Beiträge von Steini

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    Teil Zwei (bin gleich fertig :sleeping: )




    Zu Deinen 2-3 Spielern, die das Verhalten auch im Training haben. Wird sich durch obige Methodik bessern. Dazu rotieren. Gerade diese Kandidaten, die nur vorne herum lungern, öfter in die hintere Reihe als andere. Dann überschwänglich loben, wenn sie sowohl mit vor wie zurück gehen. Das hat bei meinen beiden Spezies immer eine Zeit gut geklappt und dann kam wieder ein großer Rückschritt. Bei ihnen liegt nicht die Problematik des Abschaltens oder Tagesform o.ä., sondern man sah in bestimmten Spielsituationen das sie bewusst und gewollt stumpf vorne stehen blieben, während ihre Mitspieler für sie mit gerannt sind. Was habe ich mir den Kopf zerbrochen, wie ich gerade die beiden zum Mitspielen in jeglichen Situationen ( vorne wie hinten ) bewegen kann. Das klappte kurze Zeit wieder gut, dann...


    Sonst ist man kurz nach dem Spiel sofort mit Abbau beschäftigt und bekommt das Umfeld nicht so direkt mit. Bis ich dann mal durch Zufall das Gespräch eines der Kandidaten mit seinem Vater mitbekommen habe. Tenor war sinngemäß: „Super, Junge. Drei Buden gemacht. Alles andere ist egal.“ Ich den zweiten Jungen im Training gefragt. Und, quell surprise, dasselbe sagt sein Vater auch zu ihm. Ich habe dann beiden Vätern ruhig und sachlich erklärt, wozu dies führen kann. Seitdem geht es stetig bergauf. Vielleicht besteht dieser Einfluss von außen ja auch bei Deinen 2-3 Spielern. Achte mal drauf und wenn ja, erkläre den Vätern ( und auch die Opas nicht vergessen :rolleyes: ) das dies nicht in Deinem Sinne ist.


    Ich glaube aber, dass Du bisher vieles richtig gemacht hast und gar nicht so viel Hilfe benötigst. Achtung Ferndiagnose, aber das hier:




    Zitat

    also am Ball sind die jungs Super


    hört sich für mich sehr gut an :thumbup: Der Rest kommt auch noch. Hab Geduld !

    Wie ich gesehen habe, möchtest Du in einem anderem Thema Buchvorschläge für Trainingsspiele/-formen haben. Sich zu informieren und zu entwickeln finde ich schon mal sehr gut. Wird Deiner Truppe zugute kommen. Abwechslung = hoher Spaßfaktor = hohe Eigenmotivation = hohe Aufnahmebereitschaft/Konzentration = großer Lerneffekt. Deswegen beschränke ich mich hier auf zwei Aspekte, die Dir vielleicht zusätzlich weiterhelfen werden.


    „Ferndiagnosen“ haben aber die große potentielle Fehlerquelle, dass wichtige individuelle Faktoren nicht bekannt sind. Du kennst Deine Mannschaft und deren Umfeld am besten. Also durchaus möglich, dass das Folgende für Dich überhaupt nicht zutrifft. Ich teile es der Übersichtlichkeit in zwei Teile.


    Mir fällt an Deiner Beschreibung etwas auf, was ich auch bei einigen anderen Themen anderer User als Ursache vermute. Ist dann immer so nach dem Motto: „Warum machen meine Spieler dies oder jenes im Spiel so und so? Im Training klappt das immer.“ oder „Wenn die doch mal so spielen würden wie sie trainieren!“


    Ich lasse jetzt bewusst individuelle Faktoren weg !Ich glaube das dies in vielen Fällen eben auch und entscheidend an der Trainingsmethodik liegt. Wenn ich mir bei uns im Verein so die eine oder andere TE anschaue, sieht man als Ablauf, dass sich eine Übungsform an die andere reiht. Oft fehlt dann eine entsprechende Spielübung, die sich daran anschließt. Oder die Spielübung hat ganz andere Inhalte als die Übungsform. Die Übungsform hat den Vorteil der ständigen Wiederholung und als Trainer kann man sofort gezielt korrigieren. Hat aber auch den Nachteil, dass sie für die Spieler schnell eintönig werden. Bei der Spielübung wiederum ist es ganz wichtig, dass die Kinder diese ohne Korrektur absolvieren. Was sie sich selbst erarbeiten sitzt. Aus eigenen Fehlern lernen. Kreativ sein. Es ist Aufgabe des Trainers ihnen für das Spiel möglichst viele selbst entdeckte Lösungsmöglichkeiten zu zeigen.


