Beiträge von Schimanski

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    Hallo,


    @Steini&tobn: Ich bin auch völlig eurer Meinung. Mir ging es auch nicht darum Passspiel als Trainingsschwerpunkt zu empfehen, ganz im Gegenteil. Meine Jungs haben die zwei Bambini-Jahre fast durchgehend frei gespielt, durften ins 1:1 gehen, sind kaum ferngesteuert worden, haben im Training viel in kleinen Mannschaften und auf vier Tore gespielt. Das Passspiel kommt dann von alleine. Bei den einen früher, den anderen später. Spielverlagerung und sauberen Spielaufbau kommt auch langsam, speziell jetzt auf dem größeren F-Jugend-Feld. Wir haben den Kindern auch relativ früh deutlich gemacht, dass der lange Ball/Abschlag nur eine Not-Lösung ist bzw. als "taktisches Mittel" keine Zukunft hat.


    Man merkt auch, dass innerhalb der Mannschaft der Wunsch nach Passspiel aufkommt. Die Jungs reden miteinander und fordern Pässe für besser postierte Mitspieler. Das muss man gar nicht anweisen. Ab einem gewissen Alter und einem gewissen Spieverständnis können die Kinder gar nicht mehr alles alleine machen.


    Ich kenne auch Mannschaften, die extrem auf Passspiel gedrillt sind. Das sieht man den Pässen dann auch an. Die werden nur als Selbstzweck gespielt, das Spiel wirkt verkrampft und uninspiriert. Wenn ich das bei meinem Team sehe, würde ich sofort die Reißleine ziehen.


    Ich habe mir gestern eine Trainingsspiel des 03er-Jahrgangs vom MSV Duisburg angeschaut. Da war auch extrem viel Passspiel, aber die Jungs haben auch für Alleingänge Lob vom Trainer bekommen. Beeindruckend fand ich aber die Unbefangenheit der Kinder. Die haben vor Spielfreude gesprüht, haben sich selbst aufgefordert "klatschen" zu lassen, zu gehen oder zu spielen. Die Kinder hatten voll Bock auf Fussball und das Passspiel war nach meinen Eindrücken kein Zwang für die Kinder. Die haben anscheinend selbst erkannt, dass man mit schneller Verlagerungen am besten zum Erfolg kommt. Natürlich sind die Kinder beim MSV schon etwas weiter als "normale" Neunjähirge, aber trotzdem können Kinder in dem Alter gezielt passen.


    Entscheidend ist - und da liegen wir wohl alle incl. Andrè dicht beeinander - das man den Kindern von Anfang an viele Freiheiten, die richtigen Spielformen und wenig Zwang aussetzt.


    @Andrè: Bei meiner Mannschaft wird nicht dirigiert (auch nicht von den Eltern). Das kommt vom Gegner. Bei mir spielen auch nicht die besten, sondern alle zehn Kinder zu gleichen Teilen. Eine Aufstellung geben wir den Kindern seit etwa einem halben Jahr vor, aber sie haben fast alle Freiheiten. Meine Kinder bekommen fürs Passspiel schon immer Lob, werden aber nie dazu aufgefordert.


    Gruß, Christoph

    Hallo Andre,

    Dazu fällt mir ein, dass das Abspiel eines Bambini kein Abspiel sein muß, sonder einfach als Abspiel defeniert wurde, es in Wirklichkeit aber einfach ein Notschlag war. Sorry, aber ich nehme dir das hier so nicht ab.

    Zitat

    Vielleicht bekomme ich es ja mal hin, sowas zu filmen und irgendwie hoch zu laden...

    Ich habe per Zufall ein Video von uns gefunden (damals noch Bambini): http://www.youtube.com/watch?v=VZ9xLw8MPuo&feature=player_embedded
    Ab 17:40 kannst du dir einen schönen Spielzug anschauen, der beweist, dass auch Bambini, die viel in kleinen Mannschaften (2.2, 3:3) trainieren, sauber und gezielt passen können.
    So welche Szenen kommen zwar maximal 1-2mal pro Spiel (im Training häufiger) vor, aber es gab sie in einer gewissen Regelmäßigkeit von verschiedenen Kindern (etwa die Hälfte der Truppe).


