Easy
Du hast glaube ich den sehr guten Hinweis von coke zu Anfang des Threads überlesen. Er schlägt Dir vor als Anfangsformation das 3-3 zu wählen. Dein 2-2-2 finde ich aus mehreren ausbildungstechnischen Gründen ungeeignet. Erst Recht bei Deinem Problem hier. Die vorne können sich gut aus der Verantwortung stehlen, weil ja noch Teamkollegen in der Mitte stehen die ihren Mannschaftskameraden hinten helfen. Was kümmert's mich ?
Zudem macht diese Aufstellung das Wechseln einfach. Vorne drei raus, die hinteren Spieler nach vorne und drei neue rein. So weiß jeder Spieler, dass während des Spieles seine Position auch wechselt. Fällt dabei jemand auf, der sich hauptsächlich nur vorne aufhält und die Defensive seinen Mitspieler überlässt, notieren und beim nächsten Training kurz mit dem Spieler durchgesprochen das dies ein Teamsport ist. Kein riesen Thema draus machen und erwarten, dass sie in dem Alter sofort Verständnis dafür entwickeln. Meine Güte, es sind Kinder und die machen es ja nicht aus Boshaftigkeit. Es ist Deine Aufgabe das sie von sich aus die Motivation entwickeln, immer den Ball erobern zu wollen. Ob hinten oder vorne.
Ich hatte damals auch zwei solche Kandidaten. Innerhalb meines technischen Schwerpunktthemas habe ich sie dann abwechselnd in einer 1+ 1 : 3 Übung eingesetzt. Eine Angriffswelle nach der nächsten. 1:3 und der zweite Mitspieler muss vorne in der Zone auf seinen Ballgewinn und das Abspiel warten. Das kam aber sehr selten vor und frustriert natürlich. Dann fragst Du ihn wie er das empfunden hat ständig gegen drei Gegenspieler anzukämpfen, während sein Mitspieler vorne seelenruhig zuschaut und auf Bälle wartet.
Auch bei meinen beiden oben genannten Spieler war das ein länger Denkprozess, aber sie sind irgendwann von selber drauf gekommen. Und das noch in der F. Also keine Panik.
Zur optimalen Rotation wirst Du auch hier nicht die Patentlösung schlechthin finden. Macht jeder anders. Vorne und hinten, links und rechts. Manche alle X Minuten, manche in der Halbzeit, manche von Spiel zu Spiel oder auch nur alle zwei oder drei Spiele. Benutze die Suchfunktion hier im Forum und such Dir das für Dich Passende heraus.
Meine Intention zur Rotation war auch nicht wie hier oft erwähnt, Verständnis für die jeweilige Position zu bekommen und Erfahrungswerte zu erlangen. Sicherlich auch ein großer Punkt. Mir waren aber die unterschiedlichen Anforderungen im individualtechnischen Bereich wichtiger. Hinten: Blickrichtung meist zum gegnerischen Tor. Ballannahme und - mitnahme, Dribbling, Passen somit nach vorn. Vorne: meist mit dem Rücken zum Tor, somit koordinativ anspruchsvollere Ballannahme und -mitnahme mit Gewichtsverlagerung und Eindrehen des Körpers. Köpergewandtheit ist hier der entscheidende Punkt. Könnte man endlos fortführen. Es geht dann auch noch um Spielintelligenz wie z.B. das Beobachten der Umgebung vor der Ballannahme. Das Ganze dann noch im Wechsel links und rechts. Und dafür hat man nur vier Jahre Zeit, weil in der D gruppentaktische Elemente hinzu kommen, die auf die individualtaktisch und -technischen Grundlagen aufbauen.
Lass mich kurz überlegen auf welcher Position die Anforderungen gerade was Gewichtsverlagerungen ( teilweise entgegen der Laufrichtung ), Hand-Fußkoordination, Arm- und Beinstellung und und und am höchsten sind. Mir fällt als erstes der Keeper ein. Und die ersten Erfahrungen in diesem Bereich auf dieser Position, wann sollten sie die wohl machen ? Oder sind das Erfahrungen die man doch als Feldspieler gar nicht braucht ???
Tja. Und da gibt es eben Experten die der Auffassung sind, dass das alles nicht so wichtig ist ( wenn sie überhaupt von diesen Abläufen wissen ). Blödsinn. Feste Positionen und jeder hat seine Aufgabe.
Ich kenne aus dem Forum hier jemand, der im Bereich der Altersklasse E tätig ist, vielleicht meldet er sich ja noch und beschreibt Dir mal seine Erfahrungen wenn er wieder Spieler übernehmen muss, die einseitig ausgebildet wurden. Oder die Unterschiede zu denen, die mehr Glück hatten und Trainer mit anderer Einstellung dazu. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich dies später potenziert.
Lass Dich also nicht beirren. Rotation ist eine der goldenen Regeln im KiFu. Wenn sie damit vernünftig aufwachsen hast Du die Probleme nicht mehr mit "wie den Jungs klar machen ?".