    Heißt: Abwechslungsreiche Übungsformen mit ständigen Wiederholungen zur Festigung. Dabei Korrektur. Dann Spielform, die daran anschließt. Ohne Korrektur !! Deutlich ausgedrückt: Klappe halten. Nur bei gewünschtem Verhalten ausflippen vor Freude (=Loben). Ich halte nichts vom Stoppen zur Korrektur. Machst Du dies vielleicht? Könnte sein, dass Deine Spieler auch im Spiel drauf warten, weil sie nicht gelernt haben, eigenständig zu handeln. Ich lasse die Übung laufen. Die Kunst ( und Schwierigkeit ) ist eben, die Übung so zu gestalten, dass die Kinder die zuvor angewandte Übungsform in der Spielform (= Spielsituation ) anwenden. Und zwar ohne Hilfe.


    Für mich hört es sich zudem so an, dass Deine Spieler nach einer Aktion gedanklich abschalten. Egal ob nach vorne oder hinten. Gestalte also auch die Übungsformen als Mischform zur Spielübung. Einen dementsprechenden Tipp hast Du hier schon bekommen:

    Zitat

    Ich kenne solche Spiele unter den Namen "Burgangreifer", "Hase-Jäger Spiele", Bei diesen Spielen wird aus dem Angreifer nach einer Aktion (meistens Torschuss) der Verteidiger, der sofort den neuen Angreifer im 1 gegen 1 den Ball abnehmen soll. Hierbei wird die Kopfgeschwindigkeit extrem geschult. Als Nebeneffekt lernen die Kinder, dass ein Aktion erst beendet ist, wenn der Ball im Tor oder im Aus ist

    Dazu noch das hier:

    Zitat

    Hier im Forum ist schon mehrfach das Buch "Spieltraining Fußball - 120 Programme für Angriff und Abwehr" von Rolf Mayer empfohlen worden. Das Buch ist ganz bestimmt nicht speziell für den Kinderfußball konzipiert. Mit etwas Phantasie kannst Du aber viele dieser Übungen so umgestalten, dass sie auch in einer E-Jugend passen. Diese Übungen haben den Vorteil, dass Du nichts isoliert trainierst, sondern alles in ein Spiel verpackst.



    ...und das hier als Praxistipp:




    Zitat

    indem bei einem Angriff der gegnerischene Mannschaft Tore doppelt zählen,


    wenn nicht alle Spieler der verteidigenden Mannschaft in der eingenen Hälfte sind .......


    Ich glaube da wirst Du relativ schnell feststellen, dass sie alle ( auch im Spiel ) geistig schneller umschalten werden. Und im Grunde ist es doch das was Du willst, oder? Gib in der Suchfunktion mal Begriffe wie Spielintelligenz oder Antizipieren ein.


    Für mich mit Abstand die informativsten und interessantesten Diskussionen dieses Forums. Alt aber immer noch aktuell. Mich haben diese Diskussionen (damals als „nur“ Leser) sehr beeindruckt und beeinflusst als Trainer. Im Grunde hast Du also den Kern schon erkannt. Du musst auch die Schnelligkeit trainieren. Aber die im Kopf!


    Um gleich eines zu sagen: Nein. Auch bei meinen klappt das nicht immer. Aber im Laufe der Zeit immer öfter. Und bei zwei Kandidaten erlebe ich oft einen Rückfall. Siehe Teil Zwei.

