Beiträge von Schimanski

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    Kindgerechtes Training und Erfolg schließen sich nicht aus.


    Man kann die Früchte einer kindgerechten Ausbildung in vielerlei Hinsicht schon im letzten Bambini-Jahr ernten.
    Wenn man sich an die DFB-Vorgaben und die Empfehlungen von Horst Wein hält, ist Spielfreude, Umschaltverhalten und Spielverständnis schon vor dem Sprung in die F-Jugend überdurchschnittlich gut. Natürlich kassiert man vielleicht mal ein blödes Gegentor oder eine Niederlage gegen Schreihals- und Lang-Abschlag-Spezialisten, aber ich kann die strikte Trennung zwischen "Erfolg" und kingerechter Ausbildung aus meiner Erfahrung nicht bestätigen.


    Klar, hängt immer viel davon ab, welchen Zulauf der entsprechende Verein hat. Ein kleiner Dorfverein, wo sich eher die untalentierte Kinder zur allwöchentlichen Bewegungsstunde treffen, hat es natürlich schwerer. Generell sind die Kompromisse aber überschaubar und mit der nötigen Geduld auch dem Umfeld gut zu verkaufen.


    Gruß, Christoph


    P.S. Diese Übung kann man selbst mit kleinen Bambini schon machen. Sie macht den Kindern nach meiner Erfahrung sehr viel Spaß und widerspricht nicht der DFB-Ausbildungsphilosophie: http://www.soccerdrills.de/Zwe…%20seiten/zweikampf17.htm

    Hallo Tibo,


    wir spielen im Training öfters mal Völkerball.
    Das hat mir schon als Kind Spaß gemacht und wird auch von unseren Jungs super angenommen.
    Aber keine Ahnung ob das zu deinen Vorstellungen passt?


    Gruß, Christoph

    Hallo,


    Zitat

    Habe vor kurzem ein sehr schönes Zitat gelesen ( kann leider nicht sagen von wem :( Geduld ist ein Baum, dessen Wurzeln sehr bitter, dessen Früchte aber sehr süß sind.

    Google sagt, dass es ein iranisches/persisches Sprichwort ist. Ich habe direkt für unsere Homepage übernommen. Danke für die Inspiration ;)


    Zitat

    setzt ihr die Wertigkeit des Systems im unteren Jugendbereich, E ist ja auch noch Kinderfussball, nicht zu hoch an?

    Zitat

    Die Bedeutung der Grundformation im unteren Jugendbereich sollte man nicht überbewerten.


    Ich denke, dass das menschlich ist. Wir sind alle kleine Bundestrainer und diskutieren halt gerne über solche Sachen.
    Wichtig ist, wie man es in der Praxis lebt. Wenn man die Bedürfnisse der Kinder für sein Systemdenke nicht opfert, spricht IMHO nix dagegen, sich hemmungslos drüber austauschen :D


    So ein System gibt den Kindern auch Sicherheit und Zugehörigkeit. Wenn man nicht ständig andere taktische Kniffe an den Kindern ausprobiert, das System wöchentlich wechselt und die Kinder für Positionsschlamperereien an dern Pranger stellt, werden die Kinder keine Probleme damit haben.


    Gruß, Christoph

    Hallo Günter,


    ich sehe das auch wie du.


    Wir bilden unsere Kinder ja nicht für den Fußball im Jahr 2012, sondern im Jahr 2025 aus. Eigentlich muss man als Jugendtrainer in die Zukunft schauen können.


    Ich denke einige ältere Profi-Spieler haben gegenüber den vielen jungen nachrückenden Talenten deswegen Probleme, weil sie noch mit der Manndeckung groß geworden und vor allem athletisch/koordinativ noch nicht so gut geschult wurden.


