Beiträge von Schimanski

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    Hallo,


    ich spiele jede Woche Fussball in einer gemischten Hobbytruppe. Teilweise sind richtig gute Jungs dabei, vor allem technisch, läuferisch und athletisch. Die meisten haben aber nie im Verein gespielt, sondern nur auf der Straße. Und das sieht man ihrem Spiel leider an. Entscheidungfindung, Erkennen von Räumen und Strukturen sind teilweise unterirdisch schlecht. Selbst einfachste gruppentaktische Elemente werden nicht verstanden. Die beste Technik bringt nix, wenn der Kopf das Spiel nicht versteht.


    Umgekehrt ist es so, dass die technisch besten Kinder aus meiner Mannschaft viel privat spielen, wahrscheinlich mehrere Stunden in der Woche zusätzlich. Dadurch bekommen sie viel Ball- und Körpergefühl. Die anderen Kinder, die fast nur im Verein den Ball am Fuß haben, würde ich selbst mit exzessivem Techniktraining nicht auf dieses Niveau bekommen. Dafür ist die Zeit zu rar. Deswegen nehme ich mir auch immer viel Zeit für Spielformen. Das gehört zum Vereinsfussball einfach dazu, selbst im Kinderfussball. Die Erfolgserlebnisse, die sich dadurch im Mannschaftsspiel einstellen, bringen den Jungs Motivation, Spaß und legen die Basis für die nächsten Entwicklungsstufen, auch für die technischen ;)


    Ich glaube das Problem vieler Breitensport-Trainingseinheiten ist nicht die (zu kurze?) Dauer des Technik-Trainings, sondern die Ausführung, also Ballkontakte, Wiederholungen, Speed, Wettkampf, Motivation, etc.. Ich denke ne knackige Technikeinheit mit vielen Bällen in einem vernünftigen Aufbau lässt noch genug Zeit für Spielformen...


    Gruß, Christoph


    P.S. Unser neuer Jugendkoordinator ist kurz davor Coerver-Coaching in den Verein zu holen. 2x45 Minuten im Monat pro Mannschaft, finanziert durch die Eltern (die schon alle zugesagt haben). Dadurch wird die technische Ausbildung sicher nochmal besser und mir bleibt mehr Zeit für Spielformen :D

    Hätte ich auch richtig gefunden. Absolut unsportlich. In einem WM-Viertelfinale ist man Vorbild für Millionen. Sofort ne Gelbe.
    Bei Gelb-Rot hätte ein Spieler reingemusst??? Wäre auch spaßig gewesen...

    Da bin ich voll bei dir, Tobi!
    Ein guter Trainer bekommt auch Teams mit schwierigen Charakteren in den Griff, vor allem wenn er sie seit der Bambini geformt hat.
    Deswegen sprach ich auch den 00er-Jahrgang von 08 an. Die hatten mal eine Homepage mit sehr schön zu lesenden, ausführlichen Spielberichten. In diesen Berichten habe ich viel Respekt vor den - meist unterlegenen - Gegner und auch eine Loslösung von einer reinen Ergebnisberichterstattung wahrgenommen. Leider nicht mehr online...

    ich glaube "schimanski" hier im forum ist von duisburg-buchholz.
    die können nauch ein liedchen singen, wie das manchmal dort zugeht...

    Leider nicht wirklich. Ich habe wenig Berührungspunkte, da 08 in unserem Jahrgang nicht konstant eine Mannschaft stellt. Im Gegenteil ist es so, dass gemeldete IIer-Teams in unserem und dem Jahrgang über uns mehrfach ohne Abmeldung nicht zum Spiel angetreten sind, wohl weil die Spieler/Trainer fehlen.


