versuche deine Fragen hier zu beantworten, da das Kernthema für mich vom Ursprungsgedanken her vorläufig abgeschlossen ist.
Wollte ja beschreiben, wie aus 2 Mannschaften mit 26 Spielern ein Kader zusammenwächst, oder auch nicht.
zu deiner mannschaftstaktischen Frage:
Ich selbst bin davon überzeugt, dass sowohl in der B und noch stärker in der A, der mannschaftstatkische Bereich eine
starke Rolle spielen sollte. Sehe da auch im unteren Bereich in B und A-Jugend teilweise sehr gute Ansätze, einige Mannschaften gar eindeutig bessere wie bei vergleichbaren Aktivenmannschaften.
die Mannschaft ist insgesamt gut besetz, jedoch stark abhängig von einem starken Offensivspieler.
ist sie komplett und spielt sie ihr Spiel hat sie durchaus klassenhöheres Niveau. Problem in der Vergangenheit war halt die zu dünne Spielerdecke (13)
zu den taktischen Fehlern und Gegenmassnahmen muss ich etwas ausholen.
bisher
die alter Mannschaft meines Sohnes ist insgesamt sehr gut ausgebildet, spielt schon seit einigen Jahren mit einer sehr guten
Viererkette, etwas tieferstehend, somit mehr Platz für die Mittelfeldspieler über die dann das Spiel überwiegend aufgebaut wird.
Lange Bälle werden seltener gespielt, und wenn dann nicht einfach nach vorne geschlagen sondern schon genauere Pässe.
vorne hat man nun einen Spieler, fast immer anspielbar und der die Spiele mit seinen Toren entscheidet. zusätzlich noch eine 2. Spitze, die rustikaler vornerein ging. eigendlich eine gute Ergänzung. Grundformation war praktisch 4:4:2
Nachteil ist, dass dass die beiden offensiven Aussen schwächer sind, wenig Zug Richtung Tor haben, und sich für mich allzuweit nach hinten fallen lassen.
jetzt:
in der Viererkette kam nun ein neuer Aussenverteidiger dazu, der die Kette nicht versteht, auch kein Typ dafür ist (statt Zuspiel
wird der Ball einfach nach vorne befördert). somit zeigt eine bisher gute Kette starke Schwachpunkte.
der neue Trainer steht nun auf absolutes Pressing im Mittelfeld, lässt dafür auch die Abwehrkette weit aufrücken.
da nun die beiden Aussenoffensiven sich sehr weit zurückziehen gibt es nun praktisch ein 6er Mittelfeld.
In diesem Spiel liess nun der Gegner unserer Kette den Spielraum sich die Bälle zuzuschieben, indem sich die Stürmer etwas zurückzogen. Im somit zahlenmässig überlasteten Mittelfeld fanden nun die Abwehrspieler nicht mehr ihre gewohnten
Anspielpartner und suchten ständig verwzweifelt Anspielstationen. Fehlpässe und Ballverluste waren die Folge.
das vorgesehen Pressing war gar nicht möglich, da der Gegener direkt bei Ballgewinn mit langen Pässen operierte und die sehr hoch stehende Kette von schnellen gegnerischen Stürmer überlaufen wurde.
im offensiven Zentrum stand nun der starke Stürmer, der von einem guten Manndecker konsequent gedeckt wurde, zusätzlich abgesichert durch 2 dicht stehende Innenverteidiger, da ja von aussen keine Gefahr drohte.
Nicht nachvollziehen kann ich die Aussage, dass dieser Stürmer sich auch immer zum Mittelfeld hin anbieten sollte.
Nach 20 Minuten wurde nun ein Spieler eingewechselt, von Haus aus Aussenstürmer, der in die Sturmspitze gehen sollte, und besagter Stürmer sich noch weiter zurückziehen sollte?
ich vermute, so ganz klar konnte mein Sohn es mir auch nicht sagen, dass ein 4:2:3:1 angedacht war, sah aber für mich wie
ein 4:6:1 aus.
Nun kam noch dazu, dass der spielstärkste und dynamischste Mittelfeldspieler auf Linksaussen gestellt wurde, dort aber praktisch wie ein Mittelfeldspieler fungierte und seiner eigendlichen Stärke beraubt wurde. Auf seiner Position spielte ein mir weniger bekannter Spieler, aber mit welcher Aufgabe, wurde mir nie bewusst, halt einfach schwach.
Wie hätte ich nun reagiert?
Abwehrkette spielt grundsätzlich 10 -15 m tiefer. 1 Sechser (geeigneter spielstarker Typ war in der Mannschaft)
2 zentrale Stümer auf Höhe der gegnerichen Innenverteidung beordert. in etwa 4:1:3:2
wären bessere Aussenstürmer in der Mannschaft, hätte ich diese weit nach vorne beordert und mit einer hängenden Spitze
gespielt. in etwa 4 : 3 :: 1 : 2.
somit hätte die Mannschaft wieder die Möglichkeit gehabt, ihr Spiel wie gewohnt von hinten sauber aufzubauen, was sie auch kann.
die Konter und langen Bälle des Gegners wären wirkungslos geblieben.
das Spiel war eigendlich etwas ausgeglichen, die Tore fielen halt durch die beschriebene Spielweise, wobei jedoch noch einige gute Torchancen vermasselt wurden. der hohe Spielstand kam zustande, als 2 Leistungsträger (Innenverteidiger und Stürmer) verletzt ausfielen. Von beiden ist die Mannschaft auch stark abhängig.
hoffentlich etwas nachvollziehbar
für mich war dieses Spiel meiner eigenen Phylosphie der Taktik.
ich brauche auf meine Mannschaft abgestimmtes System, nicht eines, das ich am liebsten spielen möchte.
Für mich ist dann auch nicht das System, das entscheidende, sondern wie es gespielt wird.
Durch leichte Veränderungen, sollte auch ein gewähltes System, ohne allzugrosse Umstellungen eine veränderte Spielweise ermöglichen. Erforderlich durch die Spielweise des Gegners, aber auch bei eigenen aus- und Einwechselungen.
Sehe da leider immer wieder Trainer, die da sehr unflexibel sind.
So nebenbei:
bei dem Testspielsieg gegen den Klassenhöheren, wurde aus einem einzigen Satz zu meinem Sohn in einer Trinkpause
durch eine geringfügige aber entscheidende veränderte Spielweise bei ihm, aus einem Rückstand ein verdienter Sieg.
Ich hab mir zwar absolute Zurückhaltung beordert, aber macnhmal gibts doch einen kleinen Hinweis zu ihm, entscheidet aber immer noch selbst, ob er das umsetzt oder nicht. Im besagten Spiel kam nur die kurze Rückmeldung, dass er es auch schon gescheckt hat.
Ansage war: Gegner spielt Linie, such die Schnittstelle, mit Abseitsgefahr. zuvor hatte er sich wie vom Trainer gefordert
immer ins Mittelfeld zum Anspiel fallen gelassen.
Man kann jetzt behaupten, dass der Spieler sich an die Anweisungen seines Trainers zu halten halt. Stimmt auch grundsätzlich.
Aber ein guter Spieler sollte auch erkennen, wenn sich im Spiel eine andere Situation als geplant ergibt, und dann entsprechend
selbständig handeln.
Haben wir als aktive Spieler auch immer wieder mal hin und wieder gemacht. Wurde dann sogar vom Trainer so für gut befunden.
Dafür sollte man aber schon ein gewisses Standing innerhalb der Mannschaft und gegenüber Trainer haben, wird nicht bei jedem akzeptiert.
