Ich kann es nur noch mal wiederholen. Habe einfach Geduld und lass es so laufen. Wir reden hier über eine G/Minis.Immer wieder kommen im Forum Fragen nach Systemen, taktischen Spielabläufen, Kettenbildung und und und im Bereich G und F. Damit meine ich nicht Fragen nach einer Grundordnung zu Beginn des Spiels. Bei dir habe ich das Gefühl, dass du eigentlich auf dem richtigen Weg bist, aber aufgrund der Spielweise des Gegners in Pflichtspielen jetzt zweifelst ob das alles so richtig ist. Machst dir offensichtlich viel Gedanken und das ist gut so. Ich kann dir nur als Trainer einer ganz normalen Breitensportmannschaft innerhalb einer Spielgemeinschaft im ländlichen Bereich die ich seit den Minis bis jetzt als ältere E-Jugend betreue, Tipps geben und du musst für dich entscheiden, ob etwas davon für dich passt. Dazu muss ich vorweg schicken, dass ich zuvor nur ab D-Jugend aufwärts trainiert hatte und dabei festgestellt habe, dass man sich noch soviel über komplexe TE'en Gedanken machen kann, dies alles nach der Übernahme einer Truppe bei der ersten Einheit schon in der Rundablage landet. Nämlich dann, wenn jeder Ball bei der Annahme 5 Meter verspringt, der Spieler während des Dribblings aussieht als würde er nach Bodenschätzen suchen usw. usw. Und dann, wenn beim Spiel der Aussputzer konstant versucht, den Weltrekord im Hochschuss zu brechen und der Stürmer vorne konsequent auf Bälle wartet und sich ansonsten am schönen Wetter erfreut.
Erster Tipp: Schau auf dich und deine Truppe. Die Voraussetzungen beim Gegner können ganz andere sein. Größerer Verein, "Leistungseinteilung", 5x die Woche Training (leicht
überspitzt). Und dies ist auch nicht wertend gemeint.
Zweiter Tipp: Grundsätzlich bei dir eigentlich verfehlt, weil du dir ja schon Gedanken um die Zukunft machst. Aber der Weg zum gesteckten Ziel sollte nie kurzfristig angelegt sein. Für mich hieß das: Was will ich bis zum Ende der G erreicht haben, weil ich in der F drauf aufbauen möchte? Und was in der F bis zur E ? Wenn das Ziel schon vorher erreicht war und/oder auch meine Jungs mehr gefordert hatten, ging es eben schon früher los bzw. habe ich den Schwierigkeitsgrad erhöht. Und dabei war ich sicherlich auch des öfteren über der DFB-Philosophie. Daher sehe ich es bei einigen Diskussionen nicht so als Allgemeingültig, Zielen außerhalb der Altersklasse vorzugreifen, wenn die Voraussetzung dafür stimmen. Sprich die Kinder sind schon 'ne Ecke weiter. Ich möchte hierzu aber kein Nebenthema eröffnen, nur soviel dazu: Sie ist vom Grundgedanken gut und richtig, passt aber nicht immer zu 100% zur eigenen Realität bzw. den Gegebenheiten/Voraussetzungen, die man hat. Mit ein bischen Menschenverstand, Geduld und Verständnis bleibt man automatisch in der Spur.
Dritter Tipp: Wie weiß ich nun, ob mein gesetzter Schwerpunkt angekommen und umgesetzt wird? Unter anderem im Spiel gegen einen Gegner. Training ist das Eine, Wettkampf das Andere. Nehmen wir ruhig mal das Passen. Ältere F. Ich habe es erst jetzt als Schwerpunkt, aber das sollte jeder für sich entscheiden. Im Training klappt es nun also schon ganz gut, im Spiel aber so gar nicht. Jetzt ist man als Trainer gefordert, hier richtig zu analysieren. Scheitert es vielleicht schon an der richtigen Ballannahme? Oder verspringt der Ball und das anschließende Passen wird erschwert? Das hieße dann doch wohl zunächst die Ballannahme wieder mehr in den Fokus zu rücken und das Passen war vielleicht schon ein Schritt zu weit oder zu schnell. Hat er den Kopf bei der Annahme oben und erkennt so schon mögliche Anspielstationen? Wenn nicht, siehe oben. Wie ist die Körperstellung ? Standbein richtig ? Fuß fixiert ? Ich hoffe es wird deutlich was ich meine. Das ist mir bei einem Spiel wichtig. Eine Entwicklung meiner Spieler über einen längeren Zeitraum. Und dabei ist es mir in den jüngeren Altersklassen völlig wurscht, ob der Gegner vorne ständig zwei Spieler stehen lässt. Darum kümmere ich mich ab der D-Jugend. Dann zeige ich meinen Jungs, wie man gruppentaktisch darauf reagieren kann bzw. wie es gar nicht zum Abspiel auf die Stürmer kommt. Vielleicht auch erst ab C. Je nachdem wie schnell wir voran kommen 
Vierter und letzter
Tipp. Anlehnend an Tipp Drei: Kennst du den Spruch: "Im Training spielen sie wie die Weltmeister, im Spiel tun sie aber so als wenn sie das noch nie gemacht hätten" ? Ist natürlich auch eine Sache der individuellen Voraussetzung aber meiner Meinung nach wird zu vieles zu lange in der Übungsmethode trainiert. Vorteil hieran ist, dass du gezielt und sofort in die Korrektur gehen kannst. Nachteil ist jedoch die oftmals wenig spielnahe Situation. Und im Spiel haben sie nicht die Zeit und Ruhe, darauf muss man sie schon im Training vorbereiten. Allerdings Step-by-Step. Tja, ist 'ne Menge "Arbeit". Und da willst du dich schon mit anderen Problemen abkämpfen? Ich habe bis zur E von Spiel zu Spiel rotiert. Erst jetzt habe ich das reduziert. Und auch erst jetzt trainiere ich in einer Art abgewandeltem Feldertraining, wo es unterschwellig um die Einnahme von Positionen geht bzw. geschieht dies automatisch. Wenn du mit deinen Jungs soweit bist, kannst du dich ja noch mal melden. Vielleicht wär das auch was für dich.
Bis dahin reicht doch offensichtlich das Kommando "Lasst Kevin nicht allein zu Haus" und alle kommen mit zurück. Bei einer G find ich das schon erstaunlich und nicht selbstverständlich !!