Beiträge von PaulBreitner

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    Ein 2tes wichtiges Thema ist Straßenfußball, den wir verlernt haben mit seinen positiven und (kaum) negativen Seiten.


    Das ist ein Punkt, der m.E. vollkommen idealisiert wird. Es ist zwar (wohl) alles richtig, im Zweifel mag ich mal alles glauben was da über den Straßenfußball geredet wird, nur: Die Zeiten sind vorbei, die Gesellschaft hat sich gändert, es gibt andere Einflüsse, die demographische Entwicklung, das Internet, das G8, die schnelllebige Zeit, zich andere Hobbys und was weiß ich noch alles. Wir haben heute 2011.


    Ich erwarte moderne Konzepte, die genau auf die heutige Situation angepasst sind und kein rauskramen von "....früher als wir noch Straßenfußball gespielt haben war (fast) alles besser - das müssen wir zurück haben ..." Ich halte das für erzkonservativ. Und jetzt bin ich mal (ohne es beweisen zu können) recht provokativ: Sind nicht die Spieler aus der Straßenfußballzeit - und heutigen Erwachsenen und Trainer - exakt die, die sich dem modernen KiFu völlig verschließen?


    Ich sage: Wir brauchen keinen Straßenfußball, sondern Erwachsene mit Charakter und Verstand.

    aber du kennst ja auch den AH-Spieler, der mit 40 immer noch besser Fussballspielen kann als die derzeit Aktiven


    Unglücklicherweise sind im Grunde tatsächlich fast alle AH Spieler in unserem Dorfverein fußballerisch genauso gut wie die Jungen in der Ersten. An der Fitness happert es halt gewaltig und an der Einstellung ;)


    Letztes Jahr ging ein sehr ernst bestrittenes Vergleichsspiel 2:2 aus. Unsere 1. ist halt ne Gurkentruppe - Sex haben die aber sicher mehr als wir in der AH :D:thumbup:

    Der Trainer der seinen Kindern 70% aller Abspielstationen zurief, ...'spiel endlich zum Nico.....zuuuum Nico ....deinem Bruder....hinter diiirrr....warum hast den nich abgespielt .......wenn das noch mal machst hol ich dich raus...'


    Das ist einer meiner "Lieblingssätze". :thumbup: Warum? Meist outen sich dadurch die Rufenden selbst vom Fußball nicht den Hauch einer Ahnung zu haben. Wer auch nur ansatzweise mal eine Mannschaftsballsportart gespielt hat, der weiß, dass der Spieler ohne Ball den Pass initiiert indem er die "Hilfestellung" zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort anbietet. In 99% (bildlich gesprochen) der Fälle ist es doch so, dass der arme Ballbesitzer-F-ling gar keine Möglichkeiten hat abzuspielen, weil die Spieler ohne Ball Ort und Zeitpunkt des Freilaufens (wenn sie das überhaupt tun) falsch gewählt haben.


    Insofer mag ich diesen Satz gerne, denn dan weiß ich: Der/die hat null-komma-null Plan vom Spiel. Das sag ich den Kindern dann auch und die findens meist lustig ;)

    Hier ist der Link der Schifahrere von den ich gesprochen habe, hier sieht man eine Vielzahl von Übungen nur mit Eigengewicht.
    http://www.tsv-oberhaching.de/download/krafttraining.pdf


    Danke für den Link! Sehr schön! Da lacht das Sportlerherz. Lauter klasse Übungen. Ähnliche Folien findet man wohl in nahezu allen Sportarten. Das dort beschrieben ist einfach dermaßen was von Grundlegend, dass es grundlegender schon gar nicht mehr geht ;)


    Sehr geiles Foto auch gleich auf'm Titelbild von der Sportlerin bei der tiefen Frontkniebeuge. Der Aufmerksame Beobachter wird feststellen, dass sie keinen(!) Gewichthebergürtel trägt. Stattdessen kann man erkennen (Gesichtsausdruck), dass sie eine Pressatmung macht. Das ist ein Zungenschnalzer und die Gute ist ganz vorne dabei. Die Kollegin auf der Folie über das Hypertrophietraining macht es (noch) anders - was auch persönliche Vorliebe sein kann.


