Beiträge von Schimanski

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    Ein schönes Bild. Ist nämlich meine Mannschaft *stolz*
    Sorry für off-topic.


    Aus meiner Erfahrung: Ganz wichtig: Eltern mitnehmen, informieren und in die Philosophie einweihen!
    Noch wichtiger: Du bist der Boss und gibst die Regeln vor. Eltern und Kinder haben nicht reinzureden.

    benutzt ihr den Futsalball nur beim Spiel, oder oder auch bei den sonstigen Trainingsübungen?

    Wir haben dieses Jahr zwei Futsal Größe 4 290g (verschiedene Marken), einen Futsal Größe 4 350g und einen normalen Fussball Größe 5 290g mit in der Halle. Übungen, wo jeder einen Ball am Fuß haben muss, mache wir nur draußen. Die vier Bälle werden bei den Übungen, Spielformen und dem Abschlußspiel willkürlich eingesetzt.

    Bin zwar schon einige Tage vorher darauf eingegangen, dass bei der Einführung der FPL immer wieder Trainer gegeben hat, die mit Rücktritt gedroht haben, wenn sie ihre Kinder nicht mehr wie gewohnt von Spiel zu Spiel anbrüllen dürfen, um zu siegen, sondern nur dann ins Spiel eingreifen dürfen, wenn die Kinder nicht mehr weiterkommen. Und dann auch noch gemeinsam mit einem Trainer aus der anderen Mannschaft!


    Dass es dann trotzdem keine massenhaften Austritte nach der Einführung der FPL gegeben hat zeigt, dass es doch eher "Einzeltäter" handel, die für ihren eigenen wöchentlichen Adrenalinkick Kindergarten- und Grundschulkinder brauchen! Als höchst bedauerlich und vielleicht tyisch deutsches Phänomen sehe ich jedoch die große, schweigende Masse der Eltern und Vereinsfunktionäre an, die diesem Treiben der "Kider-Gladiatorenkämpfe" in ihrer Umgebung, für die sie eine Mitverantwortung tragen, kein Ende setzen. Denn noch haben wir zu viele "Jäger", die abseits der Stadien auf den Nebenplätzen tun und lassen können, wie es ihnen beliebt. Noch dürfen sie über ihre Vorstellungen von Drill und Kampf einen Stacheldraht um die kleinen Seelen dieser Kinder ziehen. Denn viele von ihnen wissen selbst gar nicht, was sie tun! Leider emphört sich die schweigende Mehrheit immer nur dann, wenn etwas Schrecklices passiert ist. Aber ist das wirklich nicht vorhersehbar?

    Schade, dass es für einige nur schwarz und weiß gibt. Auf der einen Seite die erbarmungslosen Brülltrainer, die alles dem Erfolg unterordnen und sich nur an der Tabelle orientieren. Auf der anderen Seite die Waldorf-Ausbilder, die die Kinder nur ein wenig spielen lassen wollen und auf das Wettspiel am Wochenende problemlos verzichten können...ich weiß nicht... ist mir zu einfach...da schätzungsweise 99% der Trainer irgendwo dazwischen liegen...

    Nabend,


    die Frage, ob ich recht habe, kann jeder leicht für dich selbst beantworten. Man muss sich nur selbst die Frage stellen, ob man den Trainerjob auch ohne den wochenendlichen Spielbetrieb weiterhin ausführen würde. Ich schätze 9 von 10 beantworten die Frage mit "Nein!". Trotzdem muss man deswegen kein schlechter Trainer sein ;)
    Nichtsdestotrotz sollte man diesen Aspekt bei eine etwaigen Reformation des Kinderfussballs im Auge behalten. Weil ohne Ehrenamt geht`s halt nicht...


