Beiträge von Steini

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    Habe so den Eindruck, dass hier was verwechselt wird. Da ist ein Junge der gerne spielen und trainieren möchte. Er wäre also zuverlässig. Seine Eltern sind diejenigen, die dies ( wertfrei gemeint ) nicht zulassen. Warum wollen einige jetzt auch noch den Jungen dafür bestrafen ???


    Mit den Eltern sprechen und ihnen sagen, dass Sport als Ausgleich dienen soll. Das Fußballverbot als letzte Maßnahme angewendet werden sollte. Erst Recht, wenn doch wohl offensichtlich diese Maßnahme keine Wirkung zeigt. Ich habe auch schon solche Gespräche geführt. Dabei habe ich meinen Standpunkt deutlich gemacht. Mehr aber auch nicht. Ist nicht meine Aufgabe, Eltern zu erziehen.


    Ich würde ihnen aber nach den bisherigen Schilderungen auf gar keinen Fall auch noch die Plattform bieten, ihren Sohn mit mir zu drohen. "Dein Trainer hat gesagt, dass Du gar nicht mehr mitspielen darfst, wenn Du nicht regelmäßig zum Training kommst." No Way ! Im Gegenteil.


    D-Jugend. Viele denken da schon ans Aufhören oder gehen nur noch hin, weil der Kumpel da spielt. Er liebt Fußball. Hier wäre mir der Junge am Wichtigsten. Mit dem würde ich beim nächsten Training, wenn er denn da ist, ein langes Gespräch führen. Im Grunde würde ich ihm nur kurze Fragen stellen und zuhören. Stimmt es mit der Scheiße bauen in der Schule ? Was genau macht er da ? Vor allem warum ?


    Ich würde versuchen ihn zur Erkenntnis zu bringen, die Schulprobleme abzustellen damit seine Eltern ihm das Fußballspielen gar nicht verbieten brauchen. Aber auf jeden Fall würde ich ihm deutlich sagen : Mach Dir kein Kopp wenn Du mal länger nicht durftest. Du bist hier immer willkommen. Der Mannschaft wie ich dies ebenfalls sagen. Das sind D-Jungs. Die verstehen das schon. Sie werden ihrem Mannschaftskollegen helfen. Könnte ja jedem von ihnen auch so gehen, wenn ihre Eltern Fußballverbot als geeignete Strafmaßnahme sehen.


    Die Maßnahme der Eltern ist hier das Problem, nicht der Junge. Deswegen dürfte der bei mir auch spielen, wenn er zwei oder drei Monate nicht da gewesen wäre !

    Bei uns ist der Trend mit JFV'en eher rückläufig bzw. stagniert. Als dies ins Leben gerufen wurde, haben sich einige Vereine unter dieser Bezeichnung zusammen geschlossen. Das waren aber oft nur zwei Vereine als Zusammenschluss. Aus der Entfernung heraus würde ich behaupten, dass man in dem einen oder anderen Fall nach außen signalisieren wollte "Wir fördern. Da wird was geleistet." Und in einem Fall einer JFV weiß ich, dass man sich mittlerweile seitens des einen Vereins ausgenutzt fühlt, weil Spieler ab B in den anderen Verein gewechselt sind.


    Ich kann DSV für unsere Region hier nur zustimmen. Man sieht es schon am Grundschulsterben. Auch viele Realschulen haben schon die Tore geschlossen, da die Klassenstärken einfach nicht zu halten waren. Und im Fußball sieht man immer mehr Spielgemeinschaften. Kaum ein Verein schafft es noch aus eigener Kraft.

    Finde ich klasse das Du hier ein Feedback gibst. Macht leider auch nicht jeder, obwohl sich in den jeweiligen Threads viele User die Mühe gemacht haben, Tipps zu geben. Vielleicht denken einige davon, dass es dann keinen mehr interessiert. Also an dieser Stelle von mir mal ein kleiner Appell ruhig nach einiger Zeit mal ein Feedback zu geben wie es weiter gegangen ist. Von diesen Erfahrungen profitieren wir doch alle.


    lullifatz
    Glückwunsch an alle Beteiligten. An Dich und Deine Mitstreiter für Eure Beharrlichkeit im Kampf um die Rechte der Kinder. An Euren Vorstand, der sich dann doch dazu entschlossen hat, Euch den Rücken zu stärken und aktiv mitzuwirken.


