Hallo,
ich spiele jede Woche Fussball in einer gemischten Hobbytruppe. Teilweise sind richtig gute Jungs dabei, vor allem technisch, läuferisch und athletisch. Die meisten haben aber nie im Verein gespielt, sondern nur auf der Straße. Und das sieht man ihrem Spiel leider an. Entscheidungfindung, Erkennen von Räumen und Strukturen sind teilweise unterirdisch schlecht. Selbst einfachste gruppentaktische Elemente werden nicht verstanden. Die beste Technik bringt nix, wenn der Kopf das Spiel nicht versteht.
Umgekehrt ist es so, dass die technisch besten Kinder aus meiner Mannschaft viel privat spielen, wahrscheinlich mehrere Stunden in der Woche zusätzlich. Dadurch bekommen sie viel Ball- und Körpergefühl. Die anderen Kinder, die fast nur im Verein den Ball am Fuß haben, würde ich selbst mit exzessivem Techniktraining nicht auf dieses Niveau bekommen. Dafür ist die Zeit zu rar. Deswegen nehme ich mir auch immer viel Zeit für Spielformen. Das gehört zum Vereinsfussball einfach dazu, selbst im Kinderfussball. Die Erfolgserlebnisse, die sich dadurch im Mannschaftsspiel einstellen, bringen den Jungs Motivation, Spaß und legen die Basis für die nächsten Entwicklungsstufen, auch für die technischen ![]()
Ich glaube das Problem vieler Breitensport-Trainingseinheiten ist nicht die (zu kurze?) Dauer des Technik-Trainings, sondern die Ausführung, also Ballkontakte, Wiederholungen, Speed, Wettkampf, Motivation, etc.. Ich denke ne knackige Technikeinheit mit vielen Bällen in einem vernünftigen Aufbau lässt noch genug Zeit für Spielformen...
Gruß, Christoph
P.S. Unser neuer Jugendkoordinator ist kurz davor Coerver-Coaching in den Verein zu holen. 2x45 Minuten im Monat pro Mannschaft, finanziert durch die Eltern (die schon alle zugesagt haben). Dadurch wird die technische Ausbildung sicher nochmal besser und mir bleibt mehr Zeit für Spielformen ![]()
