an dieser Stelle hier möchte ich mal 4 bisherige Lebensläufe aus meinem direkten Umfeld beschreiben.
alle Vier fast gleichaltrig, 3 davon besuchten die gleiche Klasse auf dem Gymnasium, alle 4 auf dem Stützpunkt.
Junge, nenne ihn mal "A" mit sehr ehrgeizigem Vater, stellt den Fussball in den Mittelpunkt, wechselt zu einem leistungszogenen Verein (damals 2. Bundesliga. ist auch der Talentiertere der Vier . jeden Tag Training, auch Verbandsauswahltraining.
zwangsläufigSchule vernachlässigt, Klasse wiederholt, dann Abgang mit schwachem Abi. fussballerisch durch mehrer schwere langwierigen Verletzungen
immer wieder zurückgeworfen, schaffte er es in den Kader der 1. Mannschaft, die jedoch inzwischen nur 4. Liga spielt.
Bekam einen 1Jahresvertrag, Bedingung war, dass er 2 mal am Tag trainieren muss. Also wurde die begonnene Lehr abgebrochen.
22 Jahre alt, keine Ausbildung, 1 Jahresvertrag (schätze so 1500-2000 €) höchst Verletzungsanfällig, nach oben nicht allzuviel Luft.
Spieler B, praktisch gleiche Situation wie bei Spieler A , jedoch ohne Abitur abgegangen
23 Jahre, 1 Lehrstelle abgebrochen, eine 2. jetzt neu begonnen. spielt 5. Liga, 2. Mannschaft des Vereines, wo A spielt
Spieler C, der wohl talentierteste von allen vieren (klar, hat ja auch ein Jahr bei mir trainiert)
wechselte in der B nach Mainz, 3 Jahresvertrag in Verbindung mit einer Berufsausbildung und betreuter Unterkunft.
Obwohl Miglied der A-Jugend Bundesligameistermannschschaft schaffte er den Sprung nicht in den Buli-Kader
23 Jahre alt. abgeschlossene Berufsausbildung, Arbeitsplatz durch seinen jetztigen Verein. 5. Liga
Spieler "D" wechselte ebenfalls, jedoch zu einer Leistungsmannschaft mit nicht gleich hohem Anspruch, nur 3 mal Training die Woche.
Schwerpunkt auf Schule gelegt. Aufwand bei einer B-Regionalligamannschaft und Schule doch zu stressig, und deshalb zur A-Jugend hin
zu einem Bezirksligisten gewechselt-, aufs Abi konzentriert und mit 1, soviel abgeschlossen.
22 Jahre alt, Bachelor - Studium abgeschlossen, Masterstudium begonnen. im Kader eines Verbandsligisten (nur Fahrgeld und kleine Siegprämie)
alle Vier galten im E-Jugenalter als förderungwürdiges Talent.
alle Vier wurden voll vom Elternhaus unterstützt, bei Zweien stand dagegen jedoch der Fussball stark im Vordergrund.
da ich alle vier ziemlich gut kannte, auch ihre Charaktere, habe ich die einzelnen Entwicklungen in etwa so seit 3-4 Jahren vorhergesehen.
Waren letztendlich dann auch die Entscheidungskriterien für den Weg, den mein jüngster Sohn, wohl etwas talentierter als 3 von den Oben aufgeführten, nach ausführlichen Diskussionen eingeschlagen hat.
Negativ ausgedrückt würden einige sicherlich sagen, dass wir ihm nicht die bestmögliche Förderung zukommen lassen.
Fussball ist aber mehr, als nur nach ganz oben zu schauen, und nur für ganz ganz Wenige mehr als die wichtigste Nebensache, also
ein Grundlage fürs zukünftige Leben.
Ich wünschte mir da schon etwas mehr Verantwortungsbewusstein bei Eltern, Vereinen und vor allem bei den Scouts, die mehr Interesse am eigenen
Geldbeutel haben als die Zukunft junger Menschen.
Lobe da ein LZ, bei dem man bei Eintritt das Zeugnis vorlegen muss, und bei einer wesentlichen Verschlechterung sich verabschieden darf, aber auch entsprechend durch Nachhilfe unterstützen.
Ob das überall so gehandhabt wird, vermag ich nicht zu beurteilen.