    Ich befürchte ja, dass dem DFB alles unterhalb der D ohnehin egal ist. Hauptsache in der D sind noch genug da, um eine Auslese für die Stützpunkte treffen zu können.


    Diese unklaren und sogar widersprüchlichen Aussagen in unterschiedlichen Veröffentlichungen des DFB sagen für mich viel über den Stellenwert des Kinderfußballs in der DFB-Zentrale aus.


    Sind wir mal wieder einer Meinung.


    Aber fragen kostet ja nichts. Schaun mer mal.

    , weil ich dann eine Mail an den Dfb richten würde.


    Mach das. Wäre doch wirklich interessant, wenn der DFB die erstellte Richtlinie mit Worten füllt. Von der Praxis für die Praxis :rolleyes: . Vielleicht ist die Richtlinie aber absichtlich so sagen wir mal "dehnbar" gehalten?




    Die Antwort darauf wirst Du nur von den daran Beteiligten erhalten können. Die haben sich bei der Erstellung sicherlich Gedanken darüber gemacht. Da sind wir aber hier der falsche Ansprechpartner. Verlange also nicht zu viel von uns ;)


    Ich besuche ja zur Zeit einen Lehrgang. Vielleicht erfahre ich bei diesem Punkt die "gedachten inhaltlichen" Ausführungen. Ich lasse es Dich wissen.

    Und der arme TYA wollte nur ein paar Tipps... :D


    ....und es endete wie so oft bei einem anderen Thema.




    Bei den spärlichen Informationen aus dem Eingangspost von TYA nach meiner Auffassung allerdings auch ein bischen selbst verschuldet.


    Also TYA, Du hast es losgetreten, jetzt muss auch ein wenig mehr kommen:


    - Geht es Dir tatsächlich um Rennen statt Laufen (=Geschwindigkeit)???


    - Und dann nur von vorne nach hinten ?


    - Wie sieht es bei Ballbesitz aus ? Bleibt dann die hintere Reihe stehen oder rückt nur langsam nach ?


    - Zeigen dieses "Verhalten" nur einzelne Spieler oder die gesamte Truppe ?


    - Daran anschließend die Frage: Wechselst Du die Positionen auch mal durch ?


    - Das "Verhalten" nur im Spiel oder auch im Training ?




    Wenn Du wirklich Tipps möchtest (..und soviele waren es ja bisher nicht :rolleyes: ) muss schon mehr Input kommen.

    Ich höre nächstes Jahr auf und habe das bereits letztes Jahr bekannt gegeben. So hat der Verein genug Zeit, einen Nachfolger zu besorgen. Und das ist wohl das Wichtigste. Also nicht drauf warten. Halte ich für gefährlich ( Stichwort Absprung verpasst ) und vielleicht sogar kontraproduktiv in dem Sinne, dass potentielle Nachfolger sich nicht melden. Nach dem Motto: "Ich brauche ja nicht, der macht das ja."


    Deswegen mein Rat: Steht Dein Entschluss fest, teile es der Truppe, den Eltern und Deinem Verein so früh wie möglich mit.

    Andre


    Ich denke, dass wir bei diesem Thema keine kontroverse Diskussion haben werden, da wir hinsichtlich Vereinskonzepten und klare Linien vorgeben millimetergenau auf einer Welle schwimmen. siebener hat's eigentlich schon sehr gut beschrieben. Klare Linie schön und gut, du brauchst aber auch jemanden der auf die Einhaltung achtet. Ich habe diesbezüglich einen Kampf hinter mir und habe dabei mächtig Federn gelassen.


    Aufgrund dieser Erfahrungen bin ich jetzt Einzelkämpfer. Werde in Kürze die C-Lizens in Angriff nehmen. Das mache ich für mich und meine Jungs. Alles andere ist mir mittlerweile scheiss egal. Bezahlen werde ich die Lizens selber, damit ich niemandem zu Dank verpflichtet bin!!


    Wenn mich aber ein Trainerkollege um Hilfe und/oder Rat bittet freue ich mich darüber und nehme mir alle Zeit der Welt, ihr/ihm zu helfen.


