2. gewinnorientiertes Spielen
um Missverständnissen vorzubeugen.
ich schreibe jetzt hier nicht vom gewinndenkenden Trainer, von dem, der dessen Jungs für ihn gewinnen, bei dem eine Niederlage eine persönliche Beleidigung ist, der das Gewinnen mit allen, auch unfäiren Mitteln (z.B. durch Schiedsrichterentscheidungen)
ihr kennt sie alle.
ich schreibe von der Bedeutung eines Sieges, des Gewinnens für die Mannschaft, aber auch für die Elterenschaft und den Trainer, aber ganz speziell und für mich bedeutend für den einzelnen Spieler.
Ich fang beim letzeren (für mich aber wichtigem ) an.
Wisst ihr eigendlich was es bedeutet für eine Jungen, der total unsportlich ist, im Schulsport immer letzter weil er eigendlich ein total unsportlicher Typ ist, vielleicht Aussenseiter in der Schule oder sonstwo, wenn dieser Junge mal zu den Gewinnern gehört.
Er gehört zu den Gewinnern, ob er eine Halbzeit, ganz oder nur Ersatzmann war.
"Günter, wir haben gewonnen, ich war dabei" , stolz wie Oskar, obwohl er gar nicht gespielt hat.
Stolz wie Oskar, leuchtende Augen, zufriedene Eltern, als ich unserem mit Abstand schlechtesten Spieler eine Meisterschaftsmedaille aushändigte
obwohl er in allen wichtigen Spielen (ach ja es war E-Jugend) nicht gespielt hat. Ein Dankeschön der Eltern, dass ich für die
Entwicklung des Selbstbewusstsein ihres Jungen beigetragen hätte.
Stosssäufzer nach einem gewonnenen Spiel gegen den Nachbarverein (gleiche Schule, gleiche Klasse) : Gott sei Dank, dass wir gewonnen haben,
jetzt kann ich am Montag doch in die Schule gehen. Der hat gar nicht gespielt in dem Spiel.
und da will man mir klarmachen dass Gewinnen unwichtig ist, keine Bedeutung für die Jungs hat.
Eltern wollen, und das ist doch ganz normal, ob in Schule oder sonstwo, dass ihr Kind zu den Gewinnern gehört, zu den Besten.
wer Kinder hat, und anders denkt, verleugnet sich selbst.
Und wenn Eltern erleben, dass ihr Kind bei den Gewinnner ist, dann sind sie zufrieden, dann machen sie alles mit, was der Trainer fordert,
dann ist Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit usw. kein Thema mehr. sie wollen ja dabei sein-
da ist es kein Problem, dass sie draussen zurückhaltender sind, Abstand zum Spielfeldrand halten.
als Trainer hast du leicht, Forderungen zu stellen, du kannst noch mehr in Richtung Kinderfussball gehen.
Mir macht das keiner klar, dass Gewinnen auch schon in der F-Jugen keine Bedeutung haben, oder unwichtig sind.
wie man mit dieser gewinnorientierten Zielsetzung im Jugendbereich, vor allem aber auch mit den dazugehörenden Niederlagen in diesem Alter
umgeht besser: wie ich damit umging) im nächsten Kapitel
gg