    Der Verein hat ja eine lange erfolgreiche Tradition. Die erste Mannschaft war nach dem MSV eine zeitlang Duisburgs zweite Kraft, wenn ich mich nicht irre. Auch die Jugendmannschaften haben oft sehr hoch gespielt. Der 00er-Jahrgang spielt sogar als Jungjahrgang Niederrheinliga, misst sich regelmäßig mit NLZ-Teams und spielt auf Breitensportebene alles in Grund und Boden. Nach meiner Wahrnehmung (Internetpräsenz, Erzählungen) übrigens ein faires, gewachsenes Team. Ich habe sie aber nie spielen gesehen.


    Trotzdem ist der Ruf von 08 nicht der Beste. Im Jahrgang über mir wurden jahrgangsältere Spieler mit falschen Pässen eingeschleust, um in der F-Jugend die "Meisterschaft" zu sichern. Angeblich kein Einzelfall. Deswegen wundert mich der obige Vorfall nicht. Vor ein paar Monaten gab es in einem jüngeren Jahrgang eine ähnliche Eskalation.


    Ich bin selbst in Hochfeld zur Schule gegangen, auch wenn es das Gymnasium war. Sozialer Brennpunkt ist vielleicht übertrieben, aber im südlichen Duisburg mit Sicherheit das heisseste Pflaster. Mir hat die Zeit aber nicht geschadet, im Gegenteil. Ich habe da viel über andere Kulturen gelernt und den HipHop für mich entdeckt :D


    Das der Verein trotz der langen Tradition und dem zum Teil noch immer sehr hoch spielenden Jugendteams auf Asche und einer etwas herunter gekommenen Anlage spielt, hat mich übrigens auch gewundert. Das Bild, was der Verein abgibt ist so etwas verwirrend und zwiespältig, aber für mich auch unvollständig, weil ich (zu) selten Kontakt hatte. Deswegen kann ich deine Vermutungen über die Ursache des "Hasses" weder bestätigen noch entkräften. Ich halte sie aber nicht für komplett abwegig...


    Gruß, Christoph

    Dazu kommt auch ein bisschen die taktische Komponente.(...) Dazu eine defensive Kompaktordnung mit 3/5 Verteidigern ist gegen den ballbesitzorientierten Fußball von Spanien oder Argentinien perfekt.

    Ein bisschen ist gut. Ich denke, die Dreier- bzw. Fünferkette ist der Trend dieser WM und das perfekte Gegenmittel gegen das zentrumlastige Spiel vieler spielstarker Mannschaften.


    Ganz pragmatisch formuliert, opfert das 5-3-2 einen Flügelspieler auf jeder Seite und hat dafür im Zentrum zwei mehr. Eine brutale Zentrumkontrolle. Wenn man das noch wie Holland mit einer eher destruktiven Spielweise und einem Überdribbler kombiniert, wird man schnell zum Turnierfavoriten.


    Da auch Löw die Flügel im letzten Drittel ungern bespielt und die jetzige Besetzung mit zwei IV auf den defensiven Außen und zwei Zehnern auf den offensiven Außen wenig offensive Explosivität hat, sehe ich da wenig Möglichkeiten.


    Eigentlich fällt mir nur die klassische Möglichkeit mit Hinterlaufen und Überladen ein. Dafür muss aber System und Peronal angepasst werden. Anscheinend hat man dieser Lösung aber kein Interesse. Oder ist das
    Festhalten am 4-3-3 ein großer Bluff?


    Wenn ich ehrlich bin, graut es mir davor, dass auf Spielkontrolle ausgelegte Löw´sche 4-3-3 gegen ein 5-3-2 - vielleicht noch mit starkem Pressing kombiniert - zu stellen...

    Ich sehe es eigentlich ähnlich wie Guenter. Eine WM der Durschlagskraft und Physis. Die spielstarken und technisch gut ausgebildeten Asiaten sehen z.B. kein Land.


    Auch Deutschland hatte damit zu kämpfen. Götze und Özil gewohnt defensivschwach. Lahm dazu mit einem schwarzen Tag. Kroos ist auch nicht der größte Zweikämpfer. Khedira konditionell nicht auf der Höhe. Ghana mit direktem-wuchtigem Spiel. Auch andere Teams sind so erfolgreich. Algerien, Elfenbeinküste, Mexiko, Chile, Kolumbien, etc.


