Selbst, wenn es nicht mehrere Tausend Fairplay-Aktionen am Wochenende wären, sollten diese Handlungen weitaus mehr Beachtung finden, als die Reaktion eines Spielers auf eine vermeintliche Schauspielerei. Das bringt Uwe mit seinem Hinweis auf den kausalen Zusammenhang zwischen Aktion (Schauspielerei und Provokation) und Reaktion (gibt den Ball nicht zurück sondern macht das Tor) auf den Punkt.
Auf diesen Zusammenhang bin ich doch gar nicht eingegangen.
Thema ist für mich die das richtige Relativieren zu den zigtausenden Fair Play Aktionen am gleichen Spieltag, über die kein Mensch berichtet.
Warum wohl? weil das absolut üblich und normal ist.
Wäre dem nicht so, würde dieser Einzelfall nicht solche Aufmerksamkeit erregen.
Dies jetzt aber als ein Beispiel für fehlendes Fair Play im Profibereich oder gar im Fussball insgesamt heranzuziehen, das geht mir zuweit.
Hängt aber auch mit meiner Einstellung zusammen.
Läuft bei einem gut gezapften Bier einiges über den Glasrand, ist für den Einen das Glas schon fast leer, für mich aber immer noch voll.
Es liegt in der Eigenart von uns Menschen, dass wir auf das was nicht richtig ist, sofort anspringen , uns herrlich aufregen können, den Normalfall, nämlich das Gute,
als Selbstverständlich sehen, also gar nicht erwähnen.
Ich seh auch die Unzulänglichkeiten im Fussball, bewerte die aber nicht über, sondern seh eindeutig die Vorteile im Vordergrund.
Ausserdem lebt der Fussball doch gerade durch Ungerechtigkeiten. Über was sollte denn sonst diskutiert werden?
Was wäre der Fussball ohne Wembley-Tor, ohne dieses Tor jetzt, ohne die Fehlentscheidung in einem E-Jugendspiel.
Der Stammtisch im Fernsehen wüsste doch gar nicht, über was sie reden sollten.
Und nicht zu vergessen, und deshalb ist der Fussball auch so populär, jeder kann hier mitreden, sich so herrlich aufregen, ob er Ahnung vom Fussball hat oder nicht.
Wen würde schon eine Diskussion über einen Spielzug, oder die richtige Schusshaltung interessieren.
"Die Menschen sind zum Tadeln geboren, vom ganzen Achilles sehen sie nur die Ferse" (Marie von Ebner-Eichenbach)
gg