Moin,
ich habe mir die Links mal zu Gemüte geführt. Lesenswert, genau wie die ganze Seite.
Das mannorientierte Decken wird da auch als eine von vier Pressing-Methoden beschrieben (zugriffsorientiertes Pressing).
Gruß, Christoph
Moin,
ich habe mir die Links mal zu Gemüte geführt. Lesenswert, genau wie die ganze Seite.
Das mannorientierte Decken wird da auch als eine von vier Pressing-Methoden beschrieben (zugriffsorientiertes Pressing).
Gruß, Christoph
Hallo Willi,
interessantes Thema.
Die Links habe ich jetzt noch nicht studiert, aber ich denke nicht, dass das etwas verschlafen wird. Selbst "mein Club", ein durchschnittlicher Zweitligist, hat das sowohl unter Sasic als auch unter Runjaic in Ansätzen gespielt. Für mich ist das eher eine Frage der Umsetzung, also ob die Spieler die läuferischen, taktischen und fussballerischen Fähigkeiten mitbringen. Hinzu kommt dann noch der mannschaftstaktische Faktor. Ich habe z.B. einige Spiele erlebt, wo das Gegenpressing nicht richtig funktioniert hat und man Spiele deswegen verloren hat. Das Risiko bei falschem Gegenpressing überspielt zu werden ist nicht unerheblich und aus Sicherheitgründen stehen viele Mannschaften erstmal kompakt, verschieben gut und verzichten auf diese taktische Variante.
Bei Dortmund und Barca wird das halt annähernd in Perfektion gespielt, beim MSV nur phasenweise, etwas unperfekter und auch nicht gegen jeden Gegner. Bei anderen Vereinen sieht das wohl nicht anders aus. Mir fällt da z.B. Gladbach unter Favre ein, die nach meinen Eindrücke fast ohne Pressing spielen und trotzdem erfolgreich sind.
Ich beobachte aber eine andere, wahrscheinlich parallel aufkommende Entwicklung. Man spielt in vielen Situationen wieder mehr mannorientiert. Die besten Mannschaften zeichnen sich dadruch aus, die Ballorientierung und die Mannorientierung so zu mischen, dass das beste aus beiden Welten vereint wird.
Gruß, Christoph
Hallo Willi
Ein positives Beispiel für das, was ich meine, war einer unserer Bambinitrainer vor einigen Jahren.
Der verbot seinem Torspieler den Abstoß und wies ihn an, immer einen Mitspieler kurz anzuwerfen oder noch besser anzuspielen.
Das bedeutete zwar zunächst viele Gegentore und verlorene Spiele - und unzufriedene Eltern - war aber langfristig aus meiner Sicht goldrichtig.
Haben wir eine ganze Zeit auch mal probiert, finde ich im Nachhinein aber auch nicht richtig. Es ist das Spiel der Kinder und da sollten sie selbst Erfahrungen sammeln und entscheiden wie sie spielen. Für mich ist die Forderung nach flachem Spielaufbau genauso ein Korsett wir die Forderung nach Pässen, auch wenn es perspektivisch bestimmt Sinn macht.
Ich sehe meine Aufgabe als Trainer im Kinderbereich den Jungs Vor- und Nachteile in kindgerechter Art zu erklären. Ein flacher Spielaufbau macht Sinn, wenn der Gegner an der Mittellinie auf den Abschlag wartet, während ein langer Ball Sinn macht, wenn alle Anspielstationen zugestellt sind. Das können selbst Kinder verstehen und da kommen sie mit passenden Fragestellungen unter Umständen sogar selbst drauf (Idealfall).
In der E- oder D-Jugend kann ich ihnen dann erklären, dass die Wahrscheinlichkeit bei einem hohen Ball in Ballbesitz zu bleiben geringer ist als wenn ich flach anspiele und das man diesen Weg im Zweifel gehen sollte. Das ist aber noch nix für Bambini und F-Jugendliche. Die wollen einfach nur spielen, auch mal den langen Abschlag oder den Befreiungsschlag machen. Man muss die Kinder dahin bekommen, dass sie selbst abwägen und lernen den richtigen Weg zu gehen.
Im Bambini- und jungen F-Jugend-Bereich fehlt es an der Technik, der Motorik und auch an der Übersicht, einen flachen Spielaufbau aus eigenem Impuls zu spielen. Im der älteren F-Jugend und spätestens in der E-Jugend ist den Kindern selbst das Ergebnis so wichtig, dass auch sie erkennen, wie gefährlich das Spiel "hintenrum" ist. Deswegen halte ich nix von einem Verbot von langen Bällen/Abschlägen. Es sollte immer eine erlaubte Option sein.
