Wenn man allen juristischen Risiken ausweichen will, dann wird man scheitern. Da bleibt nur, die Kamera in der Tasche zu lassen.
Aber muss man das wirklich? Für mein persönliches Empfinden ist der Persönlichkeitsschutz hier zu weit gefasst. D.h. ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn ich als Sportler auf einer öffentlichen Veranstaltung gefilmt oder fotografiert würde. Zumindest solange ich als Sportler dargestellt werde und nicht abwertend ("der ungelenkige Sack mit der Schlabberhose"). Und da ich das für mich so empfinde, mute ich das auch anderen zu. Ich mache oft Fotos beim Sport meiner Kinder. Wie oben beschrieben sind da meist auch die Gegner-Kinder mit drauf, auch gerne groß im Zweikampf. Die Fotos verbreite ich, zwar nicht komplett offen im Internet, aber die Zielgruppe der Eltern und Freunde ist doch recht groß. Ich habe noch nie das Einverständnis von den Kindern oder ihren Eltern eingesammelt. Dass ich damit ein rechtliches Risiko eingehe, ist mir bewusst. Aber ehrlich gesagt, halte ich es für fast ausgeschlossen, für meine Aufnahmen rechtlich belangt zu werden. Ich kenne keinen einzigen Fall.
Mir ist allerdings schon ein- oder zweimal passiert, dass ich drauf angesprochen wurde, doch bitte nicht zu fotografieren. Das respektiere ich natürlich. Viel öfter sind allerdings die Eltern oder Trainer des Gegners auf mich zu gekommen mit der Bitte, ihnen auch die Bilder zuzusenden. Das mache ich dann natürlich auch gerne.
Das Soll kein Aufruf zum "Bei-Rot-Über-die-Strasse-gehen" sein. Aber manchmal muss man vielleicht die Kirche auch im Dorf lassen.
Grüße
Oliver