    Einen direkte Bezug zu Europa sehe ich aber nicht. Frankreich und Holland waren doch sehr überzeugend, die Kroaten auch nicht schlecht. Dazu Deutschland und Belgien, die noch Luft nach oben haben. Italien und Schweiz haben auch noch reele Chancen aufs Achtelfinale, vielleicht sogar noch Portugal. Das wären dann acht von 16. Das England und Griechenland nicht viel reißen sollte gerade uns Jugendtrainer nicht wundern. Die Ausbildung dort muss reformiert werden. Einzig Bosnien hat sich etwas unter Wert verkauft...und natürlich Spanien... ;)

    Moin Tobias,

    Und natürlich haben Tabellen und Meistertitel in der F-Jugend nichts verloren. Über den Sinn bzw. Unsinn davon, dass Vereine mit Profiabteilung Kinderfußballmannschaften betreiben, lässt sich mit diesem Anlass auch trefflich streiten..

    Lass dich nicht vom Namen täuschen. Der ehemalige Bundesligist Bayer Uerdingen heisst jetzt KFC Uerdingen und spielt in der 4.Liga. Der obige Verein (wohl die Breitensport-Abspaltung bei der damaligen Trennung von der Bayer AG) spielt in der Kreisliga B.


    Zu den Schiefbahnern sei gesagt: Auch wenn der Autor von Tabellen redet, die Trainer wissen schon zu großen Teilen, worum es im Kinderfussball geht. Wir haben mehrfach gegeneinander gespielt und auch recht intensiven Kontakt. Da ist kein Reinbölken, kein Leistungsdruck und auch kein unfaires Spiel.


    Der "Fehler" liegt eindeutig bei den Uerdingern. Ich habe den Artikel auch nicht gepostet, um die FPL an den Pranger zu stellen, sondern um zu verdeutlichen, wo die Probleme in der Praxis liegen. Wenn man die FPL weiterentwicklen will, muss man genau hier ansetzen.


    Gruß, Christoph

    Kleine Randnotiz: Ich habe am Mittwoch ein Relegationsspiel für die Leistungsklasse, C-Jugend Jungjahrgang gesehen. Die spielbestimmende Mannschaft hat 2:4 verloren. Alle vier Gegentore sind durch Konter/Pässe in den freien Raum hinter die Viererkette gefallen.


    Ich habe leider noch nicht viele Spiele im mittleren Jugendbereich verfolgen können, aber meine Vermutung ist, dass Viererkette und Abseits auf Kreisklassenniveau oft schlecht/falsch umgesetzt wird. Ich würde lieber auf das letzte Quentchen Kompaktheit verzichten und die Abwehrkette tiefer stellen (gerade bei gegnerischem Ballbesitz).


    Ansonsten halte ich die Formationsdiskussion auch für überbewertet. Entscheidend ist, was die Kinder daraus machen. Gerade im Umschaltmoment gibt es da große Unterschiede. Eine gut ausgebildete spielintelligente Mannschaft spielt eigentlich schon instinktiv zwei verschiedene Formationen. Eine bei Ballbesitz und eine gegen den Ball, z.B. kann aus einem 4-3-1 gegen den Ball, ein 2-3-3 bei Ballbesitz werden (die Außen schieben hoch, die IV breit). Gegen den Ball versucht man kompakt zu bleiben und kollektiv zu verschieben, bei Ballbesitz fächert man auf. Wenn die Mannschaft das gut umsetzt ist das wirkungsvoller als jede Formationsumstellung.