    Ausgebildet ist die Mannschaft übrigens nach deinen Prinzipien und mit viel Input vom DFB, trainertalk.de, Horst Wein und Ralf Peter ;)


    Gruß, Christoph

    Nabend,


    aus meinen Erfahrungen im Bambini-Bereich würde ich auch vermuten, dass ein kleines Feld den Rausdresch- und Bolz-Truppen in die Karten spielt. Wir haben jetzt zum Ende der Bambini-Zeit vermehrt damit Probleme gehabt, dass sich unsere Gegner mit vier, fünf Kindern hinten "in den Weg" gestellt und alles noch vorne gedroschen haben. Die "Taktik" wurde umso erfolgsversprechender, desto älter bzw. kräftiger die Kinder wurden.
    Deswegen freue ich mich jetzt erstmal auf ein bisschen mehr Platz in der F-Jugend. Der größere Raum sollte spielstarken Mannschaften eigentlich zu Gute kommen und Bolz-Truppen den Zahn ziehen.
    Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass sich das bis zur E-Jugend groß ändert und die Kinder durch ein kleineres Feld vermehrt Kurzpass spielen. Ich vermute eher, dass dieser Umstand durch "Erfolgstrainer" missbraucht wird und wir noch mehr Bolzen und Pöhlen erleben... :rolleyes: X(


    Gruß, Christoph

    Hallo,

    10 min warmmachen (von Kleinfeldtor zu Kleinfeldtor laufen/rennen)
    20 min 2 Jungs zusammen und Passspiel mit der Innenseite (verschiedene Übungen)
    30 min Torschuss (durch 4 Hütchen dribbeln und anschl. auf´s Tor schießen)
    30 min Abschlussspiel

    Ich denke, das wird die Kinder auf Dauer langweilen und fussballerisch auch nicht weiter bringen.


    Ich bevorzuge immer ganzheitliche, spielnahe Übungen, die mehrere Dinge gleichzeitig schulen. Orientieren kann man sich ganz gut an den Übungen des DFB.
    Da wird z.B. sehr viel wert auf Umschaltspiel (also defensive und offensive Aufgaben in einer Übung, z.B.:http://www.training-wissen.dfb.de/index.php?id=521446 ) und aufs periphere Sehen, das Lösen des Blicks vom Ball und die Orientierung im Raum gelegt, z.B.: http://www.training-wissen.dfb.de/index.php?id=521285


    Zudem machen den Kinder Übungen Spaß, wo sie gegeneinander antreten, z.B.:http://www.soccerdrills.de/Zwe…%20seiten/zweikampf17.htm


    Weiterhin würde ich viel auf vier Tore trainieren/spielen lassen, die jeweils am Ende der Außenbahnen platziert werden. Aufgrund der Wahlmöglichkeit auf zwei Tore einer Seite abschließen zu können, wird das Spiel über die Außen forciert. Die Kindern haben so im Angriff zusätzliche Optionen das Spiel kreativ zu gestalten. Spielverlagerungen und Richtungswechsel beim Dribbling werden so gefördert. Auch die Spielintelligenz wird verbessert.


    Das Spiel über die Außen kann man auch gut mit dieser Übung trainieren: http://www.dvdfussballtrainer.…sballuebungen/spielformen


    Nicht vergessen, solltest du Koordination- und Athletikübungen, die man z.B. durch einem abschließenden Torschuss oder einem Duell gegen einen Mitspieler Reiz verleiht.


    Gruß, Christoph

    Nabend,


    Da ich grundsätzlich tobn`s Meinung bin, kann ich nicht mehr viel Neues beitragen, aber ich greife diesen Punkt mal auf...


    Ihr spielt also normalerweise auf Rasen? Ja, Kinder kommen mit dem gewohnten Belag am besten zurecht, klar. Wenn Ihr jetzt aber nur noch auf Kunstrasen trainieren würdet, würden sie sich umstellen, und später dann auf Rasen Probleme haben. So ist das bei uns, wir sind fast immer auf einem Kunstrasen (naja, Quarzsand über Beton trifft es fast besser, aber nächste Saison sind wir auf einem besseren Kunstrasen), so dass unsere Spieler Schwierigkeiten auf Rasen haben.


