Beiträge von PaulBreitner

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    Ja - aber das Kind macht doch trotzdem zweimal die Woche Training. Es trainiert also genau so viel wie die anderen Spieler. Du erweckst immer den Eindruck, der Spieler mache weniger.


    Es macht in Training im Verein weniger. Darum geht es. Das Stützpunkttraining interessiert mich nicht. Ist nicht mein Bier.



    Hierzu zwei Dinge:
    Erstens sehe ich hier Kirchturmdenken. "My team is my castle." Du hast ein talentiertes Kind - das kann sich am Stützpunkt weiterentwickeln. Warum willst du ihm diese Chance verwehren?


    Ich hoffe Du meinst das nicht so wei Du es schreibst: Ich will ihm nix verwehren. Im Gegenteil. Ich will das möglichst viele Kinder eine gute Ausbildung erhalten. Aber ein bisschen Schwanger geht halt nicht.


    Zweitens kann man doch auch nach den von dir genannten Kriterien aufstellen, wenn man weiß, dass das Kind zweimal die Woche trainiert und bei dem einen Mal, bei dem es bei mir trainiert, sauber mitarbeitet. Am Stützpunkt wird es sich wohl auch nicht hängen lassen.


    Nein. Es spielt in einer Mannschaft X also muss es auch mit Mannschaft X trainieren und es gelten die Regeln der Mannschaft X. Punkt. Irgendwann landen wir dann beim Outsourcing von Training oder was? Für mich ist das völlig inakzeptabel.



    Genau das meinte ich mit schwarz und weiß.
    Wenn ich sauber und nachvollziehbar argumentiere und hinter meinen Entscheidungen stehe, aber trotzdem für sachliche klärende Gespräche zur Verfügung stehe, bekomme ich als Trainer erfahrungsgemäß keine Probleme.
    Gerade wir, die wir eher im "Breitensport" tätig sind - keines unserer zu betreuenden Kinder wird später sein Geld mit Fußball verdienen - sollten uns immer wieder vor Augen halten, dass unsere Hauptaufgabe letztendlich in Vermittlung von sozialer Kompetenz liegt. Hört das Kind wegen dir auf und treibt dann keinen Mannschaftssport mehr - wo soll es die dann lernen?


    Wer ist jetzt da schwarz/weiß: Wenn das Kind nicht 1+1 Einheiten machen kann, hört es mit dem Fußball auf und kriegt dann keine soziale Kompetenz? Hör doch auf! Die soziale Kompetenz sieht exakt so aus, dass ich 100% zu dem stehe was ich mache. Und nicht irgendwelche Aufweichungen fordere - im Nachhinein. Man nennt das Rückrat haben und Verantwortung für das eigene Tun übernehmen.



    Interessant wäre für mich, wenn du kurz auf meine These eingehst, dass der Verein mit der Meldung zur Sichtung eine Entscheidung getroffen hat und der Trainer die Folgen damit implizit zu tragen hat. Wie siehst du das?


    Sollte der Verein OHNE(!) Rücksprache mit den Eltern getroffen zu haben, das Kind zur Sichtung angemeldet haben, wäre das eine bodenlose Frechheit! Das kannst Du drehen wie Du willst: Die Mutter hat genau gewusst was ihr Filius da macht und hat aber nicht überrissen, dass man halt 2x die Woche im Verein auch noch trainieren muss. Setz der Guten das Messer auf die Brust und der Junge macht drei Einheiten pro Woche, genau so wie es vorgesehen ist.


    Im schlimmsten Fall wechselt der Knabe den Verein und trainiert dort dreimal. Aufhalten kann man Talente eh nicht.


    Oder sie lässt das Auswahltraining sausen. Ginge auch. Mit allen Varianten wäre ich zufrieden.

    Ja - aber das Kind macht doch trotzdem zweimal die Woche Training. Es trainiert also genau so viel wie die anderen Spieler. Du erweckst immer den Eindruck, der Spieler mache weniger.


    Es macht in Training im Verein weniger. Darum geht es. Das Stützpunkttraining interessiert mich nicht. Ist nicht mein Bier.