    Gruß, Christoph

    5 Tage a 8 Stunden ( mit reichlich Pausen ;)) und bei 100 Kindern ist Anmeldeschluss. Seit Jahren jedes Mal ausgebucht. Vormittags Training und der Nachmittag ist für Turniere gebucht. F und jüngere E zusammen ein Turnier und ältere E und D zusammen eines. Immer nach einem Motto wie Deutscher Meister, Weltmeister usw. Am Ende wird dann vor der Tribüne und den Eltern der jeweilige Sieger gekürt. Mit Urkunde wo der jeweilige Pokal oder die Schale drauf abgebildet sind. Tja und am Rand ( wir spielen auf drei Feldern gleichzeitig ) steht jeweils nur ein Trainer und greift nur im Notfall ein. Übrigens haben wir auch 15-17jährige Jungtrainer/-innen, die das ganz locker hinbekommen ( und dadurch mit der FPL-Idee "aufwachsen" ). Abends werden die Mannschaften neu ausgelost, also immer neue Zusammenstellung.Die Kinder brennen darauf in dieser Woche mindestens ein Mal eine solche Urkunde zu bekommen und Weltmeister oder was auch immer zu werden. Und die Kinder sind auch enttäuscht, wenn sie eben keine bekommen.

    So ähnliche Erfahrung habe ich bei Fussball-Camps in meiner Umgebung gemacht. Das Mischen der Kinder ist schon ein guter Ansatz. Trotzdem sehe ich ein kleines Problem bei der Umsetzung:


    Ich glaube, für viele ehrenamtliche Trainer ist der Wettkampf am Wochenende die "Bezahlung". Das gibt es Adrenalinkicks. Da sieht man die Entwicklung der Kinder. Da vergleicht man sich mit anderen Trainern. Da bekommt das zurück, was man die Woche über investiert hat. Da werden die Ur-Instinkte nach Kampf, Einandermessen und Förderung der eigenen Brut bedient. Fussballer sind die Gladiatoren der Neuzeit und wer will da nicht gerne "seine" Jungs zu Helden machen? Das liegt uns halt in den Genen und viele urzeitliche Triebe müssen in unserer heutigen Industriegesellschaft oft zwanghaft kontrolliert und unterdrückt werden. Mir einer eigenen Mannschaft kann man das hingegen in vollen Zügen ausleben.


    Ich glaube "nur" Trainer ohne Wettkampf will kaum einer unentgeltlich machen. Ich schließe mich da übrigens ein. Das ist dann so ähnlich wie Klavierunterricht und Ballett. Sowas gibt es nur gegen Bezahlung. Ehrenamtliche wird man schwer finden. Wenn man so Wochenenden veranstaltet, wo man die Kinder zum Kicken mischt, wird für viele Trainer der Reiz ausbleiben.

    Hallo,


    die Münchener Fussball-Schule hat ja auch ein kostenpflichtiges Online-Portal, von dem die Videos scheinbar übernommen sind.
    Die Taktikvideos zum 6+1 habe ich mir alle angeschaut. Schon alleine durch die Spieleranzahl sollte klar sein, dass sie sich für U11, U10 und U9 eignen.
    Für unsere U10 (gute Breitensportmannschaft) sind nur die einfachen Spielzüge interessant, trotzdem konnte ich auch von den anderen Videos einiges mitnehmen und fand den Input bereichernd.


    Natürlich soll im Kinderbereich nicht mannschafts- und gruppentaktisch geschult werden. Aber Fussball in dem Alter wird schließlich 7 gegen 7 gespielt, also gibt es auch mannschafts- und gruppentaktische Effekte. Ich denke alleine das Wissen darüber, was die Kinder falsch gemacht haben oder anders machen können, ist für die meisten Trainer interessant. Wieviel man den Kindern dann in dem Alter wirklich "reinredet" und von ihnen fordert, muss jeder selbst wissen. Ein einfacher, als Technikübung getarnter Spielzug mit Auftaktbewegung, Klatschen lassen, Doppelpass und steil gehen, sollte keine E-Jugend überfordern. Wenn die einzelnen Elemente dann im "freien" Spiel auftauchen, braucht man kein schlechtes Gewissen zu haben ;)


