Beiträge von Zodiak

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    Servus zusammen,


    habe mir das Spiel auch angesehen – vorweg ich habe meine Beobachtungen nach und nach geschrieben und ergänzt. Daher kann ich mir ggf. auch in manchen Dingen selbst widersprechen.
    Was mich wundert ist, dass Mainz ziemlich viele Einwürfe nur mit Glück behält. Es wird oft der Spieler angeworfen, der sehr hohen Druck hat. Das obwohl als Sicherung Defensiv ein nicht zugestellter Mitspieler steht. Selbiges Problem bei Frankfurt – bestes Beispiel ab Minute 4:07 – und durch den Faktor Zufall kommt sogar noch eine gute Chance dabei heraus. Ebenfalls bei Minute 7:03 schenkt Frankfurt einen Einwurf her – selbst wenn der Spieler den Ball bekommen sollte – er steht alleine gegen 4-5 Gegenspieler. Da fehlt mir auf beiden Seiten ein klares Konzept das ich auf diesem Niveau erwarten würde. Gleiches Bild bei 11:05, 11:30, 11:45 und 13:10. Ich frage mich ehrlich was die sich dabei denken.
    Bis zur Minute 15 kommt im Grunde kein Einwurf an und ich kümmere mich im weiteren Verlauf auch nicht mehr darum, sondern beachte andere Dinge.
    Bezeichnend das das erste Tor nach einem durchgespielten Einwurf der Mainzer zustande kommt. Der erste der wirklich an den Mann kommt


    Die Spieler verfügen über exzellente Handlungsschnelligkeit und sind stets voll fokussiert – dies deckt sich mit meiner Beobachtung anderer NLZ Teams und macht eben oft auch den Unterschied.
    Mir gefällt vor allem das trickreiche Spiel der Mainzer die keinem offensivem 1vs1 aus dem Weg gehen und dies scheinbar auch suchen sollen.
    Auch das Verhalten vor der Ballannahme ist hervorragend. Die Spieler drehen ohne Druck sauber auf und nehmen den Ball mit dem richtigen Fuß in die Spielrichtung an und mit. Dies ist eine elementare Grundlage für das schnelle Spiel das beide Teams forcieren.


    Abenteuerlich finde ich die Anzahl hoher und vor allem schlecht gespielter Bälle (zum Beispiel bei Minute 6:14) und auch die Anzahl an Bällen die halbhoch ins Zentrum geschlagen werden.
    Gut gefällt mir das Pressing, das Mainz bei Abstößen spielt. Man sieht klar wo das Pressingopfer steht und alle Mainzer werden mit dem ersten Ball aktiv und erobern so eine Reihe von Bällen. Bei Minute 8:30 sieht man das sehr schön – leider ist der Abschluss auf die kurze Ecke einfach schwach. Der nächste Abstoß ist aber auch sofort wieder bei den Mainzern, da sie früh Druck aufbauen und den TW wiederholt zu langen Bällen zwingen. Frankfurt hingegegen steht mit zwei Angreifern hoch und hat dahinter eine zu große Lücke. So bekommen sie kaum Druck auf den Ball und die beiden vorne laufen sich wund. Sieht man hervorragend bei Minute 9:25 und 10:30.


    Das Zusammenspiel bei Mainz funktioniert besser als bei Frankfurt, die viel über einen schnellen rechten Flügelstürmer lösen wollen, der nur im Tempo ohne Finten den Gegenspieler überlaufen will, aber ein ums andere Mal scheitert.


    Die Intensität ist so wie ich sie auf diesem Niveau erwarte. Zeit- und Raumdruck sind sehr hoch. Die Spieler gehen ordentlich und robust in die Zweikämpfe. Wir reden hier von Nachwuchsleistungsfußball – alles andere als diese Art der Zweikampfführung führt dazu, keinen Stich zu machen.