    Gruß, Christoph

    Vor ca. einem halben Jahr fingen Jungs bei uns an H***ensohn und dergleichen von sich zu geben (wohl in der Schule aufgeschnappt).
    Es gab ne klare Ansage, dass wir das nicht dulden (sonst sofortiges Spielverbot) und eine Info an alle Eltern (damit sie uns unterstützen und Bescheid wissen, falls ein Kind aussetzen muss).
    Danach war Ruhe, ausnahmslos, bis heute.
    Spielverbote haben wir schon durchgezogen und demzufolge griff die Drohung.
    Die Zeit, die die Kids in der Mannschaft verbringen, liegt in unserer Verantwortung. Da bestimmen wir die Regeln. Unabhängig von den Eltern.


    Gruß, Christoph

    Hallo,


    ich habe jetzt vier Jahre Breitensport Kinderfussball (Bambini bis F) hinter mir. Sie waren wechselhaft. Am Anfang war ich sehr auf Gleichberechtigung, Diplomatie und Kuschelatmosphäre bedacht. Irgendwann nach ca. 2 Jahren kam der große Knall. Das Gerede und die Einflußnahme waren nicht mehr zu ertragen.


    Ich habe eine Distanz (vor allem zu den Eltern) aufgebaut. Jetzt - nach weiteren zwei Jahre - denke ich, dass da in dem einen oder anderen Fall zu viel Distanz war. Einige Eltern haben den Kontakt fast völlig abgebrochen und sind nur noch zu den Elternabenden erschienen. Ihre Kinder haben sich nach meiner Einschätzung am schlechtesten entwickelt. Zum einen, weil die Eltern nicht mehr hinter dem Trainer standen (und es die Kinder irgendwie auch mitbekommen), zum anderen weil man über den regelmäßigen Elternaustausch einen besseren Zugang/Einfluß auf die Kinder hat (Erwartungen, Schwierigkeiten, Potentiale, etc.).


    Also komme ich zu dem Schluß, dass die Distanz zu Lasten der Kinder gegangen ist. Das ist schade und kann nicht in meinem Sinne sein. Trotzdem denke ich, dass der zweite Weg generell der richtige ist. Der Trainer/Verein bestimmt den Weg und die Regeln. Wer nicht mitgeht, soll woanders schauen. Konsequenz ist unabdingbar. Wichtig ist aber eine regelmäßige Kommunikation. Da muss man als Trainer auch mal über seinen Schatten springen und den ersten Schritt machen. Niedrige Instinkte wie Sturrköpfigkeit, falscher Stolz und Trotz sind nicht zielführend...


    Gruß, Christoph

    In der Mini/F: Spieler sind zu klein um das beurteilen zu können

    Du hast den Sinn nicht verstanden (wie leider viele Erwachsene).
    Es geht nicht darum, dass das Spiel so regelkonform abläuft wie in der Bundesliga, sondern darum, dass die Kinder "Ihr Spiel" spielen. Mit ihrem Gerechtigkeitsempfinden und ihren Werten, vollkommen egal wie wir das empfinden.
    Oder spielen die demnächst auch Fangen und Verstecken mit Schiri?
    Vor Jahren wurden diese Videos hier im Forum mal veröffentlicht:


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    Hat mir damals auch geholfen...


    Edit: Zodiak: 100%ige Zustimmung :thumbup:


    Gruß, Christoph

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    Auch in der Ausbildung vom DFB (Finten) und Coerver wird sehr viel Wert auf das offensive, individualtaktische 1:1 gelegt.


    Wenn ich mir ein Kreisklassenspiel der D- oder C-Junioren im Breitensport anschaue, fehlt es meiner Meinung auch genau daran. Taktische Diziplin, Physis, Wettkampfeinstellung, Abspielen etc. lernen die Kinder im Verein zu Genüge.


    Mich begeistern flexible Spieler. Also müssen sie neben der Spielintelligenz vor allem darin geschult werden, auch ein 1:1 kreativ zu lösen.