    Auch so Hinweise wie: Bei Ballbesitz breit stehen und auffächern, gegen den Ball und bei langen Abschlägen kompakt werden, etc. darf man einer E-Jugend ruhig beibringen. Ist natürlich auch Mannschafttaktik, kostet aber keine wertvolle Trainingszeit, nur ein paar Sekunden Aufmerksamkeit. Streng genommen darf man zu Bambini auch nicht sagen: Alle greifen an, alle verteidigen zusammen. Ist auch Mannschaftstaktik.... =)


    Gruß, Christoph

    Guardiola-Philosophie ;)


    Interessanter Einwand. Das habe ich mich bis jetzt noch nicht getraut. Dafür sollte die Spielform aber schon rund laufen und verinnerlicht worden sein.
    Diese Ergänzung ist auch eher empfehlenswert für ältere Kinder, wenn man aufs 9er- und 11er-Feld springt und das Spiel sehr statisch wird. Ein Problem, was nach meinen spärlichen Eindrücken, aber viele Mannschaften im mittleren Jugendbereich haben. Die Kinder bekommen von Trainern und Eltern zu oft gesagt, sie sollen die Positionen und Ordnung halten und limitieren dadurch ihren Einfluß.
    In der E und im Kleinfeldbereich ist es ja meist so, dass die Kinder noch stark auf den Ball fixiert sind und eher Input in Sachen Raumausnutzung brauchen...

    thomasg: Ich kann deine Beobachtungen 100% nachvollziehen.

    Anspieler habe ich bislang noch nicht eingesetzt, da ich fürchte dass sich diese nicht als Teil einer Mannschaft sehen und nicht so motiviert an die Sache rangehen wie es für eine gute Umsetzung der Idee nötig wäre.

    Ich möchte nochmal betonen und unterstreichen, dass die statischen Spieler auf keinen Fall nur zum anspielen benutzt werden sollen. Im Gegenteil ist gerade die Erweiterung dieser zwei Spieler das Besondere an der Übung.
    Damit soll vor allem das Spiel in die Tiefe und das Klatschenlassen mit dem Rücken zum Tor provoziert werden. Während die Übung das erste mal lief, ist mir aufgefallen, dass auch der hintere Wandspieler von den umsichtigen Kindern immer wieder benutzt wird, um zu verlagern bzw. in Ballbesitz zu bleiben, wenn der Gegner auf eine Seite verschoben hat und es kein Durchkommen gab.


    Eigentlich schult man mit der Übung von den Bewegungen schon viel erwachsenfussball-typische Dinge (z.B, das Angriffsspiel gegen eine Viererkette oder das Ballbesitz-/Aufbauspiel gegen einen kompakten Gegner (durch Verlagerung Lücke suchen)). Am Dienstag in der Halle hat einer unserer besten Spieler fast ansatzlos halb diagonal steil auf den Wandspieler gespielt und ist explosiv in den freien Raum vor dem ballfernen Tor gesprintet - Direktablage - Tor!. Der Spielzug war eigentlich ein simpler Doppelpass. Man bekommt ihn mit normalen Trainingsmethoden spielerisch aber nicht so leicht provoziert. In einem KiFu-typischen Kleinfeldfussballspiel 4:4 oder auch Funino gibt es viel zu selten Situationen, wo ein Spieler mit dem Rücken zum Tor steht. Später braucht man das aber sehr oft. Deswegen sollte man das auch ausbilden.


    Dem instinktiv ballorientiert handelndem Kind wird mit solch statischen Wandspielern die Vorzüge des Positionsspiels spielerisch nahe gebracht und das Zusammenspiel erleichtert. Es gibt ja eine ähnliche Spielform auf zwei Tore mit festen Außenspielern, die neben der Seitenlinie als Wandspieler fungieren. Damit fordert man die Breite des Spiels. Das kommt durch die vier Tore im Funino von alleine, also die Breite. Dafür fehlt oft die Tiefe. Deswegen macht es Sinn bei vier Toren die Überzahlpieler an die Stirnseiten zu stellen.