    Bei den Ecken lässt sich für mich auch kein klares Konzept bei den Mainzern ersehen. Die Bälle werden scharf hoch ins Zentrum gespielt. Einige Spieler laufen ein, die Zielspieler stehen aber in der Regel. Wieso eine technisch so gute Mannschaft nicht versucht die Ecken spielerisch zu lösen verstehe ich nicht.


    Bei genauer Regelauslegung des Schiedsrichters zählt der Ausgleich zum 1:1 nicht, da der Torwart den Ball hinwirft und ihn aus der Bewegung spielt. In der Folge kommt die Mainzer Nummer 7 aufgrund des hohen Pressings im 1vs2 nicht an den Ball. Die Innenverteidiger agieren zu ballfokussiert und verlieren den Stürmer in ihrer Mitte aus dem Auge. Das ist dann einfach auch clever und schnörkellos zu Ende gespielt beruht aber auf vielen Zufällen, den bis zum Torerfolg ist der Ball kaum auf dem Boden und somit nur schwer zu kontrollieren. Ein typisches Kontertor für eine unterlegene Mannschaft.
    Dass sich die Kinder aber nicht gemeinsam über ihr Tor freuen finde ich komisch. Egal was es für ein Spiel ist. Bei einem wichtigen Tor in dieser Phase des Spiels hätte ich mir da mehr mannschaftlichen Jubel erhofft/erwartet.


    Nach gut 25 Minuten habe ich dann abgeschaltet. Für einen Eindruck und die Beantwortung deiner Fragen reicht es hoffentlich aus
    Bei Gelegenheit werde ich mir den Rest auch noch anschauen.


    Grüße
    Björn

    Wenn es regelmäßig zu 2-stelligen Ergebnissen (Siegen oder Niederlagen) kommt, dann haben die Verantwortlichen versagt und es ist eine Korrektur nötig, die keinen Aufschub duldet. Aber was gibt es für Möglichkeiten in der Prävention? Die Quali-Runde ist dabei eine gute Möglichkeit, um von vornherein eine falsche Staffelung zu vermeiden. Hierbei würden Besonderheiten wie "starke" und "schwache" Jahrgänge berücksichtigt.

    Aus meiner Erfahrung sind die Verantwortlichen oft nicht die Vereinsfunktionäre sondern die Entscheider in den Landesverbänden.
    Ich kenne einige Teams die seit Jahren nur aufsteigen weil davor Teams spielen die nichts auf die Reihe bringen.


    Die steigen als junger Jahrgang von der Gruppe in die Kreisklasse auf und das Jahr drauf aus der Kreisklasse in die Kreisliga um dann eine Altersstufe hochzurutschen. Die Nachfolger steigen meist wieder ab.
    Jeder Antrag auf höhere Einstufung was gerechtfertigt und dem Niveau der Mannschaft entsprechen würde, wird jedes Jahr vom Verband abgelehnt.


    Dies führt dazu das die Spieler in die Nachwuchsleistungszentren getrieben werden wo sie verheizt werden und das eigentlich intakte Mannschaftsgefüge zerrissen wird. Was bleibt sind oft örtliche Grabenkriege weil man "die heilige Mannschaft" im Stich gelassen hat etc.


    Könnte ad hoc jetzt 4-5 Mannschaften benennen denen es so ergangen ist bzw. gerade so ergeht - übrigens fast alle unterhalb der C-Jugend.


    Die Qualirunden gibt es bei uns in Bayern übrigens von der A bis zur D Jugend runter.


    Grüße
    Björn

    @Balu18
    Wer kann mir den Unterschied zwischen Leistungsfußball und nicht Leistungsfußball erklären?
    Wenn es jemand kann, vielleicht kann er mir dann auch die unterschiedlichen Ausbildungsziele zwischen diesen unterschiedlichen Fußballarten nennen.

    Fiese Frage Dirk!


