Hallo liebe Kollegen,
bezogen auf den Beitrag von Andre, speziel der oben zitierte Absatz, finde ich es erstaunlich welche Meinungen und Erfahrungen hier ausgetauscht werden. Bisher habe ich die Systeme immer vorgegeben. In diesem Jahr angefangen mit dem 4-4 System, rüber zum 4-3-1 und mitlerweile beim 3-3-2 bzw. 3-2-3 System. Vom Grundgedanken und wie ich finde auch eher theoretischer ist das 4-4 System ein recht stabiles und kompaktes Paket, was natürlich auf die spezifischen Gegebenheiten eines Trainers/einer Mannschaft ankommt. Aber nach mehreren Überlegungen und auch den Ansätzen, das Ausbildungziel im Offensiven zu schulen, für die D-Jugend völlig abwegig.
Den Ansatz von Andre, den Spielern, kein System vorzugeben, sondern eventuell sich selber aufzustellen und dabei aktiv zu diskutieren und sich auszutauschen finde ich selber hervorragend. Natürlich nur, mit dem Hintergrundgedanken, sollten Schwierigkeiten auftreten, das sie mich gerne fragen können und meine Meinung hören können. Entscheiden können Sie selber. Meiner Meinung nach ein Punkt, der im Ausbildungskonzept, einen weiteren Punkt verdient hätte. Nicht nur, das die Motivation unter Umständen steigt und der Einsatz, sondern die Eigenständigkeit auch.
Viele Trainer/Betreuer geben auch im Training nur strikt Vorgaben vor, welche erfüllt werden müssen. Ihr lauft jetzt so rum, und macht das und anschließend das und dann noch eine Finte oder sonst etwas. Meine Frage: "Was lernen die Kinder daraus?" "Ich Trainer! Du nichts?!"
Den Ansatz den ich seit der DFB-Ausbildung verfolge, ist das Einbinden der Kinder in die Aufgaben. Durch gezieltes Fragenstellen versuche ich in eine großen Runde, aber auch einzelnd, alle Spieler dazu zu motivieren, sich aktiv miteinzubringen, eigene Meinungen zu bilden und durch den Austausch mit den anderen das für-einander zu verbessern.
Vondaher, passt mir der Grundgedanke von Dir, Andre, sehr gut ins Bild.
Es geht nicht ums Verlieren oder Gewinnen. Es geht um die Ausbildung und das vergessen einige hier. Aber ich glaube, wenn ich mir meine ersten Beiträge hier anschauen würde, würde ich bestimmt noch Ansätze zum erfolgsorientieren Trainer finden. Ich finde es super, das wir uns hier austauschen können, so können Gedankenstriche gezogen werden, auf welche man alleine nicht kommen würde, so auch hier.
Für diejenigen, die sich nun fragen, wozu ist der Trainer noch da, wenn nicht für die Taktikvorgabe? Einer unserer Ausbilder im Land Schleswig-Holstein sagte immer: "Auch meine Oma könnte trainieren. Sie könnte Aufgaben verteilen, Systeme vorgeben und das Training gestalten. Aber das, was uns Trainer (lizensierte Trainer) von den Betreuer oder speziel von meiner Oma unterscheidet ist, die Spielanalyse, Fehler zu erkennen, Maßnahmen zu ergreifen und Problematiken zu lösen. Erst das macht einen Trainer aus." Ich denke wer noch zwischen guten und nicht so guten Trainern unterscheiden möchte, der kann sich an den Umgang mit den Kindern/Jugendlichen klammern.
Gruß Steven