    Tja, Einzelkämpfer oder Teamplayer? Gar nicht so einfach zu beantworten!


    Doch, wir haben eine klare Linie.


    Außerdem arbeite ich gerade an einem einheitlichen Konzept für die Mädchenabteilung von E-Juniorinnen bis Damen, welches dann auch in naher Zukunft umgesetzt wird. Wie es bei den Jungs jetzt gerade geregelt ist, weiß ich nciht genau, aber ich glaube die haben oder bekommen sowas auch


    Klasse !! Beneidenswert !


    Erfordert Geduld, die Bereitschaft Rückschläge zu verarbeiten und diese in positive Bahnen zu lenken und eine Menge Idealismus. Um nur einige Punkte zu nennen. Ist aber absolut Zukunftsorientiert. Ich wünsche Dir, dass die Pessimisten ( von außen oder innen ) keinen großen Einfluss in Eurem Verein haben. Ich weiß wovon ich spreche ! Hör aber ruhig zu, was die zu meckern haben. Manchmal stecken da tatsächlich wichtige Aspekte drin, die man in seinem Konzept verarbeiten kann. Das hilft Fehler zu vermeiden. Und die Nörgler werden auch ruhiger, weil ja ihre "Vorschläge" im Konzept enthalten sind ;)




    Andre


    Ich würde mich als teamorientierten Einzelkämpfer betrachten. Meine Jungs sind mir wichtig. Die wurden mir anvertraut. Daher versuche ich, sie im sozialen und fußballerischen Bereich zu fordern und fördern. Alles andere ist zunächst zweitrangig. Hört sich nach Einzelkämpfer an.


    Wie Du weißt, lasse ich aber auch die anderen Väter daran aktiv teilhaben und gebe diesen auch meine Erfahrungen und Kenntnisse weiter. Also eigentlich Teamplayer.


    Die Richtung bestimme aber einzig und allein ich! Also doch Einzelkämpfer?!


    Deine Frage beinhaltet unterschwellig ( so lese ich es heraus ) auch das Hinterfragen nach einem gewissen Egoismus bzw. Narzismus ( einem Deiner Lieblingsthemen :D ). Nach dem Motto: "Warum soll ich Anderen helfen" oder "Würde nie zugeben, dass andere Trainer etwas besser machen oder das ich etwas nicht verstanden habe". Durchaus möglich. Es gibt jedoch auch die Situation, dass Teamplaying nicht erwünscht ist bzw. dem keine Bedeutung beigemessen wird. Sprich man hat nicht das Umfeld ( =Verein ). Das kann daran liegen, dass man aufgrund des Zusammenschlusses mehrerer Vereine (= JSG/JFG) unterschiedliche Interessen hat oder aber auch unterschiedliche Trainingsorte. Da ist es schwieriger, ein Team zu formen. Mal abgesehen von den unterschiedlichen Charakteren der Trainer.


    Oder aber der Verein setzt andere Prioritäten. Dann geht's Dir so wie mir: Bist Einzelkämpfer, obwohl Du Dich auch im Team wohlfühlen und einbringen würdest. Deine Frage ist also nicht so einfach ( ich bin Einzelkämpfer oder Teamplayer ) zu beantworten.

    Einen hab ich noch. Habe ich leider nicht selber mitbekommen da ich auf der Bank saß. Hallenturnier letzten Samstag. Mit dabei ein Elternpaar, wo er wirklich keine Gelegenheit auslässt seiner Frau Sprüche einzuschenken. Sie erträgt dies mit viel Humor und Gleichmut. Am Samstag hat sie den Spieß mal ganz gekonnt umgedreht.


    Ihr Filius schnappt sich während eines Spieles den Ball, macht ein schönes Solo über das Feld und schiebt überlegt am Keeper vorbei.


    Er oben auf der Tribüne: "Ha. Das hat er von mir!"


    Sie: "Oder von seinem Vater!"