    Was ist also der Trend im Jahr 2025? Wie knackt man gut gestaffelte Viererketten?
    Da habe ich eine ähnliche Vermutung wie du. Weg vom statischen Spiel, hin zu mehr Flexibilität. Dortmund setzt das durchaus Trends. Der Vorteil ist nicht nur die Unberechenbarkeit der wechselnden Gegenspieler, sondern auch die Gelegenheit mit Tempo in freie Räume zu stoßen.
    Chelsea hat es zum Beispiel sehr gut verstanden, am Samstag das Tempo aus dem Bayern-Spiel zu nehmen.
    Löw propagiert ja ähnliche Ansätze. Er möchte auch, dass die Spieler mit Tempo in den Strafraum nachrücken. Das ist viel schwerer zu verteidigen als ein statischer Stürmer, der nur wartet. Seine derzeitigen Gedankenspiele mit Reus treiben diesen Ansatz auf die Spitze.
    Selbst bei meinem "kleinen" MSV ist es so, dass in dieser Saison der ballferne Außenspieler in Strafraumnähe eingerückt ist und somit den zweiten Stürmer gespielt hat.


    Ich lege auf Positionsdiziplin in der offensiven Dreierkette bei meinen Jungs auch nicht sehr viel Wert. Die Kinder sollen eigentlich so spielen wie im freien Spiel. Sie verschieben sich auch instintiv schon sehr gut. Nur mit dem Spiel in die Breite haben sie altersbedingt noch Probleme (aber dafür trainieren wir ja regelmäßig auch auf vier Tore). Das kommt mit der Zeit.
    Trotzdem gibt es natürlich Kinder, die Ansagen und feste Positionen für ihre Sicherheit brauchen. Gerade Kinder, die sehr autoritär erzogen werden und nicht so selbstbewusst und frech sind. Da muss man als Trainer einfach flexibel sein.


    Gruß, Christoph

    Hallo Maxi,

    Und als Frage an dich, du sagst ja ihr betreibt Positionsrotation. Wie genau muss ich mir das vorstellen? Wirklich jedes Spiel komplett eine komplett verwürfelte Aufstellung? Konkretisier mal ein bisschen, kann mir darunter nichts genaues vorstellen...

    Ja, wir würfeln viel.


    Durch das freie Spiel in 1,5 Jahren Bambini sind die Kinder sowieso relativ "komplett" ausgebildet. Mindestens die Hälfte kann man eigentlich vorne und hinten spielen lassen.
    Natürlich haben wir Kinder bei denen es schon ein Unterschied gibt. Der eine ist physisch zu schwach für die Abwehr, der andere fühlt sich hinten wohler, der nächste ist körperlich eher so der Stoßstürmer, hat im Dribbling/Antritt trotz technischer Möglichkeiten Probleme mit der Masse und die zwei Jungs, die gerne ins Tor gehen, sind vorne auch eher fehl am Platz. Trotzdem haben wir es in dieser Saison durch Rotation schon dreimal geschafft, dass jeder Feldspieler ein Tor gemacht hat ;)


    In Spielen gegen starke Gegner stellen wir schon so auf, wir uns das im Ideal vorstellen. Aber auch hier korrigieren wir oft in der Halbzeit, wenn das Spiel entschieden ist oder wir andere Kombinationen für geeigneter halten. Bei uns ist es eigentlich so, dass die hintere Kette zur Belohnung durchspielen darf und die Offensiven durchgewechselt werden.
    In Freundschaftsspielen oder Turnieren rotieren wir ohne Hemmungen.


    Womit wir noch Probleme haben, ist die Rotation innerhalb der Kette. Bei uns spielen Rechtsfüßler rechts, Beid- und Linksfüßler links, Spieler die sich gerne in das Chaos stürzen meist zentral, Kinder die Platz brauchen, meist außen. Aber das wollen wir auch angehen. Hier bieten sich natürlich vor allem Spiele mit leistungsmäßig klaren Verhältnissen, Freundschaftsspiele und Turniere an.


    Gruß, Christoph

    Bambini, 4 Jahre, 5 Jahre.....