Für mich ist der Idealfall wenn die Kinder beides probieren und können und möglichst früh lernen sitautiv entscheiden. Das ist für mich dann Spielintelligenz.
Am schlimmsten - und da bin ich voll bei dir - ist natürlich der Fall, den man in 90% der Kindermannschaften erlebt. Es wird ständig der lange Ball gefordert, Torhüter dreschen automatisiert den Ball blind nach vorne, Eltern schreien "Raus damit!" und "Weg mit dem Ball". Hier wird die Basis für "doofe" Fußballer gelegt und die Kinder können selbst noch nicht mal etwas dafür.
Gruß, Christoph
In meinen Augen nur der Anfang einer Entwicklung... ![]()
Kann man als Stürmer damit umgehen, ist man in der Halle praktisch immer anspielbar.Vorraussetzung ist schnelles lösen und Abstimmung mit den Mitspielern, ständig in Bewegung sein und permament anbieten.
Wenn man als Kind nicht ständig in Quadranten spielt, kann man das in der D-Jugend instinktiv ![]()
Auch wenn es vielleicht etwas off-topic ist, aber interessehalber auch @Andrè: Habt ihr (D-Jugend, draußen) schonmal probiert in der Offensive (also alles vor den "Sechsern") ohne Positionen zu spielen? Also komplett frei wie auf der Straße. Welche Nachteile hat man zu befürchten, die Fähigkeiten der Kinder mal außen vor gelassen?
Geht nicht gerade der moderne Fußball immer mehr in diese Richtung? Ich könnte mir vorstellen, dass in 10-15 Jahren gerade in der Offensive und gerade wegen der immer weiter perfektionierten ballorientierten Verteidigung auch im Profifußball die flexibelsten Mannschaften den Weltfußball prägen.
Vielleicht übersehe ich auch einen Vorteil des Positionsspiels...
Gruß, Christoph
3.) Ganz einfach: Jeweils zwei kleine Tore am Ende der Außenbahnen
4.) Überdribbeln der Außenlinie neben dem mittig angeordnetem Tor als Option anbieten (Tor zählt zweifach, überdribbeln einfach oder umgekehrt), ggf. hinter den Außenlinien noch zwei Tore tiefer im Raum platzieren, um nach dem Überdribbeln noch einen Torschuß anzubieten und diese Option attraktiver zu machen
@Fussballbaron: Ich habe in der Bambini-Zeit viele Mannschaften gesehen, die so etwas ähnliches wie Quadranten gespielt haben. Ich fand`s gruselig, auch wenn du Mannschaften zum Teil erfolgreich waren. Ich habe unglückliche und uninspirierte Kinder gesehen, die in irgendetwas gepresst wurden, was so gar nicht ihrem Naturell entsprach. Das mag bei deinem Auswahlteam vielleicht etwas anderes sein, für den Breitensport kann ich mir schwerlich vorstellen, damit den Kindern etwas Gutes zu tun (weder für den Moment, noch perspektivisch).
Mir fällt da sogar konkret eine jahrgangsältere Mannschaft (2004) eines Vereins ein, der bei uns einen guten Ruf genießt und viel Zulauf hat. Der Trainer ein feiner Mensch, sehr ambitioniert, behandelt die Kinder gut, macht wohl auch vernünftiges, kindgerechtes Training, hat einen Trainerschein.
Aber schon in der Bambini gab es feste Zuordnungen (vorne links, hinten links, etc.), also ganz ähnlich wie bei der Quadrantenidee. Der Fussball sah schon damals sehr vernünftig aus, wir hatten auch wegen dem Altersunterschiedes nie eine Chance. Bei uns Rudelbildung, bei denen Ballstaffetten (überspitzt formuliert).
Jetzt haben wir zuletzt wieder gegeneinander gespielt. Seine Mannschaft spielt noch immer mit festen Positionen. Wir haben zwar trotzdem verloren, aber es war denkbar knapp. Unser Jungs: spiel- und lauffreudig, unberechenbar, in Ballnähe oft in Überzahl, präsent und gallig. Seine Jungs: Träges Umschalten, uninspiriert, statisch und nur über Einzelaktionen erfolgreich. Das "anerzogene" Passspiel konnten sie nicht mehr nutzen, weil unsere Jungs schnell verschoben und antizipiert haben.