    Übrigens haben wir Trainer auch schon mal bei der Übung mitgespielt (weil die Spieleranzahl ungerade war). Mein Kollege ist ein sehr guter Fussballer, er hat die Option, auf die Wandspieler zu passen am Anfang aber oft vergessen/übersehen. Aber er hat schnell gelernt und war nachher beigeistert ;) Bei mir war es so, dass ich als Wandspieler am Anfang abgeschaltet und zugeschaut habe. Auch ich habe schnell gelernt und deswegen wollen wir von den Wandspielern auch immer aktives Anbieten und Bälle-fordern sehen. Die Wandspieler können sich zwar nur auf der Linie bewegen, aber trotzdem aus dem Deckungsschatten lösen ;) Im Gegenteil erleichtert die Linie die Entscheidungsfindung (man hat ja nur zwei Optionen: rechts und link) und der Spieler kann sich dafür besser auf andere Dinge konzentrieren (Beobachtung des Spielfeldes, technische Ausführung, etc.). Die Spieler auf dieser Position sollen natürlich immer ausgetauscht werden.


    Gruß, Christoph

    Klingt für mich stimmig und interessant.


    Möchte ich gerne mit meiner jüngeren "E" machen.

    Danke!


    Bei uns - einer guten, relativ leistungshomogenen Breitensportmannschaft, ebenfalls junger E-Jugendjahrgang - ist es schon so, dass die "Dribbler" und die "linearen" Spielertypen bei der Spielform ein wenig abfallen und nicht ganz so viel Aktionen und Spielfreude wie die anderen Kinder haben. Auch im Bewegungsspiel sieht man Riesenunterschiede zwischen den Kids. Umgekehrt bräuchte man die Übung auch nicht machen, wenn sie schon von allen perfekt beherrscht wird... ;)


    Die Spielform erleichtert bzw. fordert durch die Überzahl natürlich das Passen und das Zusammenspiel. Das kann man den Kids auch ruhig sagen. Ich coache manchmal ein wenig, indem ich das Auffächern bei Ballbesitz einfordere. Auch ein "Abholen" des Balles nach einem Tor beim Wandspieler möchte ich nicht sehen. Die Defensive habe ich bis jetzt noch gar nicht gecoacht, eher umgekehrt habe ich einen Spieler, der wegen der vielen Gegentore frustiert war, gesagt, dass mir bei dieser Spielform vor allem das offensive Zusammenspiel wichtig ist. Eine 3:5-Situation ist halt immer schwer zu verteidigen, vor allem wenn ein Mitspieler noch abschaltet. Trotzdem enthält die Übung auch viel Potential im defensivtaktischen Verhalten.

    Hallo zusammen,


    wir trainieren im Moment sehr gerne in dieser Spielform:



    Im Spielfeld spielen zwei Mannschaft à drei Kinder gegeneinander auf vier kleine Tore.


    Zwischen diesen Toren auf beiden Stirnseiten stehen zwei neutrale Spieler, die jeweils der ballbesitzenden Mannschaft zur Verfügung stehen und sich entlang der Linie anbieten können. Also spielt man eigentlich immer eine 5 gegen 3 - Überzahl und hat eine hohe und eine tiefe, statische Anspielstation zusätzlich. Dadurch wird zum einen das Spiel in die Tiefe / das Vertikalspiel und zum anderen das ballbesitzerhaltende Spiel "hintenrum", gefördert.


    Hinzu kommt die Schulung der "Wandspieler". Der offensive Wandspieler lernt mit dem Rücken zum Tor die Bälle auf die nachschiebenden Spieler klatschen zu lassen (und nicht in den Lauf zu bekommen, wie es oft trainiert wird, perspektivisch aber zweitrangig ist). Der defensive wird in der Spielverlagerung / im Spielaufbau geschult. Von beiden Kindern kann man auch Coaching einfordern, weil sie das ganze Spielfeld überblicken können. Beide können das Auflösen von Drucksituationen und Engen durch ein Anspiel fordern und sollten dann auch möglichst schnell weiterspielen, was Mitdenken der nichtbeteiligten Spieler erfordert und idealerweise Freilaufbewegungen und Dynamik hervorruft. Ich habe da selbst bei meiner jungen E-Jugend schon viele kreative Lösungen gesehen.


