Sir Alex
guter Beitrag, der für mich mal enige Sichtweisen in ein anderes Licht rückt.
Habe eh dein Eindruck, dass doch nicht wenige den Fehler machen, Falsches in der Vergangenheit (z.B stures reine Üben
aus dem Stand) durch ein neues extreme Gegenteil (Erlernen nur duch Spielformen) ersetzen.
Ich gebe unumwunden zu, dass ich kein Freund vom übermäßigen Einsatz von "Standübungen" bin.
Klar, bei der Einführung (ersten Verbesserung) einer Technik, erkläre (vormachen, vorzeigen, etc.) ich den Bewegungsablauf und stelle die wichtigsten Funktionsphasen der Bewegung dar.
Dannach kommt meinetwegen auch eine Partnerübung, in der (zB Innenseitstoß) sich die Spieler bei freier Bewegung (im langsamsten Tempo) an dieser Technil versuchen. Hierbei korrigiere ich viel, nehme mir einzelne Spieler heraus, etc.
für mich ist und war das der Weg der kleinen Schritte, vom Stand zum Spiel mit den erforderlichen Zwischenstationen.
die Ballannahme mit der Brust und die folgende weitere Kontrollverarbeitung mit dem Fuss, erkläre, mach es vor und
über es zuallererst im Stand, bevor ich den nächsten Schritt gehe. wie soll das ein Spieler im Spiel sich selbst aneignen.
utes, richtiges Coaching.
Ich finde in diesem Punkt kann man am deutlichsten den Unterschied zwischen einem fachlich kompetenten und anderen Trainern erkennen
auch hier wiederum ein falsch verstandenes Extrem. Das verschiedenlich zu beabachtende ständige Reinrufen und Vorgaben von jeder Aktion, jedem Spielzug und damit ständige Einflussnahme wurde in gewissen Lehren zu recht kritisiert und anderes Verhalten
eingefordert. Mit Recht. Aber das bedeutet nun doch nicht, dass ins andere Extrem verfallen werden muss, und man alles
einfach laufen lässt.
Mein Eindruck ist der, dass gerade Trainer, die selbst längere Zeit vom Fussball weg waren, sich lobenswerter Weise
über neuere Einsichten und Methoden informieren. Ich habe Wein nicht gelesen, finde aber die Grundrichtung die von ihm hier in Beiträgern rüberkommt sehr sinnvoll, erkenne mich da auch hin und wieder auch selbst in meinen Vorstellungen.
Habe aber auch immer wieder den Eindruck, dass ich nicht sicher bin, ob sie Wein in gänze verstehen weil sie einfach
gewisse Vorraussetzungen, die Wein ganz sicher beim Schreiben vor Auge hatte, nicht berücksichtigen und auch Wein
als allzusehr wie eine Bibel ansehen. Für mich verständlich, weil sie das Bild vom Fussball aus ihrer früheren Vergangheit,
noch im Kopf haben und alles besser machen wollen, aber nicht die einzelnen Weiterentwicklungsphasen berücksichtigen.
, coache ich auch im Trainingsspiel, entprechend des Schwerpunktes
ja wo denn sonst?
Standbein neben den Ball, nicht dahinter, das Bein durchschwingen, nicht "über das Standbein spielen", sondern den Körper in der aufdrehen, etc.
für mich ein gutes Beispiel wie die Entwicklung vom Stand bis Spiel erforderlich ist.
Habe null Ahnung, wie man das richtig nur durch Spielformen beibringen könnte.
(Vormachen, Vorzeigen, Erklären, korrigieren, beschreiben, etc. - Technik, wie gesagt deduktiv)
für mich fehlt hier dann nur noch das Umsetzen im Spiel. Und da muss ich dann den Spielern ihre Zeit lassen, das richtig anzuwenden, nicht bei jedem falschen Verhalten und Vorgehen direkt eingreifen. Das Umsetzen von Erlerntem sind dann
die einzelnen Spielformen erforderlich, und da müssen dann die Spieler selbständig lernen, das zuvor eingeübte umzusetzten.
Bin froh dass du dies mal so geschrieben hast, gerade weil du als Trainer doch auf einer leistungsmässigern höheren Ebene wirkts.
Gerade aber im unteren Fussballbereich, dort wo auch die nicht so talentierten Fussballer rumlaufen, sind gewisses Vorgehen
für mich genauer zu betrachten.
Mein Eindruck ist eindeutig der, dass die Fehler der Vergangenheit vielerorts allzu sehr ins andere Extrem verschoben werden.
Und das Extreme war für mich noch nie der richtige Weg.
mal ein einfaches Beispiel:
es gab mal eine Zeit, leider auch heute noch zu sehen, da hat der TW jeden Ball nach vorne geknallt,
Diesen Fehler hat man erkannt und den Tw aufgefordert den Ball über die Abwehrspieler zu spielen.
Nun gab es nicht wenige Trainer, die das ins andere Extrem einforderten, dh. jeder Ball muss gespielt werden.
Der heutige Fussball zeigt, auch in unteren Klassen, dass aber der TW immer mehr gezwungen wird, lange Bälle zu spielen,
dann auch mal als TW Vorbereiter gefeiert wird.
"wieso darf ich den Ball nicht mal nach vorne schiessen, der Neuer macht das doch auch?" vor kurzem von einen F TW gehört.
Ich hatte schon vor vielen Jahren den Schwachssinn, jeden Ball nach vorne zu spielen auch erkannt, habe dann dafür gesorgt,
dass meine TW beides kennenlernten, auch beides machen durften. Schwieriger war dann die Phase wo die Jungs die
richtige Entscheidung treffen sollten, wann gespielt und wann geschossen wird. Und das dauert nun mal, und da ist dann einfach auch Geduld gefordert und auch falsche Entscheidungen einfach akzeptieren.