    Andrè, so sehr ich deinen Idealismus schätze, aber von Bambini hast du ein ziemlich falsches Bild.
    In meiner Truppe sind die meisten Jungs sieben Jahre und koordinativ und physisch so weit, dass sie - ausnahmslos - alle aus der Hand über die Mittellinie schießen können, egal ob Torwart oder nicht.


    Neben uns trainieren die neuen Kinder, 07er Jahrgang. Das sind die Kinder die deinem Bambini-Bild entsprechen. Kleine Dropse, die eben geradeaus laufen können, gerade gegen den Ball treten können und nicht mitbekommen, was rechts und links neben ihnen passiert.


    Ana sprach aber davon mehrere 05er-Kinder zu haben. Deswegen finde ich die Antwort von TW-Trainer absolut angebracht.


    Gruß, Christoph

    Danke für eure Antworten.


    Wir betreiben bei uns im Umfeld wohl als einer der ganz wenigen Mannschaften Positionsrotation und ich stehe auch voll hinter dieser Methodik, von daher brauche ich nicht "bekehrt" werden ;) Ich fand die Antworten trotzdem spannend und aufschlußreich. Die Vorteile überwiegen einfach...


    Ranwie: Ein passendes Beispiel von mir: Mein Sohn ist im freien Spiel in der Bambini-Zeit immer vorne rumgeturnt und hat sich bewusst Freiräume gesucht. In dieser Zeit hat er einen schönen Torriecher und eine gewisse Abgezocktheit entwickelt. Defensiv und in der Balleroberung war er immer schwächer (oder weniger ehrgeizig) als die anderen.
    Jetzt fangen wir in Vorbereitung auf die F-Jugend langsam mit einer 3-3-Grundaufstellung an. Zwangsläufig kam mein Sohn auch nach hinten (rechts). Und ich war begeistert, wie er diese Aufgabe gelöst hat. Er hat sehr aufmerksam verschoben, ordentlich Dampf nach vorne gemacht und das Spiel schön aufgebaut. Das hätte ich nie gedacht. Selbst Zweikämpfe nimmt er jetzt viel besser an ;)


    @Maxi: Sorry, dass ich deinen Thread kapere. Ich halte mich ab jetzt zurück...;)

    Hallo,


    1. keinen Torwart bei den Minis haben....jeder DARF/....MUSS mal ins Tor

    Das würde ich im Training und bei Turnieren auch so handhaben, wobei man schon zwei oder drei Stammkeeper haben sollte, die in der "Liga" spielen und sich z.B. in der Halbzeit abwechseln. Zu viel Rotation macht die Kinder kirre und es gibt auch Kinder, die das "Torwartsein" leben. Denen sollte man mit zu viel Wechseln nicht vor den Kopf stoßen.

    2. der Torwart sollte keinen Abschlag machen, den schafft man in diesem Alter sowieso nicht weit raus.

    05er schaffen locker über die Mittellinie, die "weitesten" fast bis ins andere Tor.
    Grundlage sind koordinative Übungen, Fang- und Wurfspiele und natürlich kann man Abschläge auch mal zum Spaß üben (wer kommt am höchsten?).
    Oder beim Hallentraining die Halle in zwei Hälften teilen (Bank in der Mitte), alle Bälle ins Spielfeld werfen und die Aufgabe stellen, möglichst alle Bälle in die andere Hälfte zu schießen. Macht den Kiddies auch viel Spaß.

    3. ist der Abschlag auch später in der der F und E die fußballerisch übelste Lösung, weil sie nicht spielerisch gelöst ist. Der weite Abschlag ist im Grund dem Gewinndenken zu verdanken.....denn wer ständig weit rausspielen läßt hat entweder Spieler die es weder im 1:1 noch im Passspiel gebacken bekommen, weil sie selber das Potenzial nicht haben oder der Trainer keine Ahnung hat.

