Ich wurde dafür schon gesteinigt: Ich schrieb damals, dass ich Rotation im gesamten Ausbildungsfußball für wichtig halte.
Nein. Du hast deswegen Kontra bekommen, weil Du es verpflichtend anordnen wolltest. Als Wichtig hatten wir es alle empfunden. Das solltest Du dann auch richtig darstellen. Aber kannst ja gern den alten Thread wieder hoch holen. Eh viel zu ruhig hier 
Immer wieder aktuelles und interessantes Thema. Kann man mMn nicht oft genug immer wieder neu hervor heben. Habe auch oft meine Position dazu vertreten und so will ich dies auch hier wieder tun, denn mMn fehlt hier ein wichtiger Aspekt bzw. geht es mir auch hier viel zu viel um Positionen . Spieler lernen die ja so kennen, können sich so in den Gegenspieler eindenken, sind vielseitig einsetzbar usw. Das mag ja auch alles so sein. Aber worum geht es dann dort ? Individualtaktik und in der Hauptsache bezogen auf die Positionen um spätere Verwendbarkeit innerhalb einer Mannschaft.
Nach meinem Eindruck besteht in den jüngeren Altersklassen ohnehin noch viel zu viel Mannschaftsdenke. Es gibt dort viel zu wenig Individualtrainer und zu viel Mannschaftstrainer. Dies Forum hier spiegelt da nur sehr wenig die Realität "draußen" wieder, die ich so kennen gelernt habe. "Spielen toll zusammen", "der eine Spielzug war super" usw. hört man doch wesentlich öfter als "geiles Dribbling von X", " Y hat die Bälle heute klasse an- und mitgenommen", "Z hat wirklich toll bei der Ballführung zugelernt".
Mannschaft bedeutet für mich hier, Zusammengehörigkeitsgefühl unter Trainern, Team und Eltern. Wertevermittlung wie Loyalität, Rücksichtnahme usw. Aber fußballerisch ? Da konzentriere ich mich auf jeden Einzelnen. Womit ich beim Thema Rotation wäre.
Posting 27 von Micha find ich herausragend ! Alles drin. Gerade auch begleitende Dinge wie Transparenz dieser Methodik, sprich was ist der Sinn dahinter und das ich dies z.B. auch den Eltern erläutere. Aber in einem Zwischensatz hat er, wie ich finde, etwas ganz Entscheidendes geschrieben und das sollte nicht untergehen:
Mal ganz abgesehen von spezifischen technischen Schwächen der Spieler, die nur auf wenigen Positionen ausgebildet wurden.
Das war mein einziger Punkt, warum auch ich rotiert habe. Das andere habe ich dankend als Nebenprodukt mitgenommen, war mir aber nicht wichtig. Ich bin und bleibe bekennender Technikfreak. Schnelle beidfüßige An- und Mitnahme, Drehung mit enger Ballführung, ein Keeper mit dem Mut zum Dribbling... Herrlich. Dat find ich geil. Und damit sie das möglichst gefestigt bis zum Ende der D beherrschen, sollten sie bis dahin auch die Gelegenheit dazu bekommen. Durch Rotation z.B. Ist nur ein Baustein, aber ein sehr sehr wichtiger !!'
Den Grund habe ich in der Überschrift benannt. Keeper: Keine andere Position hat derart koordinative und kognitive Anforderungen wie diese Position. Dazu erfordert es von einem Knirps Mut und Entschlossenheit. Das sollte man nicht verachten ! Kniet euch mal im Training bei G-F im Tor bei Ecken oder so hin und spielt mit. Spätestens wenn ihr eine Traube im Strafraum vor euch habt stellt ihr fest, was die Kinder für eine Situation vor sich haben. Da braucht es schon Mut sich auf den Ball zu stürzen. Ist aber jetzt nur ein Aspekt.
Diese Bewegungserfahrung sollte man keinem seiner Spieler vorenthalten. Bevor der Einwand kommt: Wenn jemand partout nicht in die Bude will, ist das kein Ding.
Jetzt alles bezogen auf Ballbesitz sowie Ballführung im weiteren Sinne. 1:1 kurz ausgeklammert.
Hinten/Verteidigung:
Bälle werden ( Ausnahme Abschlag/Abstoß ) frontal zum gegnerischen Tor geführt. Spielraum ist dabei durch die Bewegungsrichtung vor der Annahme oder dem Dribbling/Pass im Blick. Kurz gesagt, ich habe alles vor mir. Wendungen dabei hauptsächlich nach links und rechts. Ausnähme Abbruch und Spielaufbau nach hinten.
Vorne\Sturm: Bälle kommen mit dem Rücken zum Tor. Spielsituation hinter mir unklar. Erlaufen des Balles oder aber Drehung mit Ball. Koordinativ hoch anspruchsvolle Ballannahme und -mitnahme. Wendungen also in alle Richtungen möglich, aber Zielrichtung sollte Ballführung zum Tor sein.
Mittelfeld: Alles möglich.
Das Ganze dann noch in der Steigerung auf den Außenpositionen, da höherer Raumdruck. Und hier im Besonderen mit Hauptaugenmerk Beidfüßigkeit ! Micha hat noch einen wichtigen Aspekt erwähnt: Rotation im Training vorbereiten. Ich würde es eher anders rum sehen. Meine Trainingsarbeit und vor allem meine Eindrücke dort auf den einzelnen Spieler bezogen nutze ich im Spiel. Ist eh nur 'ne dritte Trainingseinheit. Könnte das jetzt endlos fortführen.
Für mich ist wichtig gerade bei Rotation mal weg von der Richtung Positionen. Hat dann unterschwellig den Touch zu Aufstellung.
P.S.: Habe das Posting heute morgen angefangen und komme erst jetzt zum Abschicken. Sehe beim Aktualisieren gerade das noch einige Beiträge gekommen sind. Wenn es also schon jemand erwähnt hat, schließe ich mich einfach an -). Ansonsten als Gedankenanreiz.