Für mich ist diese Diskussion ein hochinteressantes Thema.
da ich mit meinen 61 Jahren eher konservativ eingestellt bin, aber selbst immer nach neuen Wegen im Kinderfussball gesucht habe, gehe ich sehr differenziert
damit um. eine feste Meinung kann ich mir nicht bilden, dafür gibt es für mich zuviel "Für und Wider"
wir haben in diesem Jahr D-Jugend Leistungsklasse gespielt. gegen 8 Mannschaften hätte ich ohne Bedenken nach Fair Play Modus gespielt, gegen die anderen
3 wäre es ein Chaos geworden. Sowohl von Trainer wie Elternseite, in 2 Fällen auch von Spielerseite.
eine Mannschaft tritt grundsätzlich so auf, wie ihr Trainer sich verhält.
Wie klappt Fair Play bei entsprechendem Trainer und Elternschaft?
bei Freundschaftsspielen gibt es sicherhlich keine Probleme, da suche ich mir ja die Mannschaft mit Trainer aus, gegen die ich spielen will.
da stand ich als Schiri eh nur auf dem Platz und liess die Kinder spielen.
Fair Ply Modus ist eine bessere Form des Bollzplatzspielens.
Hier werden aber die Kinder, die sich nicht an die selbst aufgestellten Regeln halten, vom Spielen ausgeschlossen. wie ist das bei offiziellen Spielen?
In diesem Forum befinden sich Trainer, die sich viel Gedanken über die Entwicklung der ihnen anvertrauten Kinder machen, ständig nach Möglichkeiten suchen,
sich weiterzuentwickeln und die Kinder im Vordergrund sehen. gegen deren Mannschaften würde ich ohne Bedenken ohne Schiri spielen.
aber ist das die Mehrheit? wie sieht es denn auf den Plätzen am Samstag aus.
da gibt es Trainer, die finden seinen Jungen kampfstark, wenn er mit beiden Füssen in den Gegner springt.
Mich erinnert das Thema etwas an die Zeit, als antiautoritäre Erziehung modern war.: Kinder müssen sich nach ihrer Persönlichkeit entwickeln, da sind Regeln, und derenEinhaltung nicht angebracht.
für mich gibt es im Kinderfussball 3 Probleme
Trainer
zuviele Trainer im KiFu ohne Ausbildung
falsche Trainerausbildung, der 1. Grundstein in der Trainerausbildung sollte der Umgang mit Kindern, Eltern,Schiri und gegnerischer Mannschaft im Vordergrund stehen.
dieser 1. Grundstein müsste für alle Trainer und Betreuer Pflicht sein. Notfalls müsste da der Verband in die Vereine gehen.
Elternschaft
hier muss der Verein mit dem zuständigen Trainer vor Saisonbeginn klare Verhaltensregeln mit den Eltern absprechen. einige Massnahmen
wurden ja schon erwähnt
Schiri
auf den Jugendfussball abgestimmte Ausbildung der Jungschiris (Spiel laufen lassen, sich absolut zurückhalten, nur wenn unbedingt erforderlich eingreifen usw.)
letztendlich hängt es aber doch am Trainer, der die Richtung vorgibt.
dank intensiver, von Anfang an, Elternarbeit, die auf das Verhalten am Spielfeldrand gerichtet war,
auf ständiges Einwirken auf die Mannschaft, dass Schirientscheidungen kommentarlos hingenommen werden, dass zwar körperbetont, aber auf den Gegner
Rücksicht zu nehmen ist, habe ich erreicht, dass die Mannschaft mit Elternschaft in unserer Gegend ein hohes Ansehen hat.
In 8 Jahren erhielten wir keine gelbe Karte.
Dass dieser Weg richtig war, zeigte mir die letzten Sekunden meiner Trainertätigkeit.
letztes Spiel, Lokalderby, hart aber fair, umkämpft, gab es beim Stande von 0:0, nach Ablauf der Nachspielzeit einen vollkommen unberechtigen Strafstoss., der auch verwandelt wurde. Riesenenttäuschung, aber keine Beschwerden, keine verbale Entgleisungen, keine offenen Vorwürfe gegen den jungen Schiri, weder von den eltern
noch von den Spielern.
Trotz der Niederlage, ging ich sehr zufrieden vom Platz, angesicht dieser Reaktionen. Ich hatte doch nicht alles falsch gemacht.
Es bedarf keiner riesigen Events, keiner grossen Umgestaltung im Fussball, um zum Fair Play zu kommen, mir ist dieses Thema eh zu hoch gehangen,
Was wir brauchen, sind Trainer und Betreuer, die in der Lage sind diesen Gedanken vorzuleben und zu vermitteln.
Günter