    Hierzu zwei Dinge:
    Erstens sehe ich hier Kirchturmdenken. "My team is my castle." Du hast ein talentiertes Kind - das kann sich am Stützpunkt weiterentwickeln. Warum willst du ihm diese Chance verwehren?


    Ich hoffe Du meinst das nicht so wei Du es schreibst: Ich will ihm nix verwehren. Im Gegenteil. Ich will das möglichst viele Kinder eine gute Ausbildung erhalten. Aber ein bisschen Schwanger geht halt nicht.


    Zweitens kann man doch auch nach den von dir genannten Kriterien aufstellen, wenn man weiß, dass das Kind zweimal die Woche trainiert und bei dem einen Mal, bei dem es bei mir trainiert, sauber mitarbeitet. Am Stützpunkt wird es sich wohl auch nicht hängen lassen.


    Nein. Es spielt in einer Mannschaft X also muss es auch mit Mannschaft X trainieren und es gelten die Regeln der Mannschaft X. Punkt. Irgendwann landen wir dann beim Outsourcing von Training oder was? Für mich ist das völlig inakzeptabel.



    Genau das meinte ich mit schwarz und weiß.
    Wenn ich sauber und nachvollziehbar argumentiere und hinter meinen Entscheidungen stehe, aber trotzdem für sachliche klärende Gespräche zur Verfügung stehe, bekomme ich als Trainer erfahrungsgemäß keine Probleme.
    Gerade wir, die wir eher im "Breitensport" tätig sind - keines unserer zu betreuenden Kinder wird später sein Geld mit Fußball verdienen - sollten uns immer wieder vor Augen halten, dass unsere Hauptaufgabe letztendlich in Vermittlung von sozialer Kompetenz liegt. Hört das Kind wegen dir auf und treibt dann keinen Mannschaftssport mehr - wo soll es die dann lernen?


    Wer ist jetzt da schwarz/weiß: Wenn das Kind nicht 1+1 Einheiten machen kann, hört es mit dem Fußball auf und kriegt dann keine soziale Kompetenz? Hör doch auf! Die soziale Kompetenz sieht exakt so aus, dass ich 100% zu dem stehe was ich mache. Und nicht irgendwelche Aufweichungen fordere - im Nachhinein. Man nennt das Rückrat haben und Verantwortung für das eigene Tun übernehmen.



    Interessant wäre für mich, wenn du kurz auf meine These eingehst, dass der Verein mit der Meldung zur Sichtung eine Entscheidung getroffen hat und der Trainer die Folgen damit implizit zu tragen hat. Wie siehst du das?


    Sollte der Verein OHNE(!) Rücksprache mit den Eltern getroffen zu haben, das Kind zur Sichtung angemeldet haben, wäre das eine bodenlose Frechheit! Das kannst Du drehen wie Du willst: Die Mutter hat genau gewusst was ihr Filius da macht und hat aber nicht überrissen, dass man halt 2x die Woche im Verein auch noch trainieren muss. Setz der Guten das Messer auf die Brust und der Junge macht drei Einheiten pro Woche, genau so wie es vorgesehen ist.


    Im schlimmsten Fall wechselt der Knabe den Verein und trainiert dort dreimal. Aufhalten kann man Talente eh nicht.


    Oder sie lässt das Auswahltraining sausen. Ginge auch. Mit allen Varianten wäre ich zufrieden.

    Weil er ein Zusatztraining einmal pro Woche anbietet - zusätzlich zum Vereinstraining. Es geht darum, dass sowohl Qualität als auch Quantität erhöht werden. Stützpunktvereine sind Vereine, die vom DFB als solche benannt wurden. Das die ne Infrastruktur bei nem Verein brauchen ist der hervorragende Blick auf das Offensichtliche.


    Zitat

    Herr Köllner, können Sie kurz erklären, was ein DFB-Stützpunkt ist?
    Michael Köllner: "Ein DFB-Stützpunkt ist ganz einfach der Ort, an dem junge Fußballtalente einmal in der Woche neben ihrem normalen Training unter professioneller Anleitung ganz gezielt gefördert werden. Im Kern richtet sich das Angebot an die D- und C-Jugend."