    Aber auch an den Trainerkollegen !! Auf dem falschen Weg darf sich jeder mal befinden. Die Spreu trennt sich vom Weizen, wenn es ums Hinterfragen der eigenen Vorgehensweise und Kritikfähigkeit geht. Und wenn jemand hierzu in der Lage ist und seine Einstellung tatsächlich von Grund auf ändern kann und dies in die Tat umsetzt ( und bei der Hintergrundgeschichte gehe ich einfach mal davon aus ), hat er meinen vollen Respekt. Sollte auch mal gesagt werden. Gib ihm doch ruhig mal den Tipp hier beim Forum mitzulesen oder vielleicht sogar sich zu beteiligen. Gerade er könnte mit seinen jetzt gemachten Erfahrungen für eine Bereicherung sorgen.


    Halt uns auf dem Laufenden. Wirklich schöne Entwicklung und freut mich für Dich und die Kinder !

    Ich kann ja die Intention verstehen, kein Kind aufgeben zu wollen. Sind auch wirklich gute Ansätze/Tipps dabei. Das erste Posting von TRPietro mit der Art der Kommunikation finde ich z.B. richtig klasse. Kann man kopieren und in viele Themen hier im Bereich der Konflikte als Grundsatz hinein kopieren.
    Die innere Einstellung eines Kinder- und Jugendtrainers sollte ohnehin sein, jedes Kind da abzuholen wo es steht. Fußballerisch wie menschlich. Und das Ganze dann zu einem homogenen Team zusammen zu schweißen. Eine hohe Verantwortung die wir da ( ehrenamtlich ) tragen. Da macht man auch nicht immer alles richtig, aber man versucht es zumindest nach bestem Wissen und Gewissen. Ich denke, darum geht es im vorliegenden Fall auch nicht.


    Was jedoch das Wissen angeht, staune ich ein wenig über diesen Thread hier. Geht es um fußballerische Dinge z.B. über Gruppen- oder Mannschaftstaktik kommt sehr oft ( zu recht ) der Hinweis, dass bloßes theoretisches Wissen und guter Wille eben manchmal nicht ausreicht und eine Fortbildung oder Hospitation unter fachlicher Anleitung wesentlich zielführender ist. Man muss nicht alles wissen und können. So zu sagen Grenzen erkennen und mal in die gelben Seiten schauen, wer einem dabei helfen könnte. Macht für mich einen guten Trainer aus.


    Deswegen steht und fällt für mich dieser Thread mit der Beantwortung der Frage, ob Jugendbetreuer praktische ( zumindest jetzt in der Anfangszeit ) Unterstützung durch die in der Gesamtmaßnahme involvierten Erzieher/Pädagogen bekommt oder der Junge einfach nur "abgeladen" wird. Und diese Unterstützung beziehe ich auch auf eine begleitende Aufklärung der Eltern der anderen Spieler.


    Leider habe ich schon die ( berufliche ) Erfahrung machen müssen, dass da seitens beteiligter Einrichtungen auch gerne mal Verantwortung abgeschoben wird. Nach dem Motto: Alles versucht. Auch der/die hat/haben es nicht hinbekommen.
    Muss hier nicht so sein. Auf die Gefahr sollte man ihn aber schon hinweisen. Ich bleibe dabei. Als kleiner Baustein ist es okay. In der Verpflichtung sehe ich hier jedoch einen anderen Personenkreis.

    Sehr schöner Thread mit vielen interessanten Ideen. Kann sowas immer für unser Fußballcamp gebrauchen.


    Zum Losen:
    Ich habe das im Training fürs Abschlussspiel immer mit Farben gelöst. Bierdeckel auf einer Seite farbig gemacht. Rot, Grün, Blau und Gelb. Dann in zwei Spielfeldern auf jeder Torauslinie ein Hütchen mit einer aufgeklebten DIN A 4 Seite der jeweiligen Farbe. Meinetwegen Grün spielt immer gegen Rot und Gelb immer gegen Blau. Die Deckel umgedreht abseits der beiden Felder verteilt und die Kinder starten auf Kommando mit Ball beim ersten Spiel von einer Grundlinie.
    Dann ab zur entsprechenden Farbe, Ball wieder zurück zur Grundlinie, aufs Feld und das Spiel geht sofort los. So macht dann auch losen Spaß. Während der Spiele als Trainer dann schon die Deckel neu verteilen und sofort bei Abpfiff zu den Deckeln und neue Mannschaften bilden.

    guenter
    Vergiss es.


    Er ist auf einer Förderschule. Ganztägig. Es dauert sehr lange, bis Kinder in solche Betreuungsmaßnahmen eingestuft werden. Ich tippe Du bist einer der wenigen hier ( mich - privat - eingeschlossen ) die dies aus nächster Nähe beurteilen können, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.
    Ist vorher in der Historie des Jungen wahrscheinlich richtig viel passiert. Da kannst Du aber offensichtlich noch so deutlich darauf hinweisen...