    Da bin ich voll bei dir, wobei es für Bambini bitter ist, wenn jeder Abschlag zu einem Gegentor führt weil er nicht weit genug kommt. Deswegen kann ich schon verstehen, wenn Bambini-Trainer in Sachen Abschlag relativ ambitioniert denken. Gerade auch im Sinne der Kinder ;)
    Zumal Bambini mit Flachpassaufbauspiel auch so ihre Probleme haben ;)


    Gruß, Christoph

    Hallo,

    Zitat von »Maxiano«


    Du hast vollkommen Recht, habe das letztens bei mir selber gemerkt. Bin seit jeher immer in der Defensive zu finden und meine Aufgaben waren früher auch klar dorthin verteilt. Habe die letzten 5 jahre immer mindestens Landesliga oder Westfalenliga gespielt, möchte hier nicht angeben sondern nur bestätigen: Ich merke oft, dass ich zwar wenn ich mal so auf den Sportplatz gehe und ein bisschen kicke meine Schusstechnik garnicht so schlecht ist, habe ich aber mal im Spiel die Situation in Tornähe sein zu können sind das oft erbärmliche Abschlüsse oder verhaltene Querpässe, bis zum 16er (spiele auch teilweise 6er) bin ich aber ziemlich ballsicher. Dann sehe ich Stürmer, die bei ruhendem Ball sicherlich keine viel bessere Schusstechnik haben als ich, aber einfach Erfahrungen haben, aus der Drehung ist jeder Ball drin, gucken den Torwart aus etc. Ich habe seit ich Fußball spiele einfach viel weniger solche SItuationen gehabt, da ich oft teilweise vielleicht sogar in meine Position gedrängt wurde (oder vielleicht auch selbst mich zu stark auf die Defensive konzentriert habe), deshalb weiß ich garnicht wie ich den Torwart zu umspielen habe.

    Wow, ein sehr starkes Plädoyer für Positionsrotation.
    Ich habe selber leider nie Fußball im Verein gespielt, aber mein Trainerkollege, der in der Jugend relativ ambitioniert gespielt hat, erzählte mir ähnliche Dinge.


    @Günther: Auch wenn ich deine Meinung aufgrund deiner langjährigen Erfahrung sehr schätze, finde ich deinen Einwand an dieser Stelle nicht 100% passend. Maxi hat ja geschrieben, dass seine Schusstechnik (das, was du als Grenzen bezeichnest) nicht besser oder schlechter als bei seinen Stürmerkollegen ist.


    Ich frage aber mal ganz naiv und provokant in die Runde: Wenn die Kinder ständig rotieren, kann es dann nicht passieren, dass sie nix richtig gut können?
    Kann es dann nicht passieren, dass es beinharte IV, echte Zerstörer vor der Abwehr, intelligente Spielmacher oder eiskalte Stürmer mit dem sogenannten Riecher gar nicht mehr gibt?


    Gruß, Christoph

    Moin,

    Das ist eine Lieblingsübung meiner Mannschaft. Die habe ich im dfbnet gefunden.


    Der Ablauf ist wie folgt:


    Ein Spielfeld mit 2 Minitoren....

    Wir haben die Übung gestern leicht abgewandelt mit vier Minitoren - platziert auf den Außen - gemacht. Die vier beteiligten Kinder laufen zu Beginn durch die vier Tore ins Spielfeld.
    Der erste (gewünschte) Effekt stellt sich schon beim ersten Ballkontakt durch das schnellste Kind ein: Die direkten Wege zu den Toren sind erstmal durch die anderen Kinder zugestellt. Schnelle Abschlüsse werden verhindert und die Kinder müssen spielerische Lösungen suchen.