    Letzte Woche beim Training. Kurz vor Schluss. Es überfiel mich der Größenwahn. "Los ihr Luftpumpen. Jeder ein paar 7-Meter bei mir aufs Tor" Motivationsspruch hatte ihren Ehrgeiz geweckt. "Den machen wir fertig." Kurz bevor es losgeht fragt mich einer der Jungs: "Steini, willst Du Dich nicht warm machen?" Ich:"Ach wat. Für eure Wattebäuschen-Schüsse mach ich mich nicht extra warm. Ich bin doch keine Lusche." Los gings. Nach langer Zeit wurde mir mal bewusst, was für ein strammen Schuss schon viele der Jungs drauf haben. Mein lieber Schwan. Zunächst war ich natürlich mit der Einstellung ins Tor gegangen, den einen oder anderen Schuss rein zu lassen. Es schlug aber auch so rechts und links von mir ein. Die Jungs wurde immer großkotziger. Engelchen auf der Schulter versuchte mich runter zu reden: "Lass sie doch. Sind doch Kinder." Teufelchen: "Nix da. Zeig den Blagen wo der Hammer hängt." Hätte ich man auf Engelchen gehört...


    Der nächste Spieler schießt von mir aus gesehen stramm rechts unten ins Eck. Ich hatte die Ecke geahnt und wollte mit einem gekonnten Spreizschritt die Kulle abwehren. Hat auch geklappt. Zack. Ein stechender Schmerz in der Leiste.


    Ich humpelnd in Richtung Außenlinie. Die meisten der bereits auf ihre Sprösslinge wartenden Eltern hatten soviel Anstand und haben nur gegrinst. Zwei Mütter haben unverhohlen gelacht.


    Was aber schlimmer war, waren die Sprechchöre in meinem Rücken. Ich höre noch jetzt die rhythmischen ( was sie sonst bei Koordinationsübungen nie haben !!!!! ) Gesänge meiner Jungs:


    "Lusche, Lusche, Lusche....."


    Kinder können grausam sein. Aber dafür sehen sie morgen beim Training keinen Ball :evil:

    -ich würde parallel dazu noch viel intensiveres Techniktraining -möglichst in Wettkampfform- anbieten, um sie in die Lage zu versetzen/um ihnen das Fundament dafür zu bieten.


    Ich habe mich sehr gewundert, dass diese Komponente so spät angesprochen wird. Für mich ist das die Grundvoraussetzung. Und parallel dazu zeige ich ihnen immer mal wieder, wie sie als verteidigende Mannschaft sich am Ball orientieren und gleichzeitig mit dem "dritten Auge" den ganz rechts oder links außen wartenden Gegenspieler im Blick haben (= mögliche Passwege zustellen). Das wars schon.


    Was aber heisst denn Manndeckung? Bisher wurde dies sehr auf festes Positionsverharren des Gegners bezogen. Ist ja auch eine Variante.


    Für mich heisst Manndeckung aber auch das der Gegenspieler immer direkt hinter meinem Spieler klebt. Das kommt naturgemäß jetzt in der Halle noch öfter vor als auf dem Feld. Deswegen erachte ich Hallenfußball in der Jugend auch als so wichtig. Technik auf engstem Raum unter Gegnerdruck. Dabei tritt dann eine Situation fast ständig ein: Spieler von Mannschaft A steht mit dem Rücken zum gegnerischen Tor. Spieler von Mannschaft B steht direkt hinter ihm. Bekommt er jetzt den Ball spielt sich auf engem Raum in kurzer Zeit ein komplexer technischer und koordinativer Vorgang ab: Die Ballannahme muss möglichst sauber sein. Er muss durch Gewichtsverlagerung zur Drehung kommen ( dabei möglichst mit Körpertäuschung den Gegner hinter ihm auf die falsche Seite locken ) und aus dieser Drehung Fahrt aufnehmen in Richtung gegenerisches Tor. Dabei muss er den Ball abschirmen und mitnehmen. Da brennt technisch-koordinativ ein richtiges Feuerwerk ab !