    Quelle: http://www.bfv.de/cms/seiten/1228.html


    Es geht nicht um Konkurrenz mit den Stützpunkten. Es geht darum, wenn einer in einer Mannschaft spielt, dann hat er dort zu trainieren und er kann noch so gut sein, es gelten die selben Regeln wie für alle. Ohne Ausnahme. Aus und fertig. Wer das nicht akzeptiert, kann gehen. Sonderlocken gibt es nicht. Wenn er zusätzlich mehr machen will, dann soll er das tun.


    So eine Fußballmannschaft ist ein soziales Gefüge, das muss man pflegen.


    Die gute Nachricht: Es ist - zumindest in Bayern - eh alles anders geworden. Keine Chance mehr (oder nur noch eine sehr geringe) für Jammerer und Zauderer: Man möchte, dass der gesichtete Spieler im Nachwuchsleistungszentrum trainiert. Die beim BFV haben erkannt, dass es mit dem einmal pro Woche nicht wirklich gut funktioniert und nicht den gewünschten Effekt hat. Die wollen die Spieler 4x die Woche unter Stützpunkttraineraufsicht und wollen, dass die Kerle alle zusammen in einer Mannschaft gegen andere talentierte Mannschaften spielen. Bei uns haben die drei Gesichteten den Verein bereits verlassen und zum NLZ (jedes NLZ ist gleichzeitig Stützpunkt) gewechselt. In den umliegenden Vereinen ist es genau so.


    Das ist allerdings die Variante, die ich als konsequent ansehe. Es ärgert mich auch nicht. Das ist ab dem Punkt halt kein Kindergeburtstag mehr - auch wenn das viele Mamas gerne hätten, sondern das ist ein knallharter Siebprozess in einem Leistungssortkonzept. Ich unterstütze das grundsätzlich, weil es mit der Scheinheiligkeit Schluß macht.


    Nochmal: Ich kritisiere das nicht! Im Gegenteil: Das unterstreicht was ich will. Konsequenz: Entweder ich bin Gesichtet, dann bin ich da voll drin oder halt nicht. Halbgar geht nicht (bzw. hat keine Zukunft), weil die nächste Stufe der Förderung so nahezu ausgeschlossen ist.


    Ich frage mich: Warum will Mama von Kind2 im Konzert mitspielen und bringt es dann nicht?


    Ich hoffe, dass Kind2 die ideale Förderung erhält und das ideale wäre, es wechselt zu einem NLZ. Sofern es das auch in anderen Landesverbänden gibt - das weiß ich nicht. Ansonsten wäre ideal, wenn es - da bin ich bei Dir - alle drei Einheiten macht.


    Ich möchte ja zu gerne Mäuschen sein und mal sehen wo wirklich das Zeitproblem liegt. Ich wette es ist bei der Mama und nicht beim Kind.

    Willi: Naja. Ich bin recht geradeaus. Manchmal auch schwarz/weiß. Stimmt. Aber ich beziehe Position und jeder weiß was er zu erwarten hat. Frag zu dem Thema alle Eltern deren Kinder ich die letzen Jahre trainiert habe: Die könnten alle meine Beiträge zu dem Thema vorhersagen. Bei mir gibt es diesbezüglich keine Überraschungen. Ich ziehe das auch durch, wenn ich nur mit nur 6 statt 7 Mann auf dem Platz stehen muss. Entweder ich bin in der Mannschaft oder ich bin in einer anderen (oder in keiner).


    Ich denke aber Du hast was nicht richtig gelesen. Es geht darum, dass die Mannschaft von NF 2x1,5h trainiert und ein Spiel macht. Die Mama von Kind2 sagt: Mir ist das zuviel - er kommt nur einmal weil er noch Auswahltraining hat. Das heißt 1mal von 2mal = 50%


    Kind2 kann meinet wegen noch 5 Trainingseinheiten pro Woche bei Bayern München direkt bei van Gaal trainieren. Das interessiert mich als Trainer der D-Mannschaft (wie NF das ist) nicht. Ich habe eine (meine!) Mannschaft zu betreuen, auszubilden und aufzustellen. Ich bin der Mannschaft verpflichtet. Sie vertraut mir und ich vertraue ihr. Die Aufstellung mache ich nach für jeden nachvollziehbaren und Kriterien wie z.B. Trainingsteilnahme und Leistung.


