Beiträge von Schimanski

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    Moin,


    aus meiner Erfahrung heraus, wird sowas immer als arrogant gewertet. Ich bin damit auch schon mal auf die Schnauze gefallen (habe das erst Monate später realisiert). Mein derzeitiger Standpunkt: Entweder macht man es so, dass es keiner merkt oder man lässt es besser.


    Gruß, Christoph

    Nabend,

    Nichtdestrotrotz stimme ich dir zu, dass deine für mich extreme Sichtweise und die sich daraus ergebene Diskussion
    viele zum Nachdenken gebracht und bei vielen Änderungen ihres Vorgehens bewirkt haben.

    Nicht nur das. Andrè war vor etwas über zwei Jahren, als ich als Kindertrainer begonnen habe, mein wichtigster Bezugspunkt hier im Forum. Ich habe zwar durch das DFB-Buch die Grundlagen vermittelt bekommen, aber was mir fehlte, war die plausible Begründung. Ich wollte verstehen wieso die KiFu-Regeln so sind, wie sie sind. Dabei hat mir Andrè mit seiner extemen Einstellung und seiner präsenten, fast schon penetranten (sorry ;) ) Art sehr geholfen.


    Mittlerweile habe ich es kapiert und kann es auch in der Praxis nachvollziehen. Jetzt ziehe ich sehr viel aus den Beiträge der "alten Hasen", so wie du es bist, Günter :thumbup:


    Gruß, Christoph

    Hallo,

    Was wäre, wenn man herausfinden würde, das es Quatisch ist eine Mannschaft nach Stamm- und Auswechselspieler aufzuteilen, weil dadurch sich die Guten nicht wirklich besser entwickeln, weil sie von den Schlechten nicht ausreichend gefordert werden und die Schlechten nicht besser werden, weil sie kaum spielen dürfen?

    ein schöner Satz, dem man eigentlich allen "Erfolgstrainern" übers Bett hängen sollte.


    Langfristig ist man vermutlich sogar "erfolgreicher" wenn man auf die KiFu-Karte setzt. Konkurrenz belebt das Geschäft. Das ist nicht nur im Profifussball so. Wer die schwächeren hängen lässt, beraubt sich selbst der Möglichkeit die besseren herauszufordern. Wenn ein Kind über Jahre seinen Stammplatz sicher hat, wird es sich garantiert nicht so gut entwickeln wie ein Kind, das sich immer wieder neu beweisen muss.


    Wir haben in 2,5 Jahren alle Kinder mitgenommen und selbst die besten Kinder werden bei uns ausgewechselt. Schon jetzt merke ich wie gut dieser Umstand allen Kindern tut. Wenn ich die Entwicklung unseres Teams mit anderen vergleiche, ist bei uns die Leistungsdichte viel höher, die Schere geht nicht so weit auseinander und unsere Jungs geben immer Vollgas. Anpeitschen von der Seitenlinie - brauche ich nicht.


    Wenn wir in Freundschaftsspielen mit dem Gegner vereinbaren in einer Halbzeit mit den "Schwächeren" zu spielen, ist das immer ein Sturmlauf unserer Mannschaft.
    Und selbst wenn wir gegen jahrgangsältere Teams spielen, lassen die Trainer ihre besten Spieler auf dem Platz. Weil sie wissen, dass ihre schwachen Kinder, die sie über Jahre nur sporadisch eingesetzt haben, trotz der physischen Vorteile gegen uns keine Chance hätten.


    Gruß, Christoph

    Nabend,


    die Fronten verhärten sich, was in meinen Augen komplett unnötig ist. Ich, als stiller Mitleser, kann beiden Seiten etwas abgewinnen, also erfüllt die Diskussion ihren Sinn.
    Es ist interessant von taktischen Ansätzen zu wissen, wie und ob man sie dann anwendet und ob sie sinnvoll sind, muss jeder für sich entscheiden. Da ist man dann ganz schnell beim "frei spielen" lassen und bei Günter und Andrè. Wichtig ist das man die Kinder "im Auge" behält. Fehlt Spielfreude, Spontanität und ist das Spiel zu statisch, war`s zu viel Taktik.


    Entscheidend in der Halle dürfte noch mehr als draußen die Spielintelligenz und das Antizipationsvermögen sein. Wie schafft man Überzahl, wie verhindert oder erkennt man Unterzahl. Trainer, die von Anfang an den KiFu gelebt haben (viel "frei" spielen lassen, keine Positionsidioten, kleine Mannschaften) werden hier gegenüber anderen Trainern sowieso Vorteile haben und gar nicht so viele taktische Anweisungen brauchen. Die Kinder machen das schon von alleine.