    Durch den breiten Spielbezug auf die vier Tore und die dazwischen liegende Anspielstation schult man automatisch das Dreiecksspiel. Es geht gar nicht anders. Genauso werden die Kinder durch die breiten Tore und die tiefen Anspielstationen ermutigt, die Spielfelddimensionen komplett auszunutzen. Auch das wird von ganz alleine gelehrt.


    Bei jüngeren Kindern kann ggf. man auf 2 gegen 2 reduzieren, bei älteren auf 4 gegen 4 oder gar 5 gegen 5. Die Übung lohnt sich auch dann, wenn man auf ein größeres Spielfeld wechselt (also von F zur E, E zur D, D zur C).


    Gruß, Christoph

    Als reines Umschaltspiel habe ich das mal in der F gemacht. Dort aber auch nur auf jeweils gegenüberliegende Tore (und nicht über Eck, somit gab es nur zwei Spielrichtungen) und mit klaren Ansagen von mir (z.B. Team blau spielt auf die drei Tore). Das hat damals ganz gut geklappt. Das Feld war allerdings relativ groß abgesteckt, wodurch gerade das Anlaufen der freien Räume im - durch den Trainer provozierten - Umschaltmoment gut geübt und von der Hälfte der Kids auch aktiv praktiziert wurde. Die andere Hälfte hat sich auf Dribbeln und Abschluß beschränkt :D In dem Alter aber wohl normal. Spaß hat es allen gemacht.


    Grundsätzlich bietet die Übung reichlich Stellschrauben, um sie an den Entwicklungsstand der Kinder anzupassen. Das mit dem Kommunikationsaspekt war mir neu. Danke an Steini für diese Variante :thumbup:

    Hab damit allerbeste Erfahrung. Ich war ein absoluter Hallenfan, obwohl wir nur , vielleicht auch gerade deswegen;
    eine Schulturnhalle zur Verfügung hatten. Der Spielanteil in der Halle war bei mir wesentlich höher als die Übungsteile.


    Wegen der kleineren Halle mit 3:3 oder 4.4 auf Kastentore gespielt.
    ständige 1;1 Situatione was praktisch zur Manndeckung in der eigenen Hälfte führte, permanentes Umschalten, kein Gebolze, ständige Konzentration

    Genau diese Erfahrung habe ich dieses Jahr auch gemacht. Wir haben nach den Herbstferien eine Hallenzeit ergattern können und wollten sie als dritte Trainingseinheit erst im zweiwöchigen Rhythmus bzw. auf freiweilliger Basis anbieten. Nach der ersten Einheit war aber klar, dass wir sie möglichst intensiv nutzen müssen(!). 4 gegen 4 - ausbildungstechnisch im E-Jugendalter ein Traum - vor allem mit dem Futsal. Deswegen spielen wir in der Halle auch länger und mehr als draußen. 45 Minuten mindestens.

    Ein Spielsystem dient auch dazu, den Spielern den Raum zu schaffen eine
    erfolgsversprechende 1 gegen 1 Situation überhaupt herbei zu führen.


    Die bereits angesprochene Spielertraube hat dann auch nicht wirklich etwas mit einer ballorientierten Spielweise zu tuen.

    Ein wichtiger Hinweis. Dazu zählt übrigens auch die oft verpönte Manndeckung. Durch die Manndeckung hat man zwangsläufig viele 1:1-Situationen und genau das ist gut für die Ausbildung. Ich sehe gerade bei vielen NLZ-Teams sehr starke Pärchenbildung, vermutlich aus Ergebnisgründen, aber nebenbei schult man auch extrem das Finitieren und den Defensivzweikampf. Das heisst jetzt nicht, dass ich Manndeckung befürworte oder mit aller Macht einfordere, aber "nah am Mann sein" im übergeordneten Kontext des ballorientierten Deckung ist kein verkehrter Ansatz.