    Aber nein. Egal. Natürlich kann sowas ein Trainer auch in den 1 1/2 bis 3 Stunden in der Woche locker schaffen. Wäre doch gelacht. Und natürlich haben wir als Trainer doch einen Auftrag. Da gehört sowas dazu. Scheiß was aufs Studium, auf Berufserfahrung, auf Fortbildungen....


    TRPietro
    Es geht nicht um Kinder, die Problemchen im Elternhaus haben, mal ausrasten bei Rückschlägen usw. Bevor ich aber weiter schreibe:


    Kinder in Fördermaßnahmen haben schon einiges hinter sich. Man bemüht sich in dieser Stufe den Kindern größtmögliche Betreuung zu gewährleisten. Und zwar noch im Elternhaus. Die nächste mögliche Stufe/Maßnahme ist die Unterbringung bei Pflegeeltern usw. usw.
    Hier geht es um professionelle, geschulte Menschen in einem sehr sensiblen Bereich.
    Leider ist mir meine Frage noch nicht beantwortet worden, ob die Betreuung beim Training vor Ort bleibt oder den Jungen nur abgibt.


    ( Jugendbetreuer. Würde mich sehr interessieren wie das abläuft und ist auch nicht unwichtig was den Umgang der Einrichtung mit Deiner Person betrifft.)


    Wie viele von solchen Kindern hast/hattest Du bisher zur Betreuung ? Und zwar ganz genauso solche Fälle, die ganztägig in Betreuung sind und wo die Verantwortlichen dafür ( sprich studierte Sozialpädagogen/Heilerzieher ) solche Kinder nun bei Dir abgeben ? Also, wie viele ????


    Edit: Mit dem "mich eingeschlossen" zähle ich mich zu dem großen Personenbereich, der im privaten Bereich nicht in solchen Prozessen/Maßnahmen involviert ist.

    Andre
    Schöner Link. Der Orden kann nicht groß genug sein den man den Initiatoren dafür verleihen sollte. Allerdings ist der Fall hier anders gelagert.

    die dem Kind zugestellte Betreuerin muss beim Training und Spiel immer anwesend sein. Sie kann dann bei Vorfällen direkt
    eingreifen und mit dem Kind arbeiten. Ich geh davon aus, dass sie dazu ausgebildet ist, was du natürlich abklären solltest.


    Ups. Beim Lesen war ich davon ausgegangen, dass sie ständig anwesend ist und ihn nicht einfach nur abgibt. Aber stimmt. Steht so nicht drin. Also: Sie ist doch wohl hoffentlich anwesend, oder ?? Ansonsten nehme ich das mit dem fairen Umgang Jugendbetreuer gegenüber sofort wieder zurück.

    ob der Junge guter oder schlechter Fussballer, viele oder gar keine Tore schiesst, ist hier völlig unwichtig.
    die Problematik liegt doch anderswo und ist viel tiefgründiger.
    es besteht bei dir eine sehr grosse Gefahr, dass deine ja offensichtlich sehr gut zusammengewachsene Mannschaft auseinanderfällt.
    die ersten Anzeichen sind ja schon da.


    Sehe ich ganz genauso. Das meinte ich mit der Verantwortung den anderen Kindern gegenüber.

    Ich wehre mich massivst dagegen, den Eindruck entstehen zu lassen, dass Trainer für die Lösung der Problematik solcher
    Kinder zuständig sind oder auch nur entscheidend was bewirken könnten. Mit Fussball hat das nämlich nichts zu tun.


    Auch hier volle Zustimmung. Als kleiner Baustein zur Unterstützung okay. Mehr aber auch nicht.

    Hier geht es um mehr als "nur" Fußball oder ein schlichtes Problem mit dem Verlieren und ich vermute ganz stark, dass der Junge schon einiges hinter sich hat. Es ist nicht selten das in solchen Fällen Fußball als Mannschaftssportart ausgewählt wird in der Hoffnung, dass Kind lernt sich in einer Gruppe zu integrieren und Emotionen in richtige Bahnen zu kanalisieren. Wie man sieht haben wohl offensichtlich die Betreuerin und die Mutter ähnliche Erwartungen an Dich. Gut und fair Dir gegenüber finde ich den offenen Umgang der Betreuerin damit.


    Ich kann Dir aber nur raten, beiden Parteien von Anfang an deutlich zu machen das auch Deine Möglichkeiten stark begrenzt sind und sie nicht erwarten dürfen, dass Du in der wenigen Zeit eine Intensivbetreuung des Jungen gewährleisten kannst. Du hast auch die Verantwortung für die anderen Kinder.


    Als kleiner Baustein für die Entwicklung ist das okay. Mehr aber auch nicht. Und Du solltest auch nicht mehr oder höhere Erwartungen an Dich selbst haben.


