Andrè,
du verrennst dich.
Nach meiner Einschätzung spielt kaum jemand mit Manndeckung im KiFu. Es gibt nach meiner Wahrnehmung zwei verschiedene Ansätze, die ich beobachten kann:
1) Positionsstarr mit guter Struktur und Ordnung
2) Flexibel mit starker Ballorientierung und Raumverdichtung
Die ideale KiFu-Mannschaft spielt beides. Vereinfacht gesagt gegen den Ball 2) und bei Ballbesitz 1). Entscheidend ist der Umschaltmoment und genau in diesem Punkt erkenne ich eine gut ausgebildete Mannschaft.
Das Verhalten würde ich aber von einer Kindermannschaft niemals abverlangen, sondern das ergibt sich durch geeignete Trainings- und Spielformen und einen Trainer, der über Jahre wenig instruiert und seine Kinder ausprobieren lässt.
Eine gute Spielform ist z.B. die von mir verlinkte von Germancoach. Sowas kann man auch mit ner guten F-Jugend trainieren - kein Problem, solange Spieleranzahl und Feldgröße der Altersgruppe entsprechen. Das ist genau das, was Horst Wein immer einfordert. Spielintelligenz trainieren, indem man ein vereinfachten Teilaspekt aus dem gesamten, komplexen Spiel heraustrennt und dann isoliert, aber in hoher Dosis trainiert. Das hat nix mit Mannschaftstaktik zu tun. Die Kinder ziehen ihre eigenen Schlüsse aus der Spielform, reflektieren sie und übertragen sie dann im geeigneten Moment auf das "große Spiel".
@Eckmann: Das 3-2-1 ist deswegen in deinem Fall passend, weil man erstmal das wichtige Zentrum kontrolliert und verdichtet. In diesem Bereich finden die meisten spielentscheidenen Aktionen statt (Steil- und Nadelpässe, Distanzschüsse). Die Abschläge landen auch meist dort. Durch die doppelte Besetzung hat man auch gute Chancen die zweiten Bälle zu gewinnen.
Gruß, Christoph
