Knifflige Frage. Wobei das Regelwerk eigentlich eindeutig ist:
Regel 13 – Freistöße
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Auslegung der Spielregeln und Richtlinien der FIFA für Schiedsrichter
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Wenn ein Spieler einen Freistoß schnell ausführen will und ein Gegner, der sich
näher als 9,15 m beim Ball befindet, den Ball abfängt, lässt der Schiedsrichter
die Partie weiterlaufen.
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Zusätzliche Erläuterungen des DFB
1. Fordert die zum Freistoß berechtigte Mannschaft die Einhaltung der
9,15-m-Entfernung vom Ball, soll der Schiedsrichter die Entfernung feststellen,
aber durch ein unmissverständliches Zeichen verhindern, dass der
Freistoß vor der Freigabe des Balles ausgeführt wird. Wird der Freistoß
trotzdem ausgeführt, so ist er zu wiederholen und der schuldige Spieler ist
zu verwarnen.
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D.h. es ist nicht der Schiedsrichter, der entscheidet, ob der Freistoß schnell ausgeführt wird (und dann u.U. die gegnerische Spieler den Abstand nicht einhalten), sondern das entscheidet die angreifende Mannschaft. Insofern hat sich beim Aue-Spiel offenbar der Schiedsrichter zwar ungeschickt verhalten, aber der Griff zum Freistoßspray alleine bedeutet noch keine Unterbrechung. Entscheidend ist, ob der Schiri vorher vom Angreifer aufgefordert wurde, die Mauer auf Abstand zu stellen. Meist zeigt der Schiri das durch das Hochhalten der Pfeife an.
Im Video sieht man ja auch, dass der Schiri sich deutlich vor Ausführung des Freistoßes bereits vom Geschehen entfernt und damit deutlich macht, dass er keine Mauer stellen wird, sondern auf die Ausführung des Freistoßes wartet.
Insofern dumm gelaufen für Aue, aber ein bisschen selbst schuld. Besser wäre gewesen, ein Aue-Spieler hätte sich direkt vor den Ball gestellt, um die schnelle Ausführung zu verhindern. Das finde ich zwar eigentlich nervig (weil es das Spiel langsam macht), ist aber angesichts des Regelwerks die sinnvollste Option.
Grüße
Oliver