Erstmal danke für die rege Diskussion und die zahlreichen Wortmeldungen 
Ich habe eine kurze Frage, warum ist eine mittelmäßige D Jugendklasse eigentlich eine höhere sportliche Herausforderung.
Nun, weil die Kinder ein Jahr älter sind, was nicht nur physisch, sondern auch geistig eine fortgeschrittene Entwicklung erwarten lässt. Hinzu kommt die größere Erfahrung weil sie im Mittel ein Jahr länger organisierten Fussball spielen.
Viele der sog. leistungsbezogenen Vereine ziehen gerne ihre Jahrgänge in den jüngeren Jahrgängen hoch.
Bevor es bei uns im Ruhrgebiet den Reviercup für die NLZ gab, haben das die Profivereine alle so gemacht. Dann kann es doch nicht so verkehrt sein.
Wenn eure Mannschaft wirklich so stark ist, werdet ihr problemlos starke Gegner finden, wo ihr euch auf Augenhöhe messen könnt. Lediglich die Fahrten werden etwas weiter.
Ich möchte hier eigentlich keine Diskussion darüber führen, wie stark wie wirklich sind. Was sagen Ergebnisse im Kinderfussball schon aus?
Ich bin der Meinung, dass unsere Jungs gegen die meisten 2004er-Kinder bestehen können. Natürlich können Spiele auch verloren gehen, aber solange keine Überforderung eintritt, brauch ich als Trainer kein schlechtes Gewissen haben. Nur wer an seine Grenzen stösst, hinterfragt und verbessert sich. Das gilt nicht nur für die Kinder, sonder auch für uns Trainer.
Dass die Anzahl der Ballkontakte tendentiell sinkt, wird wahrscheinlich richtig sein. Andererseits steigt die Spielzeit um 10 Minuten...
Dass mannschafts- und gruppentaktische Anforderungen zwangsläufig steigen, sehe ich nicht so. Als Trainer musst Du Dir die Frage beantworten, ob Du Trainer einer D-Jugend oder Trainer einer E-Jugend bist, die lediglich ihre Spiele auf größerem Feld gegen ältere Gegner bestreitet. Wie würdest Du die Frage beantworten? Daraus folgen nämlich Deine Trainingsinhalte.
Die Trainingsgestaltung wird sich nicht groß ändern. Individualtaktik/Finten/1:1/Spielformen stehen weiter im Mittelpunkt. Vereinzelte gruppentaktische Elemente streuen wir jetzt schon ein. Die Trainingsgestaltung orientiert sich am Leistungsvermögen und den Möglichkeiten der Kinder, nicht an der Liga, in der wir spielen.
Trotzdem möchte ich erläutern, wieso die mannschafttaktischen Anforderungen an die Kinder steigern: Ich meine damit nicht die Ansprüche, die wir Trainer an die Kinder stellen, sondern dass, was das Spiel von den Jungs fordert. Es gibt einfach weniger Raum sich individuell zu entfalten, mal was auszuprobieren und ein bisschen Straßenfussball zu machen. Das ist aber normal, wenn die Spieleranzahl steigt, egal in welcher Altersklasse. Selbst bei Erwachsenen.
Als Beispiel: Ein herausragend begnadeter Fussballer, der den Ball beherrscht wie kein anderer, eine enorme Ballsicherheit und Gewandtheit mitbringt, ein großes Fintenrepertoire besitzt, aber keine Ahnung von Zusammenspiel, Freilaufen, Absicherung und mannschaftlichen Strukturen hat, wird im
1 gegen 1 - jedes Spiel gewinnen
4 gegen 4 - Spiele entscheiden und prägen können (allerdings nur, wenn er richtig eingebunden ist)
11 gegen 11 - wahrscheinlich ein Hemmschuh für das Spiel sein (vor allem wenn er nicht im Sturm spielt) und die ganze Mannschaft runterziehen
Ich hoffe, damit wird deutlich, was ich meine.
Von Deiner Idee, die Punktspiele in der D-Jugend und Freundschaftsspiele in der E-Jugend zu spielen, halte ich nichts. Wer von allem etwas macht, macht oft nichts so ganz...
Ich habe leider keine praktischen Erfahrungen, deswegen kann ich nur theoretisch drüber spekulieren: Solange die individuelle und nicht die mannschaftliche Förderung im Mittelpunkt steht, denke ich eher, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Kinder werden immer wieder vor neue Spielsituationen gestellt, müssen sich neu anpassen und werden kognitiv gefordert. Das machen wir ja im Training nicht anders. Immer wieder neue Spielformen, Feldergrößen, Toranzahl, Spielfeldabmessungen, Provokationsregeln, Rahmenbedingungen, etc.
Ich habe jetzt von einem befreundeten Trainerkollegen erzählt bekommen, dass in höllandischen NLZ im Kinderbereich auf zwei Felder parallel gespielt wird und die Kinder immer zwischen den Felder hin- und herwechseln, um sie immer wieder mit neuen Spielsituationen, Mit- und Gegenspieler zu konfrontieren. Rotation hardcore sozusagen, um Handlungsschnelligkeit, Umschaltverhalten, Anpassungsfähigkeit, etc. zu schulen. Ich weiß zwar nicht, ob ich das im Detail richtig verstanden habe, aber ich finde diesen Ansatz von der Idee sehr fortschrittlich und nachahmenswert.
Schimanski:
In unserem Kreis kenne ich einige Fälle, die mit Ihren Mannschaften sowohl in der E- als auch in der D-Jugend gleichzeitig an der Punktrunde teilgenommen haben (Es existiert hier keine Festspielregelung zwischen E- und D-Jugend).
Vielleicht ist so etwas bei Euch ja auch möglich?
Da es hier auch vor Saisonbeginn relativ problemlos möglich ist Spiele zu verlegen und die Staffelleiter bei der Spielplangestaltung soweit wie möglich auf die Wünsche der Mannschaften Rücksicht nehmen, könnte ich mir so etwas generell auch vorstellen.
Voraussetzung ist natürlich, dass Eure Spieler/Eltern dies mitmachen und Ihr auf eine dritte Trainingseinheit möglicherweise verzichten würdet.
Ich weiß weder, ob das bei uns im Kreis möglich ist, noch ob wir das gehändelt bekommen. Es klingt spannend, aber auch stressig.
Sicherlich werden ein paar von Schimmis Kickern auch bei der Sichtung
für den DFB-Stützpunkt auffallen und dort eine zusätzliches
Fördertraining bekommen können.
Ich traue es einigen zu, aber wer weiß... 
Gruß, Christoph