    Hier gibt es keine Aufweichung. Wer einmal damit anfängt hat spätestens nach 3 Monaten ne Horde Mamas und Papas im Genick, die Mannschaft fängt zu nörgeln an und an ein ruhiges Arbeiten ist nicht mehr zu denken.


    Wenn der Stützpunkttrainer nen Arsch in der Hose hat, dann nimmt er ihn nach Rücksprache mit NF gar nicht ins Auswahltraining. Oder und das ist die absolut konsequente Lösung: Kind2 wechselt zum Stützpunktverein. Dazu fehlt der Mama aber wahrscheinlich der Arsch in der Hose.


    Was mich bei solchen Eltern voll ankotzt ist, dass sie die Kinder meist überall reindrücken. Der Filius muss alles machen. Englisch im Kindergarten, Skikurs mit 5J., Musikinstrument spielen spätestens in der ersten Klasse, Schwimmkurs auch im Kindergarten, im Fußballverein mitmischen, ins Sommer-Ferien-Camp des BFV gehen, Auswahlspieler sein und dann damit angeben ("er hat nen Vertrag unterschrieben" - mein Gott wie jämmerlich!). Das geht schon los als Baby: Was? Ihr Kind kann noch nicht laufen?


    Selber haben die meist nix auf die Reihe gebracht. Das Kind muss dann alles "ausbaden". Dann wird's ihnen zuviel und jammern rum und ziehen nix g'scheit durch. Überall wollen sie dann Ausnahmen und Aufweichungen haben. Treffen sie dann mal auf einen der hart bleibt heulen sie wieder rum.


    Sorry - das musste mal sein - ist mein Reizthema.

    TW-Trainer: Du hast recht; es ist aber off-topic. Die Frage ist, wie gehe ich mit Kind2 um, wenn es nur 1x statt die geplanten 2x in mein Training kommt und dafür wo anders trainiert.


    Und das ist für mich ganz klar: Wer nur 50% im Training ist spielt nicht. Das hätten sich die Eltern oder Vereinsfunktionäre mal vorher überlegen sollen, bevor sie Kind2 zur Sichtung angemeldet haben. Hinterher jammern ist ja so was von schwach und dokumentiert nur eines: Kurzsichtige Erfolgsgeilheit und definieren über das Kind!


    Das ist wie "Wasch mich aber mach mich nicht nass." Auswahlspieler sein wollen (bzw. Auswahlkind haben wollen) aber nix dafür tun wollen! Wie mich dieser Typ von Eltern ankotzt! Das sind die gleichen, die schon am ersten Tag beim Lehrer auf der Matte stehen und dem drohen, dass sie jede probe ganz genau nachkorrigieren.


    Wenn jeder sein Training dort machen könnte wo er möchte, dann ist das der Anfang vom Ende des Mannschaftsgeistes.

    Ergänzend zu Andres tollem Beitrag: Stürmer beobachten und sehen ob und wo er einen starken Fuß hat. Tendenziell die schwache Seite aufmachen.

    Ronaldinia: Bis auf das, dass Schule vorgeht sehe ich das komplett 180 Grad anders. Ja, ich bin geradezu erschüttert!


    Eine Mannschaft ist eine Mannschaft. Das kann man nicht distributieren oder virtualisieren wie so vieles heutzutage. "Home-Training" (oder wo auch immer) im Sinne von Home-Office geht auch gar nicht.


    Da könnte man ja gleich sagen, wenn einer nur ausreichend gut ist für die Breitensportmannschaft, dann braucht er nur zu den Spielen kommen, weil man hat ja scheinbar genug "irgendwo anders" getan!?

