige Nachteile in Kauf zu nehmen, um Spieler aus den letzten Quartalen zu fördern und so langfristig die besseren Spieler auszubilden.


    Grüße
    Oliver

    Aus meiner Sicht muss man unterscheiden: Dafür, dass Du auf Deinen Mann (zeitweise) verzichtest, dafür sollte Dein Mann Dir danken, aber damit hat das Team eigentlich nichts zu tun. Aber viele der genannten Aktivitäten (Turniere melden usw.) sind eigentlich Aufgaben eines Co-Trainers oder Mannschaftsbetreuers, das sollte die Mannschaft (bzw. deren Eltern) schon sehen (und Dir danken).


    Mit der Mail wäre ich vorsichtig, das bekommt schnell einen ungewollten Unterton. Und generell hat man im Ehrenamt ja schlechte Karten, wenn man sein Engagement am empfangenen Dank festmacht. Da darf man nicht zuviel erwarten...


    Grüße
    Oliver