Steini
für mich erscheinen Teile deiner Argumentation aus zu einseitiger Sicht.
ch habe als Trainer auch eine Pflicht gegenüber den Spielern, sie nicht sehenden Auges in eine Situation zu schicken, in denen sie von vorherein überfordert sein werden.
Habe ich als Trainer nicht auch die Pflicht gegenüber den Spielern, sie nicht stehenden Auges in eine Situation (sprich Staffel)
zu schicken, wo sie von vorneherein unterfordert sein werden?
Ist der Anspruch von 2,3 Spielern auf das Recht der Nicht-Überforderung nun höher zu bewerten, als das Recht der restlichen Mannschaft, also vonz.B. 10 Spielern, die einen Anspruch auf Nicht-Unterforderung haben?
Und der ganz große Unterschied zu den Vereinen war die Eigenmotivation der Spieler selber ! Auch in diesen Teams gab es eine Streuung des Leistungsstandes. Und diese Jungs haben ein ganz feines Näschen dafür, wie damit umgegangen wird. Sie wollen für ihren Willen und Fleiß auch Erfolge sehen
Und nun muss ich dir widersprechen. Warum unterstellst obige Eigenschaften nur Vereinen ab einem gewissen Leistungsniveau?
Bist du wirklich der Überzeugung, dass in Dorfmannschaften in einer gut geführten Mannschaft nicht auch der Grossteil der Mannschaft diese Eigenmotivation hat. Die auch sehr wohl erkennen, wie da umgegangen wird, die den Erfolg suchen und auch dafür was tun. Was glaubst du denn, wie die damit umgehen, welche Konsequenzen sie ziehen, wenn sie erkennen
dass Erfolge (und damit meine ich nicht den Gewinn der einzelnen Spiele) leichtfertig verschenkt werden?
Mal überlegt welche Steilvorlage du da als Trainer unter Umständen für ein Mobbing gibst.
Gerade auf dem Dorf, wo diese Jungs sich ständig ausserhalb des Fussballplatzes treffen, dort wo dein Einfluss als Trainer endet?
Du siehst gravierende Folgen unter Umständen bei leistungsorientierten Mannschaften, weil bestimmte Spieler nicht auf Bäumen wachsen.
Stimme dir zu, aber das ist doch bei jeder Dorfmannschaft nicht anders. Auch dort wachsen die guten Spieler, die auch dort in jeder Mannschaft zu finden sind nicht auf den Bäumen. Und est ist einfach falsch zu glauben, dass sie einfach nur auf den Platz gehen um Fun zu haben und etwas zu kicken. Sie wollen den Erfolg im Rahmen ihrer Möglichkeiten, tun auch einiges dafür.
Und wenn dann mögliche Erfolge leichtsinnig verschenkt werden, dann hat das teilweise gravierendere Folgen für das Mannschaftsgefüge als bei den leistungsorientierten Mannschaften.
Sie orientieren sich anderweitig, und im Gegensatz zum Leistungsvereine kann man keinen Ersatz irgendwo abwerben.
Die 2,3 Schawachen haben dann ihren Stamplatz mit sogar mehr Einsatzzeiten (falls sie überhaupt dabei bleiben),
weil ihre 2,3 besten Mannschaftskollegen weg sind. Jedoch dann mit dem entsprechend ihnen angepassten Niveau der Mannschaft.
Kann das das Ziel sein?
Und dass ein Junge der in einer leistungsorientierten Mannschaft spielt generell eine andere Einstellung zu Fleiss, Wille und Erfolg
als mancher Dorfspieler hat ist einfach nicht richtig. Ich kenne Jungs von Dorfvereinen, da ist das mehr gegeben als von mir bekannten Regionalligaspielern. Er hat möglicherweise andere sportliche Vorraussetzungen, aber auch nicht selten dass
die von dir aufgeführten Eigenschaften Fleiss, Wille, Erfolg bei den Eltern grösser ist, als bei ihrem Kind.
Und es ist nun doch nicht so, dass es nur Schwarz/Weiss Entscheidungen gibt. Es gibt doch Alternativen, bei denen man beider
Interessen einigermassen unter einen Hut bekommt.
Möglicherweise muss man auch als Trainer mal in der Situation gewesen sein diese Entscheidungen zu treffen, um dies aus beider Sichtweisen besser zu beurteilen.
Und wenn ich nun als Trainer 2 mal vor der Situation gestanden habe, beide male entsprechend gehandelt habe und 2 mal den Erfolg eingefahren habe und dabei keinen einzigen Spieler verloren habe, dann liegt das sicher nicht daran, dass ich der
grosse Zampano-Trainer war, sondern ganz einfach daran, dass es diese Alternativen gibt. Man muss sich nur ein paar Gedanken machen.
Und wenn du der Meinung bist, dass es schnuppte ist, in der E-Jugend eine entscheidendes Spiel für eine Meisterschaft zu
verschenken, sehe ich das voll entgegensätzlich.
Gerade für den kleinen Dorfverein, besser für diese Dorf-E-Jugendmannschaft und den einzelnen Spielern ist dieses Erlebnis
durchaus wichtig, auch prägend, es gibt einen enormen Motivationsschub für die folgenden Jahre.
Gerade auch deshalb, weil sie wissen, dass ihre eigenen persönlichen Erfolgsmöglichkeiten (z.B in besser, leistungshöhere
Mannschaften zu kommen) sehr begrenzt, meist gar nicht, gegeben sind.
Hängt immer so am Tabellende, oder Mittelfeld rum, ist die eigene Diskussionsbasis natürlich eine andere, als wenn man
vor der entsprechenden Situation steht.
Für mich stehen Erfolge, Mitziehen aller Spieler und auch die für mich selbstverständlich notwendigen Einsatzeiten
absolut nicht im Widerspruch gegenüber.
Mein Denken und dementsprechendes Handeln ging aber nicht in die Kurzfristigkeit eines Spieles, sondern war stets mittelfristig
ausgerichtet. Und zum Saisonende wurde dann verglichen und abgerechnet.
Minderheiten haben Rechte, und diese sollten auch berücksichtigt werden, haben für mich aber keinen Vorrang vor den Rechten und
Ansprüchen der grossen Mehrheit.