    Zum Praktischen: Seit Dezember erst bei Dir, also wird er ohnehin noch eine Zeit zur Eingewöhnung brauchen. Von Anfang an ist aber wichtig Grenzen ( die ja auch für alle Anderen gelten ) festzulegen. Oftmals haben diese Kinder nicht gelernt, mit Emotionen umzugehen bzw. ist ihnen nicht gezeigt worden, wie sie dies positiv verarbeiten können. Als Tipp aus der Entfernung für die Praxis:


    Sei ein Ruhepol, aber bestimmt. Bei erstem Ausraster kurze Ermahnung. Bei zweitem sofortige Konsequenz. Und die ist jetzt ganz wichtig. Bloßes auf die Bank setzen wäre eher kontraproduktiv. Wo soll er jetzt hin mit seinen Emotionen und innerem Konflikt ?
    Es muss eine Maßnahme sein die ihm die Möglichkeit bietet seinen Frust abzulassen und gleichzeitig keinen neuen aufkommen lässt. Begleitet von Dir mit deutlicher Erklärung, dass Ausraster auf dem Platz nichts zu suchen haben, ihn aber bei der "Strafaktion" motivieren und loben. Als Beispiel fiele mir jetzt so ein das ein Ball bei Dir an der Bank liegt und den muss er 10 Mal prellen oder aus dem Sitzen an die Wand schmeißen und wieder auffangen. Sowas in der Art. Dann kurze Ruhephase auf der Bank und weiter geht's.


    Wenn Du es richtig geschickt anstellst, wird er irgendwann nur noch so tun als wenn er ausrastet, weil er doch jetzt zur Sonderaufgabe zu Dir muss ( darf ).
    Oder Du setzt ihn in nächster Zeit immer als neutraler Anspieler ein. Sprich er ist bei Ballverlust sofort bei der ballbesitzenden Mannschaft. Er lernt dadurch Aggression in positive Energie umzuwandeln. Dies im Wechsel mit den o.a. "Strafaktionen",


    Ein langer, steiniger Weg mit vorprogrammierten Rückschlägen. Aber nochmal: Er bekommt schon professionelle Hilfe. Du kannst nur einen kleinen ( sicherlich wichtigen ) Teil dazu beitragen. Mehr nicht.

    Alle Jugendmannschaften spielen in der diesjährigen Saison in den normalen Kreisklassen eine durchschnittlich gute Saison, also keine Überflieger .

    Sie spielen also alle dort, wo sie leistungsmäßig passend mithalten können. Ich erwähne es deshalb, weil hier wohl nicht ein "goldener Jahrgang" besteht. Der könnte eventuell auch in einer älteren Altersklasse bestehen.
    Das sind also die Voraussetzungen.

    Ich sehe die Gefahr dass es 1 bis 2 Jahre nur klatschen gibt. Der Spass verloren geht und vor allem dass der eine oder andere Spieler das aktive Fussballspielen an den Nagel hängt und dann wärend der Saison keine Mannschaft mehr gestellt werden kann.

    Diese Gefahr sehe ich im vorliegenden Fall unter den oben genannten Voraussetzungen auch. Ich würde daher "von unten nach oben" planen. Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es dann ja um die acht A-Jugendspieler die übrig bleiben würden, während alle anderen Jugenden/Altersklassen passig wären, richtig ? Für die Zukunft gedacht, würden diese Mannschaften ( wenn denn alle bei der Stange bleiben ) dann auch für eine A wieder reichen. Deshalb wäre mein Fokus darauf.


    Blieben also noch die A-Jugendspieler. Möglichkeiten hat August schon angesprochen. Zweitspielrecht, Integration in die Herrenmannschaft. Ist für mich ohnehin in vielen Vereinen ein Schwachpunkt, wenn man sich mit Trainerkollegen aus dem Jugendbereich so unterhält. Die Verzahnung vom Jugend- zum Herrenbereich. Wäre aber wohl eher einen eigenen Thread wert.


    Dritte Möglichkeit wäre eine SG mit einem dritten Verein. Macht mein Heimatverein übrigens seit Jahren schon ab Bambini und hat trotzdem die gleichen Probleme.


    Wovor ich nur warnen kann, aber aus eigener Erfahrung feststellen musste und dies auch von Kollegen aus anderen Vereinen immer wieder hören konnte: Leider haben sehr viele Vereinsverantwortliche die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt. Ich hab nun zwei Jahrzehnte Jugendtrainer hinter mir. In dieser Zeit hat sich viel verändert. Von der Trainingsmethodik bis hin zur Einstellung der Spieler und Eltern was Vereinsleben angeht. In sehr vielen Bereichen können wir Trainer mitgestalten, verändern und optimieren. Auch wir Trainer/-innen sollten ständig um die Verbesserung der eigenen Fähigkeiten und Einstellung bemüht sein.