    Ähnlich wie beim Mini-Fußball alà Horst Wein kommt hinzu, dass die Kinder das Spielfeld in der Breite nutzen. Die Vorteile sollten den meisten bekannt sein:


    - die Knubbelbildung wird verringert
    - das Spiel über die Außen forciert
    - die Kindern haben im Angriff weitere Optionen das Spiel kreativ zu gestalten
    - Spielverlagerungen und Richtungswechsel beim Dribbling werden so unterstützt
    - das Spielfeld und die Anordung der Mit-/Gegenspieler ist für die Kinder leichter zu überblicken
    - die angreifende Spieler ohne Ball lernt schnell, sich aus dem Deckungsschatten zu lösen, anzubieten und freizulaufen (er nimmt meist die andere Seite)
    - der Abwehrspieler lernt zu schauen, was in seinem Rücken passiert und was sein "Partner" macht (man hat ja zwei Tore zu verteidigen)
    - die Kinder lernen besser abzuwägen - Dribbling, Pass oder Schuss


    Das Ergebnis ist eine Spielform, die jedem Trainer das Strahlen ins Gesicht zaubert. Man sieht selbst bei den Bambini schon Tempo, Spielwitz, Zusammenspiel und immer wieder neue Ideen und Lösungsansätze. Die Kinder werden ohne Druck aus eigenem Antrieb animiert, kreativ Fussball zu spielen.


    Wir machen das Spiel auf vier Tore jetzt seit einem Jahr etwa einmal wöchentlich. Bei 80-90% der Kinder sieht man schon regelmäßig bewusste(!) Richtungswechsel. Bei etwa jedem zweiten Kind sieht man schon regelmäßig bewusste(!) Spielverlagerungen und Diagonalpässe. Und das bei sechs bis sieben-Jährigen!


    Gruß, Christoph

    Hallo Micha,

    Absolute Zustimmung, allerdings ist Dein folgender Satz ein Widerspruch, wenn er dogmatisch gemeint wäre (Was ich aufgrund Deiner sonstigen Posts kaum glaube)

    Ja, mein ganzer Post liest sich eigentlich etwas widersprüchlich. Er war aber nicht so gemeint.
    Natürlich können und sollen alle drei Defensiven mit nach vorne rücken. Angewurzelte Kinder möchte ich nicht sehen und sind für mich ein Zeichen von zu strengen Traineransagen.


    Ich habe da auch eher in der Bambini-Sprache gesprochen. Wir machen das 3-3 jetzt etwa zwei Monate (vorher frei gespielt) und bei uns laufen regelmäßig mehrere Kinder aus der hinteren Kette mit nach vorne. Das finde ich auch richtig und das sollen sie um Gottes Willen nicht unterlassen.
    Mir geht es nur darum, den Kindern klar zu machen, dass sie weiterhin Verantwortung für die Defensive haben (bei Ballverlust schnell umschalten) und das sie schauen sollen, wo die anderen zwei Defensiven sind.
    In der E-Jugend sind die Kinder wahrscheinlich so weit, dass sie selbstständig erkennen, ob zwei oder einer hinten bleiben muss. Das hat halt viel mit Spielverständnis und -intelligenz zu tun und das wiederum fördert man, wenn man den Kindern genügend Freiheiten gibt.


    Gruß, Christoph

    Hallo Maxiano,


    ich kenne mich mit E-Jugend nicht so gut aus, wobei ich mir aber schon ein paar Spiele angeschaut habe (aber nicht sehr begeistert war (viel Wegdreschen, wenig Spielkultur)).


    Ich glaube das 3-3 steht und fällt mir dem Spielverständnis und der Laufbereitschaft der Kinder. Ich würde mich da auch von dem Gedanken lösen, dass die Kinder starr in einer Kette stehen. Das ist ja nur die Grundformation.
    Im Spiel ist natürlich viel Bewegung drin, so dass sich Dreiecke und vertikale Verschiebungen bilden. Eine Abwehrkette, die ständig auf gleicher Höhe bleibt, ist natürlich leicht zu knacken, keine Frage.


