Hallo zusammen,
wie ich das sehe ist das wohl wieder einmal Ansichtssache bzw. wird aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
Manne hat seiner Meinung nach seinen Jungs die richtigen Anweisungen gegeben, da er letztlich die Partie gewonnen hat. Er hat auf die Spielweise seines Gegners reagiert und das passende Gegenmittel gefunden. Das muss ja nicht bedeuten, dass sein Team jetzt in jedem Spiel so agieren wird.
Einige andere sind der Meinung, dass ausschließlich auf die Ausbildung geachtet werden sollte und egal wie das Spiel ausgeht oder wie der Gegener agiert lege ich dann das Hauptaugenmerk auf meine Spieler. Ich gebe ihnen die Anweisung denn Ball nie planlos nach vorne oder ins Aus zu schlagen, sondern immer zu versuchen im Ballbesitzt zu bleiben und kontrolliert zu spielen.
Günther ist da eher pragmatischer und eine Mischung aus beiden Ansichten ( oder habe ich dich falsch verstanden? ). Je nach Situation ist beides erlaubt. Wenn keine Anspiel möglich ist den Ball aus der Gefahrenzone schlagen. Wenn ein Anspiel möglich ist, dann bitte auch ausführen.
Als ich Anfang der letzten Saison die D-Jugend übernommen habe mußte ich feststellen, dass unser Libero den Ball ausschließlich lang nach vorne geschlagen hat. Das habe ich ihm ( oder ihnen - war nicht immer nur der gleiche Libero ) ganz schnell abgewöhnt. Allerdings bin ich das eher so wie Günther angegangen und habe erklärt, dass der Ball natürlich im Notfall nach vorne geschlagen werden darf. Ich verlange nicht, dass die Spieler in einer brenzligen Situation auf jeden Fall das 1 vs. 1 suchen müssen. Allerdings habe ich auch extrem viel 1 vs. 1 trainieren lassen, da ich das im "goldenen" Lernalter für sehr wichtig halte - nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Im Endeffekt ist Fußball ein Spiel, wo es um das Gewinnen geht. Da sollte ich den Spielern alle Möglichkeiten an die Hand geben, dass sie das auch schaffen. Und die Jungs wollen gewinnen und sich nicht nur ein wenig die Zeit vertreiben. Meine jedenfalls. Aber nicht falsch verstehen - bei mir geht es nicht um die goldene Ananas. Die Ausbildung steht immer noch an erster Stelle. Hier ist nicht gewinnen um jeden Preis angesagt.
Meiner Ansicht nach sollte man die Spieler dahin bringen, dass sie selbst entscheiden können ( u. letztlich müssen sie das auch auf dem Platz ), welche in der jeweiligen Situation die beste Lösung ist. Und da sind beide Lösungen möglich.
Ich habe aber auch Trainer gesehen, die ihre Spieler bei jedem mehr oder wenige planlosen nach vorne geschlagenen Ball auch noch loben.
Auf der anderen Seite habe ich den Eindruck, dass nach den Erfolgen von Barcelona und der spanischen Nationalmannschaft von vielen Trainern Kurzpassorgien im Fußball als der Weisheit letzter Schluß betrachtet wird. So wie ich das beobachtet habe war das in der Historie des Fußballs schon immer der Fall. Jemand ist mit einer bestimmten Art u. Weise zu spielen erfolgreich und alle anderen wollen es kopieren. Ich bin der Ansicht, dass man das nicht überbewerten sollte. Der Fußball wird sich weiterhin verändern und es wird Reaktionen u. Gegenreaktionen geben. Man hat elf Spieler, elf Gegenspieler und zwei Tore auf dem Platz und muss mehr Tore erzielen als der Gegner, um das Spiel zu gewinnen. Das kann man auf verschiedene Art u. Weise schaffen.