Beiträge von MichaMittelfeld

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    Natürlich muss man im Kifu auch die Eltern mitnehmen. Sie müssen vor allem das Ausbildungsprinzip mit Positionsrotation und "alle sollen spielen" mittragen, da ergeben sich viele Reibungspunkte aus Unkenntnis.


    In diesem Fall bin ich aber bei Karl bzw. nicht bei guenter und @nitram: Ich sehe noch keinen Grund, daraus auch eine Elternsache zu machen. Was haben wir an Aussagen zu den Eltern? Drei Spieler haben es ihren Eltern gesagt (wir kennen keine Rückmeldung dazu), und "Die Mannschaft und auch die Eltern sind ohnehin sehr sehr schwierig" (wie viele Eltern von wie vielen insgesamt?). Ich finde das Kapitänsamt wiederum zu stark überhöht, wenn man daraus noch eine Vollversammlung macht: das Risiko ist groß, dass ein Teil der Eltern sagt: "also nee, echt", "kann der das nicht alleine regeln?" "Ich wusste gar nichts davon, ist ja auch Sache des Trainers und der Mannschaft".

    Ungefähr so?


    "wir haben in der Hinrunde probiert mit einem festen Kapitän zu spielen. In der Rückrunde wollen wir es jetzt mal damit probieren, in jedem Spiel einen neuen Kapitän zu ernennen. Vielen Dank erstmal an den bisherigen Kapitän, der hat das sehr gut gemacht!


    Den Kapitän bestimmen wir dann immer am Spieltag. Natürlich soll im Laufe der Zeit jeder mal Kapitän sein. Wir schauen aber auch, wer im Training (oder beim Aufwärmen vor dem Spiel) nicht so richtig mitmacht und wer sich total reinhängt."


    Dann musst Du nur noch aufpassen, dass sich nicht 3 Spieler zwei Wochen total reinhängen und einer davon nach 2 Wochen enttäuscht ist, weil er noch kein Kapitän war - die anderen beiden aber schon. Also: Kommunikation und ein paar freundliche Worte immer wieder sind wichtig.

    ICh brauche dringend eure Hilfe ich möchte das morgen mit den Kindern klären nur wie ? Sie schießen eben hintenrum mächtig gegen ihn nicht alle aber einige !!!!!!!!!

    Für das weitere Vorgehen schließe ich mich DSV und paulwurf_mauli an: wechselnder Kapitän in der E. Aber morgen im Gespräch musst Du schon dafür sorgen, dass der ex-Kapitän (Trainersohn hin oder her) unbeschadet aus der Sache rauskommt. Denn wenn es ganz schlecht läuft, hat der ex-Kapitän bei den Spielern danach noch ein größeres Akzeptanzproblem.

    deswegen will ich auch nicht drauf rumhacken

    Mein Fragen sollten auch kein "Rumhacken" sein (kann vielleicht so rübergekommen sein). Die Beantwortung der Fragen ist für mich nur wichtig für die "Strategie" des Gesprächs, das @team412 offenbar als heikel empfindet.

    Eins habe ich noch nicht verstanden

    obwohl er nicht mal was dafür kann denn ich habe auch mit ihm nicht mehr über die Kapitäns Sache gesprochen demnach ist er davon ausgegangen er ist es noch

    Dein Sohn hat die "Absetzung" als Kapitän nicht mitbekommen . . .

    Jetzt erzählen die Kinder den Eltern mein Sohn hätte sich selbst als Kapitän ernannt

    .... aber ein Teil der anderen Spieler?


    Wie kann denn das passieren? Und was sagt Dein Sohn jetzt? Hat er die "Distanzierungen" mitbekommen? Weiß er jetzt "Bescheid"?


    Vor dem Gespräch mit der Mannschaft würde ich an Deiner Stelle die Situation mit Deinem Sohn klären.