    Du kannst als Vereinstrainer nur nach Leistung aufstellen. Die Leistung kann Dir natürlich nur jemand zeigen, der auch im Training ist. Dabei ist es egal ob er entschuldigt oder unentschuldigt fehlt. Die Leistung, die um Auswahltraining gebracht wird kannst Du nicht beurteilen - schon gar nicht im Kontext Deiner Mannschaft. Fazit: Wer nicht im Training ist, der spielt nicht. Egal wie gut er ist.


    Ausserdem so scheint mir läuft das mit der Auswahl recht eigenartig. Bei uns (BFV) trainieren die Gesichteten einmal die Woche am Stützpunkt und seit dem Sichtungsjahr 2010 hat sich der Modus geändert. Die wollen, dass die Gesichteten beim Stützpunktverein (der gleichzeitig noch NLZ ist) zusammen in der Mannschaft spielen und 4x die Woche zusammen trainieren. In der D könnte vielleicht und ganz evtl. noch mal ne (nicht gern gesehene) Ausnahme gemacht werden, ab der C ist aber Ende. Unser DFB Stützpunktkoordinator hat dazu vor ein paar Wochen einen Trainer/Elternbrief geschrieben. Der Grund ist, das weder Trainerqualität, Trainingsqualität noch Trainingshäufigkeit für die Förderung passen.


    Gesamtfazit: Ich würde nicht mit Kind 2 planen.

    wie es in seinem privaten Umfeld aussieht, weiß ich nicht. Auch nicht wie es in der Schule läuft.


    Vielleicht solltest Du das versuchen zu verstehen. Ich denke: Wer die Kinder verstehen will, muss verstehen wie es Zuhause zu geht. Manchmal empfinde ich, ist Kindertraining mehr ne Sozialstudie des privaten Umfeldes/der Eltern als bloser Sport.

    Ab wann sollte man das 1:1 in der Defensive gezielt trainieren? Ist E-Jugend zu früh?


    Nein. Nicht zu früh. Mein Großer spielt 2. Jahr E. Letztes Jahr hatten sie nen Trainer, der war "fachfremd" und hat sich auch nicht informiert. War eigentlich ein "nur Betreuer" und kein Trainer.


    Mein Großer hat in 1:1 Defensive daher auch Defizite. Er ist oft zu nah am Gegner, hält zunächst den Abstand nicht bis sich ein gute Chance ergibt sondern ist zu ungestüm, er erkennt den starken Fuß des Angreifers nicht (hat ihm nie einer gesagt das das hilfreich ist) und bietet im individualtaktischen Verhalten dann als "Finte" nicht die schwache Seite an um dann den Ball leichter zu erobern.


    Bisher habe ich mich da (weitgehend) raus gehalten aber Letztens habe ich ihm das nur einfach mal kurz am Platz erklärt/gezeigt, weils bei nem Spiel mal wieder offensichtlich war. Ahhhh! Der Groschen ist gefallen. Immerhin kommt er in die 5. Klasse und ein Blöder is er auch nicht. Beim aktuellen Trainer (ein recht guter m.M.n.) trainieren die das auch. Er wird sich sicher weiter entwickeln diesbezüglich.


    Sohnemann freut's ... (Pappa und den Trainer auch :) )

    Sie und Du hat bzw. sollte eigentlich nix mit Respekt im engeren Sinne oder nicht zu tun haben. Eigentlich ist es eine Höflichkeitsform, wenn man jemanden nicht so gut kennt. Ist halt in unserer Sprache so. Auch im englischen kennt man höfliche, distanzierte Formulierungen im vergleich zu eher "intimen" Formulierungen.


    Auf dem Platz, im Verein, beim Sport gibt es für mich persönlich nur das Du. Spätestens beim Duschen ist man sich so nahe, dass man den gegenüber ruhig duzen darf ;)

    Zunächst ist das m.M.n. ein weit verbreiteter Irrtum, dass ein Kind ein Fußballtalent ist, weil es mit dem Ball gut umgehen kann und dann auch noch das große Wort Talent für einen 9jährigen!? In dem Alter ist das noch gar nicht sicher feststellbar. Zu einem Talent gehört so viel mehr. Jemand der nur mit dem Ball gut umgehen kann ist bestenfalls Artist. Ein Fußballer ist Sportler und der muss so viel mehr können. Siehst Du ja an Deinem Beispiel selbst. Das aber nur nebenbei.