    Un du hast recht - es gibt nur keine Unterschiede zwischen Leistungsfußball und Breitenfußball bezogen auf die Trainingsziele. Lediglich die Einstellung, die Leistungsbereitschaft, die technischen und koordinativen Fähigkeiten unterscheiden sich marginal.


    Grüße
    Björn

    Der beste Weg wäre aus meiner Sicht, wenn die die Mannschaften nach "Qualifikationsrunden" einer Liga zuordnet die sie fortan spielen kann/muss/darf.
    Bisher ist es so das die Ligazugehörigkeit an die Altersklasse gebunden ist.


    So wird man eventuell etwas weitere Wege und auch einen erhöhten organisatorischen/administrativen Aufwand im Wechsel von E auf D Jugend haben, hätte aber solchen Ergebnissen etwas mehr Einhalt geboten und schützt gleichzeitig die schwachen Jahrgänge im Verein.


    Weiterhin profitieren "starke" Teams mehr von den eigenen Erfolgen und werden so leistungsgerechter gefordert/entwickelt.


    In Bayern gibt es in der untersten Spielklasse nach dem Winter jetzt eine "Aufstiegsrunde" da spielen die besten Teams der Vorrunde eines Kreies um die Aufstiegsplätze in die nächst höhere Liga. Kein all zu schlechter erster Schritt.


    Ab der nächsthöheren Liga ist dies aber nicht mehr der Fall, dort wird die Einteilung mit teilweise abstrusen Resultaten durchgezogen.


    Ich glaube das spätestens in 15 Jahren ein vergleichbarer Vorschlag umgesetzt wird/wurde da die Diskussion um alters- und leistungsgerechte Förderung immer mehr Fahrt aufnimmt.


    Grüße
    Björn

    Wer "out of the book" Übungen kopiert wird nie ein Trainer sein.
    Du wirst gerade durch Rechereche, ausprobieren, beobachten, steuern, verändern und Fehler machen ein besserer Trainer.


    Ich halte wenig bis nichts von solchen "Übungssammlungen" den sie lassen das wichtigste außer acht - die Bedürfnisse der Gruppe und vor allem die Bedürfnisse des einzelnen.


    Wer ein Konzept im Verein umsetzen will benötigt einen erfahrenen Trainer der einen Rahmen vorgibt, diesen in internen Trainerfortbildungen lehrt und Grundsätze an Trainer vermittelt und deren Einhaltung dann auf dem Platz "kontrolliert" bzw. unterstützend eingreift um das Wissen aus der Theorie in die Praxis auf den Platz zu bringen.


    Edit sagt: ich habe für Soccerdrills über dieses Thema mal einen Artikel geschrieben - welcher hier nachzulesen ist.


    Grüße
    Björn

    @TW-Trainer


    Das Coaching und die richtige Einstellung immer etwas damit zu tun haben ist auch klar.
    Wir gehen aber vom hundertsten ins tausendste wenn wir diese Diskussion in die Richtung weiter führen.


    Ich denke es mangelt vielen Breitensportlern ganz schlicht an der Übung und das so viel potenzial nach oben allein durch die Häufigkeit kommen wird, da wir hier nicht über Spitzensportler reden bei denen es um Nuancen geht.


    Ich denke du weißt wie ich das meine - und gebe dir vollumfänglich in dem was du schreibst recht - extreme Beispiele wird es immer wieder geben, ob sie aber den "Durchschnitt" wiedergeben wage ich zu bezweifeln.


    Grüße
    Björn

    Ich bin grundsätzlich bei dir.
    Jegliche Situationen lassen sich aber doch mit den oben genannten Trainingsprinzipien und der damit einhergehenden Methodik trainieren bzw. nachstellen.


    Ich finde daher unsere Aussagen ergänzen sich eher als sich zu widersprechen.


    Grüße
    Björn

    Nirgendwo passt der "Satz Übung macht den Meister" besser als beim Torabschluss finde ich.
    Wenn Kinder und Jugendliche pro Training 60-100 Torschüsse (pro Spieler) aus unterschiedlichen Positionen, mit unterschiedlichem, Zeit-, Raum- und Gegnerdruck.