    Wenn aber der Fokus / das Interesse / das einzig Wichtige usw. der Entscheidungsträger ( inkl. Sponsoren ) nur darin liegt, wo die Herrenabteilung spielt/steht, kann man sich die Mühe sparen. Ich für meinen Teil werde nur noch da tätig sein, wo man sich der Wichtigkeit des Jugendbereiches bewusst ist und nicht erst wach wird und ( plötzlich ) nachfragt, wenn keine A-Jugend mehr aufgestellt werden kann. Das geschieht dann nämlich nicht aus Interesse an der Ausbildung der Jugend, sondern weil doch der "Nachschub" für die Herren fehlt. Wie konnte das denn passieren ? Was ist denn da in der Jugendabteilung los ?


    Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir Bambini- bis A-Jugendtrainer uns in den Vereinen viel zu schlecht "verkaufen". Das Beispiel von katze riecht für mich so ein bisschen danach. Da wird auf Biegen und Brechen eine A-Jugend aufgestellt. Es ist nun mal leider so wie es ist. Ich würde also versuchen, die acht Spieler gut unterzubringen, anstatt die Mannschaft aufzufüllen. Die anderen Jugenden sind aber das Grundgerüst. Halte es für fahrlässig und nicht nachhaltig, dass auf so wackelige Füße zu stellen.

    Coach11
    Scheinen wohl noch alle im Winterschlaf zu sein -).


    Als Vorübung zum 1:1 Defensiv bis hin zum Ballablaufen ist die Anordnung der Hütchen okay. Die Vorstufe ist ja das richtige Anlaufen und Tempoaufnahme rückwärts. Bisschen statisch die Übung, aber zur Automatisierung der Körperstellung geeignet. Wenn der Aufbau auf der anderen Seite genauso ist und nach einigen Durchgängen ein Wechsel erfolgt, würde ich an den Hütchen nichts ändern. Und hier ist es für den Stürmer sehr wohl möglich in die Mitte zu ziehen. Das soll aber ja gerade nicht passieren und dementsprechend geübt werden. Vom Einfachen zum Schweren, vom Einfachen zum Komplexen. Wäre also für mich hauptsächlich zur Tempoaufnahme rückwärts in eine vom Verteidiger bewusst gesteuerte Richtung ( hier nach außen ) okay.


    Später mit Vergrößerung der Abstände zwischen Stürmer und Verteidiger zur Festigung des Anlaufens und Schulung des Ballablaufens.

    Handmarke
    Mit einem vorgegebenen Ziel ( 2, 3, X Ballkontakte ) erreichst Du sicherlich schnell Fortschritte. Gerade was das Passen betrifft. Hast Du eine ältere E ? Dann solltest Du bei diesem Thema langsam dazu übergehen in Deinen Übungen immer zwei Optionen anzubieten. Schieß ich oder Spiel ich ab ? Dribble ich oder Spiel ich ab ? Greife ich an oder sichere ich meinen abwehrenden Mitspieler ab ? Usw. usw.
    Ganz wichtig. Die in den Jahren zuvor erlernten, individualtechnischen Fertigkeiten nicht nur festigen, sondern nun jeweils spielsituativ anwenden. Sie lernen aber dann nachhaltiger, wenn sie diese Entscheidung unter Gegner- und Raumdruck selbst entscheiden. Gerne auch mit Ballverlust. Sch... fürs Spiel, sehr gut für die Ausbildung ! Du nimmst ihnen durch Begrenzung die Entscheidung ab. Zwischendurch eingestreut, wie von @GC erwähnt, ist völlig okay. Aber intensiv und oft ? Bin da aus oben genannten Gründen eher skeptisch.


    Biete ihnen die Möglichkeit, selbst zu entscheiden. Aber nicht durch Begrenzung sondern durch Motivation. Dazu als Beispiel eine ganz einfache Übung. Mehrere Rechtecke. Pro Feld 4 Spieler. Größe je nach Spielstärke Deiner Truppe. Auf den Längsseiten ( A und B, Querseiten nenne ich zur Erläuterung C und D ) jeweils ein Anspieler. Zwei Spieler im Feld. Zu Anfang spielt A den Ball ein. Ziel ist es jetzt, den Ball auf B zu spielen. Für jeden Pass zuvor auf A gibt es einen Punkt. Wird der im Wechsel auf Seite C oder D ( gleichzeitiges Üben des Anbietens vom Anspieler ) angespielt, gibt es zwei Punkte. Bei Anspiel auf B drei Punkte. Bei Balleroberung sofortiger Wechsel von Defensiv zu Offensiv. Das Ganze maximal drei Minuten. Dann Wechsel der Anspieler. Bei der zweiten Einheit dann "Druck" erhöhen. Beim Anspiel auf B unter 10 Sekunden gibt es fünf Punkte.
    Was hat man bei dieser Übung ? Anreiz für die Spieler im Feld, schnelle Pässe (= Punkte )auf A zu spielen. Möglichst sogar mit ständigem Wechsel auf die Querseiten C oder D. Aber mit dem Ziel ( und der Option für den Spieler !!! ) auf B ( = Raumgewinn ) zu spielen.