    Wovon im Breitensport/Freizeitsport abgeraten wird, wird im Leistungssport kalkuliert in Kauf genommen. Die Pressatmung stabilisiert die Lendenwirbelsäule und minimiert das Verletzungsrisiko bei höheren Gewichten und falscher Ausführung. Gleichzeitig wird auf die Unterstützende und dadurch trainingsreizmindernde Funktion des Gürtels verzichtet. Letzteres ist auch ein Grund, warum das üblicherweise nur im Leistungssport gemacht wird. Da kommt's auf Nuancen an. Der Breitensportler ist ja schon froh, wenn er überhaupt nen wirksamen Trainingsreiz setzen kann - ob mit oder ohne Gürtel ist egal ;)

    Zunächst ist Krafttraining mit Kindern nix verwerfliches. Natürlich muss man beachten, wie alt das Kind ist und demnach in wie weit die Länge-/Breitenwachstums Phasen abgeschlossen sind oder z.B. wie die hormonelle Disposition des Kindes ist (demnach auch ob Mädchen oder Junge). Demzufolge sieht ein Krafttraining für Kinder anders aus als für Erwachsene. Ein "alter" C-Junioren Junge z.B. hat nen ganz anderen Testosteronhaushalt als das ein F-Juniorenspieler hat.


    Das erschreckende heutzutage ist, dass ca. ab dem 9. Lebensjar und in der Pubertät Kinder fast ausnahmslos durch eine Schwäche der Haltemuskulatur (Rumpf-, Hüft- und Schulterbereiche) auffallen. Man geht davon aus, dass ca. 2/3 der Kinder in dem Altersbereich haltungsschwach sind und muskuläre Dysbalancen haben.


    Deshalb sollte ein Krafttraining mit Kindern grundsätzlich ein vielseitig Krafttraining mit (hauptsächlich) Körpergewichtsübungen sein, dass vor allem auf Rücken, Bauch und Schultern abzielt.


    C-Jug. kann man dagegen durchaus ins Krafttraining mit Gewichten einführen. Die im Threadthema angesprochene unterschiedliche Entwicklung der Muskulatur kann z.B. am Gerätetraining im Besonderen und wahrscheinlich weniger am Krafttraining im Allgemeinen liegen.


    Geräte sind bzgl. Krafttraining m.E. grundsätzlich abzulehnen. Warum? Geräte kommen ursprünglich aus der Rehabilitation um einzelne Muskeln/Muskelgruppen z.B. nach einer Verletzung wieder voll leistungsfähig zu machen. Auch im Bodybuilding finden Maschinen Verwendung um z.B. einen Muskel gezielt aufzubauen oder zu definieren. Funktionelles Krafttraining dagegen - das ist das was Sportler brauchen - trainiert z.B. ganze Muskelschlingen im Körper und fördert die Zusammenarbeit aller Muskeln untereinander (nicht zu verwechseln mit der Intramuskulären Koordination beim Maxkrafttraining).


    Leider ist es im Rahmen der Fitnesswelle in Mode gekommen in den Studios nahezu ausschließlich Geräte aufzustellen. Gott sei dank kehrt sich in den letzten Jahren um. Ein gutes Studio erkennt man an einem großen Freihantelbereich (vor allem Langhanteln) und relativ wenigen Maschinen. Die besseren Studios bieten sogar Kurse mit der Langhantel an.


    Wichtig für Sportler sind die sog. Kraftgrundübungen. Das sind: Kniebeuge, Kreuzheben und Bankdrücken. Manchmal wird auch noch der Klimmzug hinzugenommen. Beim Klimmzug gibt es das Problem, dass für viele sogar das Körpergewicht zu viel ist um überhaupt 2-3 Klimmzüge zu schaffen. Dafür hat man dann im Studio die Möglichkeit z.B. an den Zugturm zu gehen (eine der wenig sinnvollen Maschinen).


    Bei den Kraftgrundübungen ist es wichtig, zunächst die saubere Technik zu beherrschen und erst dann mit mehr Gewicht zu arbeiten. Z.B. Kann man Jugendliche Kniebeugen oder Kreuzheben zunächst mit einem Besenstil machen lassen, damit sie den Bewegungsablauf richtig erlernen. Das ist übrigens auch der Punkt, wo Geräte an sich einen Vorteil haben: Der Ausführende wird geführt. Dem steht aber halt der Nachteil des nicht funktionalen Trainings gegenüber.