    Du kannst den Abschluss immer mit Technik, Koordination oder kognitiven Elementen unterfüttern und sorgst so für die nötige Abwechslung.


    Durch die vielen Schüsse bekommt der Spieler viele kleine Erfolgserlebnisse und steigert automatisch sein Selbstvertrauen, was neben der richtigen Technik für mich das wichtigste ist.


    Den Stürmer mit dem absoluten Killerinstinkt kann man aus meiner Sicht aber nicht ausbilden - das hat man im Blut oder nicht. Wäre es anders hätten wir in jedem Team einen Spieler der 3 Tore pro Spiel macht - kontinuierlich.


    Schaue ich bei uns im Verein, haben wir nur einen einzigen richtigen Knipser - Als junger Jahrgang in einer überregionalen Spielklasse mit 29 Toren in 9 Spielen. Das ist für mich nicht trainierbar.


    Grüße
    Björn

    Ich bin der Meinung, dass eine dritte Trainingseinheit im Kinderfussball am besten auf freiwilliger Basis angeboten werden soll. Wir haben das so kommuniziert, dass wir von den Kindern die Teilnahme an zwei Einheiten erwarten und die dritte als Angebot zu verstehen ist. Damit stösst man keinem vor den Kopf und bietet den leistungsbereiten Kindern trotzdem die Möglichkeit, Ballkontakte zu sammeln.

    Zum einen wurde ich schon von den Spielern und Eltern gefragt ob ich mir eine weitere Einheit vorstellen kann, zum anderen handelt es sich um 13 100% Kinder. Da ich meine Anwesenheit ja dokumentiere, kann ich sagen, dass ich nur ein Kind habe (das länger krank war) das eine Trainingsbeteiligung von unter 95% hat - über die vergangenen 12 Monate.


    Generell ist die Idee ist auf "freiwilliger" Basis anzubieten sicher nicht verkehrt.


    Grüße
    Björn

    nAbend zusammen.


    Klasse , dass du hier so viel berichtest. Lese interessiert mit, da ich auch eine F Jugend habe.
    Ich würde gerne wissen, wie oft ihr in der Woche trainiert?!?
    Ich weiß , dass die Leistung noch nicht das Hauptaugenmerkmale in dieser Altersklasse seien sollte. Doch wir steigen jetzt zur Rückrunde in die höchste Staffel auf und ich weiß, dass wir den meisten Gegnern wohl deutlich unterlegen sein werden. Dies ist zwar für mich nur 2. Rangig, trotzdem würde ich gerne eine dritte TE in der Woche einbauen. Was hälst du davon ?

    Wir trainieren 2x die Woche 90 Minuten. Jetzt im Winter "leider" nur 2x 60 Minuten. Dafür spiele ich aber 15 bis 20 Hallenturniere um allen 13 Spielern auch ausreichend Spielpraxis zu gewährleisten.
    Ich werde spätestens zur neuen Saison (wir gehen hoch in die E-Jugend) eine dritte 90 Minuten Einheit machen.


    Etwaiges Übertraining gibt es in dem Alter nicht.
    Meine besten Spieler spielen min. einen zum Großteil zwei weitere Sportarten. Alle haben den Fokus Fußball als Prio 1 - aber ich habe mehrere Eishockeyspieler, Tennisspieler, Skifahrer. In diesem Alter finde ich das absolut richtig vielseitig auszubilden.


    Irgendwann wenn es zeitlich und schulisch nicht mehr machbar ist, müssen sie sich entscheiden.

    Wir haben vor einigen Saisons bei einem Turnier mal gegen die U11 der Bayern gespielt - also auch 7er Fußball.
    Bei eigenem Ball war das ein 1-3-2. Bei gegnerischem Ball zogen sich die äußeren Mittelfeldspieler zurück.
    Gerade den "einsamen" Aufbauspieler fand ich sehr bemerkenswert. Ist bei genauem Nachdenken aber eine logische Vorstufe des 2-4-2 in der D-Jugend.