    Mein achtjähriger Sohn ist koordinativ und vom Speed leider einer der schwächeren seiner Mannschaft. Seine Stärken liegen eher in der Übersicht, Passschärfe und Raumverständnis. Er geht trotzdem oft ins 1:1 und scheitert auch schon mal. Ich lasse ihn aber machen. Er soll sich ruhig ausprobieren. Nur so kann er ein kompletter Spieler werden...


    Gruß, Christoph

    Die Idee wäre von einem sehr defensiven 4-3-1-2 (das defensiv zu einem 4-4-2 mit zwei flachen Viererketten vor dem Strafraum wird) auf Angriffspressing umstellen. Der Gegner ist hinten anfällig, hat dafür aber in dieser Saison schon weit über 100 Tore (28 Spieltage) geschossen. Die Idee wäre, dass wir versuchen, uns bei gegnerischem Abstoß so weit zurückzuziehen, dass sie den kurzen Pass spielen, das hatten sie im Hinspiel schon immer gemacht. Dann wollen wir gesammelt rausschieben und den Gegner auf die Außen drängen, wo dann die Balleroberung und daraus hoffentlich eine Chance erfolgt.

    Ein Angriffspressing würde ich so anlegen, dass der Ball in der Mitte erobert wird. Dann stehst du direkt zentral vor dem Tor. Auf den Außen ist die Wahrscheinlichkeit einer Großchance nach Balleroberung wesentlich geringer.


    Natürlich ist eine Balleroberung auf den Außen leichter, weil man die Linie als zusätzlichen Verteidiger einsetzen kann. Trotzdem würde ich es zentral probieren. Der BVB hat z.B. im Rückspiel gegen Madrid einige Pressingfallen im Mittelfeld aufgebaut. Könnte vielleicht eine Inspiration sein...

    Danke für eure Antworten :thumbup:


    Die Vorschläge sind etwas zu weit von dem entfernt, was wir an Systematik und Methodik in der letzten Woche kennengelernt haben und was von uns in der Prüfung verlangt wird (ohne jetzt von besser oder schlechter zu sprechen, ist wohl eher ne Philosophie-Frage), aber trotzdem konnte ich einiges mitnehmen. Danke!


    Ich habe jetzt zwei Übungsformen ausgearbeitet und auch grafisch aufbereitet (veröffentliche ich nach der Prüfung). Die Übungsphase orientiert sich hieran, die Wettkampfphase mit Torschuss hieran. Als Spielform (optional, je nachdem wie ich durchkomme) habe ich mir gedacht, kann man auf willkürlich im Feld verteilte Hütchentore spielen. Ein Tor zählt nur, wenn der Ball hinter dem Hütchen mit zwei Kontakten entsprechend der in der Übungsphase erlernten Technik mitgenommen wird. Um den Spielfluss und die Erfolgserlebnisse zu verbessern, würde ich einen Überzahlspieler, der immer bei der ballbesitzenden Mannschaft mitspielt, integrieren.


    Wo ich allerdings noch etwas unsicher bin, sind die Korrekturen. Da wird bei uns sehr viel wert drauf gelegt. Da ich selbst kein guter Fussballer bin, fällt mir das etwas schwer. Zudem trainiere ich eine F-Jugend, so dass ich nicht weß, was D-Jugendliche bei der Übung falsch machen können. Vielleicht habt ihr da ein paar Ideen, worauf ich achten muss und ansetzen kann.


    Besten Dank, Christoph

    Moin Tobias,


    ich habe das gleiche Thema bekommen :thumbup:


    Erwünscht sind bei uns 20-40 Minuten:


    - Übungsphase mit vielen Wiederholungen (Gassenform, Viereck, Rundlauf ohne Torschuss) - Korrekturzeit
    - Wettkampfphase (Rundlauf mit Torschuss)
    - ggf. Spielform (schwerpunktbezogen)


    Angeblich sollen wir uns nah an den Übungen der bekommenen DVD orientieren, aber irgendwie ist da (schwerpunktbezogen) wenig mit Ballan- und -mitnahme drauf.