    Oft sehe ich im Kinderfussball Spieler teilnahmslos im "luftleeren" Raum stehen, weil sie ja einer "Kette" angehören oder einer Seite zugeteilt sind. Das ist gruselig und nicht zu befürworten. Entweder schieben sie in Richtung Ball und helfen ihren Mitspielern oder orientieren sich an dem passenden Gegenspieler. In beiden Fällen ist die Wahrscheinlichkeit "etwas zu lernen" ungleich höher als den Raum nur zu bewachen.


    Sir Alex: Ein wichtiger Punkt, den ich hier im Thread auch schon angeschnitten habe. Erfolge erleichtern die Umsetzung vieler KiFu-Ziele.

    Moin,


    je älter die Kinder werden, desto mehr wird das Kollektiv bei Spielerwechseln beeinflusst und kann die Kinder frusten, ganz unabhängig vom Leistungsvermögen (wobei eine großtmögliche Homogenität immer ideal ist).


    Gerade bei großen Kadern macht es deswegen in höheren Altersklassen schon Sinn, nur eine begrenzte Anzahl an Kindern zu den Spielen mitzunehmen und weniger durchzuwechseln. Solange jeder mal zu Hause bleibt und man mit Freundschaftsspielen und Turnieren genügend Spielzeit für alle schafft, dürfte das die beste Lösung sein.


    Gruß, Christoph

    Fakt ist aber wohl auch, dass Du in diesem Punkt deutlich - nicht nur ein bisschen - von der Forumsauffassung abweichst, wenn Du darauf verweist, dass Deine 9-jährigen - wie Du ja auch - viel Wert auf Ordnung und Positionsaufstellung legen. Dann war das auch bereits in der Vergangenheit - also F - ein ganz wichtiges Thema. Und ob das in einer F so wichtig ist, bezweifle ich. Die Gefahr dabei ist, dass man im nächsten Schritt verführt wird, die vermeintlich für eine Position gut geeigneten Spieler auch auf diesen Positionen spielen zu lassen (wer A sagt.....).. Eine solche "positionstreue" Mannschaft hat unbestritten bis zu einem gewissen Alter den Vorteil, dass man Spiele gewinnt. Aber vielleicht hätte man den spielerischen Erfolg ja sowieso, weil z. B. ohnehin gute Fußballer am Werk sind. Und ich bin davon überzeugt, dass Kinder nahezu alleine auf die Idee kommen, dass eine gewisse Ordnung von Vorteil ist. .

    Ich lege Wert auf Ordung im 7 gegen 7 weil es anders nicht geht und es ansonsten zu Lasten der Mannschaft und einzelner Kinder geht. Dieses Spielform ist vom DFB und den Landesverbänden für den Spielbetrieb vorgegeben. Anders wäre in dem Alter bestimmt besser.


    Im Training lege ich viel Wert auf Individualtaktik und Spielformen in kleinen Gruppen, alles natürlich ohne Formationen und Ordnung. Auch im 7 gegen 7- Spielbetrieb gibt es fast keine taktische Anweisungen und keinen Rüffel wenn jemand seine Position verlässt. Mir war und ist immer wichtig die Spielfreude und Kreativität zu fördern. Zickig werde ich nur, wenn ich merke, dass jemand nur an sich denkt.


    Ansonsten sind wir nach meinen Eindrücken in unserem Umfeld die Mannschaft, die am meisten rotiert und die meisten "kompletten" Kinder im Team hat. Viele andere erfolgreiche Mannschaften haben sich ihre Spezialisten gezüchtet. Diesen Weg wollten wir trotz Formation in der F-Jugend nie gehen, sind ihn nicht gegangen und werden ihn auch nicht gehen. Die Versuchung ist zweifelsohne groß.