    Hallo Zodiak,


    das "verbindliche Interesse" meinerseits hinge von den Themen, der Methodik und dem Durchführungsort ab. O.k. der Termin muss auch stimmen, aber mit Vorlaufzeit wird das gehen.


    Ich könnte mir vorstellen, dass einige Forumsmitglieder nicht nur an Vorträgen oder Referaten, sondern auch an Erfahrungsaustausch und Diskussion (ggf. mit Impulsreferaten) interessiert sind. Ich nenne mal relativ willkürlich ein paar der Themen der letzten Tage:

    • Konfliktlösungen mit Spielern, Eltern und/oder Trainern
    • Disziplin und "Bestrafung"
    • Schwierigkeiten im täglichen Umgang mit oder bei der Einführung der FPL-Liga
    • Erstellung, Kommunikation und Durchsetzung von Jugendkonzepten
    • Balance zwischen Ansprüchen des Trainers und Ansprüchen der Mannschaft/Eltern: z.B. Trainingsinhalte und -durchführung, Sinn und Unsinn von Taktiktraining im Breitensport



    P.S.: "Fach"-Beiträge oder Vorträge, die aktiven Forumsteilnehmern aufregende Neuigkeiten liefern, werde ich wohl kaum beisteuern können.

    Ich habe noch Verständnisfragen:


    Verstehe ich das richtig, dass das Hauptproblem die Abstände der AV zu den IV sind?
    Würdest Du sagen, dass die Ursache darin liegt, dass die horizontalen Abstände noch nicht verfestigt sind? Dann wären noch "isolierte" Übungen mit der Viererkette angebracht.
    Oder verlassen die AV erst dann den Verbund, wenn die vertikalen Abstände zur Mittelfeldkette nicht stimmen? Wenn die Mittelfeldkette sich zu langsam formiert und/oder zu große Abstände einhält, müssten Übungen nämlich im gemeinsamen Verbund der beiden Ketten erfolgen.




    Ach so: eins noch

    Wir haben das Spiel mit 0:6 gegen einen höherklassigen Gegner verdient verloren.

    Also, ich kenne (und hatte) Spiele gegen höherklassige Gegner, die noch deutlicher ausgingen. Deshalb halte ich das Ergebnis gar nicht für so schlimm. Vielleicht löst aber "höherklassig" als Ankündigung bei den Spielern schon übermäßigen Respekt statt Vorfreude und Ehrgeiz aus?


    P.S.: Hatte kürzlich das Vergnügen, einem B-Jugend Bezirksligisten mit Mittelfeldplatz bei einer 1:6-Schlappe in einem Testspiel gegen einen Gegner aus der nächst niedrigeren (!) Klasse zuzuschauen. Da wäre doch deutlich mehr Handlungsbedarf, oder?

    "Passivität" bei gegnerischem Ballbesitz

    doch noch einmal mit der Vermittlung von individual-taktischen Verhalten zu probieren

    Marc19: Auf eines musst Du gefasst sein, wenn Du mit den individualtaktischen Verhalten anfängst: Das "schulmäßige" Verhalten im defensiven 1:1 sieht für "Laien" oft so aus, als wenn der Spieler nicht richtig "rangeht". Wenn man das mit den Jungs trainiert, kommt genau dann im Spiel der Zwischenruf "geh doch mal richtig ran" des genervten Vaters, wenn der Junge tatsächlich mal versucht, den Gegner abzulaufen und/oder den Passweg zuzustellen.


    Der furcht- und sinnlos ins Leere grätschende Spieler wird dafür über den grünen Klee für seinen Einsatz gelobt und dem "zaghaften Zauderer" im unglücklichsten Fall noch als Vorbild vorgehalten. Das sollte Dich aber nicht vom rechten Wege abbringen.


