Mir würde ein Stück an Kultur fehlen, wenn nach dem "du" im"Tante-Emma-Laden" nun auch die kleinen Dorfvereine verschwinden, weil alles zum größeren Verein in der Nachbarschaft zieht und man sich nicht mit der Zukunftsgestaltung dieser betroffenen Vereine beschäftigt.
Voller Neid schaue ich auf der anderen Seite in die Niederlande, wo Komunen mit sanftem Druck die Vereine für die Zukunft fit gemacht haben und wo die Vereine zum friedlichen Treffpunkt der Generationen geworden sind. Dort hat man es geschafft, den Sportplatz als kulturellen Treffpunkt weiter zu entwickeln!
muss doch mal die Situation vor Ort konkret beschreiben.
in der Grundschule wurden jetzt 20 Kinder eingeschult. diese kommen aus 6 Orten. zusätzlich gehen noch 7 Kinder
in die Ortseigende Nachbarschule (dort werden noch 1-4 Klasse gemeinsam unterrichtet)
insgesamt wurden also 27 Kinder in einem Jahrgang eingeschult, in einem Gebiet in dem es fussballerisch wie folgt aussieht:
7 Fussballvereine
im aktiven Bereich 3 Spielgemeinschaften mit insgesamt 7 Herrenmannschaften und 1 Damenmannschaft
im Jugendbereich 2 Spielgemeinschaften mit insgesamt 13 Jugendmannschaften und 1 Mädchenmannschaft.
27 Kinder (und die wollen ja nicht alle Sport treiben, können auch nicht alle) sollen nun den Bedarf abdecken.
teilweise 15 km Fahrt zum Training (in der G ?! schon)
fuhr man früher 10 km mit der F zum Auswärtsspiel, musst du heute 15 km zum Training fahren.
rundherum, ausser in den grösseren Dörfern (5000 EW) und Kleinstädten, sieht es ähnlich aus.
@TW nun sag mir mal, welche der holländischen Massnahmen, auf die du mit Neid schaust, soll da greifen?
Babypille verbieten? Liebesräume schaffen? Heiratsgebot für alle ab 20? wöchentlich 24 Stunden Strom abschalten?
Ironie, ich weiss, aber mache Entwicklung hier musst du mit Ironie sehen.
Schlulschliessungen sind bei uns in der Diskussion und Planung. Warum wohl? die Situation wird noch schlimmer.
die niedrige Geburenrate liegt vielleicht auch an der sehr niedrigen Arbeitslosenquote in unserer Region (dank Luxemburg)
die tolltsten Ideen, und die Vereine hier lassen sich schon was einfallen, verlaufen doch im Sande wenn die Grundvorraussetzung,
nämlich Kinder, nicht da sind.
Willst du hier in einen besseren , weil grösseren, Verein, musst du fahren, und nicht nur ein paar Kilometer.
wie Fussballbekloppt muss man als Eltern sein um auf sich zu nehmen, dass der Sohn in einem etwas besseren Verein aufwächst?
Sohn spielt im Nachbarort, nur 15 km entfernt, ist ja wenig.
bei 2 mal Training und 1 Spiel sind das in der Woche: 180 km , in 35 Wochen sind das über 6000 km.
rechne ich dann noch Auswärtsspiele, das zusätzliche Training in der Vorbereitungszeit komme ich locker auf 7000 km im Jahr.
die Zeit, die jetzt Vater und Mutter da aufbringen lasse ich aussen vor.
wer hat aber nun nur 1 Kind?
so sieht es sicherlich jedoch nicht nur bei uns aus. ländliche Gebiete gibt es in Deutschland viele.
die Diskussion kann nicht einheitlich geführt werden, auch der Blick über die Landesgrenzen bringt nur was, wenn gleiche Vorraussetzungen verglichen werden.
Aber den gleichen Fehler hab ich auch schon begangen, als ich von unseren Verhältnissen ausging, als ich schrieb, wir brauchen die
FPL hier nicht. Hier hat sich auch durch die Einführung nichts wesentlich verändert.
Ich habe aber inzwischen erkannt, dass anderswo andere Bedingungen vorherrschen und somit dort die FPL ein richtiger Schritt ist.
So erwarte ich eigendlich auch, dass bei anderen Diskussionen die unterschiedlichen Vorraussetzunge berücksichtigt werden.
Für manchen, der zum Fussball neu dazukommt (egal ob Trainer oder Elternteil) mag der Ist-Zustand erschreckend sein.
Aber so wie sich der Fussball im Spiel und in der Trainingslehre nicht von heute auf morgen, sondern permanent entwickelt hat,
haben sich auch negative Einflüsse, die der Fussball weder verursacht noch verändern kann, fortlaufend weiterentwickelt.
Während man nun in Stadtgebieten sicherlich einiges bewegen kann, sind auf dem Land einfach gewisse Grenzen gesetzt.
Nicht wie kommen wir zu besseren Jugendtrainer, sondern wie kriegen wir nächstes Jahr eine Mannschaft zusammen, mit wem
in der Umgebung können wir uns zusammenschliessen. ist dort das vorherrschende Thema.
Ich habe schon die erste Diskussion miterlebt als es um Aufwandsentschädigung für die Jugendtrainer ging und diese
dann abgleitete in die Diskussion und sogar ernsthafte Überlegung den Eltern Fahrgeld für die Fahrt ins Training und zu den Spielen
zu erstatten.
das gab es nämlich schon mal in diesem kleinen Verein, als ich vor 17 Jahren dort gelandet bin.
da gabs dieses Fahrgeld, brachte mir so 500,--DM in die Mannschaftskasse.
wurde dann mal abgeschafft, weil man einen bezahlten A-Jugendtrainer verpflichtete.
heute hat man beides nicht mehr.