    Ich überlege jetzt, ob ich in der Übungsphase eine Gassenform anbieten kann (also z.B. durch ein Hütchentor mit links annehmen und dann durch ein anderes Hütchentor mit rechts passen, dann mehrere Varianten (Außenseite, anderer Fuß, etc.)) oder ob da zu wenig Bewegung und zu wenig Kontakte drin sind. Ein guter Spieler braucht ja nur zwei Kontakte. Reicht das? Oder ist das Öffnen eines neuen Raumes (also kurzer Laufweg, Drehung, etc.) und mindestens drei Kontakte schon in der Übungsphase erwünscht? Die Komplexität würde ich dann in der Wettkampfphase erhöhen. Wie und ob ich eine Spielform anbiete, ist ebenfalls noch offen.


    Gruß, Christoph


    P.S. Meine "Opfer" ;)

    Hallo Günter,


    danke für den Tip. So ähnliche Spielformen haben wir schon gemacht. Aber deine werde ich noch diese Woche probieren.


    Ich denke, meine Kinder kommen jetzt so langsam in das Alter, in dem die das Raumdeuten, Auffächern und Freimachen verstehen und umsetzen können. Da eignen sich IMHO Spielformen ohne Tor am besten, weil das "lineare Ziel" Tor weg fällt. Von daher danke für deine Übung. Sie passt sehr gut.


    Grundsätzlich sehe ich meine Jungs in dieser Hinsicht schon relativ stark, aber das Problem dabei ist immer wieder die Ordnung/Staffelung/Formation wenn es zum Ballverlust kommt. Dieses vorausschauende (stehen wir auch gut, wenn der Gegner jetzt den Ball bekommen sollte?) fehlt hält noch völlig, aber das kann man von Neunjährigen auch nicht verlangen. Zudem will ich ihnen die Spiel- und Experimentierfreude nicht nehmen. Deswegen lasse ich sie machen und riskieren dann im Umschaltmoment eine relativ offene Stellung.


    Ich habe mir zuletzt einige Spiele von älteren Mannschaften angeschaut und fand es eigentlich relativ schade, dass die Formationen kaum zwischen eigenem Ballbesitz und fremden Ballbesitz unterscheiden. Ich fänd es ernüchternd, wenn meine Jungs in ein paar Jahren auch so spielen würden, vollkommen losgelöst von den technischen Fähigkeiten. Deswegen bin ich sehr scharf auf Übungen, die den Umschaltmoment und das unterschiedliche Verhalten bei eigenem Ballbesitz und fremden Ballbesitz trainieren.


    Gruß, Christoph

    Danke Günter,


    irgendwie sieht man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht :rolleyes:


    Wir fordern schon seit der Bambini, dass der Mannschaftverbund kompakt bleibt, dass sich alle an Angriff und Abwehr beteiligen, dass die Verteidiger mit hoch schieben und die Stürmer nach hinten arbeiten.
    Ich muss aber zugeben, dass wir das in letzter Zeit nicht mehr so konsequent eingefordert haben. Der Grund lag wohl darin, dass viele Teams gegen uns - gerade in der Hinrunde - eher gemauert haben und wir mit einer aufgefächerten Formation besser die individuelle Klasse ausspielen konnten (ähnlich wie Madrid in Schalke :D ;) ) und eine hohe Kompaktheit das Spiel meist fahrig und hektisch gemacht hat.


    Ich bin trotzdem für weitere Erfahrungsberichte offen...


    Gruß, Christoph

    Moin,


    vor zwei Jahren empfand ich die Umstellung vom Bambini auf das F-Jugend-Feld ziemlich krass. Einige Kinder profitierten von den Räumen, andere wirkten überfordert. Die "Dribbler" stießen an ihre Grenzen, die "Kopf-hoch-Spieler" blühten auf. Damals gab es 10m in der Breite und 5m in der Länge. Gerade die Breite hat uns aber gut getan, weil das Spiel variabler wurde. Jetzt bekommen wir beim Sprung auf das E-Jugend-Feld "nur" 15m in der Länge. In der Breite ändert sich nix.