    Passivität bei eigenem Ballbesitz:
    Schließe ich mich @toto2s Fragen an: Was ist vorher passiert? Klingt für mich ein bisschen so wie die typischen Abwehrspieler in einem Dorfverein, denen man seit der F-Jugend einbläut hinten dicht zu machen, die Mittellinie nicht zu überqueren und bei Balleroberung "sicher" zu klären. Rotiert wurde vermutlich in der Vergangenheit auch nicht viel . . . Dann braucht es Zeit, viel Zuspruch, zahlreiche technische Übungen für Ballan- und -mitnahme, Passspiel und Ballführung. So bekommen die Spieler Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Spielformen mit Provokationsregeln (z. B. 1. die Abwehrspieler müssen den Ball 3-5 mal berühren, bevor sie ihn abspielen, 2. einer der Abwehrspieler muss mit dem Ball die Mittellinie überqueren, 3. Tore zählen nur, wenn der Abwehrspieler den letzten (oder vorletzten) Pass gespielt hat.) unterstützen die Fortschritte in Technik und beim Aufbau von Selbstvertrauen. Lobe auch "schiefgegangene" Versuche, wenn ein Abwehrspieler Initiative zeigt und nimm die ganze Mannschaft in Verantwortung für einen möglichen Fehlpass oder Ballverlust.

    einen Tag nur mit Teambuilding zu machen

    Hallo raicoon,


    meine Erfahrung: Wenn die Differenzen massiv sind, wird ein Tag nicht reichen. Dieser Tag muss im Training regelmäßig "nachgelebt" werden.


    Ich hatte die letzten zwei Jahre in einer D-Jugend auch große Schwierigkeiten, erst in der 2. Saison waren überhaupt Ansätze zu erkennen (Passen auch mal zu den schwächeren Spielern, Unterhaltungen im Training zwischen Spielern, die vorher nichts miteinander zu schaffen hatten, Spieler, die sich nach Toren umarmen). Unsere dreitägige Abschlussfahrt hat auch allen sehr gut gefallen, war aber eben der Abschluss von zwei herausfordernden Jahren. Und eine eingeschworene Truppe war das immer noch nicht. Da wäre sicher noch mehr drin gewesen, dafür hätte ich aber "Teambuilding" bei der Trainingsplanung noch stärker in den Vordergrund stellen müssen.


    Was ich aber gemacht habe: ab und zu die klassischen Teambuilding-Spiele im Aufwärmprogramm, zum Teil mit Fußballbezug. Kettenfangen hat den Jungs (fast) immer Spaß gemacht. Einen "blinden" Partner durch einen Parcours führen war eine interessante Abwechselung. Und Paralleldribbeln durch einen Parcours und sich dabei über Hobbys unterhalten hat außerdem noch die kognitiven Fähigkeiten geschult. Im eigentlichen Training öfter Wettbewerbe (Parcourswettbewerbe, kleine Turniere (ist aber auch einmal tierisch in die Hose gegangen)) und einen Abschlusswettbewerb zum Ende der jeweiligen Trainingsschwerpunkte (ein toller Tipp hier aus dem Forum von Tirus). Immer wieder schöne Erlebnisse - und immer wieder Rückschläge.


    Eine Idee kommt mir noch, die ich nicht ausprobiert habe: "Teambuilding" als Trainingsschwerpunkt für ca. 4 Wochen. Der soll für die Kinder gar nicht so heißen, enthält aber vor allem entsprechende Übungen. Macht vermutlich in der Trainingsvor- und nachbereitung deutlich mehr Arbeit als ein Trainingsschwerpunkt "Passen" oder "Dribbeln", weil Du Dir wirklich Gedanken machen musst, was Du erreichen willst und noch genauer hinschauen musst, was passiert. Aber du kannst Dich eben auf die echte Baustelle konzentrieren.


    Übrigens: Die Erfahrungen von @PeterPan habe ich auch gemacht: Wettbewerbe mit geschickter Mannschaftsaufteilung und Aufgabenstellung helfen beim Teambuilding. Und tatsächlich: Lass Streitigkeiten in gewissen Rahmen zu. Je mehr Du eingreifst, desto mehr erwarten die bei jedem Mist das Statement des Trainers.


