Interessante Diskussion, die ich nicht abwürgen will, aber ich erlaube mir, nochmal auf das Ausgansposting zurück zu kommen.
Ehrlich gesagt, habe ich nicht verstanden, was ein Fussball-Hipster ist und was nicht, insofern kann man über die Spielerzusammenstellung sicher streiten. Aber eigentlich sieht die Liste für mich nicht überraschend aus:
- Auffällig sind ein paar Ausreißer nach unten (Ayhan) und nach oben. Dass jemand mit 4 ins NLZ geht, ist so selten, dass ich den Fall eigentlich ausklammern würde. Erst mit >20 zum Leistungsverein gewechselt sind dann 3 Spieler. 2 davon sind offenbar nicht in D aufgewachsen. Hier würde ich mal unterstellen, dass nicht im Detail bekannt ist, wie die Vereine aufgestellt sind, wo diese Jungs früher waren. Oder weiß das jemand? Bleibt Fabian Klos, das ist sicher ein Ausreißer nach oben.
- Der Rest ist bunt gemischt im Alter zwischen 9/10 bis 15/16 ins NLZ gewechselt. Das ist doch genau das, was man erwarten würde, oder? Auffällig finde ich noch, dass es keine Wechsler zwischen 17 und 20 gab. Nach der C-Jugend geht da offenbar zumindest für den Jugendbereich eine Tür zu, die sich erst bei den Aktiven wieder ein wenig öffnet.
- Das passt aus meiner Sicht zeitlich zur Leistungsorientierung: Bei uns in Hessen gibt es ab E 2 Spielklassen, in der D dann 3 und in C dann schon 6 mit der Regionallige als höchster Klasse. Entsprechend finden sich in E und auch in D noch viele "normale" Vereine auch in den höchsten Klassen. Aus sportlicher Sicht gibt es also keinen Grund, aus so einem Verein ins NLZ zu wechseln. Bei vielen Vereine, die ich kenne, ist auch Trainingsumfang und Spielhäufigkeit vollkommen vergleichbar mit NLZs im Grundlagenbereich. Erst ab C trennt sich das deutlicher, in der C-Regionalliga Süd sind fast ausschließlich Lizenzvereine.
- @Christoph Du bezeichnest das als "Schlag in die Fresse" für die NLZs, da i der Liste ja viele Spieler auftauchen, die eben nicht in U8/9/10 schon ins NLZ gewechselt sind. Damit unterstellst Du den NLZs aber Ziele, die sie selbst vermutlich selbst so gar nicht formulieren würden.
Kein NLZ wird sich hinstellen und postulieren, dass sie in der U8/9/10 Spieler einsammeln, die sie dann allesamt zu Profis machen werden. Das geht schon prinzipiell nicht, weil (wie ja @TW-Trainer nimmermüd wiederholt) die Talentprognose gar nicht zuverlässig gestellt werden kann. Was ist dann aber Sinn und Zweck der Grundlagenmannschaften? Ich kann nicht für die NLZs sprechen, aber aus meiner Sicht dienen die Grundlagenmannschaften hauptsächlich der Image-Pflege. Man tritt halt auf, ist (meist) erfolgreich und bietet sich daher talentierten Spielern immer schonmal an. Wenn man ein Ausnahmetalent zu erkennen meint, dann versucht man das durch die Grundlagenmannschaften schon früh emotional zu binden. Oft hört man auch das Argument, dass man früh einsteigen müsse, weil es das Nachbar-NLZ ja auch macht. Meine persönliche Meinung: Ein NLZ muss eigentlich nicht vor U12 anfangen. Das machen viele NLZs ja auch so.
was heißt das für die Spieler/Eltern?
Wie oben dargestellt, gibt es bis zur C neben den NLZs auch viele andere Vereine, die sportlich ähnliche Rahmenbedingungen bieten. Aus sportlichen Gründen ist daher bis dahin das NLZ ein Verein wie andere auch. Nach Deiner Schilderung @Christoph würde ich keinem Spieler aus Deinem Team raten, vor Abschluss der D ins NLZ zu wechseln, denn Du bietest den Jungs ein super Umfeld, wo sie sich mindestens ebenso gut entwickeln können. Das sieht aber in vielen Vereinen anders aus. Und da würde ich einen Wechsel ins NLZ dann halt auch früher machen (hat mein Junior ja auch getan).
Grüße
Oliver