    Ist es nicht das beste für die Entwicklung der Kinder, wenn sie den Belag ständig wechseln? Stichwort: Differenzielles Lernen.
    Wir haben seit dem Winter die Möglichkeit einmal die Woche auf einen Kunstrasenplatz auszuweichen, normal spielen wir auf Rasen, manchmal auch auf Asche. Ich versuche auf jeden Fall so oft wie möglich den Belag zu wechseln.


    Prägend war da ein Spiel zu Beginn des zweiten Bambini-Jahr als wir auf nassem Kunstrasen weit unter unseren Möglichkeiten blieben und die Kinder enorme Probleme mit der Ballkontrolle hatten. Seitdem wir "rotieren" ist das deutlich besser geworden und der Belag ist für unser Spiel zweitrangig geworden...


    Gruß, Christoph

    Nabend,


    natürlich muss man die Kinder leistungsmäßig trennen. Davon profitieren alle Kinder. Ausnahmen kann man vielleicht bei Freundschaften oder verhaltensauffälligen Kindern, die sich in einer Gruppe besonders wohl/unwohl fühlen machen.
    Mischtruppen bringen weder den starken noch den schwachen Kindern etwas. Da ist Frust vorprogrammiert. Wenn der Verband halbwegs gewissenhaft arbeitet, werden die Kinder spätestens zur Rückrunde in leistungsmäßig passenden Gruppen spielen.


    Wieso der Threadersteller die schwachen Kindern nehmen soll, will mir hingegen nicht so recht einleuchten. Da schwingt doch eine Menge theoretischer Idealismus mit, der fernab der Praxis liegt.


    Gruß, Christoph

    Hallo Andrè,

    ...echte Antworten zum Augenöffnen zu hören. Diese Antworten
    könnten auch uns an der Basis gewisse Dinge vor Augen führen, die auch
    dem letzten Alteingesessenen den Anstoß zur Veränderung oder zum
    Aufhören und zurückziehen bewegen könnten

    Ich vermute - ohne es wirklich zu wissen - die Antworten könnten dir in Teilspekten auch nicht gefallen.
    Ich kann mit nicht vorstellen, dass man den spanischen Tiki-Taka-Fussball in dieser Perfektion beherrscht, wenn man bis zur E-Jugend den Schwerpunkt auf die Individualtaktik legt.
    In Zeiten, wo selbst Landesliga-Mannschaften das ballorientierte Spiel - im Rahmen ihrer Möglichkeiten - perfektioniert haben, hat man mit schnellem Passspiel und Spielverlagerungen die größten Erfolgschancen.
    Mit Ausnahme des Halbfinals haben die Spanier kaum 1:1-Situationen gesucht, sondern praktisch jede Situation durch Passpiel gelöst. Erreicht man diese Perfektion wirklich erst, wenn man damit zu Beginn der Pubertät anfängt? Wie positioniert sich der spanische Fußballverband zu diesem Thema?


    Gruß, Christoph

    Hi,


    ich kann dir nur raten, viel zu rotieren. Das kann man auf Turnieren, in Freundschaftsspielen oder gegen schwächere Gegner sogar ohne Erfolgseinbuße durchziehen. So nähern sich die Kinder immer weiter an und können irgendwann alles so einigermaßen spielen. Wir haben es diese Saison drei- oder viermal geschafft, dass alle Kinder in einem Spiel ein Tor gemacht haben.


    Falls du trotzdem etwas zu optimalen Besetzung hören möchtest:
    Nach meiner Erfahrung gehören spielintelligente Spieler im Kinderbereich auf die Außen. Da haben sie mehr Zeit und und die entsprechenden Räume, um ihre Qualitäten besser einzubringen. Im Zentrum würde ich die koordinativ stärksten spielen lassen. Da ist es eng und die Zeit knapp.
    Also irgendwie etwas entgegen gesetzt zum Erwachsenenfußball, wo die Sprinter außen und die Spielstarken im Zentrum spielen ;)
    Die limitierten Spieler kann man natürlich gut als "Hindernis" nach hinten stellen, klappt bei vielen unserer Gegner sehr gut, finde ich aber nicht kindgerecht.


    Gruß, Christoph

    Hallo Romain,


    ich habe Pokerchips genommen und die Gesichter der Kinder draufgeklebt. Dann habe ich eine Filzunterlage, die eigentlich als Telleruntersetzer dient und auf der ein Fussballfeld aufgezeichnet ist, als Spielfeld genommen.