    Ist ihre Entscheidung. Wie im Spiel. Und das möchtest Du ja, oder ? Intelligente Spieler.


    Motiviere sie bei der Entscheidungsfindung. Aber begrenze sie nicht ( zumindest nicht dauerhaft ).

    Steini, Ihr habt offenbar viel Glück mit den StP-Trainer. Wie du aber selbst schon festgestellt hast, ist eine solche Fortune nicht auf allen Stützpunkten gegeben. Auch TW-Trainer beschreibt den Idealfall, der leider nicht auf allen Stützpunkten anzutreffen ist.

    Mir sind in dieser Zeit insgesamt sehr viele Dinge aufgefallen, die ich für Verbesserungswürdig halte. Oder von denen ich überrascht war, dass dies so gehandhabt wird. Ich bin der Meinung, dass man gerade in dieser ersten Förderstufe sehr viel optimieren könnte. Der DFB spricht selber vom "goldenen Lernalter". Nun, dann würde ich an "seiner" Stelle dafür auch mehr investieren. Und zwar in jeden einzelnen Stützpunkt ! Nur kurz dazu einige Punkte:


    Vorgehensweise bei der Sichtung.


    Was wird in den StP'en im mentalen Bereich getan ? Alle reden ja davon, dass die Spieler schon "wollen" müssen. Sehr richtig, da später im Leistungsbereich genau diese Eigenschaft den Ausschlag geben wird. Wie wäre es, wenn man ihnen von Zeit zu Zeit mal Wege der Eigenmotivationsförderung aufzeigt ? Sie also unterstützt und fördert ? Mal nur so als Vorschlag: Ein Mentaltrainer, der für mehrere StP'e zuständig ist und temporär die StP-Trainer unterstützt.


    Oder was die Keeper angeht. Ganz ehrlich ? Beschämend was ich da gesehen habe. Die Trainer können da nichts für, aber offensichtlich betrachtet der DFB die Keeper in dieser Förderstufe als reine Statisten. Bei den Landesauswahlen sieht das schon anders aus. Da übernehmen Spezialisten das Individualtraining. Nach meinem Geschmack zu wenig.
    An dieser Stelle soll's dazu erstmal gewesen sein, weil ich den Thread nicht kapern will. An anderer Stelle demnächst mehr ;)

    Andererseits möchte ja jedes Elternteil für sein Kind das Beste, möchte ihm möglichst viele Chancen bieten. Und der Stützpunkt bzw. die Stützpunktmannschaften haben schon noch eine andere Strahlkraft als normale Vereinsmannschaften, meinst du nicht?

    Ich will es ja gar nicht mies machen. Zumindest nicht nur :D Wenn ich alleine sehe, was mein Ältester ( der übrigens genau wie hier beschrieben eher der zurückhaltende "mannschaftsdienliche" Typ ist ) an Selbstbewusstsein dazu gewonnen hat, dann hat sich die ganze Geschichte voll gelohnt ! Von der individualtechnischen Weiterentwicklung mal ganz abgesehen. Er hatte allerdings auch vorher einen super Trainer :rolleyes: Aber fußballerisch hat er sich von mir abgenabelt. Ab und zu wird auch der alte Vatter mal nach seiner Meinung gefragt oder um Zusatztraining im Garten gebeten. Das war es dann aber auch schon und das finde ich absolut okay. Und in der Truppe meines Sohnes ist die Grundhaltung in der Elternschaft wirklich top !


    Und das ist genau das, was ich hier als Gedankenanreiz geben wollte. Nichts finde ich schlimmer wie Desinteresse von Eltern wenn die Kinder ein Hobby betreiben. Und loi ist mit vollem Herzen dabei und fragt hier nach Meinungen. Da gibt es für mich nichts negatives dran. Im Gegenteil.
    Aber Engagement und Erwartungshaltung sind für mich zwei völlig verschiedene Bereiche. Und ich habe eben gerade bei den von mir erwähnten Sichtungsturnieren/Funktionsspieltagen oder in Gesprächen mit Vätern, deren Jungs demnächst zur Sichtung Jg. 2003 anstehen, den Eindruck gewonnen, dass manche eine überzogene Erwartungshaltung an die ganze Geschichte haben, nur weil da DFB drauf steht. Für 99% ( für die anderen 1% natürlich auch ) der Jungs und Mädels ist das einfach 'ne tolle Zeit, an der sie sich Zeit ihres Lebens erinnern werden.