    Man sollte den Kindern schon erklären, dass der ballnahe Spieler "drauf" geht und sich aus der Kette löst, die anderen entsprechend einrücken.
    Zudem müssen und sollen gerade die drei Defensiven mit Tempo nach vorne gehen dürfen, um Überzahl zu schaffen. Hier ist wichtig, dass der Spieler, der vorstößt, bei Ballverlust unmittelbar umschaltet und dass die anderen zwei Defensiven hinten bleiben und den Vorstoß absichern.


    Ich finde es im Kinderfussball wichtig, dass die Spieler ihrem Instinkt folgen dürfen und nicht in eine taktische Grundformation gepresst werden, die ihnen Mut, Risikobereitschaft und Spielfreude raubt. Auch wenn dadurch mal Gegentore fallen, werden die Kinder daran wachsen und langfristig die besseren Fußballer werden.


    Gruß, Christoph

    Moin,


    ich denke, der DFB empfiehlt das 3-3 aus folgenden Gründen:


    - leicht zu verstehen für die Kinder
    - es gibt drei Stürmer (kann man den Kindern gut verkaufen)
    - die flache und breite Anordnung fördert das Umschaltverhalten (kein Kind stellt das Fussballspielen bei Ballbesitzwechsel ein)
    - die flache und breite Anordung ist der erste Schritt zur ballorientierten Verteidigung im Mannschaftsverbund (http://www.youtube.com/watch?v=rydrfwdDQdU)
    - die flache und breite Anordnung fördert das Spiel in der Breite und Spielverlagerungen (im Kinderfußball geht instinktiv viel durch die Mitte)
    - die von dir gewünschten vertikalen Möglichkeiten (Pass in die Tiefe) ergeben sich von ganz alleine, weil sich das System im Spiel zerläuft (wenn man die Kinder lässt)


    Gruß, Christoph

    Moin,


    ich habe das bei meinen Kindern auch schon öfters beobachtet. Einige Kinder stopfen sich mit Kuchen und Süßkram voll und spielen dann eher lethargisch.
    Aber wir machen die Turniere ja für die Kinder und wenn ihnen das Mampfen wichtiger ist als das Ergebnis, dann muss ich das als Trainer im Kinderbereich wohl akzeptieren.
    Auf dem nächsten Elternabend werde ich das Thema trotzdem mal ansprechen.


    Ein Verbot halte ich aber für übertrieben. Das ist wieder die Holzhammer-Methode, die so gar nicht der modernen Pädagogik entspricht, oder? Sinnvoller ist es die Kinder zu animieren, aus eigenem Antrieb gesünder und maßvoller zu essen.


    Gruß, Christoph

    Interessant.
    Alternativ könnte man der Strafe entgehen, wenn man den Spielbericht so ausfüllt, als ob das Spiel standesgemäß zu Ende gespielt wurde, oder?
    Ein anderer Trainer aus unserer Gruppe weigert sich laut eigener Aussage in Zukunft übrigens gegen diese Mannschaft zu spielen und hat auch schon seinen Vorstand informiert. Mal schauen.
    Ich hoffe auch, dass diese Mannschaft nächstes Jahr in einer anderen Gruppe spielt...

    Hallo Andrè,

    Zitat

    Sogar eine Mutter sprach mich neulich an, ich sollte ihrem Sohn mal verbal öfter in den Hintern treten....der könne das im Gegensatz zu anderen sehr gut haben! Es wird mir unterschwellig -so kam es an- als Schwäche hinterlegt, hier nicht rumzuschreien.

    Den Spruch kenne ich =) :thumbup:

    Zitat

    Im Gegensatz zu früher habe ich aber nicht wirklich diese tierische
    Spannung während des Spiels in mir. Früher hat mich das manchmal
    innerlich zerissen...heute mit der neuen Einstellung....eine echte
    Einstellung aus restloser Überzeugung...nicht mehr.