    Wir haben uns nach der Tollphase beim Training in einer Runde zusammen gesetzt und grob ein paar Dinge angesprochen (Verschieben, Einrücken, Absichern, etc.). Dabei habe ich auch die Kinder in den Dialog einbezogen, Spielsituationen aufgezeigt und sie um Lösungen befragt. Die Antworten waren überraschend gut. Nach ca. 5 Minuten wurden die Jungs unruhig und ich haben die "Taktikschulung" beendet.


    Das war im Winter. Seitdem bleibt die Filzunterlage und die Chips zu Hause. Ich sage vor dem Spiel, wer wo spielt und die Kinder setzten das mehr oder weniger gut um. Im Spiel kommt es schon mal vor, dass ich das eine oder andere Kind an seine Position erinnere oder sehr positionstreue Kinder auffordere, nachzurücken und mitzugehen. Das hält sich aber alles in Grenzen.


    Ich erwähne bei den Besprechungen oft, dass die Kinder ihre Positionen im Spiel ruhig verlassen dürfen, aber bei Ballbesitzwechsel immer schnell umschalten und auf ihre Position zurück kehren sollen. Wichtig: Alle greifen an, alle verteidigen (da habe ich bei E-Jugend-Spielen zum Teil erschreckende Eindrücke gewonnen).


    Ich bin zufrieden mit der Entwicklung. Wir haben gegenüber der "freien" Spielzeit in den ersten 18 Bambinimonaten kaum Spielfreude eingebüßt, schalten immer noch gut um und unser Spiel ist offensiv strukturierter und defensiv stabiler geworden. Die Kinder sind auch stolz feste Positionen zu bekleiden und durch die Positionsrotation kann man jedem Kind gerecht werden.


    Übungen im Training halte ich bei F-linge für verfrüht. Dafür ist die Zeit zu knapp und sind andere Dinge wichtiger.


    Gruß, Christoph

    Ich will mich darüber streiten, ob man solche Spieler Drecksack, Leitwolf, Querdenker, Charakterkopf, Typen, Alphatier oder Führer nennt. Ich sehe auf jeden Fall keinen in unserem Team.
    Die Spanier müssen das Vakuum, dass Puyol gerissen hat, übrigens auch kompensieren. Man hat schon gegen Portugal gesehen, dass die Souveränität der Jahre zuvor nicht mehr da ist. Deswegen tippe ich auch auf Italien im Finale. Die haben mit Pirlo, de Rossi, Ballotelli und Cassano einige Spieler, die mir für die obige Rolle einfallen würden....

    Ein weitere Grund für das regelmäßige Scheitern von Schweinsteiger und Co. in großen Spielen, sehe ich im Fehlen eines echten Anführers und Alphatiers (alà Breitner, Effenberg, Sammer und Matthäus). Dann wäre das lasche Pressing auch nicht passiert, es hätte einen Anpfiff gegeben.


    Das predigt Sammer übrigens schon seit Jahren. Aber in Zeiten, wo flache Hierachien, Fairness, Loyalität und Toleranz bei der Ausbildung an erster Stelle stehen, ist das nicht weiter verwunderlich. Die größte Stärke des deutschen Kaders (die Ausgewogenheit) ist gleichzeitig ihre größte Schwäche. Wir brauchen wieder Drecksäcke und Typen...zumindest wenn wir Titel holen wollen.


    Eigentlich ein interessanter Diskussionspunkt für ein Trainerforum. Ich habe ja noch nicht viel Praxiserfahrung. Wie sehen das die "alten Hasen". Wie wichtig sind klare Hierachien in einer Mannschaft?


    Edit: Ich sehe gerade, dass es schon einen Thread gibt ;)

    Moin,


    schöne, substanzvolle Diskussion. Man merkt, dass ihr vom Fach seid :D

    Was mir aber generell auffiel: Die deutsche Mannschaft presste nicht aggressiv genug, sie waren jeweils zu weit weg vom Gegner.

    Ist auch meine Meinung.


    Den Grund für die Niederlage kann man bestimmt bei Löw suchen. Ich bin aber der Meinung, die Spieler haben versagt und waren nicht konsequent genug.
    Wir lassen uns durch zwei lange Bälle aushebeln (beim 1:0 Pirlo, beim 2:0 Montolivo). In beiden Szenen so gut wie kein Gegnerdruck. Solche Bälle sind einfach zu vermeiden. Man muss nur enger am Mann stehen. Das ist alles.


