Wir haben gerade einen solchen Bogen verteilt, nach dem Training, mit offenen Fragen, u.a. "Was gefällt Dir an Deinem Verein/Deiner Mannschaft/dem Training" und natürlich andersherum "Was gefällt Dir nicht an Deinem Verein/Deiner Mannschaft/dem Training" . Wir haben die Spieler gebeten, zu jeder Frage mindestens drei Punkte zu beantworten, damit auch ein bisschen "Nachdenken" angeregt wird.
Anlass waren die wieder aufflammenden Disziplinprobleme nach den Herbstferien (ich schrieb darüber in einem anderen Thread) - deshalb auch Fragen wie: Warum spiele ich Fußball? Was ist mir in einer Mannschaft wichtig?
Erste Reaktion auf den Bogen "Füllen die Trainer den auch aus?" Fand ich gut, machen wir natürlich.
Wir haben es nicht anonym gemacht (d.h. auf den Fragebögen standen die Namen der Jungs - schon allein damit ich wusste, wer den Bogen noch nicht hatte). Ich hoffe, dass wir eine ausreichend offene Kultur haben, dass die Jungs nicht Schikanen fürchten aufgrund ihrer Antworten. Deshalb werde ich die Auswertung im Rahmen eines Hallentrainings den Jungs etwas ausführlicher vorstellen, das machen wir vielleicht sogar als kleines Event - auf jeden Fall aber sollen die Jungs aus der Fragebogenaktion ein ausführliches Feedback und die Gelegenheit bekommen, darüber zu sprechen. Ich sehe aber auch die Nachteil einer nicht anonymen Befragung.
Wir haben bisher erst 2 Rückläufe, aber da stehen schon interessante Dinge drauf: Einer der Spieler fand gut, "dass wir nicht so viel laufen" (gemeint war Rundenlaufen). Der andere schrieb zur Frage "Was kann ich beim Fußball nicht so gut?" als Antwort "Tricks", was eine perfekte Überleitung zu unserem nächsten Schwerpunkt "Fintieren" ist. Insofern sehe ich schon, dass wir da auch gut in den Dialog kommen, der im Trainingsalltag oft zu kurz kommt.
Lubis und Thomekz Aufzählungen haben noch viel mehr gute Ideen, was man auch noch alles hätte reinschreiben können - besonders dazu, wie die Jungs den Trainer sehen. Auf der anderen Seite soll es natürlich nicht dazu führen, dass es den Umfang einer Klassenarbeit bekommt.
Checkliste für eine Befragung
1. anonym oder nicht anonym?
2. offene Fragen oder "Bewertungsskala"?
3. Priorisierung der wichtigsten Fragen - angemessene Länge und Ausführlichkeit der Befragung finden
4. Vermeidung von Suggestivfragen
5. Einen Plan haben, was man mit der Befragung anfängt