Finde es tatsächlich kontrovers, mit einer mobilen Kamera das eigene Training zu begleiten/filmen.
Finde ich persönlich auch - aber was tut man nicht alles - normalerweise ist ja noch ein zweiter Coach da - der gestern aber verhindert war, dann ist das wesentlich leichter.
Zum ersten Video:
- ich hoffe, dein "Wording" gegenüber den Spielern ist nicht "Hinterlaufen" und "Spiel über Dritten", sondern nur der Titel des Videos
- würde auf die taktischen Details viel Wert legen: der erste Pass wird aus dem Stand gespielt - würde kurzes Andribbeln empfehlen. Der Ronaldo-Trick vor dem Torabschluss ist bei den Spielern in den Szenen unsauber (zu nah/zu weit weg vom Spielbein)
- finde gut, dass Du die Übung zwei Mal aufgebaut hast
Das Wording gegenüber den Jungs ist das wir Passspiel mit Torabschluss verbinden. Natürlich habe ich nach dem Auftaktpass gesagt, wir wollen hinter dem Passempfänger lang laufen um zum Torabschluss zu kommen, anders ist eine Erklärung und Demo ja nicht möglich 
Zum Pass aus dem Stand hast du Recht - leider waren die Jungs nach einem Spiel und einem größeren Turnier an Samstag/Sonntag nicht ganz dabei - was völlig legitim ist und wir haben nach ein paar Versuchen auf die Voraktion verzichtet. Ich habe dort Ziehen-Vorlegen gehabt, so das ich den Ball automatisch auch aus der Bewegung spielen muss
Ronaldo in der Bewegung als Ballannahme ist enorm schwer, und damit passieren solche Fehler zu Beginn - als die Cam aus war habe ich da auch wieder mehr coachen können - Filmen und Coachen gleichzeitig ist unheimlich schwierig.
Zum vierten Video:
- Spielform finde ich generell gut: über zwei Tore je Seite können wir je nach Schwerpunkt/Lernziel streiten
- finde sehr gut, dass du die Regel "zwei Pässe" am Ende aufgehoben hast (Reaktion der Kinder war eindeutig)
- finde das Coaching in den Szenen unglücklich: kein Schwerpunkt ist zu erkennen (Was ist Dein Ziel in dieser Spielform?) - mal ist es 1vs1, dann Passspiel, dann Raumnutzung und dann wieder Ballmitnahme. Zum anderen finde ich das Coaching nicht kindgerecht. Du redest über "Raum besser nutzen", "Raum öffnen", "Spiel breit machen", "Redet miteinander", "Spiel verlagern". Persönlich würde ich in der Altersklasse andere "Keywords" nutzen. Minute 1:10 war ein gutes Beispiel, eine bessere Lösung den Spielern zu präsentieren (Gruppenkorrektur). Minute 2:50: "Körperstellung nach Innen [...]". Ich glaube, die Kinder habe diese Sätze nicht wahrgenommen. Erklären, zeigen!
Da ich nur 4 Pugg Tore habe, habe ich mit 12 Spielern 2 Felder gebaut.
Wir spielen teilweise natürlich auch auf 4 Tore, Dribbeltore usw.
Die Regel für zwei Pässe funktioniert an anderen Tagen besser, aber man muss ja eben auch auf die Gegenheiten und das Training im allgemeinen reagieren. 
Über Coaching lässt sich immer streiten - was richtig ist, dass ich mich auf keinen Schwerpunkt festgelegt habe sondern situativ coache - evtl. nicht ideal.
Du hast völlig Recht mit der Demonstration etc. - hat man eine Kamera in der Hand und will mal 3 Minuten einfach filmen, ist es aber schwer.
Moin Björn,
erstmal finde ich es mutig, eigene Trainingsvideos hier reinzustellen.Zudem bemerkt man deine Fussball-Fachkompentenz, die ganz sicher höher als meine ist. Deine positive Art ist auch klasse. Deine Jungs haben auch schon überdurchschnittlich gute Fähigkeiten beim "Skillen" und bei der Ballverarbeitung.
Mit deiner Coaching-Philosophie werde ich aber nicht warm. Das ist für mich deutlich zu viel Fremdsteuern und Marionette. Erwartungen, Begrifflichkeiten und Ansagen passen eher zum Jugend- als zum Kinderfussball.
Für mich ist überhaupt nicht kindgerecht, weil es den Vorschungsdrang in dem Alter nicht gerecht wird und das Ausprobieren und "Fehler machen dürfen" stark einschränkt. In diesem Alter sind menschliche Gehirne überdurchschnittlich empfänglich für die Kreativitätsentwicklung. Und das erstickst du mit deinem Coaching leider völlig.
Ich finde man merkt den Kindern das in der Spielform auch an. Die spielen nicht um des Spielen willens, sondern um deine Erwartungen zu erfüllen und dir zu gefallen. Das merkt man nicht nur an ihren Blicken in deine Richtung, sondern auch daran, dass sie oft abgelenkt sind, sich aus Verunsicherung am Boden kugeln oder unkoordiniert über`s Spielfeld flippern statt ihren Instinkten zu folgen.
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Ich denke so kann ich für mich eben sehr viel lernen - ich erhebe keinen Anspruch auf Perfektion und will mich stets verbessern. Konstruktive Kritik nehme ich dabei immer gerne an - ich kenne schließlich auch meine Schwachstellen
Du hast Recht - das ist gerade im Training absolut so.
Deshalb ist in jedem Training die letzten 15 Minuten Training auch komplett ohne Coaching - fällt mir unheimlich schwer und klappt nicht immer.
Würde dir widersprechen, das sie spielen um mir zu gefallen - die Jungs wollen natürlich meine spielerischen Vorgaben umsetzen - was ich völlig legitim finde. Die Blicke in meine Richtung kommen denke ich auch wegen der Kamera häufiger zu Stande. Zum Zeitpunkt der Spielform standen schon 10-12 Eltern um das Spielfeld herum und am Ende einer wilden und witzigen Einheit darf auch die Konzentration nachlassen
Das umherfliegen ist mir gestern schon aufgefallen bei 2 Spielern ganz besonders - die hatten gestern auch definitiv keinen guten Tag
- Aber es sind eben noch Kinder und da will ich eben nicht reingrätschen und den Spaß nehmen
Alle Videos sind aus meiner gestrigen Trainingseinheit 
Abschließend - Fehler machen dürfen die Jungs und werden positiv bestärkt und für Fehler auch nicht kritisiert (zumindest versuche ich es raus zu lassen - was natürlich wie bei jedem nicht immer klappt) - auch wissen die Spieler egal was ich, oder die Eltern/Zuschauer sagen - die Entscheidung was sie tun wollen müssen sie selbst treffen.
Grüße
Björn