    Wir haben schon ein Testkick gegen eine E-Jugend auf dem E-Jugend-Feld gemacht. Die Beobachtungen bei meiner Mannschaft (ganz ohne Wertung):


    - Spielfreude und Kreativität verbessert
    - Tempo des Spiels erhöht
    - Risikobereitschaft größer
    - "hinten" mehr 1:1-Duelle, verringerte Kompaktheit gegen den Ball
    - "ungestümes" Umschaltverhalten nach Ballgewinn öffnet große Räume und wird dann bei Ballverlust zum Problem weil die Mannschaftstaffelung schlecht ist
    - zum Ende waren die meisten Kinder "platt" und liefen auf dem Zahnfleisch


    Zum einen müssen die Jungs mehr laufen, um die größeren Räume zu covern (auch gegen den Ball), zum anderen müssen die Kinder aber besser auf die Mannschaftstruktur aufpassen und dürfen nicht zu überhastet aus ihren Positionen herausrennen, weil sie sonst Räume öffnen, die ein guter Gegner bespielen kann. Also eigentlich müssen Positionsdiziplin und Laufbereitschaft höher werden, was ich in der Kombination nicht so leicht umzusetzen finde.


    Zudem bin ich unsicher wegen der 15m mehr Spielfeldlänge. Schon jetzt in der F haben wir eher Probleme mit der vertikalen Ordnung. Von der Breite profitieren wir hingegen meist. Die größere vertikale Distanz zwischen den Toren erschwert den Spielaufbau "hintenrum", den wir regelmäßig probieren. Es wird noch anspruchsvoller "flach" nach vorne zu kommen und die Verbindungen zwischen Offensive und Defensive herzustellen.


    Bevor es hier falsch rüber kommt: Ich will gar nicht über Mannschafttaktik diskutieren oder die Kinder damit überfrachten. Ich habe den Zustand zwar mit Erwachsenenaugen analysiert, aber ich rede mit den Kindern in dieser Form nicht darüber. Die Jungs sollen einfach spielen. Wir sind bis jetzt ohne große taktische Vorgaben gut gefahren und werden das in der E auch weiter tun.


    Mir geht es nur darum eure Erfahrungen, mögliche Probleme und deren Lösungen (die sich vielleicht erst mit der Zeit entwickelt haben) kennenzulernen. Vielleicht kennt ihr sogar Tricks wie ihr die gesteigerten Anforderungen an das große Feld den Kindern näher gebracht habt, ohne die Taktiktafel rauszuholen oder Trainingsformen der B-Jugend anzuwenden... :rolleyes:


    Gruß, Christoph

    Moin,


    ergebnistechnisch ist die FPL eigentlich immer zum Nachteil der fairen Mannschaften, obwohl ich die Idee und die Intention klasse und nachvollziehbar finde.
    Unsere Jungs haben eigentlich nur in der Form profitiert, dass sie ein Stück taffer geworden sind. Das "unbeeinflußte" Spiel hätten sie bei uns in der Mannschaft auch ohne die FPL bekommen.
    Leider gibt es halt überall Ar***löcher, die die Schlupflöcher zu ihren Gunsten ausnutzen, egal ob mit oder ohne FPL.
    Irgendwie bin ich auch froh, wenn der Schiri wieder kommt.
    Langsam sind die Kinder auch in einem Alter, in dem ihnen das Ergebnis und die Tabellen nicht mehr egal sind. Auch für die Kinder wird es langsam verlockend, die Selbstbestimmung auszunutzen, um sich Vorteile zu erhaschen, gerade wenn das Umfeld sehr ergebnisfixiert ist.
    Deswegen steht und fällt alles mit dem Trainer. Er lebt den Kindern und den Eltern die richtigen Ideale vor. Hier muss genau drauf geschaut und eingegriffen werden.


    Gruß, Christoph