Das ist irgendwie das echte Leben.
und genau das ist der Punkt, der bei einigen Diskussionsbeiträgen ausser acht gelassen wird.
über die Gefahren des Rauchens und des Alkohols bin ich vollkommen eins mit fast allen hier.
nur wo ist die Realität.
ich habe im Jugendbereichin den letzten 10 Jahren keinen einzigen Trainer am Spielfeldrand rauchen gesehen, auch keine Flasche Bier in der Hand, im aktiven Bereich kann ich die an einer Hand abzählen.
was versteht ihr eigendlich unter Spielfeldrand, die Aussenlinie des Spielfeldes , oder die 10 m entfernte Barriere.
Zuschauer an der Aussenlinie, die da eigendlich nichts verloren haben, aber in der Realität leider öfters anzutreffen sind, dürfen dort weder Rauchen noch trinken,
das ist doch eine Selbstverständlichkeit und kenne ich nicht anders.
10 m entfernt, hinter der Barriere geht mich das als Trainer nichts an.
unsere Sportplätze dienen nicht nur dem Sport, sondern sind auch Begegnungsstätten, für manche sogar die einzige, da wird natürlich auch mal ein Bier getrunken.
Exzesse auf dem Sportplatz habe ich noch nicht erlebt, wohl aber auf jeder Kirmes und auf jeder Karnevalsveranstaltung.
Unserere Vereine leben vom Umsatz des Clubhauses und den Sportfesten. will man da Alkohol und Rauchen verbieten?, dann bleibt die Hälfte weg. das ist Realität.
Nicht alles was gut und machbar wäre, ist in der Realität auch durchführbar.
Aufgabe des Trainers ist nicht die Welt zu verbessern, sondern mit Kompromissen einen gangbaren Weg zu finden, einen positiven Einfluss auf die Jugend zu nehmen.
es hat sich doch vieles geändert:
wir haben früher nach dem Training und Spiel mehr gesoffen, als dies heute der Fall ist, wir sind dann noch Auto gefahren, heute sieht das anders aus.
ich hab noch in Hallen gespielt, und auf den Zuschauerrängen wurde geraucht, heute zum Glück undenkbar.
die Trainer, die jahrelang selbst aktiv gespielt haben, wissen doch wie es wahr, und jetzt wollen wir die Welt verändern, Vorbild sein.
Klar sollen, nein müssen, wir uns "vorbildlich" verhalten. aber ich bin nicht so vermessen zu glauben, dass ich Vorbild der Jungs bin.
Ich weiss ja noch nicht einmal, ob ich Vorbild meiner Kinder bin.
Andre glaubt, dass die Vorbildfunktion entscheidend ist, wenn ich richtig gelesen habe, ist das für ihn eine feststehende Tatsache.
mag sein, dass das für einige zutrifft, für andere ist es die Erziehung oder das Umfeld.
Für mich sollte idealerweise alles zusammentreffen. die Realität ist aber wieder anders.
auch negatives Vorbild kann positiv prägend sein. Mein Frau und ich rauchen (selbt 47 Jahre Nichtraucher, dann mit Pfeiffe angefangen)
meine Kinder sind absolute Nichtraucher, wir dienen ihnen angeblich als abschreckendes Beispiel..
wer sagt mir, dass ein positives Vorbild dann nicht auch ein negatives Ergebnis hat, z.B. absolut korrekte Eltern - oberflächliche Kinder?
mein mathematischer Einwand, sollte keine Angabe sein, ich habe nicht studiert, verstehe das ganze auch nicht, obwohl man mir versucht hat es zu erklären,
für mich aber ein gutes Beispiel, dass das was wir für absolut richtig und umunstösslich sehen, nicht so sein muss.
bei vielen Diskussionsbeiträgen habe ich das Gefühl, dass viele Trainer ihre aktive Zeit (mit allem was an positivem und negativen dazugehörte) ausser acht lassen,
oder habt ihr Siege nur mit Cola gefeiert, keine heimlich vorm Spiel geraucht, immer pünktlich gewesen, keine faulen Ausreden gebraucht , null Bock gehabt, usw.,
oder waren hier einige oder gar mehrere nicht über einen längeren Zeitraum aktiv, und kennen das gar nicht?.
Günter