Meine Vorhersage: Spätestens wenn wir uns in der E-Jugend wiedersehen werden wir den Altersunterschied über Spielstärke kompensieren können und sie zum ersten Mal schlagen.
Dann die Erfahrungen aus meiner Mannschaft: Das vom DFB proklamierte 3-3-System, das wir Mitte des zweiten Bambini-Jahrs einführten, hat bei uns dazu geführt, dass gerade die von dir unerwünschten Solisten an Laufbereitschaft einbüßten und viel Spielspaß verloren.
Die spielintelligenten Kinder konnten die Statik im System noch kompensieren weil sie wussten, wann sie sich aus ihrem "Quadranten" lösen konnten und durften, die Solisten aber stagnierten. Erst als wir die Positionen in der Offensive auflösten, konnten wir bei diesen Kindern wieder Fortschrittte in Sachen Passpiel, Freilaufen und Anbieten feststellen.
Hinten spielen wir auch mit einer relativ statischen Anordung, eine Dreierreihe, die genau wie bei dir das Spiel in die Breite fördert und wo auch mal der langen Pass geschlagen wird. Durch die ständige Rotation spielt jedes Kind mal "statisch" hinten und mal "flexibel" vorne. Gerade die Kindern, die mit weniger Spielverständnis gesegnet sind, fühlen sich hinten unwohl und bleiben unter ihren Möglichkeiten, sind teilweise unglücklich und können mit den Spielerfahrungen wenig anfangen. Wie gesagt, alles Erfahrungen aus dem Breitensport.
Ich bin der Meinung das von dir erschwünschte Spielverhalten im Kinderfussball (weniger Rudelbildung, Spiel in die Breite, Passspiel) kann man eher durch geeignete Trainings- und Spielformen (auf vier Tore, Überzahlspiele, fester Außenlinienspieler, flexible Tore, Freilaufspiele (z.B. mit vielen Hütchentoren), etc.) erreichen als durch Quadrantenzuteilung.
Gruß, Christoph
Danke für den interessanten Input, Fussballbaron. Einige Ansätze haben mich zum Nachdenken gebracht und ich denke, dass kann nie schaden.
Mit der Quadrantenlösung kann ich mich aber auch gar nicht anfreuden. Zum einen denke ich, dass die Erfahrungen im Durchtanken für die Entwicklung der Kinder ganz wichtig ist (auch im Vereinsfußball und nicht nur auf der Straße), zum anderen beraubt man ihnen ihres naturgegebenen Instinkts des Ausprobieren. Das ist für mich zu viel Fremdsteuern und zu wenig Kreativitätsentfaltungsmöglichkeiten. Außerdem verstehe ich nicht, was es den Jungs perspektivisch bringen soll. Ich sehe absolut keinen Vorteil außer die Kinder früh auf Erwachsenenfussball einzunorden, Spiele zu gewinnen und sein Konzept gut aussehen zu lassen.
Passspiel und Position halten können wirklich ausnahmslos alle erwachsenen Fussballer, selbst in der Kreisliga (von den technischen Fähigkeiten abgesehen, die man ja isoliert trainieren kann). Den Unterschied machen doch aber später (auch im Profifussball) die Spieler aus, die entweder gut dribbeln können oder aber ein extrem hohes Spielverständnis mitbringen oder gar beides. Die Quadrantenlösung erstickt die Entwicklung beider Eigenschaften.
Zudem glaube ich, dass sich der moderne Fussball weg vom sturen Positonsspiel entwickelt. Das Spiel wird immer flexibler, laufintensiver und weniger statisch. Wenn man ein Spiel (auch im Profifussball) entscheiden will, dann braucht man gerade die Spieler, die sich von ihrer Position (oder ihrem Quadranten) lösen können, Spielsituationen antizipieren, Überzahl bei der eigenen Mannschaft schaffen und bei der gegnerischen verhinden können.
Ich habe bei mir in der F-Jugend Positionen im offensiven Bereich abgeschafft. Ich halte im Kinderfussball davon gar nix. Es schränkt nicht nur die Spielfreude ein, sondern bremst auch die Entwicklung der Spielintelligenz. Die Jungs
sollen einfach drauf los spielen und je nach Spielsituation entscheiden wie sie sich im Raum aufteilen. Gerade bei den "guten" Spieler ergibt sich Passspiel dabei von ganz alleine - auch ohne Quadranten.