    Viel Glück!



    Ich antworte hier mal, ohne die entsprechenden Nachweise bzw. Passübungen zu suchen und zu verlinken.


    Eigentlich hast Du zwei Fragen: Wer hat Recht? Und: Egal wer Recht hat, wie gehe ich mit der Meinungsverschiedenheit um?


    Zur ersten Frage: Ihr beide! Spielformen sind toll und gut und sinnvoll, aber auch Endlosspasskombinationen haben ihren Sinn (sie müssen auch nicht eintönig sein).
    Im DFB-Ausbildungskonzept steht bei den Ausbildungszielen D und C-Jugend u.a. so etwas wie "Verfestigen der Grundtechniken": Das funktioniert über Endlospassformen sehr gut. Im Rahmen eines Trainingsschwerpunktes "Passspiel" sind dann im Aufwärmteil Übungen wie Passquadrate oder Passdreieck (Soccerdrills) mit ihren Abwandlungen sehr gut. Wichtig bei den Endlospasssübungen sind:


    - Technikvariationen einfordern, zum Teil mit steigendem Schwierigkeitsgrad: Innenrist-/ Außenristpässe, nur links/nur rechts, Max. drei/zwei Ballberührungen zur Ballannahme und Passpiel oder nur Direktspiel, Ballannahme und Passpiel mit unterschiedlichen Füßen.
    - Laufwege variieren: Richtungsänderungen und variierende Laufwege machen die Endlospasskombinationen auch zur kognitiven Herausforderung.


    Endlospassformen haben außerdem den Vorteil, dass Du besser noch technische Grundlagen beobachten und korrigieren kannst (Körperhaltung in Erwartung des Balles, Fußhaltung bei Ballannahme oder beim Passspiel) das alles soll in einer U15 durchaus vorkommen. Außerdem erreichst über diese gezielten individuellen Technik-Korrekturen bei älteren Spielern tolle Fortschritte.


    Zur 2. Frage: Wichtiger als die harten Argumente sind bei Konflikten manchmal "weiche" Kriterien, die wir als Außenstehende gar nicht beurteilen können (Vereinsstruktur, "Standing" der handelnden Personen, wie wird ein (eventuell vorhandenes) Ausbildungskonzept von den Verantwortlichen gelebt und (miss)verstanden, "informelle" Hierarchien. Warum nimmt der sportliche Leiter Einfluss auf die Trainingsgestaltung? Oder vielleicht nimmt er gar nicht Einfluss (wenn man ihn fragt), sondern er geht davon aus, einen guten Tipp gegeben zu haben und wundert sich über die "Verbohrtheit" des Trainers.


    Meistens sind gute Konfliktlösungen diejenigen, womit beide Seiten gut leben können.


    Wenn das Euer einziger fachlicher "Konflikt" ist, kannst Du ihm gegenüber so etwas sagen wie: "Habe zurzeit einen anderen Trainingsschwerpunkt, aber im März ist der Schwerpunkt "Passpiel als Grundlage der Ballkontrolle" geplant, da werden sicher Endlosspassübungen fester Bestandteil sein". Du kannst auch so weit gehen, dass Du sagst: "Da habe ich Endlosspasskombinationen zwar nicht besonders eingeplant, werde das aber berücksichtigen - danke nochmal für den Hinweis". Im Hauptteil kannst Du sinnvoll mit Spielformen auf den Passkombinationen aufbauen, weil so am besten das Passspiel unter Gegnerdruck trainiert werden kann.





    Totti,


    meine Erfahrung mit einseitig ausgebildeten Jugendlichen bezieht sich auf die D-Jugend, Euer Spieler ist also 2 Jahre jünger:


    Die vielen positiven Dinge, die Kinder aus dem Fußball mitnehmen können, sind dem einzelnen Kind unterschiedlich wichtig: Für den einen ist Fußball das tolle Gemeinschaftserlebnis im Team, für den anderen die Gelegenheit, seinen Idolen nachzueifern, andere freuen sich auf die Gelegenheit den besten Freund wiederzusehen und für wieder andere ist das samstägliche Spiel der Höhepunkt der Woche, dem sie ab Montag Morgen entgegenfiebern. Für die wenigsten Kinder ist der Hauptspaß "Tore verhindern". Sie wissen, dass es irgendwie dazu gehört, aber was wirklich zählt, sind die geschossenen Tore.

