noch 2 Beispiele
Fall 1, schnell erzählt, da hier alles glatt und optimal gelaufen ist.
Sohn eines Stützpunkttrainers, Ex-Bundesligaspieler, wechselt vom Stützpunkt ins Internat eines Bundesligisten, wird Jugendnationalspieler, erhält Profivertrag und hat jetzt mit 19 oder 20, bereits einige Bundesligaeinsätze absolviert.
ein Werdegang, wie er in unserer Gegend höchst selten vorkommt.
Fall 2
Stützpunktspieler von einem kleinen Dorfverein will höher spielen. intensives Erkunden durch die Eltern, welcher Verein passt. Es wird sich für eine Dorf-JSG (JFV gabs damals noch nicht) entschieden, die mit allen Mannschaften höher spielt. B und A in der Regionalliga, C in der Verbandsliga.
2 Jahre in der C, 1 Jahr B jüngerer Jahrgang lief alles so, wie man es sich vorstellte, Trainer, die die Ausbildung vor dem Tabellenstand sahen, Junge gehörte leistungsmässig zu der ersten Hälfte, sehr angenehmes Umfeld.
zur B1, Regionalligamannschaft, hin Drehung um 180 Grad, ein absoluter Leistungstrainer, aber kein schlechter Trainer, der die Mannschaft wie eine 1. Aktivenmannschaft trainierte und führte. anstelle der zuvor geförderten technisch starken Spieler, war nun der kräftige, laufstarke Kämpfertyp gefragt. Spieler, die zuvor so an Nr 13,14 waren, wurden nun gesetzt. geleichzeitig kamen einige neue Spieler aus dem Umland dazu.
Plötzlich befand sich unser Spieler, etwas kleiner, nicht ganz so schneller, jedoch technisch starker und spiellesender Spielertyp, auf der Ersatzbank.
zum Auswärtsspiel am Samstag 8 Stunden unterwegs, 5 Minuten vor Schluss Einsatz, war keine Seltenheit.
die Lust am Fussballspiel ging immer mehr zurück, trotzdem wurde bis Ende der Saison wegen der grundsätzlichen Einstellung durchgehalten.
es erfolgte dann der Wechsel in einen anderen Dorfverein, deren A-Jugend in der Bezirkliga spielte, dort Mitleistungsträger, die Lust und Begeisterung stieg wieder enorm.
Nebeneffekt war, dass weniger Zeitaufwand mehr Zeit für Schule, kurz vorm Abi, und Freiraum für andere, für 18jährige übliche Tätigkeiten, ergab.
Studiumsbedingt, musste er diesen Verein, wo er sich äusserst wohl fühlte verlassen, wechselt in eine Landesligamannschaft, mit der er im vergangen Jahr aufstieg. Diese Klasse ist nun jedoch eine Nummer zu gross für ihn,
jetzt mit 23 spielt er dort in der 2. Mannschaft, geringerer Trainingsaufwand wegenKonzentration auf seinen Studiumabschluss und fühlt sich in diesem Verein und mit der jetztigen Situation sauwohl.
so das wars mal von mir mit Beispielen.
mir ging es nicht darum, Einzelschicksale in den Vordergrund zu schieben, sondern Beispiele, sowohl positiv, wie eher negativ aufzuzeigen. Beispiel, die zeigen sollen, wie es sein kann, aber nicht muss. Beispiele, die Verläufe nach Jahren eine andere Beurteilung bekommen, wie Erkenntnisse nach 2 oder3 Jahren.
Schönrederei, wie im Moment in bestimmten Vereinen alles so Top läuft, welch super Konzeption vorhanden ist, sagt nämlich wenig darüber aus, was die Zukunft bringen kann.
Man sollte aber zumindest mal gehört haben, was so möglich ist, damit man das einkalkuliert und nicht plötzlich den Hammer auf den Schädel bekommt.
Ich selbst kenn noch mehrere persönliche Entwicklungen von jungen Fussballern, hoffe aber, dass sich vielleicht doch hier auch der ein oder anderen mal auch meldet und zurückblickend seine Erlebnisse schildert.
Denn nur dann kann sich ein abgerundertes Bild ergeben, so ist es doch vielleicht doch zu stark durch meine Sichtweise geprägt, kann man ja nie ausschliessen.