    Gruß, Christoph

    Hallo Oliver,


    das es so läuft kommt ja erst dadurch, dass wir uns von Anfang an immer an die KiFu-Regeln gehalten haben. Im Endeffekt sehe ich schon jetzt - nach 2,5 Jahren - deutlich erkennbare Vorteile unserer Kinder in Sachen Flexibilität und Leistungshomogenität. Mir fällt die Rotation und das Einhalten gleicher Spielzeiten wesentlich leichter (in Bezug auf das Ergebnis ;) ) als anderen Trainer, die von Anfang an auf Stammspieler und feste Positionen gesetzt haben.


    Deswegen ist es wichtig, die KiFu-Regeln immer an erster Stelle zu setzen. Dann fällt das Einhalten der Regeln auch viel leichter. Trotzdem sollte man sie nicht zum Dogma erheben.


    Gruß, Christoph

    Mahlzeit,


    ich verstehe die Verteuflung der Ergbnisorientierung nicht so richtig. Solange man die Kinder dafür nicht opfert, Ausbildung und Entwicklung an erster Stelle stehen, kann ich daran nichts verwerfliches finden.
    In engen Matches gegen starke Gegner spielen bei uns auch die stärksten Kinder in der Zentrale bzw. auf der Position wo sie anhand ihrer Fähigkeiten am wertvollsten sind. Wenn wir gegen schwächere Gegner spielen wird halt unorthodox aufgestellt. Das Ist in jeder Hinsicht der beste Kompromiß und damit bin ich allen Mannschaften aus meinem Umfeld in Sachen KiFu zum Teil meilenweit voraus.


    Gruß, Christoph

    Moin,


    ich denke das Entscheidene ist das Umschaltspiel, die Flexibilität und Laufbereitschaft der Spieler (Überzahl in Ballnähe) und natürlich die individuelle Qualität.
    Viele Dinge, die der DFB und die meisten hier einfordern (frei spielen, die Kinder nicht zu früh spezialisieren, wenig fremdsteuern, Spieleintelligenz fördern) ist eine gute Grundlage, um das "Dortmunder Spiel" auch als Erwachsener zu beherrschen.


    Gruß, Christoph

    Ein Auszug aus einem Spielbericht von diesem Wochenende:

    Gruß, Christoph

    Hallo,


    Ballkontrolle hat auch sehr viel mit Körperkoordination zu tun. Man kann den Ball nur sauber verarbeiten, wenn man gut zu ihm steht. Statische Übungen für die Ballkontrolle haben da leider weniger mit der Realität im Spiel zu tun, wo Bodenverhältnisse, Gegnerkontakt und Erschöpfung die Ballverarbeitung erheblich erschweren.
    Gerade in der Hallensaion kann man an der Athletik viel und intensiv arbeiten. Am besten einen Parcour aufbauen (mit Trambolin, Kästen, Bänken, etc.) und die Kinder mit vielfältigen Bewegungsanforderung klettern, springen, Rückwärtslaufen und sprinten lassen. Am besten baut man zwei parallele Parcoure auf und lässt die Junge gegeneinander antreten. Das bringt richtig Fun. Man sieht rote Backen, verschwitzte Haare, strahlende Gesichter und schult nebenbei die Koordination.


    Gruß, Christoph

    Moin,


    ich denke, es ist kein Geheimnis, dass Spiele gegen "türkische" Mannschaften oft anders laufen.
    Ich denke genauso, dass es falsch ist, diesen Umstand aus politischer Korrektheit indirekt zu leugnen bzw. totzuschweigen und darauf zu verweisen, dass es auch Probleme mit "deutschen" Mannschaften gibt.


    Der eigentliche Fehler liegt in der gedanklichen Trennung zwischen "deutsch" und "türkisch". Die "Türken", mit denen wir heute spielen, sind die Väter und Großväter der "Deutschen" von morgen. Integration ist für mich nicht das Anpassen und Gleichstellen der Menschen in einem Land, sondern die Vielfalt und deren Akzeptanz. Das Problem ist die Trennung und die fängt in den Köpfen an. Damit meine ich übrigens beide Seiten und auch mich selbst...


    Gruß, Christoph

    Leider ist das mit den Eltern nicht so leicht.


    In der Bambini-Zeit hatten wir wegen unserer Einstellung zum KiFu mit etwas Gegenwind zu kämpfen, nach mehreren Elternabenden war dann das Verhältnis und die Akzeptanz für unsere Arbeit für mein Empfinden sehr gut. Ich habe die Eltern gemäß meiner Lebenseinstellung viel mit ins Bott geholt, Entscheidungen mehrheitlich getroffen, alles versucht, diplomatisch zu lösen.