    Dein Spieler (ich vereinfache) setzt für sich die drei wichtigsten Prioritäten so: 1. Ich schieße Tore 2. Ich schieße Tore 3. Ich schieße Tore. Das ist ihm nicht vorzuwerfen, das ist die kindliche Freude am Spiel: Tore schießen macht am meisten Spaß. Uns Trainern kommt die Aufgabe zu, diesen Spaß zu erhalten und zusätzlich zu vermitteln, dass noch mehr dazu gehört.


    Du musst leider das nachholen, was bisher versäumt wurde: Vermitteln, dass Fußball nur im Team funktioniert: alle greifen gemeinsam an und alle verteidigen gemeinsam. Das wird dauern: Je älter die Kinder bereits sind, desto länger. Versuch auch mal rauszubekommen, welche Sichtweise auf den Fußball in der Familie herrscht: @uzunbacak hat Recht: Ich habe in einer D-Jugend nach 1,5 Jahren erfahren, dass der Spieler, der sich am hartnäckigsten gegen Einsätze in der "Abwehr" wehrte, 5€ (!) pro Tor bekommen hat.


    Zwei Dinge würde ich nicht machen: 1. Auf die Rotation zu früh verzichten 2. Die Rotation gnadenlos durchziehen ohne das Kind dabei zu "begleiten" und zu sehen, wie es ihm dabei geht. Durch die vielen geschossenen Tore hält er sich vielleicht auch für den "wichtigsten" Spieler, nicht im Sinne einer Herabsetzung der anderen, sondern er versteht einfach nicht, wie ein Trainer darauf verzichten kann, so einen tollen Stürmer zu haben. Sprich regelmäßig mit ihm, lobe im Training vor allem gelungene Balleroberungen und Pässe, lobe auch "Abwehraktionen" von anderen Spielern, so dass er es mitbekommt. Ich habe Tore öfter dadurch auch gelobt, dass ich Kevin gesagt habe: "Das ist auch Dein Tor, weil Du dem gegnerischen Stürmer den Ball so geschickt abgeluchst hat und dann den schönen Pass auf Patrick gespielt hast."


    Ich wünsche Dir ein glückliches Händchen und immer Geduld und Aufmerksamkeit. Ich hatte (und habe) sie nicht immer für jeden Spieler





    Wir wurden nach und nach (meistens als Weihnachtsgeschenk) ausgestattet mit: Trainingsanzug, Stadionjacke, Regenjacke, Polohemd (jeweils mit Vereinslogo und/oder Namen, z.T. mit Beschriftung "Trainer").


    Ich trage bei Spielen und Training grundsätzlich sportliche Kleidung, dabei ist immer ein Teil der o.g. Vereinskleidung. Wenn man sie schon gestellt bekommt, finde ich das selbstverständlich. Und wie open-minded sagt: Es macht es auch den Vertretern des Gegners, Turnierorganisatoren und Schiedsrichtern einfacher.


    Fußballschuhe trage ich schon alleine deshalb, weil ich auf dem Aschenplatz mir keine anderen Schuhe versauen möchte. Und nachdem ich beim Kunstrasen-Training mal spontan von den Jungs zum Mitmachen beim Torschuss aufgefordert wurde und die Sportschuhe danach wie Sandalen aussahen, trage ich auch auf Kunstrasen mindestens meine Hallen-Fußballschuhe.