    Da wir bei uns im Verein in der D-Jugend im 4-1-2-1 Spielen ist unsere Aufteilung darauf ausgelegt. Wir spielen also mit 4er Kette und davor einer Raute.


    Grüße
    Björn

    Es gab durchaus Situationen wo sie mehr hinten gebraucht wurden. Da Bayern aber spielbestimmend war und auch sehr gute Verteidiger hatte, war das sicher ein probates Mittel.
    Bei den Bayern wurde an diesem Tag aus meiner Sicht (habe da nicht so massiv drauf geachtet) rotiert. Ich selbst habe bei diesem Spiel die Spieler nach Ihren Stärken aufgestellt, rotiere aber sonst immer durch, so das jeder mal alle Positionen gespielt hat.


    Grüße
    Björn

    Jau, stimmt !


    Merci für die Info´s.


    Als Abschlussfrage: Wie groß denkst du, ist der Motivationsgewinn insgesamtfür deine Kids ?

    Kein allzu großer. Da 12 von 13 meiner Jungs kein Interesse daran haben so früh schon zu wechseln und auch die Eltern aktuell keinen Mehrwert sehen.
    Der eine Spieler ist aktuell schon im Förderkader und da sind die Eltern eher so, dass sie in die Richtung pushen.


    Für meine Jungs war das einfach ein nettes Spiel - mehr aber auch nicht. Profi werden wollen sie alle, dafür müssen sie nach eigener Überzeugung aber nicht bei Bayern spielen :)


    Grüße
    Björn

    Da möchte ich mich auch in die Reihe der Fragenden einreihen:
    Wie groß war denn das Spielfeld und mit welcher Grundordnung seid ihr bzw. die Bayern aufgelaufen?

    Das Spielfeld war relativ Klein. Ein 9er Feld Kunstrasen und auf diesem Quer.
    Wir selbst haben im 2-1-3 gespielt. Die Bayern haben sich ähnlich verhalten wobei der zentrale Spieler mehr nach hinten gearbeitet hat als die beiden offensiven Außen.


    Grüße
    Björn

    ...wenn´s nicht zu viel wird noch einige Fragen:- forcierten die Trainer diese von dir genannte Handlungsschnelligkeit durch darauf gerichtetes Coaching, oder haben diese Jungs das bereits weitestgehend verinnerlicht?
    - ich weiß, es sind 2008er, aber dennoch die Frage, ob die Bayern außer der Handlungsschnelligkeit noch weitere Dinge zeigten, die ihr so nicht gewohnt ward, z.B. Kreuzen der Stürmer o.ä. im Breitensport erst später angesiedelte Dinge?

    Natürlich hat der Trainer immer mal wieder auf schnelles Umschaltverhalten hingewiesen, aber nicht mehr als ich ;)
    Die Jungs hatten das einfach schon drin aus ihren Stammvereinen - wie dort gearbeitet wird kann ich nicht sagen - einige der Jungs waren im vorhin erwähnten Hallenturnier am nächsten Tag übrigens auch am Start.


    Das einzige was noch etwas aufgefallen ist, dass die Jungs auf den Offensiven Außenbahnen auch in der Defensive eher hoch standen. Ob das ein taktisches Mittel des Trainers oder einfach nur "faule" Spieler waren lässt sich ohne mutzumaßen nicht sagen.


    Grüße
    Björn

    @TW-Trainer


    Danke die für die netten Worte. Bei einer so tollen Mannschaft wie meiner fällt es sehr leicht, die stärken anderer Teams anzuerkennen, den man würde auf hohem Niveau jammern bzw. liefert dieses Team sehr wenig "Frustration" für einen Trainer.
    Wir haben am Sonntag (dem Tag danach) ein Hallenturnier im Münchner Norden mit den vermeintlich besten 08er Teams in und um München/Augsburg (abseits der NLZs) gespielt und sind dort ohne zwei drei wirklich herausragende Spieler senastionell 4. von 10 geworden.