    Tja, oder er spielt den Ball einfach vorher seitlich oder in Richtung eigenes Tor ab. Ist dann auch immer die Stelle wo alle Eltern von der Tribüne rufen: "Nicht fummeln. Abspielen!!" Ich ermuntere meine Spieler immer, diese Situation selbst zu lösen. Das birgt zwar eine hohe Gefahr des Ballverlustes und oft fällt dann auch ein Gegentor. Shit happens. Egal. Innerhalb der F2-Jugend ist mir selber an meinem Training aufgefallen, dass die meisten Übungen mit Front zum Tor, auf welches dann geschossen werden soll, beginnen. Einige "Experten" haben dann bei der Ballannahme den Ball immer (ob bewußt oder unbewußt konnte ich dabei nicht feststellen ) leicht abtropfen lassen und los gings. Nach dem Motto: Ich muss ja sowieso in die Richtung, da spiel ich den Ball schon mal dahin und ich nehme schneller Fahrt auf.


    Während der gesamten F1-Jugend habe ich Übungen immer so aufgebaut, dass sie mit dem Rücken zum Tor stehen. Bedingt eine saubere Ballannahme. Und sie müssen sich was einfallen lassen, wie sie technisch-koordinativ die Richtung wechseln und dabei der Ball auch mitkommt :) Ich brauchte bei den meisten gar nichts sagen, wie sie das lösen. Die hatten genug Ideen und haben sie im Laufe der Zeit verfeinert. Einige brauchten ( und brauchen auch heute noch ) Hilfestellung. Man muss sie nur bestärken mutig zu sein, den Gegner hinter ihnen nass zu machen. Geht in der Anfangszeit oft in die Hose. Mittlerweile kann sich die Erfolsquote aber schon sehen lassen. Also auf die Frage "Was tun gegen Manndeckung?": Technisch-koordinativ so vorbereiten das sie sich fast freuen, wenn der Gegner hinter ihnen klebt ;)

    Da wartet dann auch ein unangenehmes Gespräch auf mich...


    Würde ich persönlich sofort in Angriff nehmen. Und zwar als erstes. Unterstützung vom Co. ist wichtig und man muss an einem Strang ziehen. Aber was ich bisher von Dir so gelesen habe denke ich, dass Du ihn in geeigneter Form "auf Linie" bringen wirst.




    Offensichtlich musst Du hier Fehler aus der Vergangenheit ( mangelnde Konsequenz, Grenzen setzen, Richtlinien aufstellen usw.) ausbügeln bzw. richtig stellen. Den Weg den Du bezüglich "es spielt nicht, wer nicht mitzieht" würde ich genauso gehen. Und zwar knallhart im Sinne der Kinder, die im Training mitziehen und etwas lernen wollen. Es wird ein wenig dauern, aber in dem Alter noch nicht ganz so problematisch.




    Diese Linie würde ich zudem auch im Training fahren. Es wird ein Mal für alle klar und deutlich angesagt: Ich bestimme die Regeln und Übungen. Macht einer Faxen macht er Pause. Punkt. Für alle sichtbar. Faxen wäre bei mir in Deinem Fall gerade am Anfang sehr eng definiert. Larifari, Motzen, ständig nach dem Spiel fragen ... Wer zB. nach kurzer Zeit ständig nach dem Spiel fragt, setzt beim Abschlussspiel die ersten 5 Minuten aus. Wenn es langsam in die richtige Richtung läuft, würde ich die Zügel lockern. Hört sich alles hart an. Aber bevor sich der Rest der Truppe davon anstecken lässt? Würde ich nicht riskieren und wäre den anderen gegenüber nicht gerecht.

    Okay. Dann lag ich tatsächlich falsch.