Gruß, Christoph
Hallo,
wenn ich bei der Übung Spielverlagerungen und das Spiel über die Außen fördern und schnelle Torabschlüsse verhindern will, bietet sich nach meinem Verständnis das von Andrè erwähnte "tote" Quadrat im Zentrum oder aber das Spiel auf vier Tore an. Hat jemand schon mal probiert beides zu kombinieren oder macht das gerade deswegen keinen Sinn, weil beide das gleiche Verhalten provozieren? Wie sehen eure Erfahrungen in der Praxis aus?
Noch eine generelle Ergänzung: Ich denke gerade bei dieser Übung macht es Sinn als Trainer Überzahl-Situationen - und wenn es nur für ein paar Sekunden ist - herzustellen. Auf dem Teamleiter-Lehrgang, den ich anfangs des Monats gemacht habe, wurde uns übrigens empfohlen, schon der F-Jugend Spielformen mit Überzahl zu spielen (Horst Wein sieht das ja ähnlich).
Gruß, Christoph
Hallo,
Bewerben ist schwer, aber vielleicht könntest du die Abwehrspieler zur Belohung eine Halbzeit durchspielen lassen und nur auf den offensiven Positionen wechseln? In der Halbzeit dann ggf. von vorne nach hinten tauschen. Klappt bei uns in der F-Jugend auf jeden Fall.
Oder aber: Alle Standards werden von Abwehrspielern getreten. Ist vielleicht auch ein Anreiz.
Meiner Erfahrung nach spielen die spielintelligenten Spieler sogar ganz gerne hinten, weil sie dort das eigene Spiel gestalten und das des Gegners gut antizipieren können. Man muss ihnen natürlich erlauben offensiv aktiv zu werden. Reine Ausputzer sind out.
Gruß, Christoph
Hallo LomexHH,
Barca spielt meines Wissens 3-2-1 im Kleinfeldbereich. Das haben hier zwei User unabhängig voneinander berichtet.
Ein 1-2-3 macht in meinen Augen im Kinderbereich wenig Sinn. Ich sehe vor meinem geistigen Auge einen Ausputzer, der alles wegdrischt, lange Abschläge (es gibt "hinten" kaum Anspielstationen), Stürmer, die vorne stehen bleiben und auf den Ball warten, viel Gebolze und Zufall.
Was ist der Sinn dahinter?
Das kindliche (bzw. menschliche) Naturell denkt offensiv, deswegen sollte die Grundformation eher defensiv sein. So hat jedes Kind die Möglichkeit offensiv aktiv und kreativ werden. Zudem kommt das 3-2-1 dem modernen, ballorientiertem Spiel (bei Ballbesitz breit stehen, gegen den Ball kompakt) viel näher als das 1-2-3. Man sollte den Kindern wenigstens die Möglichkeit geben das Spiel flach und breit per Passspiel aufzubauen (ob sie es machen, sei mal dahin gestellt). Im 1-2-3 nimmt man ihnen diese Möglichkeit fast vollständig.
Gruß, Christoph
Moin,
http://kinder-training.info/spielsysteme.html <--- da werden die System erklärt
...und da wird ein entscheidener Punkt erwähnt, der mir bei anderen Mannschaften auch oft übel auffällt: Bei Systemen mit zwei Abwehrspielern "züchtet" man sich Ausputzer, denen irgendwann jegliche Kreativität und Spielfreude abgeht. Deswegen plädiere ich fast immer für drei Abwehrspieler, die aber offensiv aktiv werden dürfen. Zudem lernen die Kinder so besser, das Spiel auch mal flach aufzubauen (viele Anspielstationen für den Torhüter) bzw. zu verlagern (man steht "breit").
Ich persönlich bevorzuge Tannenbaum, weil das wichtige Zentrum dann stärker besetzt ist (Ergebnisdenken). Zudem haben sowohl die defensiven Außenspieler (nach vorne) als auch der Stürmer (nach links und rechts) freie Räume. Das fördert das Freilaufen und das instinktive Spiel. Die Kinder sind viel in Bewegung und suchen Lücken, die beste Grundlage um später im Jugend- und Erwachsenenfußball gegen kompakte Deckungsreihen zu bestehen. Das 3-3 ist mir zu statisch...
Gruß, Christoph
Hi Benjamin,
jeder hat da wohl andere Erfahrungen gemacht.