    Dabei hatten wir bis 2:30 Minuten vor dem Ende den späteren Turniersieger mit 2:0 im Griff und haben dann nach zwei Gegentoren - einem Spielaufbaufehler und einen "Sonntagsschuss" im 7m schießen verloren.


    Die Jungs lieben diese Wettkämpfe mit anderen starken Mannschaften - die Platzierung war ihnen egal wir haben uns bei unserem ersten Turnier dieser Art und mit diesen Mannschaften in deren Fokus gespielt und werden häufiger zu deren Turnieren eingeladen im Zukunft. Was dazu zu erwähnen ist, dass man jedem Gegner mindestens ebenbürtig war und nur Nuancen die Spiele entschieden. Abschließend bleibt festzuhalten, das die Stadtmannschaften ein deutlich größeres und dichteres Einzugsgebiet haben - bei uns kommen von 13 Jungs 11 aus maximal 2-3 Kilometer um den Fußballplatz (also aus dem Ort) und nur zwei aus 15-20 km Entfernung, was in unserem Spielkreis quasi ein Nachbarverein ist.


    Nun aber genug mit der Selbstdarstellung - schließlich ging es um die Erfahrung im Bezug auf die NLZ Spieler und Trainer sowie deren Verhalten.


    Grüße
    Björn

    könntest du da euere Vorgehensweise näher erläutern?Meinst du kurze Eckstoßvarianten oder so in diese Richtung...?

    Nein ich meine wirklich zwei Spieler (je ein Links und Rechtsfuss) an der Eckfahne die das ganze spielerisch lösen.
    So kommt man normalerweise immer mit dem richtigen Spieler vom Strafraumeck zum freien Abschluss.


    Grüße
    Björn

    Das wage ich zu bezweifeln, aber wir sind für die neue Saison gegen die offizielle U9 (wieder gleichalt) mündlich eingeladen worden. Dann werden wir sehen wie weit wir gekommen sind.
    Ich habe nur noch 2-3 Kinder die ich im Tor rotieren lasse, da sie zum einen die Affinität haben und auch zum anderen "Talent" und keine Angst (wobei das bei mir keiner hat).


    Die Spielaufbaufehler passieren uns bei normalen Gegnern sehr selten, weil wir


    a) zwei Keeper haben die sehr schnell reagieren (Ball aufnehmen und mit der Hand ausrollen in wenigen Sekunden)
    b) die Feldspieler in tiefe und breite relativ zügig auffächern um den Raum zu nutzen
    c) unsere offensiven Spieler sich in die Zwischenräume von oftmals "schlechtem Pressing" des Gegners anbieten und so ggf. auch ein flacher Ball über 20 Meter vom Torwart gespielt wird
    d) mein Torwart die freie Wahl hat wie er aufbaut und wenn er sich nicht sicher fühlt auch mal einen langen Ball spielen darf


    Warum ging das gegen Bayern einige male schief? Weil die Bayern noch schneller umschalten als meine Spieler und somit einen oder zwei Schritte schneller am Mann sind und so sehr hohen Druck aufbauen. Diesen sind wir auf dem Level nicht gewohnt und waren anfänglich überfordert.


    Gegen "normale" Gegner kommen solche Ballverluste mit dem ersten Pass selten bis gar nicht mehr vor. Hinzu kommt, dass unsere Spieler auch in der Lage sind, es auch dürfen als letzter Mann auf dem Flügel 1vs1 zu gehen. Wo sonst sollen die Jungs lernen, wie man diese Zweikämpfe unter "Wettkampfbedingungen" führt.


    Mein Spielaufbau ist dem was du vorschlägst in fast allen Punkten sehr nah und es wird nichts ausgeschlossen, aber es gibt eben die Massgabe, nach Möglichkeit flach von hinten aufzubauen.


