Teil 2
mir geht es nicht darum, eine Diskussion über das Für und Gegen des Vatertrainers zu eröffnen, gabs ja auch schon mal intensiv.
Ich will aufzeigen welche Vorteile ich Trainer aus der Position des Vatertrainers heraus nutzte.
damit es nicht zu lange wird, reisse ich teilweise nur die einzelnen Themen an
Lob:
Eltern sind sehr empfänglich über Lob und sehr empfindsam bei Kritik ihres Kindes und verfolgen da sehr kritisch, wie der Trainer
mit seinem sohn im Vergleich zu ihrem Kind verfährt.
Deshalb habe ich ganz stark darauf geachtet, dass ich mein eigenes Kind genauso und vor allem auch für die gleichen Situationen
gelobt und kritisiert habe wie die anderen Kinder. Somit ohne Worte vermittelt: alle Kinder sind gleich
Kapitän:
Spieler läuft mit angewinkeltem Arm über den Platz, wird auch noch häufiger vom Trainer angerufen.
schnell wird erkannt dass Trainersohn. Eltern registrieren das äusserst kritisch, auch wenn sie dazu nichts sagen.
deshalb reium gewechselt, eigenes Kind kam erst beim 6,7 Spiel an die Reihe.
Hintergrund widerum: alle sind gleich, keiner wird bevorzugt
Ein und Auswechselung:
der 1. Spieler, der im ersten Spiel ausgewechselt wurde, war der Trainersohn
klares Zeichen: Auswechselung trifft jeden
als gegen einen schwachen Gegner der Trainersohn nach 15 Minuten und bereits 4 erzielten Toren ausgewechselt wurde,
kam von Eltern die erwartete Frage, warum ich das mache, ich würde doch die Mannschaft schwächen und weniger Tore erzielen.
kurze und knappe Erklärung über die Unwichtigkeit der Siegeshöhe, und welcher Spieler wieviele Tore schiesst.
erste Vermittlung über Zielrichtung im Kinderfussball
gleiche Vorgehensweise mit einem anderen Kind hatte mir zuvor mal einen Riesenärger und Unverständnis
mit den Eltern des betroffenen Kindes eingebracht
gleich zu Beginn des regelmässigen Spielens (war bei mir erst F-Jugend, im G-Alter habe ich überwiegend nur trainiert und
hier und da mal ein Turnier gespielt) traf ich auf einen schwächeren Gegner.
Eigenen Sohn und den des Co-Trainers (beide waren Leistungsträger) bei der Aufstellung nicht berücksichtigt.
Beide zogen sich jedoch mit der Mannschaft um und setzten sich die ganze Spiel auf die Bank, was die anderen nichtberücksichtigten
Jungs später nachmachten (mit beiden natürlich vorher abgesprochen)
Unverständlnis bei der Elternschaft, die beiden Besten spielen nicht, wie sollen wir da gewinnen.
Klar kamen wiederum die erwarteten Fragen und folgend meine kurze aber deutliche Erklärung, die umghend bei
Eltern und Spieler ankam:
Bedeutung von Ergebnissen im Kinderfussball, alle sind gleich, auch die Besseren müssen mal zuschauen
Rotation
der erste der rotierte, war mein Sohn.
2 Tore geschossen, zurück in die Abwehr. nächstes Spiel von Beginn an in der Abwehr. der nächste Rotierer war der Sohn des Co.
unsere Toremacher spielt Abwehr, folglich wieder mal Rückfragen von Eltern und auch Spieler und meine anschliessende Erklräung
meiner Massnahmen. Halt immer wieder das gleiche Ritual.
Weder bei Spieler noch bei bei den Eltern gab es daraufhin Diskussionsbedarf bei der Rotation, schliesslich macht der Trainer
das ja auch mit seinem eigenen Kind und den Besten der Mannschaft, dann muss es auch für uns gut sein
wieder mal dem Ziel Kinderfussball nähergekommen
Training
logischerweise sind Trainerkinder allgemein zuverlässige Trainingsbesucher.
trotzdem kam es auch bei mir vor, dass sie Trainingsuasfälle hatten.
Waren sie nun in der Woche vorm Spiel nicht im Training (Grund egal) spielten sie am Samstag nicht von Anfang an.
klares Signal an Spieler und Eltern, ohne grosse Worte und Vorträge über Trainingsbesuch
persönliche Zielvermittlung: Training ist im Kinderfussball genauso von Bedeutung, wenn nicht noch stärker, wie ein Spiel
so oder ähnlich bin ich bei allen Neuerungen mit meinem Söhnen als Vorreiter vorgegangen. natürlich hatte ich sie jeweils
entsprechend vorbereitet.
Aber wie sollen Eltern gegenüber ihren Kindern anders argumentieren, gegenüber dem Trainer Forderungen stellen, wenn er mit
seinem eigenen Kind entsprechend umgeht?
Natürlich hatte ich das Glück, dass beide Söhne für einen kleinen Dorfverein relativ gute Spieler waren.
Hätten sie zu den Schwächeren gehört, hätte ich mir eine andere Vorgehensweise einfallen lassen müssen.
Vermutlich wäre ich dann aber auch kein Vatertrainer geworden, möglicherweise mit meinen Söhnen auch gemeinsam ein
anderes sportliches Hobby gesucht. (das ist jetzt aber ein anderes Fass)
gg