Wir haben derzeit elf Kinder und mir ist das schon fast zu viel. Gerade bei den Spielen kann man den Jungs kaum gerecht werden, weil man im schlimmsten Fall vier Auswechselspieler am Rand stehen hat. Meine Erfahrung ist die, dass man die Kinder durch viel Spielzeit (am Stück) stärkt und ständige Wechselei den meisten Kindern nicht weiter hilft. Wir nehmen deswegen in der Rückrunde auch nur noch neun Kinder zu den Spielen mit (natürlich immer die besten *kleiner Scherz*).
Auch beim Training genieße ich es mal, wenn ein paar Kinder weniger da sind. Man kann dann besser auf den einzelnen Spieler eingehen.
Gruß, Christoph
Hallo,
ich finde neun bis zehn Kinder eigentlich ziemlich ideal.
Du musst halt versuchen, ein attraktives Training, einen fairen Umgang und ein großen Zusammenhalt zu schaffen. Dann werden die Jungs eigentlich fast immer das sein (außer wenn sie krank sind).
Das bedeutet viel Spielzeit für die Kinder, wenig Wechselei und angenehme Trainingsatmosphäre.
Gruß, Christoph
Fehlentscheidungen und Schiedsrichter sind Teil des Spiels. Da man sie nicht beeinflußen kann, lohnt es auch nicht, sich darüber aufzuregen. Ich habe mir das sogar im Stadion (wo es ja wirklich um etwas geht) abgewöhnt.
Gute Nacht, Christoph
P.S. Dass der Ball mit vollem Umfang über der Linie sein muss, wird ja selbst in der Bundesliga immer wieder falsch gepfiffen ![]()
Hallo,
wir spielen immer mal wieder - ganz bewusst - auch Freundschaftsspiele gegen den älteren Jahrgang. IMHO profitieren die Kinder von den Erfahrungen, gerade in Bezug auf die Zweikampfführung.
Ich verabrede dann mit den Trainern, dass er auch seine "schwächeren" und seine Reserve-Spieler einsetzt bzw. suche nur Gegner aus, wo ich weiß, wie der Trainer tickt.
Wir verlieren zwar solche Spiele meist, aber die Tatsache, dass am Ende doch die besseren Spieler beim Gegner viel Spielzeit bekommen, zeigt mir, dass wir durchaus mithalten können (wer verliert schon gerne gegen eine jahrgangsjüngere Mannschaft
).
Kritisch wird es nach meiner Erfahrung nur dann, wenn der Gegner sehr eng am Mann bzw. in Richtung Manndeckung spielen lässt. Dann kann man die körperlichen Unterschiede nicht mehr durch Spielstärke kompensieren.
Gruß, Christoph
Hallo,
ich denke auch, dass es wenig bringt, die KiFu-Diskussion aufleben zu lassen. Die Inhalte dürften nach zwei Lizenzen bekannt sein. Trotzdem wäre der Rausschmiss bzw. die Nichtberücksichtigung für mich (noch?) keine Option.
Ich stehe der ständigen Wechselei immer skeptischer gegenüber. Alibi-Spielzeiten bei klaren Führungen oder in FS gegen schwache Mannschaften sind zwar gut gemeint, bringt die Kinder aber selten weiter. Auch das KiFu-gerechte Durchwechseln nach Stoppuhr hilft weder den starken und noch weniger den schwächeren Kindern. Man unterbricht oft den Fluß und die Kinder finden gar nicht richtig ins Spiel.
Die "schwachen" Kinder merken selbst sehr früh, dass es bessere Spieler gibt. Deswegen nehmen sie sich oft zurück, gerade wenn viel gewechselt wird und von der Bank immer wieder neue Impulse kommen. Ich finde es deswegen besser, wenn man Spiele und Turniere mit einem kleinen Kader bestreitet und dabei - selbstverständlich - auch die "Guten" mal zu Hause lässt.
Ich habe jetzt erst am Wochenende bei einem Turnier wieder festgestellt, wie sehr gerade die "schwachen" Kinder von Spielzeit und Vertrauen profitieren. Dann stehen sie in der Verantwortung und können/müssen über sich hinaus wachsen.