    Ich bezweifel auch, dass man im freien Spiel ohne Positionen komplette Fussballer ausbildet. Das Gegenteil ist eher der Fall. Meine Erfahrung nach sind es irgendwann immer die gleichen, die vorne und die hinten stehen. Mit Positionen UND Rotation kommt man ab einem bestimmten Alter bestimmt schneller ans Ziel.


    Wenn sie auch zu den starken Dribblern gehören, kein Problem. Ansonsten kann ich es kaum glauben, dass Deine Kinder zu solchen Dingen wie "ballorientiertes Verschieben" eine Meinung haben. Ich spiele auch in einer Hobbytruppe und mir ist Spielverständnis so was von egal. Ich bewundere aber Spieler, die gut dribbeln können oder brillante Tore schießen oder oder oder,.... Erst recht bewundere ich das bei Kindern....

    Ich habe da ein anderes Bild vom Fussball. Kopflose Dribbler ziehen eine Mannschaft oft in den Abgrund und in eine Abwärtspirale. Alle sollen mal den Ball und Erfolgserlebnisse damit haben. Wer das anders sieht, sollte besser zum Tennis gehen.


    Die beiden Kinder, die mitspielen, können beides. Dribbeln und Passen. Sie sind in ihrer Entscheidungsfindung beim Spiel mit den Erwachsenen schon relativ stabil. Die Beispiele, die ich genannt habe, waren eher auf die Defizite der Erwachsenen bezogen. Grundsätzlich zeigen beide Kinder schon ein hohes Maß an Verantwortung für die Mannschaft, arbeiten gut gegen den Ball, laufen sich geschickt frei, spielen in unlösbaren Drucksituationen auch mal hinten rum und können schon einfache gruppentaktische Elemente wie einen Doppelpass ausführen und wenden sie auch regelmäßig an. Im Gegensatz zu einigen Erwachsenen :rolleyes:


    Das Spiel mit den Erwachsenen tut beiden Kindern übrigens enorm gut. Das Spielniveau ist natürlich überschaubar und schwankt in Sachen Technik, Taktik und Kondition von keinesfalls Kreisliga C-würdig bis Kreisliga B-Niveau, wobei kaum ein Spieler komplett ist. Die einen sind technisch gut, die anderen taktisch, wieder andere eher konditionell. Wenn es anders wäre, könnten sich die beiden Kinder auch kaum behaupten.

    Gemessen an welchem Ziel?

    Ein kompletter Fussballer zu werden.

    Bei mir wird rotiert, jeder spielt mal hinten, vorne bzw. rechts, links. Ich stelle aber fest, dass die Kinder das gar nicht wollen. Logisch ist für sie ungewohnt und schwieriger. Dementsprechend ist dann auch die Einstellung und die Leistung (die ist mir ja noch schnuppe). Wie geht ihr denn damit um?

    Ich rotiere von Kind zu Kind unterschiedlich. Es gib da mehrere Aspekte: Lernwilligkeit der Kinder, Zufriedenheit der Kinder, Entwicklungspotential, Mannschaftserfolg, Gegner, etc.


    Die ehrgeizigen, lernwilligen, talentierten Kinder spielen überall in etwa gleich viel.
    Die Egoisten bekommen meist ihre Lieblingsposition und dafür weniger Spielzeit. Sie werden aber immer mal wieder woanders aufgestellt und haben dann auch die Möglichkeit zu beweisen, dass sie so wie die obigen behandelt werden.
    Die Kinder, die lernwillig sind, aber noch Defizite in diversen Bereichen haben, werden gegen starke Gegner auf ihren Lieblingspositionen gestellt und durfen sich gegen schwächere Gegner auf anderen Positionen probieren.
    Dann haben wir noch einen sehr talentierten Neuling, der sich noch stark über den eigenen Torerfolg definiert, aber brutal viel Potential mitbringt. Er wird schrittweise an die erste Gruppe herangeführt, spielt aber bevorzugt auf seinen Lieblingspositionen, um ihm den Spaß nicht zu nehmen.
    Rotation während der Spiele mache ich oft davon abhängig, wer schon getroffen hat. Wer Tore hat, kommt raus oder nach hinten. Wer noch nicht getroffen hat, darf nach vorne.