    So weit bin ich noch nicht. Ich bin immer noch sehr angespannt, versuche das aber nicht an den Kindern auszulassen. Ich habe noch kein Mittel gefunden, die Emotionsebene der Sachebene unterzuordnen ;)


    Zum Thema: Wir haben auch eine Mannschaft, deren Trainer sehr grenzwertig agiert. Letzte Woche kam es gegen ein anderes Team zum Spielabbruch.


    Zitat aus dem Spielbericht der privaten Homepage:

    Zitat

    Nach ungefähr 10 minuten gespielt in der 2.Halbzeit nahm der Trainer seine Spieler vom Platz !!!


    Mit der begründung das unsere ***** hart spielen würden und unser Schiedsrichter falsch pfeifen würde.

    Mal eine Frage: Wird das Folgen haben? Wenn ja, welche?


    Gruß, Christoph

    Hallöchen


    Um dieses Risiko zu verringern, sollte das defensive Mittelfeld die Gegner stets unter Druck setzen, so dass für sie keine präzisen Distanzschüsse möglich sind. Mit zunehmender Spieldauer dürfte die Kraft deiner Spieler nachlassen und diese Aufgabe immer schwieriger werden, so dass ich die Kette dann auch weniger offensiv agieren lassen würde.

    So sehe ich das als Couch-Bundestrainer auch.
    Umso höher die Kette steht, desto besser muss gepresst werden (auch um Steilpässe in die Schnittstelle zu vermeiden). Umso tiefer die Kette steht, desto mehr reicht es den Gegner nur "zu stellen" und kollektiv zu verschieben.


    Eine hohe Kette ist aber kein Qualitätsmerkmal. Dutt hat es gegen Barca auch mit einer hohen Kette probiert und wurde verhauen, Chelsea hat sich mit zwei Ketten an die Strafraumgrenze gestellt und war damit erfolgreich.


    Oder in der Bundesliga: Favre steht mit seiner Borussia auch tiefer, stellt den Gegner nur und verschiebt clever. Dortmund steht höher im Raum, geht aggressiv drauf und kommt eher übers Pressing. Beide sind erfolgreich und defensiv stabil. Wichtig ist, dass die Mischung stimmt...


    Gruß, Christoph

    Moin,


    sehr interessanter Thread.


    Wir haben schon bei den Bambini einige Mannschaften, die so spielen. Da sieht man beim Gegner so gut wie kein Dribbling oder versuchtes Passspiel. Alles immer nur weit nach vorne. Es kommt dann auch kaum Spielfluß zustande und die Tore sind meistens eher gestolpert als geschossen. Und solche Trainer werden dann von den Eltern noch gefeiert :cursing:


    Nun ja. Wegen der Eingangsfrage zur taktischen Anweisung hätte ich in der E-Jugend überhaupt keine Bedenken. Solange die Spieler nicht gehemmt sind, an Spielftreude einbüßen und bei Fehlverhalten kritisiert werden, wäre das in meinen Augen selbst bei den Bambini zu vertreten.


    Wir machen das immer so, dass wir den Jungs den Sinn von taktischen Anweisungen versuchen zu erklären oder - noch besser - von ihnen erklärt bekommen. Wenn ein Kind den Sinn dahinter versteht, fällt es ihm viel leichter, damit umzugehen. Wir haben einige Kinder, die sind taktisch schon sehr dizipliniert und ihr Spielverständnis wächst dadurch auch ständig. Andere nehmen sich davon noch nix an und laufen über den Fußball- wie über den Spielplatz. Na und? Sollen sie ruhig. Ich habe damit kein Problem und warte einfach auf den Zeitpunkt, wann auch bei diesen Kindern, das Interesse an Taktik steigt.


    Solange man das Glück und die Zufriedenheit jedes Kind immer im Auge hat, halte ich nix davon, sich dogmatisch an irgendwelchen Altersvorgaben zu orientieren.


    Gruß, Christoph