    Ich denke Du kannst nicht viel machen. Evtl. eines: Manche Kinder wirken abwesend und "machen nicht mit" weil sie nicht wissen was sie tun sollen. Erkläre ihm nochmal seine Aufgabe (oder besser ein anderer, der andere Worte benutzt). Oder frage Dich, ob Du zu viel oder zu Kompliziertes erwartest? Evtl. checkt er die Wechslerei nicht? Ist er ein Checker? ODer tut er sich schwer Dinge zu kapieren? Ist er in der Schule gut? Oder vielleicht reden die Eltern Zuhause auf ihn ein und erzählen im Dinge, die das Gegenteil von dem sind, was Du sagst? Vielleicht ist er ja nur unsicher oder überfordert ...

    Andre, ich meinte damit nur, dass man im Rahmen von Spielformen eh immer beides irgendwie trainiert. Für mich stellt sich die Frage Wann? deshalb eigentlich zumindest in der F-Jugend nicht oder zumindest nicht in 1. Priorität.


    Ich trainiere mit meinen Flern 2x die Woche 1,5h. Davon ist 30min ein freies Fußballspiel, 15min ist z.B. ein koordinatives Fang-Spiel oder ähnliches. 15min dürften für 3-4xTrinkpause draufgehen, bleiben noch 30min. In den 30min mache ich zu 90% Spielformen (in denen die Kinder, Dribbeln, Passen und Schießen) mit den Kindern und der 10% Rest ist evtl. mal "drillen" der Grundtechniken mit spezifischen Übungen.


    Evtl. kann man es (das Training) in der E schon stärker strukturieren und auf Einzelaspekte spezialisieren. Nötig ist das m.E. nicht. Spielformen sollten m.M.n. auch hier das überwiegende Mittel sein.


    Mit einer stärkeren Spezialisierung im 2. E-Jahr kann ich grundsätzlich aber schon auch aus methodischer Sicht konform gehen, sofern man einen weichen Übergang zur D hinkriegt. In der D spricht der DFB auch zum ersten Mal von "systematischem Techniktraining" - vorher nicht.


    Beispiel: Als ich im Juli mit den Jungs angefangen habe, war keiner(!) beidfüßig. Jetzt haben fast alle die Möglichkeit mit auch dem schwachen Fuß zu schießen oder den Ball zu führen. Speziell darauf hin habe ich keinen trainiert. Ich habe sie lediglich immer wieder ermuntert, den schwachen Fuß zu benutzen und gelobt wenn sie es getan haben.

    Ich denke die Antwort auf die Fragen: 1:1 ODER Paß, oder die Frage WANN ist - bis auf Randbereiche - einfach: Beides und Immer.


    Vielmehr denke ich ist die Frage: In welcher Form und Intensität (inhaltlich)?


    Bei F-Junioren die ganze Saison 1:1 ODER Pass? Das ist doch grottenlangweilig. Auch in der F kann man Spielformen machen, bei denn sie den Ball zu einem anderen Spieler schießen müssen (passen) und dem Ball nachlaufen oder dem Ball entgegengehen usw. Man kann Spielformen machen, in denen 1:1 - zunächst unabhängig von Offensiv und Defensiv trainiert wird, denn die Kinder wissen eh nicht was das ist (offensiv: wir haben den Ball; defensiv: die anderen haben den Ball). Und idealerweise alles kombiniert mit Torschuß.


    Gerade bei den F/E geht es doch hauptsächlich um das "Trau Dich! - Probier was!" Ich hab unlängst meinen F-lern nen "Trick" gezeigt. Ansage: Habt ihr Lust mal nen Trick zu lernen? Alle haben geschrien: "Jaaaaaa". Pure Begisterung. Dann hab ich ihnen ne einfache Wende gezeigt, dass war alles. Eingebaut in ne Übung mit Torschuß und natürlich Punkte zählen als Wettbewerb. Das Höchste war das! Und gleichzeitig eine koordinative Übung.