    Zu Beginn der F-Jugend gab`s dann aber wieder Stunk, weil einige Eltern sich zu viel rausgenommen haben, den Blick für die Mannschaft verloren haben und uns vorgeworfen haben, ungerecht zu handeln. Besonders schmerzhaft war das deswegen, weil unsere Arbeit nicht gewürdigt wurde, viel Besserwisserei und üble Nachrede dabei war. Selbst das Verhältnis zu den Kindern und zwischen den Kindern hat gelitten.


    Wir haben dann einen klaren Schnitt gemacht, einen Leitfaden aufgesetzt und erstmal Distanz zu den Eltern aufgebaut. Es ist zwar jetzt Ruhe eingekehrt (auch innerhalb der Mannschaft), aber im Nachhinein ist es mir jetzt aber wieder zu viel Distanz. Einige Eltern halten sich seitdem stark zurück genommen.


    Aber es betrifft auch nicht alle Eltern. Oft sind es die Eltern, deren Kinder sich eher divenhaft verhalten (auf und neben dem Platz) oder leistungstechnisch etwas abfallen. Das zeigt mir wieder, dass die Eltern - verständlicherweise - eine ganz andere Sichtweise auf die Mannschaft haben. Der Sohn steht halt an erster Stelle und da man es nicht immer allen zu 100% Recht machen kann, wird es immer Unzufriedenheit geben.


    Trotzdem kann ich stolz sagen, dass wir seit dem ersten Bambini-Jahr kein Kind "verloren" haben und seit knapp 2 Jahren geschlossen auftreten, Trainingsbeteiligung >80%, Spielbeteiligung >90%.


    Gruß, Christoph

    @ChrisHRO: Ich denke auch, dass der deutschen Natio (und ggf. auch Bayern) Führungsspieler in den entscheidenen Momenten vielleicht gefehlt haben, aber wir haben in Deutschlande in den letzten 10 Jahren eine überragende Entwicklung genommen.
    Und diese Entwicklung gab es nicht trotz sondern wegen der flachen Hierachien. Ich denke es ist oberflächig und naiv zu glauben, wir hätten diese Entwicklung auch genommen wenn wir weiter auf Effenbergs und Baslers gesetzt hätten.
    Viele positive Aspekte unserer Entwicklung sind erst durch den Verzicht auf Drecksäcke und die Werteverschiebung in unserer Ausbildung erreicht haben.
    Spanien, Dortmund und Barca haben mit flachen Hierachien (bei der EM fehlte z.B. Puyol) auch viele Titel geholt. Ich denke im Jugendfussball ist es noch mehr als im Profifussball wichtig, auf solche Werte zu setzen.


    Ansonsten möchte ich mich Andrè anschließen ;)


    Gruß, Christoph

    Hallo Micha,


    du bist deiner Signatur gerecht geworden ;)
    Danke für den Bericht!


    Ein Frage: Hast du bei den "Persönlichkeiten" Besserung erzielt? Also hast du den Teamgedanken gefördert bzw. an ihn appelliert und zu Sanktionen bei Nichtbeachtung gegriffen? Ist Rotation mittlerweile möglich?
    Ein passendes Video der MFS:

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    Gruß, Christoph

    Hallo,

    Das Coachen durch die Eltern empfinde ich als Hauptproblem beim Kinderfussball, da man die Gruppe der Eltern kaum kontrollieren kann. Insbesondere wenn die Kinder etwas neues oder ungewohntes ausprobieren, wird dies oft von den Eltern durch deren Coachen torpediert

    Nach 2,5 Jahren Bambini- und F-Jugend-Fussball sehe ich die Probleme der KiFu eher bei den Trainern. Die Eltern sind meist relativ entspannt, aber bei den Trainern ist noch viel Luft nach oben.


    Fremdsteuern, Reinrufen und Leistungsdruck ist da ein wesentlicher Aspekt (betrifft mindestens jeden zweite Mannschaft in meinem Umfeld), Ungleichbehandlung durch Stamm- und Ersatzspieler sehe ich noch häufiger und fehlende Positionsrotation sehe ich selbst bei Mannschaften, die sich offen zu kindgerechter Ausbildung bekennen (mit denen kommt man auch sehr gut aus, sieht glückliche und entspannte Kinder).


    Was beim Training falsch läuft kann ich schlecht beurteilen, aber man sieht, dass Ecken, weite Abschläge und Torwärte gezielt trainiert werden, dass spielerisch-technische Aspekte zweitrangig sind und das die fussballerisch schwächeren Kinder zu reinen Rausbolzern erzogen werden. Es wird halt viel zu viel auf den Wettkampf am Wochenende hingearbeitet.


