Das ist eine Diskussion, die zu nichts führen wird. (Wird auch gerne als Totschlagargument benutzt, wenn man über Moral und Ethik in Zusammenhang mit geltendem Recht philosophiert.)
Wir beide haben unterschiedliche Auffassungen von Moral, vegleiche zB Piagets Stufen der Moralentwicklung.
Du verharmlost Verbrechen, bei denen es um Geld, etc. geht, also abstrakte Verbrechen (auch indem du einen Vergleich zwischen - in meinen Augen - nicht vergleichbaren Delikten aufführst. Für eine seriöse Betrachtung sollte man nie Äpfel mit Birnen vergleichen. (Du kannst gerne Reus Tat und das Strafmaß verurteilen und auch die Strafe als zu mild ansehen - das tue ich übriegens auch, das er keine Führerscheinsperre bekommt, kann ich zB nicht nachvollziehen - aber den Vergleich zur Steuerhinterziehung zu bemühen ist nicht zielührend und dient nur der Verharmlosung von Stuerdelikten.
Dass du am Ende noch den Bogen zu sexuellem Missbrauch bringst, rundet deine "Argumentation" ab. (Wie gesagt, die Strafgebung hier kannst du gerne kritisieren, aber nicht im Vergleich zu Steuerstrafdelikten oä.)
Aber, um deine Frage zu beantworten: Ja, ich finde (bis zu ) 10 Jahren Haft bei exorbitant hoher Steuerhinterziehung eine angemessene Strafe. (Wenn die Strafe dafür nicht hoch ist, dann ist die Hemmschwelle noch geringer, Steuern zu hinterziehen. Eine Geldstrafe (oder Bewährungsstrafe) hält doch kaum niemanden davon ab, Stern zu hinterziehen. Nur ein möglicher Gefängsnisauffenthalt über ein paar Jahre kann da präventiv wirken. Leider.)
Wenn ich mich entscheide in der Gemeinschaft (also in Deutschland) zu leben, dann muss ich mich den geltenden moralischen Werte halten. (unsere Gesetzgebung ist nichts anderes, als eine Normierung unserer moralischen Werte).
Ich finde es extrem verwerflich, wenn man für sich selbst entscheiden will, welche Gesetzte man befolgt. (Nach dem Motto: Was mir nützt, ist richtig...)
Und nein, ich finde auch nicht jedes Gesetzt, etc. optimal. Meine Stimme bei Wahlen ist mein legitimes Mittel, zu versuchen dabei etwas in Richtung meiner Vorstellung zu beeinflussen. (Genauso, wie sich selbst politisch zu angagieren, aber das mache ich nicht.)
P.S.: Führerscheinsperre bzw. eine Verurteilung wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis mit über 90 Tagessätzen ist kein Eintrag für das erweiterte Führungszeugnis. Auch beim dicken Paule nicht.
P.S.: Deiner Argumentation folgend, ist es dann auch schlimmer, wenn man mit 0,5 Promille mal Auto fährt, als wenn man 100 Mio Steuren hinterzieht? Denn in erstem Fall gefärdet man ja Menschenleben.