    Das is auch irgendwie meine Message: Singulär Pass oder 1:1 ... kann man und wird man auch mehr machen. Viel besser sind aber m.E. kleine realitätsnahe Spielformen (weil das ist es, was es ist: ein Spiel!) denn da wird einfach alles mitgeübt (ich habe absichtlich nicht trainiert geschrieben).


    Irgendwann fängt man dann mit einer strukturierten Trainingsplanung an und setzt Schwerpunkte - das ist dann ab der D/C Jugend. Und hier wird z.B. das Paßspiel aber doch immer z.B. im Rahmen von gruppentaktischen Übungsformen mit trainiert. Sollte es Schwachstellen, baue ich halt ne Schwerpunktphase ein.

    Naja ... zum Paßspiel gehören ja immer zwei. Will sagen: Es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen Paßtechniken und Paßspiel.


    Beim Paßgeber müssen die Grundfertigkeiten der Paßtechnik (wenn man will Schußtechnik) vorhanden sein. beim Paßempfänger die Grundtechnik der Ballan-/-mitnahme.


    Aber jetzt kommt's: Für ein erfolgreiches Paßspiel, müssen die Kinder Lücken erkennen, den Kopf heben können, Blickkontakt suchen, wissen was "anspielbar sein bedeutet", sich so auch positionieren und vorher Situationen erkennen können oder gar Laufwege in Räume erkennen.


    Das ist alles ganz schön schwierig (ggf. unmöglich) für die unteren Klassen. Evtl. liegt hier der Grund warum das (scheinbar) so wenig gemacht wird?!


    Von Paßspieltaining mit Laborcharakter ("Hütchen und Schema F") im Training halte ich rein gar nix. Ich verkaufe meinen Jungs "so Zeug" ausschließlich in Spielformen. Idealerweise mit solchen, bei denen ich mitspiele und ne zentrale Rolle übernehme. Ich kann dann absichtlich Lücken auflassen, die so groß sind wie Scheunentore, in die dann auch F-Jugendliche nen Pass spielen können. Die eigentlich wesentlichen Dinge (Paßtechnik/Ballannahme/Dribbling) werden halt mittrainiert, es ist mal was anderes und die Jungs haben mehr Spaß.


    Wenn es dann zufällig im Spiel mal klappt freue ich mich - erwarten tue ich es nicht.

    Ich denke Du brauchst als Spieler beides im Repertuar.


    Du hast natürlich recht, was die Entwicklung des Spiels angeht. Darüber hinaus ist es aber oft so, dass - stehen sich zwei Mannschaften gegenüber die sich taktisch neutralisieren - kommt es auf 1:1 an. Es macht kaum einer einen Fehler, bis sich der Dribbler ein Herz fasst, sich im 1:1 (1:2, 1:3) durchsetzt und so entweder selbst abschließen kann oder wenigstens plötzlich Freiraum für andere entsteht.


    Darüber hinaus sind die "Werkzeuge" die ich für's 1:1 brauche universell. Ballkontrolle, Finten, Koordination, Antritt, Kraft, "reading the game" ...


    Also beides soll/muss in die Ausbildung.


    Es hat sich leider nichts geändert ... obwohl ich bei bei einem Abschlussturnier der F-Jugend mit dem Trainer gesprochen hatte.




    Sohnemann nach dem Spiel bei der Ansprach mit "Das war Scheiße" angefratzt wird, weil er angeblich das Gegentor verschuldete



    ... oder was meint Ihr dazu?


    Ich meine, dass Du Deinem Sohn keinen gefallen tust, wenn Du Dich als Vater zu sehr beim Trainer einmischt.


    Die Kritikfähigkeit und soziale Kompetenz bei vielen, (die ehrenamtliche Funktionen übernehmen) ist deutlich geringer als in Konzepten und PowerPoint-Folien von Verbänden oder sonstwem gefordert. Schnell wird gekränkte Eitelkeit an den Kindern der Kritiker "ausgelassen" (subtil natürlich). Alle Theorie ist bekanntlich grau.


    Wenn Du was ändern möchtest, trainiere die Mannschaft (oder übernimm eine "einflussreiche" Funktion) selbst oder wechsle den Verein sofern Dein Sohnemann das will.