    Hallo TW-Trainer,


    ich bin in diesem Jahr erstmalig bei einer A-Jugend als Co-Trainer, und das ist eine Spielgemeinschaft aus meinem "Heimatverein" und dem "Nachbarverein". Sie spielt erst seit 1,5 Jahren zusammen, letztes Jahr noch B-Jugend. Mein Einblick ist also rudimentär, schau mal ob dabei eine Info ist, die Dir hilft


    zu 1: Mein Heimatverein möchte grundsätzlich so viele A-Jugendliche in eine der 3 Seniorenmannschaften übernehmen wie möglich. Allerdings spielt auch die 1. Mannschaft nur zweitunterste Kreisklasse, so dass sich die Frage nach dem "Talent" und der Ausbildung weniger stellt.


    zu 2 und 3: Wir haben in der SG nur älteren Jahrgang aus dem anderen Verein. Von Vereinsseite ist da m.W. keiner auf uns zugekommen. Unser Trainer hat aber bereits im Herbst die Seniorentrainer angesprochen, um den A-Jugendlichen die Trainingsmöglichkeit bei den Senioren zu geben. Das gilt übrigens auch für 2 jüngere A-Junioren, die einfach körperlich etwas mehr gefordert werden wollen. Beide Seniorentrainer der jeweiligen 1. Mannschaften (Heimat- und Nachbarverein) waren da kooperativ.


    zu 4: nein, im Moment sind wir darauf angewiesen, dass diese Jungs in der A-Jugend die Spiele bestreiten.


    zu 5: im Heimatverein besprechen sich Jugendleiter und der Leiter der Seniorenmannschaften im Rahmen der Saisonplanungen. Im Nachbarverein ist die Jugendarbeit in den letzten Jahren erst wieder im Aufbau, so dass es vermutlich kein "etabliertes" Verfahren gibt. Irgendwann werden sich wohl die 3-4 in Frage kommenden Spieler mit den Seniorentrainern unterhalten müssen, unser Trainer wird sich drum kümmern.


    zu 6: Habe bisher nichts gehört.


    zu 7: Gibt es Konfliktpotenzial zwischen den Seniorentrainern? Vor allem, wenn zwei Seniorenmannschaften in ähnlichen oder gar gleichen Leistungsklassen spielen und/oder beide Trainer sich nicht richtig "grün" sind.

    Wenn der Kapitän auch wegen des Kapitänsamtes die Lust verliert, würde ich ihn fragen, ob er es abgeben möchte.


    Nach der langen Verletzung soll er erst mal wieder Fuß fassen und Vertrauen in seinen Körper bekommen. Bei einem solchen - völlig normalen - Prozess hilft niemandem die zusätzliche Verantwortung durch das Kapitänsamt.


    Vielleicht ist er erleichtert! Dann erklärst Du es genauso der Mannschaft: wir brauchen einen neuen Kapitän, weil . . . Ich würde bei der Gelegenheit die Mannschaft in die Verantwortung nehmen. Die bisherige Interpretation der Kapitänsrolle "er würde zu wenig Kommandos geben und die Mannschaft nicht wirklich führen" ist ein tolles Alibi für Spieler, selber unter den eigenen Möglichkeiten zu bleiben. Durch den Mannschaftsrat verteilst Du ohnehin Verantwortung auf mehr Schultern.


    Ein Kapitän muss nicht der geborene Wortführer sein. Nur wenn dazu noch Introvertiertheit kommt, wird es schwierig.


    Im englischen Sprachraum gibt es den Begriff des "Leading by example": Kapitäne, die beim Training und auf dem Platz zuverlässig guten Einsatz zeigen, sich nach einem Gegentreffer nicht hängen lassen, und auf dem Platz positiv wirken, in dem sie ein gutes Wort für eine verpatzte Aktion finden, können mehr bewirken als ein lauter Kapitän, der bei Spielern den den Eindruck erweckt, er "kommandiert nur rum".

    Hallo BJL,


    ähnliches Thema (auch die Klasse und Positionierung im Mittelfeld ist ähnlich) könnten wir auch haben,
    weil nach langer Verletzungspause uns der zweite Stürmer zur Rückrunde zur Verfügung steht.