    Auch wenn ich persönlich in allen obigen Punkten nicht frei von Sünde bin, sieht es bei allen anderen mir bekannten Mannschaften nicht besser, meist viel schlechter aus...


    Gruß, Christoph

    Moin,

    Aber um es kurz zu machen: Man kann sowohl die Lizenz zum Trainer C-Breitenfußball als auch zum C-Trainer, der bis vor kurzem noch Trainer C-Leistungsfußball hieß, direkt machen, d.h. man benötigt nicht eine untergeordnete Lizenz.

    Bei uns (FVN) ist Vorraussetzung für die Teilnahme an der C-Lizenz der "Teamleiter Kinder". Kocht da jeder Verband sein eigenes Süppchen oder habe ich etwas falsch verstanden?


    Gruß, Christoph

    Hallo,

    Hier ist das Stichwort für mich: Wettbewerbsform!

    Das ist auch meine Erfahrung.


    Man kann es aber auch übertreiben. Wir hatten so eine Phase Mitte des zweiten Bambini-Jahr wo die Stimmung in der Mannschaft unter dem ständigen "wer ist besser?" litt. Die Kinder stritten sich viel, waren gereizter und der Spaß ging verloren.


    Im Endeffekt sind diese Wettbewerbsübungen auch eine Form von Druck. Wenn dann noch schulische und elterliche Anforderungen und das Spiel am Wochenende hinzu kommen, kann es auch schnell man zu viel werden.


    Wir haben dann die Wettbewerbsübungen etwas reduziert und damit wurde die Stimmung auch wieder besser. Wie so oft im Leben, macht`s halt die richtige Mischung.


    Gruß, Christoph

    Moin,

    Im intern. Profi-Fussball sieht man z. B. jetzt teilweise schon wieder eine (Rück-)Entwicklung zur Manndeckung.

    Das ist mir auch schon aufgefallen.


    Umso schneller die gegnerischen Mannschaften das Spiel verlagern und den Ball laufen lassen können, desto mehr Probleme bekommt man mit einer reinen ballorienierten Verteidigung.
    Deswegen bleiben z.B. auch oft die IV im Zentrum, statt bei einem Angriff über Außen zum AV rauszuschieben.
    Zudem habe ich auch beobachtet, dass viele Sechser (aber auch AV) zum Unterbinden des gegnerischen Aufbauspiels Anspielstationen zustellen und dabei auch schon mal bewusst die Position des Balles und der Mitspieler ignorieren.


    Trotzdem würde ich nicht sagen, dass das eine Rückbesinnung auf die alten Werte ist. Man versucht nur die Vorteile der gegnerorientierten in die ballorientierten Spielweise zu integrieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es die reine Manndeckung jemals wieder geben wird.


    Im Endeffekt steht und fällt sowieso alles mit dem Spielverständnis und der Erfahrung der Spieler, egal welche Taktik man ausgibt...


    Gruß, Christoph

    Danke, wobei mein letzter Spielbericht ungewöhnlich negativ und kritisch ist. Da spielt eine gewisse Enttäuschung über das Verhalten einiger Kinder mit rein. Bei den ersten Saisonspielen habe ich mich zudem ziemlich knapp gehalten.
    Im Bambini-Archiv (unter Spielberichte, Turniere und Freundschaftsspiele) sind aber viele Spielberichte, die schon positiver formuliert sind...;)


    Gruß, Christoph

    Hallo,


    da bei meinem Lieblingsverein der neue Trainer von 4-2-3-1 auf 4-4-2 umgestellt hat, kann ich berichten, dass die Vorteile vor allem auf den Außen liegen. Man bekommt die Flügel besser dicht, weil die zwei Stürmer zum Doppeln auf den Flügel helfen können.
    Zudem kann man beim Spielaufbau des Gegners gut eine offensive Viererkette bilden, die den Spielaufbau des Gegner stören und auch gezielt in Zonen lenken kann. Da ist das zentrumlastige 4-2-3-1 offensiv viel "löchriger". Es eignet sich deswegen auch gut fürs Pressing und schnelles Umschaltspiel.
    Hohe Ansprüche stellt das 4-4-2 an die beiden Sechser. Sie müssen sehr gut antizipieren, weite Wege gehen und sich gut abstimmen. Hier kommt es nach meiner Einschätzung vor allem darauf an, dass sie das Spiel gut "lesen" können, sprich über viel Spielintelligenz und -verständnis verfügen.Sie müssen eigentlich Secher, Achter und Zehner in einer Person vereinen.


    Gruß, Christoph