    Zum Rumpf (i.W.S. Bauch/Rücken): Der Rumpf stabilisiert den gesamten Bewegungsapparat. Er dient als "Widerlager" für die Beine z.B. beim Laufen. Wird der Rumpf schwach, knickt u.a. die Hüfte Weg, der Schritt nach hinten wird kürzer (insgesamt nimmt die Laufleistung ab), der Körper nimmt ne Schonhaltung ein, der Sportler "sitzt im Schritt" wie man sagt. Langfristig gibt das orthopädische Probleme - vorzugsweise im Lendewirbelbereich. Insgesamt ist bei den allermeisten Sportarten der tatsächliche Kraftaufwand, den man umsetzen kann, durch die Rumpfstabilität limitiert. Wer schon mal Kniebeugen mit der Langhantel gemacht hat, der weiß was ich meine: In aller Regel sind es nämlich nicht die Beine, die schlapp machen, sondern der Rumpf, der verhindert, dass noch eine Wiederholung mehr geht. Die meisten können nach tiefen Kniebeugen noch in die Beinpresse gehen und gut Gewicht rausdrücken - hier wird der Rumpf bei weitem nicht so stark gefordert wie bei der freien Übung.


    Die Königin der Übungen für den Rücken/Rumpf (und für die Oberschenkel) ist das Kreuzheben. Was genialeres gibt es nicht. Es gibt aber auch kaum was Komplexeres. Diese Übung von einem zeigen lassen der weiß wie es richtig sein muss.


    Körpergewichtsübungen (statische und dynamische) für den Rücken finden sich zu 1000den im Internet aber schon mit den Kraftgrundübungen ist man gut aufgestellt. Wer Bauchmuskulatur machen möchte, ist mit den Kraftgrundübungen ebenfalls gut aufgestellt. Zusätzlich ggf. noch Bauchpressen ("Cruches") aber bitte keine Sit-ups, da die eher den Bereich der Hüftmuskulatur ansprechen und die eh meist durch die Sitzerei schon verkürzt ist.


    Ein Programm, dass ich ganz gut finde ist "maxxF". Eigentlich mag ich zwar so Marketingbegriffe für "normalen Sport" nicht so, maxxF hat sich wohl aber in vielen Sportarten recht festgebissen. Ne schöne Website mit Programmen gibt es auch. Technisch saubere Ausführung geht vor Dauer und besser täglich 10min als 2x35min. Bitte googeln.


    Unabhängig von maxxF: Eine tolle "Anfänger Übung" ist z.B. 3 Liegestützen / 2 Kniebeugen / 1 Klimmzug (alles ohne Gewicht) und immer wieder von vorne, soviele Runden wie man in 5/10/15min schafft. Keine Pausen. Oder auch "Burpees". Das ist im Prinzip Kniebeuge, unten bleiben, dann in den Liegestütz springen, eine Liegestütze machen, dann in die Hocke springen und dann einen Hockstrecksprung ausführen. Dann das ganze von vorne. Sowas kann man z.B. auch mit intensiven Sprints kombinieren.


    Dem Threadersteller würde ich für die C-Jugend empfehlen, keine spezifischen Übungen für Fußballer zu machen, sondern Übungen der allgemeinen Athletik und Kraft (da gehört auch Koordination + Kraft dazu). Davon werden sie m.E. stärker (und vor allem nachhaltiger) profitieren als von spezifischen Übungen. Allgemeine Athletik und Kräftigung (Schwerpunkt Rumpf, Körpergewichtsübungen und ab C-Jun. ggf Kraftgrundübungen) ist ein wesentlicher Faktor zur Verletzungsvorbeugung, während ständiges, spezifisches Training eher überlastend wirkt/wirken kann. Insgesamt trainiert der Breitensportler (egal welche Sportart) eh viel zu spezifisch.

    :D Ich wollte nur illustrieren - Ähnlichkeiten (oder Gegensätze) zu real vorhandenen Forenmitgliedern sind nicht beabsichtigt und rein zufällig.



    P.S. Ich bin aktuell auch ca. 2-3kg über WK Gewicht. Anfang Dezember sah das auch noch besser aus. Dann Weihnachten, Sylvester, Skiurlaub und der 80te des Schwiegervaters - also keep cool;)

    Ein Teil der Schuld liegt tatsächlich beim DFB, der nach wie vor die einfachste Trainer-Lizenzstufe bei 120 Stunden ansetzt, samt polizeilichem Führungszeignis, Regelkunde und 1. Hilfe Schein.