    Ich erinnere mich, dass das Thema 4-4-2 mit Raute hier im Forum von einem alten Hasen mal als sehr anspruchsvoll bezeichnet wurde. Ich glaube, das war TW-Trainer an dieser Stelle:


    Training und Übungen zum Thema "Rautenbildung"


    Auch wenn Du dir das Ganze gut überlegt hast, hier noch ein paar weitere Überlegungen:
    1. Hast Du ausreichend Trainingsbeteiligung, um das systematisch zu trainieren? Sonst passiert Dir im Ergebnis das gleiche wie unserer B-Jugend
    (fast ausschließlich älterer Jahrgang). Sie spielt seit vielen Jahren offiziell "mit Raute". Es ist eine ordentliche Truppe, die im Kern seit F zusammenspielt und schon allein deshalb in ihrer jeweiligen Staffel immer zu den besten gehört, aber für den angestrebten Aufstieg in die Leistungsklasse fehlt dann doch immer etwas. Bei Niederlagen stellen die Trainer diffus fest: "Im Mittelfeld wird nicht genug gearbeitet". Meiner Beobachtung nach liegt es an unzureichendem Training des Defensivverhaltens einer Raute.
    2. Wäre es den Aufwand des Trainings wert, auch wenn einer der Schlüsselspieler, die Dich zu den Überlegungen führen (z.B. der zweite Stürmer) länger verletzt ausfällt?
    3. Du hast den zweiten Stürmer erst in der nächsten Saison, das könnte dafür sprechen, das System auch erst zur nächsten Saison vorzubereiten.
    4. In einer Kreisklasse-Jugend gibt es ggf. noch fußballerische Defizite. Denk allein einmal an die Grundlagen im defensiven 1:1. Wir haben bei unseren 16 Spielern max. 2-3 Spieler, denen ich das so zuverlässig zutrauen würde, dass man mit denen tatsächlich eine "Lenkung des Gegners im Mannschaftsverbund" trainieren könnte.


    Ich will Dir damit nicht abraten: Ich finde es gut, selbst in einer Kreisklasse A-Jugend des Jungs verschiedene Spielsysteme nahezubringen. Dadurch erhält man die Neugier am Fußball und stimuliert die Jungs, auch nach 8-10 Jahren aktivem Fußball noch Neues zu entdecken und sich weiter zu entwickeln. Wir spielen munter "durcheinander" verschiedene Systeme 4:2:3:1, 4:4:2, 4:3:3, je nachdem wer am Spieltag dabei ist, wechseln teilweise während der Halbzeit oder unterscheiden zwischen System bei eigenem und bei gegnerischem Ballbesitz. Nicht dass jemand denkt, wir als Trainer oder die Jungs "beherrschen" die Systeme, es ist eher ein pragmatischer Ansatz, einzelnen Spielern ihre Rolle etwas näher zu bringen.


    Das hat natürlich immer Defizite in der Umsetzung, aber ein systematisches Training mit Fokussierung auf die Raute wäre mir als festes "System" zu großes Risiko.


    Wenn Du es machst, wäre eine nachträglicher Erfahrungsbericht sehr interessant (Inhalte und Zeitbedarf des Trainings für die Systemumstellung, Beobachtungen mit dem neuen Spielsystem zu Anfang, vorgenommene Anpassungen und weitere Trainings und ein abschließendes Fazit ) sehr interessant.



    Gruß


    Michael

    Ich räume ein, Regel 3 war nicht umgesetzt. Aber das hatten die Veranstalter auch gar nicht vorgesehen, denn in der Mitte thronte der Zeitnehmertisch. Die Trainer hatten auf Ihren Bänken Platz zu nehmen.