    Diese Zeit ist ganz einfach zu kurz, als das man als Elternteil zu viel davon mit Grübeln und Hadern verbringt.

    loi
    Du erwähnst Deinen Thread mit dem Stützpunkt. Ich habe nun 1 1/2 Jahre durch meinen Ältesten hinter mir. Zum Trainer und dessen Einstellung kann ich nur sagen : Hut ab. So stelle ich mir Trainer in der Talentförderung vor. Da kommt bei Sichtungsturnieren oder Funtionsspieltagen nicht ein negatives Wort von außen. Aufgeschrieben und nach dem Turnier im Einzelgespräch mit Verbesserungsvorschlägen besprochen. So muss das sein. Kann aber bei weitem nicht jeder. Und wie ich bei diesen Turnieren feststellen musste, eben lange auch nicht jeder StP-Trainer ! Training auch gut. Meinem Sohn macht es Spaß und er freut sich auf jeden Termin beim StP. Elternschaft in Ordnung. Soviel nur zu den Grundgegebenheiten. Alles okay.


    Aaaaaaaber:


    Ich war dieser Geschichte von Anfang an ( aus Sicht eines Trainers, der ich ja auch lange war ) eher skeptisch gegenüber und meine jetzigen Erfahrungen haben mich auch nach dieser recht langen Zeit bestätigt. Es geht mir um den Hype, der von außen ( also nicht von den eigentlich wichtigsten Beteiligten: den Spielern ) darum gemacht wird ! Meine Fresse, was da drum herum abgeht... Handy gezückt und Sohnemann gefilmt. Kaum aus den Fängen des StP-Trainers erfolgt die Analyse durch Vattern per Video. Oder schon bei der Sichtung. Kaum hatten die mal Pause, ging es zum Einzelgespräch und Sohnemann wurden endlose Tipps gegeben, damit es ja klappt. Und und und.


    Keine Ahnung ob Du auch so tickst. Bei Deinen Beschreibungen, auch aus dem oben genannten Thread, entsteht bei mir der Eindruck, dass Du diesem Hype ebenfalls ein wenig erlegen bist. Oder Du dem zuviel Bedeutung beimisst. Deine Frage nach dem Talenttest ( so bezeichnet sich der zwei Mal im Jahr stattfindende, immer gleich aufgebaute Stationsparcours zumindest bei uns) deutet für mich u.a. darauf hin. Ich kann Dir daher nur den Rat geben:


    Das Ganze ist ein Zusatztraining. Er erhält die Möglichkeit, sich mit den zur Zeit mindestens gleich starken Altersgenossen zu messen. Die Entwicklung der Jungs ( und das ist bei Weitem nicht nur auf das Körperliche bezogen !! ) ist dabei am Anfang noch gar nicht abzusehen.
    Und Dein Sohn ist doch erst am Anfang, oder ? War vor nicht allzu langer Zeit mit Sohnemann in Barsinghausen. Da waren dann die derzeit besten Spieler aus den StP'en und LZN'en zum Vergleich. Ich gehe so ziemlich jede Wette, dass dort einige dabei waren, die an diesen zwei Tagen vielleicht noch nicht so auffällig waren, aber von denen man in zwei oder mehr Jahren noch was sehen wird. Und von einigen vielleicht gar nichts mehr. Die Hauptfrage, die sich für mich stellt: Ja und ? Selbst wenn. Das Erlebnis kann ihnen keiner mehr nehmen !


    Mein ehrlich gemeinter Rat an Dich:
    Genieß die Zeit mit Deinem Sohn. Geht viel zu schnell vorbei. RuckZuck sind sie groß und werden mehr und mehr selbstständiger. Mach Dir nicht so'n Kopp, dass er ja viel mehr könnte. Freu Dich für ihn, dass er bei sowas mitmachen darf. Und vor allem das er ein Hobby hat, das er intensiv betreibt und nicht vor der Daddelkiste hängt. Alles andere ist unwichtig !!


    TinTin
    Wie kommst Du zur Erkenntnis, dass beim StP die Mannschaft und das Passen zählt. Der Sinn und Zweck ist genau das Gegenteil !

    Der User, den Andre meint, ist Dirk Coerverfan. Darf man ruhig mal aussprechen, wenn jemand schon ( ich glaube ) 2007 oder 2008 eine solche Philosophie hier im Forum postet. Das war und ist für mich KiFu 3.0. Habe das damals schon mit großem Interesse gelesen, leider finde ich nur den Thread nicht mehr. Vielleicht liest er ja mit und schildert mal seine Erfahrungen damit, um das Ganze mal wieder aufzufrischen und den Einen oder Anderen dadurch ermutigt, dass so zu praktizieren.