    Stimmt. Wobei ich aber denke mich zu erinnern, dass in der verschiedenen Bundesländern der Trainer-C Breitensport etwas anders aussieht. In Bayern sind es auf jeden Fall die von Dir angesprochenen Umfänge.


    Mein Dorfverein hat schon ein paar Jahre immer wieder mal ne Initiative angestoßen, sogar vor Ort Ausbildung. Es findet sich einfach keiner, der das machen möchte. 3 Wochen Vollzeit in der Sportschule ist schon ein Wort.

    Ihr könnt's euch aussuchen. ;)


    Was ich meine mit "gekippte Hüfte" ist mangelnde Hüftstreckung auch "sitzen im Schritt" genannt.


    Ich habe im Internet auf die Schnelle keine besseren Fotos gefunden .... aber man kann sehen was ich meine:


    Der sitzt im Schritt - das ist schlecht; ggf. auch für die LWS:
    http://www.lauftipps.ch/upload…uegende_kniestreckung.jpg



    Der ist schön gestreckt - der Körper kann "arbeiten" und das gibt länge im Schritt nach hinten und damit Speed:
    http://www.laufdimension-boden…ges/0491349c331095b09.jpg


    Wer länger such findet wahrscheinlich bessere Bilder ...

    könnt ihr mir mal erklären wieso


    gewinndenkend (ich meine hier nicht den gewinndenkenden Trainer, der dem alles unterordnet) und kindgemässimmer im Widerspruch stehen muss.


    Ich kann es nicht, denn da ist allergrößtenteils kein Widerspruch.


    Das Problem ist aus meiner Sicht das "...auf die Kosten der Schwächeren*) ... und mit Mitteln die Kinder nicht wollen, sich aber nicht trauen was zu sagen**)..."


    *) die nicht spielen lassen
    **) 8 jährige anschreien wie ein Kranker

    Vielleiht bist du als Kind zuwenig barfuss gelaufen.


    Meinn Kreuz tut mir schon weh, wenn ich ans laufen denke.


    Günter


    Hmmmm. Vielleicht hast Du als Kind zu wenig gedacht? ;) Spässle g'macht ...



    barfußlaufen ist nicht ohne wenn man es nicht gewohnt ist. Gerade als Erwachsener. Warum? Alltagsschuhe und viele Laufschuhe haben eine sehr hohe Sprengung (i.W.S. Höhenunterschied) und eine gute Dämpfung. Das führt unter'm Strich zu einer Degeneration der Strukturen, die im Körper die natürliche Dämpfung des Landeaufpralls beim Laufen durchführen (hauptsächlich Muskeln, Sehnen, Bänder aber auch die natürliche Pronation). Weil der Aufprall so praktisch ungehindert durchkommt, spürt man das auch an der WS am nächsten Tag. Letzteres wird noch durch einen schwachen Rumpf (Bauch/Rücken) und eine gekippte Hüfte beim Laufen unterstützt.


    Fazit: Langsam die alten Schuhe mit viel Dämpfung und hohem Absatz aussortieren, ab und an (aber regelmäßig) barfuß Laufen, etwas Krafttraining vor allem für den Rumpf und dann geht auch Laufen im tiefem "Geläuf" (Strand).


    Der Vorteil an den flachen Schuhen ist, sie sind deutlich billiger, weil nicht so viel Gimmicks verarbeitet wurden. Nachteil: Der 08/15 Intersport-Shop hat kaum was brauchbares da (also Internet).

    Gerade bei den Eltern fehlt es ja oft völlig an Sachverstand. Im Allgemeinen zum Thema Sport und insbesondere was Fußball anbelangt.


    Selbst eine absolute Topmannschaft in der BL gewinnt in aller Regel nur ca. 60% ihrer Spiele (ca. 20) wenn sie Meister wird. Bei Eltern dagegen ist eine Niederlage der F1 oft schon eine Katastrophe: Man wird ja vermutlich dann nicht mehr Meister in der Spielgruppe ohne Aufstiegsrecht.


    Das ist schon recht lächerlich. Aber wer selbst nix zerrissen hat im Leben, der definiert sich eben über Kinder. Die lassen's ja mit sich machen (wenigstens bis sie in die Pubertät kommen).