    Gerade das Pressing war gestern ziemlich lasch und arrogant. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Anweisung von Löw war.
    Wir hätten das Spiel auch in dieser Besetzung gewinnen können. Die Niederlage lag nicht am Versagen von Podolski, Gomez, Schweinsteiger und Kroos, sondern an zu vielen Freiheiten für die Italiener.
    Trotzdem würde auch Löw wohl einiges anders machen, wenn er die Chance hätte, das Spiel nochmal zu spielen. Das steht außer Frage und zeigt sich auch an den Wechseln zur Halbzeit. Die Hauptgründe für die Niederlage sehe ich aber nicht in der Aufstellung...


    Gruß, Christoph


    P.S. Mein Sohn war das ganze Spiel übrigens sehr angespannt, hat bei den Toren geweint und während des Spiels mehrfach gerufen "geht doch mal
    dran". Mir ist erste heute bewusst geworden, dass auch ihm unterbewusst das lasche Pressing und die Gefahr, die davon ausgeht, bewusst war. Schon interessant welchen Fussballinstinkt ein Sechjähriger durch SKY-Abo, MSV-Dauerkarte, FIFA 2012 an der X-Box und Bambini-Fussball entwickeln kann ;)

    Die vorherigen Spiele war Spanien auch nicht überragend, aber immer souverän. Gestern haben sie gegrätscht, das Dribbling gesucht, hohe Bälle gespielt, Bälle auf die Tribüne gebolzt und oft aus der zweiten Reihe geschoßen - alles Dinge, die sonst in ihrem Spiel verpönt sind.


    Sie wirkten teilweise hilf- und ratlos. Das waren Verzweiflungstaten. Ihnen fehlte einen Papa-Figur. Einer, der sie beruhigt, an dem sie sich aufbauen können. So einer wie Puyol.


    Seid gestern weiß ich, dass Spanien schlagbar ist, egal wer`s heute packt...

    Sammer hat es schon vorher gewusst (über Puyol):

    Zitat

    Über
    ihn hat man auch immer gesagt, der kann nicht Fußball spielen. Kurios
    ist nur, dass er trotzdem alle Titel gewonnen hat, die man gewinnen
    kann. Ich glaube, dass das Fehlen von Puyol für Spanien im weiteren
    Turnier noch zum Problem werden wird. Nicht aus sportlicher Sicht,
    sondern was seine Führungsqualitäten betrifft. Er ist ein echter Leader.

    Heute wirken die Spanier ziemlich ratlos und keiner nimmt das Heft in die Hand.

    So sehe ich das auch. Das Gewinnenwollen steckt in den den Kindern drin und treibt sie an. Das würde ich den Kindern niemals ausreden.
    Verpönt ist das Verhalten Erwachsener, wenn sie sich ins Spiel der Kinder einmischen, es wichtiger machen als es den Kindern ist und Kinderseelen opfern.


    Nichtsdestotrotz möchte ich Guenter insofern recht geben, dass man es mit Wettkämpfen im Training auch übertreiben kann. Wenn man die Kinder ständig gegeneinander antreten lässt, wächst der Frustfaktor und leidet die Mannschaftsharmonie. Da muss man einen guten Mittelweg finden. Dafür sollte aber gerade die Papatrainer gute Antennen haben ;)

    Nabend,


    ist mit Gummibärchen, Eis und Schokolade nicht die gleiche pädagogische Nebenwirkung wie beim "Fremdsteuern" zu befürchten?
    Langfristig verpufft die Wirkung oder es geht nicht mehr ohne!?!
    Die Frage ist vollkommen ernst gemeint...


    Gruß, Christoph

    guenter: Meiner Meinung nach sind die Fußballvereine da auch altertümlich. IMHO sollten sie Bewegungs- und Turnstunden für Kinder ab zwei Jahren anbieten, die Kinder so binden und dann erst mir vier, fünf oder gar sechs Jahren abhängig vom Entwicklungs- und Interessenstand auf Empfehlung oder Nicht-Empfehlung des jeweiligen Trainers gegen andere Vereine im Wettkampf spielen lassen.