Bezogen auf den Threadersteller: Vielleicht sieht der Junge keinen Sinn darin zu laufen, weil sowieso immer die anderen das Spiel an sich reißen und er vom Umfeld kein Vertrauen spürt. Er versteckt sich praktisch hinter den besseren Spielern. Ich würde deswegen mit den Eltern den Kontakt suchen und mit offenen Karten spielen. Man muss dem Jungen einfach mal Vertrauen und Verantwortung geben, im Gegenzug ihm dann aber auch klar machen, dass er nur durch den nötigen Biss bestehen kann.
Gruß, Christoph
Nabend,
die Einteilung der Kinder nach Leistungsvermögen machen selbst die meisten Trainer, die KiFu-gerecht ausbilden. Davon kann man sich in einem Wettkampfspiel auch schwerlich freimachen. Ich fände es heuchlerisch sowas zu leugnen. Deswegen finde ich die Ansichten jetzt nicht so erschreckend.
Enttäuschend ist da eher die Tatsache, dass er sowas öffentlich macht und dadurch sein anscheinend KiFu-ungerechtes Handeln rechtfertigt...
Gruß, Christoph
Hallo,
soweit zur Theorie. Die KiFu-Fahne kann man meines Erachtens aber nur hoch halten, wenn man einigermaßen erolgreich ist. Ansonsten gibt`s immer Unruhe und damit ist weder den Kindern noch dem Trainer geholfen.
Ich finde schon, dass man einige Spielformen durchführen kann, um den Kindern das Zusammen- und Passspiel leichter zu machen, z.B. auf vier kleine Tore am Ende der Außenlinie spielen (so haben die Kinder mehr Optionen und die Knäuelbildung wird verhindert), Spiele in kleine Mannschaftstärke (vor allem 2:2, da geraten Alleingänger in leistungshomogener Einteilung sofort an ihre Grenzen), Dribblingübungen, wo man den Kopf heben muss, Orientierung im Raum, etc.
Positionen würde ich vielleicht in der Abwehr vergeben und dann in der Halbzeit rotieren (so spielt jeder mal hinten). Vorne können die Jungs machen, was sie wollen. Wichtig ist natürlich, dass sie "Abwehrspieler" auch nach vorne gehen dürfen, aber immer wieder schnell umschalten sollen.
Passspiel darf man auch bei den Bambini in Besprechungen ruhig ansprechen bzw. überschwenglich loben, so die Kinder sie denn ausführen. Wichtig ist im Spiel nicht zu viel einzufordern und nicht zu schimpfen, wenn die Kinder es dann doch nicht machen. Man muss die Kinder auch immer im Auge haben. Wenn sie an Spielfreude einbüßen und verkrampfen, muss man ihnen mehr Freiräume gewähren.
Zusammengefasst: KiFu heisst nicht zwangsläufig "erfolglos" zu sein oder sich nur über den Spaß zu definieren (der bleibt bei Niederlagen schließlich auch aus). Entscheidend ist für mich immer, dass man die Kinder für den Erfolg nicht opfert.
Gruß, Christoph
Danke Günter,
wir haben bis jetzt in solchen Situationen auch versucht es immer allen recht zu machen. Es gab ständig Diskussionen.
Wir sind jetzt an dem Punkt, wo wir das machen, was wir für richtig halten.
Bei unserem eigenen Hallenturnier heißt das ganz konkret: Es gibt eine starke Mannschaft A und eine schwächere Mannschaft B. Dabei sind noch nicht mal die besten Einzelspieler in Team A, sondern eher die Jungs, die die richtige Einstellung mitbringen, mannschaftsdienlich spielen, den Fußball leben, bei denen Fußballverständnis und Spielintelligenz ausgeprägter sind, die gut nach hinten arbeiten, den Blick für den Nebenmann haben etc.
Für uns ist das vielleicht sogar eine erzieherische Maßnahme. Zum einen haben sich die Jungs aus Team A auch mal verdient mit "Gleichgesinnten" zu spielen und zum anderen müssen die Kinder aus Team B auch lernen, das Fußball ein Mannschaftssport ist.
Wir haben die Konstellation der Gruppen auch so gewählt, dass Team B in der leichteren Gruppe spielt und "eigentlich" bessere Chancen auf dem Gruppensieg hat. Mal schauen, wie sich das in der Praxis darstellt ![]()
Beim nächsten Turnier machen wir das vielleicht auch wieder ganz anders und stellen gleich starke Mannschaften auf, je nachdem was wir in dem Moment für richtig halten. Da darf man ruhig auch etwas unberechnbar sein, solange man das begründen kann und authentisch bleibt.
Gruß, Christoph