    Die Frage ist aber doch die, ob dieses "während des Spieles immer wieder mal" in der F so richtig ist. Ich nehme mich damit nicht aus, auch ich habe dieses "immer wieder mal" gemacht, halt nett und nicht laut. Wie aber irgend jemand bereits an anderer Stelle angemerkt hat, kommen die Kinder auf dem Bolzplatz auf die Idee, aufzuteilen. Das kommt automatisch. Sollte man die Kinder dieses nicht auch beim vereinsmäßig organisierten Fußball selbst erkennen lassen? Vielleicht ist der - natürlich unter Trainerbegleitung geförderte - selbst gewonnene Erkenntnisgewinn mehr wert als der "beigebrachte"? Wenn man wie die meisten Betreuer hier in der F noch gar keinen Ergebnisdruck hat, müsste das doch schon mal praktiziert worden sein. Hat hier jemand Erfahrungen und kann darüber berichten?

    Was passiert, wenn man ohne Positionen spielt, sieht man jedes Mal im Abschlußspiel oder auf Kindergeburtstagen in der Soccerhalle. Einige kapieren es halt, andere denken nur an sich. Einigen ist der Mannschaftserfolg wichtig, anderen der persönliche. Meine Jungs fangen jetzt mit neun Jahren im Abschlußspiel langsam eigenverantwortlich an, eine eigene Ordnung herzustellen. Die Organsisation übernehmen aber meist die defensiv orientierten, taktisch reiferen Kinder. Ob sie darauf gekommen wären, wenn sie bis heute ohne Positionen spielen würden, wage ich zu bezweifeln.


    Ich spiele auch selbst jede Woche in einer bunten Hobbytruppe mit vielen Straßenfussballern - ohne Positionen. Trotzdem ist das Verständnis für "Breite geben", gruppentaktische Elemente, ballorientiertes Verschieben, defensive Absicherung, etc. bei vielen überschaubar. Im Gegenteil gehören zwei meiner besseren E-Jugend-Kinder, die manchmal mitspielen, vom Spielverständnis zu den Stärksten.


    Der Straßenfussball alleine bringt es nicht. Die Mischung macht es.

    Günter: Sehe ich auch so. Jetzt in der E-Jugend fällt es mir leicht zu unserem Bambini-Trainer zu sagen: Lass die Jungs einfach kicken, egal wie die Ergebnisse aussehen. Jeder soll spielen, ohne Formation, Hauptsache die jagen dem Ball hinterher.
    Gesagt ist das immer leicht. Umgesetzt ist es viel schwerer. Damit will ich nicht sagen, dass es sich nicht lohnt es zu probieren und dass es vielleicht mit Glück, Können und den richtigen Kinder auch funktionieren kann. Aber jeder, der sich darüber lustig macht, wenn man in der F-Jugend über Formationen redet, sollte es zumindest mal selbst über zwei Jahre ohne Formation probiert haben.


    @Uwe: Ok, da bin ich bei dir.
    Aber die Art und Weise wie schnell User abgewatscht und die Schublade "Erfolgs-/Erwachsenentrainer" gesteckt werden, ist mir schon öfters negativ aufgefallen. Es gibt doch eine sehr große Grauzone. Ich kenne z.B. zwei Trainer aus meinem direkten Umfeld, die auch einige Sachen etwas abseits der KiFi-Ideal-Norm machen und hier im Forum in einigen Punkten vermutlich viel Widerstand bekommen würden, trotzdem bewundere ich ihre Arbeit, schaue den Fussball ihrer Teams gerne an und würde ihnen auch meinen Sohn anvertrauen, weil sie viele Sachen einfach richtig gut machen. Es wäre schade, wenn solche Trainer hier mal reinschauen und sich dann schnell wieder abwenden.