    Ich teile hier auch nicht uneingeschränkt die Meinung, dass bei einem angewandten Grundsystem bei einer F sofort und nur "das Böse" zu erkennen ist. Stichwort Manndeckung oder Einfordern von Passkombi. Das mag in vielen Fällen so sein. Denen kann man aber mMn mit noch so vielen Gegenargumenten kommen, hier kommen aber mangelndes Fachwissen und Weitsichtigkeit sowie falsche Grundeinstellung zusammen. Hat man noch eine Elternschaft, die das von außen bestaunt und bejubelt weil es doch ach so klasse aussieht, kann man sich jegliche Diskussion sparen. Erst recht, wenn man im Verein eher den kurzfristigen Erfolg will.


    Viel häufiger kommen nach meinen Beobachtungen zwei Komponenten zusammen: Trainerneulinge in den jüngeren Altersklassen, die zwar die richtige Einstellung dazu hätten, sich aber mangels Erfahrung nicht trauen diesen anderen Weg zu gehen. Und selbst wenn, kommt die zweite Komponente hinzu: Das Umfeld. Damit meine ich Vereinsverantwortliche, Trainerkollegen und Eltern. @schroeppke stellt ja schon die passende Frage dazu. Wie reagieren die Eltern darauf ? Sieht doch bei den Anderen so strukturiert und toll aus. Warum machen unsere Kinder das nicht ??


    Da muss man schon ein breites Kreuz und entsprechendes Standing haben, um so eine Nummer durchzuziehen. Oder einen Kollegen im Verein, der dies praktiziert und unterstützt. Deswegen sehe ich es wie AKjfv. In kleinen Schritten vorgehen. Geduld bei der Umsetzung haben. Die Eltern immer mitnehmen. Erklären, warum man es so und nicht anders macht.
    Hier im Thema sind schon beim Rotieren einige unterschiedliche Ansätze. Jeder für sich interessant, aber den Königsweg wird es wohl nicht geben. Hängt auch von den eigenen Gegebenheiten vor Ort ab. Aber in Sachen Rotation war und ist für mich dieses Forum einer der Vorreiter !


    @schroeppke
    Zum DFB und dem Konzept gibt es einen Thread "Ist nicht alles Gold beim DFB was glänzt" oder so ähnlich. Da werden einige Punkte diskutiert.

    @FB
    Zu Post 11: Hört sich gut an, was Ihr da macht. Gefällt mir. Erst recht, wenn alle Trainer bis zur bestimmten Altersklasse mitziehen müssen.


    Beim zweiten Absatz schreibst Du davon, dass Du innerhalb des Spiels und innerhalb des jeweiligen Blockes rotierst. Interessant. Gerade was die Beidfüßigkeit ( unter Raum-, Zeit- und Gegenerdruck ) betrifft, rennst Du bei mir alle Türen ein !
    Ich habe immer alle zwei bis drei Spiele rotiert und den Eindruck gehabt, dass sie dadurch Erfahrungen des Spiels im darauf folgenden Training intensivieren konnten und dann im nächsten Spiel wieder anwenden konnten. Sozusagen Schulung der kognitiven Fähigkeiten Step-by-Step.
    Welche Vor- oder Nachteile hast Du bei Eurer Methodik beobachtet ?

    Das mit dem Chip im Trikot hat was. Dann per GPS an die Fahne des Linienrichters, der einen kleinen Stromstoß erhält und so automatisch die Fahne hebt -).


    Bei Abseits bin ich auch eher skeptisch. Da gibt es wesentlich eindeutigere Situationen. Und in vielen dieser Fälle tippe ich mal, dass sich der ein oder andere Profi im Nachhinein wünscht, Fair-Play praktiziert zu haben.
    Möller - sehr guter, erfolgreicher Fußballer. Aber bei ihm fällt mir als erstes "Fallobst" ein.
    Thierry Henry - internationaler Spitzenfussballer. Leider auch im Handball bewandert.
    Diego Maradona - für mich nach wie vor einer der besten Fußballer der Welt des letzten Jahrhunderts.
    Oder Frank Rijkaard - ein wichtiger Teil einer spielerisch großartigen Oranje-Elf. Allerdings offensichtlich mit einer Abneigung gegenüber Lockenträgern.
    usw.


    Die müssen damit leben, dass man sich an diese Situationen erinnert. Mit FairPlay wäre dem nicht so. Das sollte jeder sich eben vorher überlegen.