    Grüße
    Björn

    ich denke, das kannst du auch sein. :thumbup: Das Endergebnis ist ja nur eine Seite der Medaille, wie es ja aus deinem Bericht deutlich wird.
    Sicher gibt es für die meisten 2008er-Teams wichtigere Dinge mit der Trainingszeit anzufangen, als Eckstoßvarianten einzustudieren.
    Schön ist doch, dass ihr technisch auf Augenhöhe wart.
    In diesem Zusammenhang hätte mich interessiert, wie die Bayern den Spielaufbau gestalteten. Fand er überwiegend geordnet von hinten heraus statt ?

    Der Förderkader trainiert nicht miteinander und das war erst das zweite Spiel der 2008er zusammen. Das kennen die Jungs entweder aus dem Training oder haben die Info vor dem Spiel einmalig bekommen. Meine Jungs spielen Ecken auch flach heraus - das musst eich einmal erklären und das funktioniert und danach werden viele Tore geschossen ;)


    Das Hauptaugenmerk war bei den Bayern auf Geschwindigkeit. Das heißt das der Torwart sehr variabel im Spielaufbau war. Das Ziel war aber klar ein geordneter Spielaufbau von hinten raus, so wie ich das von meinen Jungs auch fordere. Wir haben da auch einige Bälle erobern können, aber kein Kapital draus geschlagen. Wenn die Möglichkeit bestand und wir zu hoch standen haben die Bayern auch mal einen langen Ball gespielt - auch das finde ich okay, wenn die Kinder diese Situationen schon erkennen (was wohl wenige sein werden). Interessant war das der Torwart sich auch nicht zwingend mittig postiert hat sondern vom linken Strafraumeck sofort ohne Zeitverlust den Spieler neben sich angespielt hat und wir dadurch weder Zeit hatten uns zu sortieren, noch Druck aufzubauen.


    Aus meiner Sicht ist sowas aber nur mit überdurchschnittlich talentierten Spielern möglich. Ich für meinen Teil habe aber klar gesehen woran ich mit meinen 2008ern in den nächsten Wochen und Monaten arbeiten werde.


    Grüße
    Björn

    Danke Holzi - wir haben witterungsbedingt 2x25 Minuten gespielt. Eigentlich waren 3x20 Minuten geplant. Es waren aber immerhin 10 Minuten mehr als üblich.
    Ich behaupte frech, technisch waren wir mindestens genauso gut, wenn nicht besser. Der große Unterschied war die schon angesprochene Handlungsschnelligkeit. Meine wirklich überdurchschnittlich konzentrierten und handlungsschnellen Spieler waren deutlich langsamer.


    Das sieht man vor allem daran, das drei Tore nach ruhenden Bällen (Einwurf, Freistoß, Ecke), welche sehr schnell ausgeführt wurden sowie zwei Tore nach Fehlern im Spielaufbau (flaches Anspiel vom Torwart wurde durch das hohe Pressing abgefangen). Aus dem Spiel heraus erzielten die Bayern folglich nur ein "echtes" Tor.


    Gerade die Eckentaktiken der Jungs die nicht miteinander trainieren waren sehr gut und wirkten eher einstudiert - da konnte ich mir auch das ein oder andere abschauen.


    Unser Tor war übrigens ein herausgespielter Treffer nach gewonenen 1vs1 auf dem linken Flügel und einem flachen Ball mit dem "schwachen Fuss" in den Rücken der Abwehr von der Grundlinie.


    Ich bin sehr sehr zufrieden mit dem Ergebnis und vor allem mit unserer gezeigten Leistung.


    Was mich auch etwas überrascht hatte, war die Tatsache, dass die Bayern nicht mit einer physisch sehr starken Mannschaft gespielt haben sondern gerade Offensiv mit kleinen, quirligen Spielern aufgestellt waren.


    Grüße
    Björn