    Du kaufst ein neues Auto: Es gibt drei Grundregeln: 1. Lasse ihn regelmäßig warten. 2. Betanke ihn immer mit dem richtigen Kraftstoff 3. Beachte die Regeln des Straßenverkehrs und der Physik. Du befolgst 1. und 3. ganz streng und lässt den freundlichen Tankwart um die Ecke statt Diesel Super Plus einfüllen. Was wäre Dein Fazit: "Die Sch****karre taugt nix!!"?


    Alle drei Regeln zur Durchführung des Spiels sind gleich wichtig. Wenn eine nicht eingehalten wird, ist die Gefahr groß, dass es nicht klappt.

    Den Ansatz, Ergebnisorientierung durch Nichtnennen eines Ergebnisses zu verhindern ist in etwa so, wie die Idee, durch Nichtmessen von Geschwindigkeiten im Strassenverkehr die Anzahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen zu reduzieren.

    Sehe ich nicht so. Ich würde Spielen mit Tabellen im Kinderfußball vergleichen mit der einer Auszeichnung für den besten Autofahrer nach dem Kriterium, wer die Strecke Freiburg-Pforzheim in der kürzesten Zeit zurücklegt. Nicht jeder der Teilnehmer wäre automatisch ein Wahnsinniger, aber die Regeln des Wettbewerbs ermöglichen den Wahnsinn. An diesem Autofahrerwettbewerb möchte ich weder teilnehmen noch in der Nähe sein, wenn gerade der Teilnehmer unterwegs ist, der um jeden Preis gewinnen will. Du etwa?


    Das Einzelergebnis darf ja weiterhin erzielt werden. Am Spieltag sollen die Jungs und Mädels alles für den Sieg geben dürfen.


    Und am nächsten Spieltag geht alles wieder auf Null: Die Abwesenheit von Ergebnislisten und Tabellen führt dazu, das niemand in das Spiel mit dem falschen Ansatz geht wie: "Jetzt geht´s gegen den Tabellennachbarn, den müssen wir unbedingt schlagen". Oder: "Da kommt der Tabellenletzte, alles andere als ein deutlicher Sieg wäre eine Enttäuschung". Durch diese - teils unterschwelligen und gar nicht böse gemeinten - Erwartungshaltungen bringen Trainer und Zuschauer oft viel mehr Stress rein als es den Kindern beim Fußballspielen gut tut. Der Spaß des Augenblicks ist viel wichtiger als das Fazit am Saisonende in Form eines Tabellenplatzes.

    Hallo Jonas,


    Deinen provokanten Thesen stelle ich eine gegenüber


    "Von den drei wichtigen Grundregeln zur Durchführung eines Spiels nach den Regeln der Fairplay-Liga (1. Zuschauerabstand vom Spielfeld, 2. Kinder entscheiden selbstständig über Spielunterbrechungen, 3. Trainer begleiten aus gemeinsamer Coaching-Zone und greifen nur ein, wenn sich die Kinder nicht einigen) habt Ihr beiden Trainer mindestens 1 Regel (Regel 3, vielleicht auch die Regel 2, das wird aus dem Beitrag nicht ganz klar) mangelhaft umgesetzt. Damit sind Deine Erfahrungen leider für die Beurteilung von Pro und Contra Fairplay-Liga nicht geeignet."


    Trotzdem Danke für Deinen Beitrag, jeder Beitrag und jede Diskussion ist das Ziel wert - und viele andere Beiträge im Forum und auch wieder in diesem Thread zeigen es.


    Das Ziel ist nicht, Kindern im Sinne einer "Kuschelpädagogik" die Lust am Gewinnen oder den Frust über Niederlagen zu nehmen. Das Ziel ist, den Kindern die Lust am Fußballspielen zu erhalten, indem übermäßiges Beeinflussen durch Eltern und Trainer unterbunden wird. Es soll das vielerorts etablierte falsche Leitbild (erfolgreicher Kinderfußball bemisst sich an den Ergebnissen und diesen Ergebnissen werden wichtige Leitlinien des DFB-Ausbildungskonzeptes untergeordnet) korrigiert werden.