Natürlich ist die richtige, spassmachende Trainingsgestaltung ein Weg, aber nicht ausreichend.
Wie du schreibst, war die Mannschaft, als sie ihr übernommen habt, noch anders im Verhalten, hat sich erst im Laufe der Monate negativ entwickelt.
Als allererstes müsst ihr deshalb euer eigenes Verhalten überprüfen, irgendwas läuft da schief.
Jungs in dem Alter übernehmen sehr schnell das Verhalten ihrer Trainer.
Hab schon Trainer erlebt, die Spass im Training haben, verwechselten mit Flappsigkeit und Clowneriern des Trainers.
Einige haben auch sogenannte Disziplinarmassnahmen derart übertrieben, dass sie ihre Wirkung bei den Kids verloren.
da jeder ja eine andere Vorstellung von Disziplin hat, ist das aus der Ferne jedoch nicht zu beurtelen und zu bewerten.
einige konkrete Vorschläge, die ich selbst immer wieder mal anwendet habe.
bei Ansprachen von mir, erst dann geredet, wenn alle ruhig waren und zuhörten, sofort unterbrochen, wenn einer redete oder sonstwas machte, also nicht
zuhörte, Geduldig abgewartet, bis wieder alle ruhig waren. dabei selbst nicht gedroht mit Massnahmen, oder zum Zuhören aufgefordert, sondern einfach nur
still abgewartet.
dabei mit bekannten Störenfrieden intensiv in den Augenkontakt gesuchtn,
wichtig, weil absoluter Störungsfaktor: bei Ansprachen Halbkreisbildung und kein Ball am Fuss, oder in den Händen, mindestens 1 m vom Spieler entfernt abgelegt.
anfangs kann da schon 15 Minuten draufgehen, was in 30 Sekunden gesagt wäre.
ich wäre auch bereit gewesen eine ganze Trainingseinheit dafür zu opfern.
Beim Stören gibt es immer Einen, der den Anfang macht und dann Andere mitzieht.
Diesen Anfänger, mit einem Ball, in eine Ecke des Platzes geschickt, mit etwa den Worten:
"du störst die anderen beim Training, also darfst du so trainieren, wie du es gerne hättest, aber das bitte alleine, wenn du dir ein anderes Verhalten überlegt hast, darfst du wieder mit den anderen mitmachen. "
da können dann durchaus mal 3,4 alleine in verschiedenen Platzecken sich selbst beschäftigen.
vorm Trainingsabschlussspiel bewusst eine langweiligere, konzentrationsbedürftigere Übung einfliessen lassen.
Ansprache:" Ich hab 10 Minuten für die Übung eingeplant, wenns eher klappt, spielen wir eher, wenns nicht klappt dauert halts länger, geht dann von euerer
Spielzeit ab.
anfangs kam es da gar nicht zu einem Abschlussspiel.
da begann dann der Selbstregulierungsprozess innerhalb der Mannschaft.
2 Trainer, da liegt es auch nahe, Störenfriede schnell herauspicken und mit dem 2. Trainer Einzeltraining, oder auch zu zweit und zu dritt.
verstärken kann man das noch, wenn man gerade dann eine Trainingsteil macht, der den Jungs am meisten Spass macht.
Es ist jedoch Geduld erforderlich, nicht jeder Massnahme zeigt sofortige, vor allem nicht dauerhafte Wirkung.
Stellt ihr fest, dass die Jungs wieder im positiven Sinne auf euch reagieren, könnt ihr einen Übungsteil einbauen, in dem Blödsinn oder sonstwas erlaubt ist.
Dieses Vorgehen bedarf aber wohl schon etwas Trainererfahrung, denn es kann auch schnell in die Hose gehen.
Gerade in der Anfangszeit ist natürlich eine hohe Flexibilität der Trainingsgestalung erforderlich.
streiche das Wort Dizsiplin, Disziplinarmassnahmen, Strafen (!) und ähnliche aus deinem Wortschatz im Umgang mit Kinderen.
Ersetze sie durch Verhalten, Mitmachen, Aufmerksamkeit, Konsequenzen.
Fang mal an, dir selbst über die Unterschiede und Wirkung dieser Wörter Gedanken zu machen, auch wenn das Ergebnisziel letztendlich identisch ist.
gg