    Aber einen Hinweis noch: Auch "nur" Väter sind oftmals für gute Praxistipps dankbar ( wenn es denn in dementsprechender Form vermittelt wird ) und können diese dann auch entsprechend umsetzen. Die Ausbildung im gesamten Bereich ( von "unten" nach "oben" ) profitiert davon ! Aber vielleicht kümmert sich Dein Verein hinsichtlich Fortbildung ja auch um diese Spezies :rolleyes:


    Eins noch:


    Zitat

    Die Jugendarbeit hat einen enormen Stellenwert


    Glückwunsch :!:

    Könnte sein, dass ich mich täusche, deswegen frage ich lieber vorher nach:


    Bist Du im Stadt- oder Dorfverein? Wieviel Trainer habt ihr so übern Daumen gepeilt? Wie sieht es allgemein mit der Jugendarbeit bei euch aus ? Auch Zahlen- und Klassenmäßig ? Ich meine dies im Hinblick auf eher Breitensport oder Leistungsklassen. Wieviel lizensierte Trainer gibt es noch bei euch? Seit wann hast Du Deine ?

    Meine Erwartungshaltung ist somit vermutlich weit weg von der Erwartungshaltung der Kinder.


    Das scheint das Kernproblem zu sein. Du kannst versuchen, Deine Erwartungshaltung herunter zu schrauben. Ich vermute aber mal, dass Du ( und wohl auch die Spieler ) auf Dauer damit nicht glücklich wirst. Gehobene Ansprüche sind nichts Verwerfliches. Es müssen nur die Rahmenbedingungen passen, diese auch verwirklichen zu können. Ich glaube die sind in Deinem Fall nicht gegeben. Ziehe also die Konsequenzen draus!


    Was mir noch auffiel:

    Zitat

    sehe halt, dass meine Jungs noch einigen Nachholbedarf haben und möchte ihnen, da es zu wenig qualifizierte Trainer in unserem Verein gibt, so viel wie möglich mit auf den Weg geben.

    Ist natürlich subjektiv ( wenn es nicht als zertifiziert gemeint war ) und müsste man vor Ort beurteilen, ob dem wirklich so ist. Aber wenn... Dann ändere das doch! Geb Dein Wissen und Deine Erfahrung aus dem Lehrgang im Verein weiter. Für mich sind Lizensinhaber potentielle Multiplikatoren in ihren Heimatvereinen. Ich würde dies sogar als Verpflichtung bei der Lizenserteilung installieren. Und zwar für die Vereine !! Sonst gibts keine Kohle. Damit nimmt man die Person als solche aus der ( zwischenmenschlichen ) Schusslinie. Nach dem Motto: "Jetzt hat er 'nen Schein und meint, die Weißheit mit dem Löffel gefressen zu haben." Mag in Einzelfällen so zu sein. So würde es aber nach außen deutlich machen: Der Verein muss. Du veränderst so Grundlegendes im Verein, nämlich die fussballerische Ausbildung insgesamt. Dadurch steht man natürlich nicht in erster Reihe und Andere streichen später die Lorbeeren ein. Wen interessierts ?? Vielleicht ist dies eher ein Feld, in dem Du Deine Vorstellungen verwirklichen kannst. Zwar "nur" im Hintergrund, aber mit nachhaltiger Wirkung.

    Hallo Trainer 1




    Erstmal muss ich sagen, dass ich es immer wieder große Klasse finde, wenn junge Kerls wie ihr Verantwortung übernehmen und sich um Kinder kümmern, um ihnen den Fußball beizubringen :thumbup:


    Eine Bemerkung von Dir finde ich hoch interessant und mich würden da auch die Erfahrungswerte anderer interessieren:


    Zitat

    Wir trainieren eine Dorfverein ( Dorf mit ca. 1000 Einwohner) haben aber nun einen guten Ruf und so kommen immer mehr Spieler aus der Stadt. Die Stadtkinder sind meist die, die auf die Knochen gehen und unnötig härt ins Spiel bringen. Mit den Dorfkinder ( habe ein Kader von 15 Spiele/ ca. 5 Dorf / rest Stadt) habe ich keine Problem diese spielen villeicht so gar etwas zu brav.


    Die Erfahrung habe ich bei Turnieren in der Stadt auch gemacht. Ist das jetzt Zufall oder doch eher die Regel ?