    Die Realität sieht doch so aus, dass die Kinder schon viel zu früh ins kalte Wasser geworfen werden und dann auch entsprechend auf diesen Wettkampf vorbereitet werden. Ich kann die Trainer da aber auch verstehen. Wer will sich schon zwei Jahre Bambini "antun" und nach der Saison sagen: Meine Kinder sind koordinativ und athletisch top ausgebildet, verlieren aber jedes Spiel, weil sie den Ball nur einmal die Woche im Spiel zu sehen bekommen (überspitzt formuliert).


    Für mich gehört Koordination im Kinder- wie im Erwachsenenfußball dazu, sollte aber nicht das Spiel verdrängen. IMHO ist das vor allem Aufgabe der Eltern und Kindergärten. Wir haben als Kindertrainer da zwar eine Verantwortung, können zweimal die Woche aber auch keine Wunder vollbringen. Dafür ist die Zeit zu knapp.


    @Andrè: Versuche die Argumentation doch mal anders herum: Schadet es den Kindern, wenn man schon früh den Knäuel entzerrt bekommt? Klaut man ihnen durch die von mir genannten Dinge (kleine Mannschaften, vier Tore) Entwicklungsspielraum? Ich denke, das Gegenteil ist der Fall und das wirst gerade du wissen.


    Für mich macht es keinen Sinn 9:9 zu spielen, nur um die Kinder auf das ballorientierte Spiel vorzubereiten ;)
    Für mich macht es keinen Sinn, die Schwächen des Straßenfußballs zu übernehmen (die stärksten im Knäuel behaupten sich, die schwachen fallen durch).


    Gruß, Christoph

    Hallo,

    Und hoffen dass sich nicht alles auf einen Haufen tummelt ;)

    Auch wenn es hier schon erwähnt wurde, meine Empfehlungen zur Minimierung der Knäuelbildung:


    - kleine Mannschaften, 2:2, 3:3, maximal 4:4, am besten zwei parallele Spielfelder mit vier Mannschaften (was den Kindern viel Spaß macht: ein Spielfeld ist 1.Liga, ein Spielfeld 2.Liga, Spielzeit 10 Minuten, der Gewinner auf Feld 1 ist Meister, der Verlierer steigt ab und spielt dann 2.Liga, der Gewinner auf Feld 2 steigt auf, dann neues Spiel, usw.)


    - auf vier Tore ohne Torwart spielen (die Tore je am Ende der Außenlinie, oder über Kreuz angeordnet) , das zwingt die Kinder das Spiel zu verlagern/"breit" zu machen und bietet mehr Optionen kreativ zu werden


    - es gewinnt die Mannschaft, die es zuerst schafft, jedem Mitspieler ein Tor zu ermöglichen (für kleine Bambini vielleicht etwas zu schwer)


    - Tore im Zweifel lieber größer machen (bei zu vielen Weitschüssen Tore erst ab der Mittellinie erlauben bzw. überdribbeln und Tor nach Pass doppelt werten)


    Gruß, Christoph


    P.S. Zweikampf kann man bei den Bambini natürlich schon trainieren, wichtig ist lange Anstellzeiten zu vermeiden, im Zweifel zwei Spielfelder aufbauen.
    Hier ist eine Übung, die aufgrund des vorgelagerten Sprintduells den Kindern viel Spaß macht: http://www.soccerdrills.de/Zwe…%20seiten/zweikampf17.htm

    Taktiktafel im Kinderfußball? Wieso nicht?


    Wichtig ist, dass man sie in die Diskussion einbindet und nicht nur einen Monolog hält. Wichtig ist, dass man ihr Interesse weckt und es kindgerecht verpacken kann. Wichtig ist, dass man ihnen bei Fehlverhalten keine Vorwürfe macht oder sie bei der Besprechung unter Druck setzt.


    Ich habe bei meinen Jungs, die jetzt in die F-Jugend kommen, durchaus einige Spieler, die so fußballverückt sind, dass sie an grobe taktische Dingen interessiert sind, eigene Ideen haben und sie zum Teil auch umsetzen können.


    Bevor jetzt jemand losschreit: Meine Kinder haben während der Bambini-Zeit einmal so eine Art Taktiktafel gesehen (es war ein Filz-Untersetzer mit Pokerchips, wo ich die Gesichter aufgeklebt waren)...und das war zu dem Zeitpunkt als wir von freiem Spiel zum 3-3 umgestellt haben...


    Gruß, Christoph