Servus zusammen,
habe mir das Spiel auch angesehen – vorweg ich habe meine Beobachtungen nach und nach geschrieben und ergänzt. Daher kann ich mir ggf. auch in manchen Dingen selbst widersprechen.
Was mich wundert ist, dass Mainz ziemlich viele Einwürfe nur mit Glück behält. Es wird oft der Spieler angeworfen, der sehr hohen Druck hat. Das obwohl als Sicherung Defensiv ein nicht zugestellter Mitspieler steht. Selbiges Problem bei Frankfurt – bestes Beispiel ab Minute 4:07 – und durch den Faktor Zufall kommt sogar noch eine gute Chance dabei heraus. Ebenfalls bei Minute 7:03 schenkt Frankfurt einen Einwurf her – selbst wenn der Spieler den Ball bekommen sollte – er steht alleine gegen 4-5 Gegenspieler. Da fehlt mir auf beiden Seiten ein klares Konzept das ich auf diesem Niveau erwarten würde. Gleiches Bild bei 11:05, 11:30, 11:45 und 13:10. Ich frage mich ehrlich was die sich dabei denken.
Bis zur Minute 15 kommt im Grunde kein Einwurf an und ich kümmere mich im weiteren Verlauf auch nicht mehr darum, sondern beachte andere Dinge.
Bezeichnend das das erste Tor nach einem durchgespielten Einwurf der Mainzer zustande kommt. Der erste der wirklich an den Mann kommt
Die Spieler verfügen über exzellente Handlungsschnelligkeit und sind stets voll fokussiert – dies deckt sich mit meiner Beobachtung anderer NLZ Teams und macht eben oft auch den Unterschied.
Mir gefällt vor allem das trickreiche Spiel der Mainzer die keinem offensivem 1vs1 aus dem Weg gehen und dies scheinbar auch suchen sollen.
Auch das Verhalten vor der Ballannahme ist hervorragend. Die Spieler drehen ohne Druck sauber auf und nehmen den Ball mit dem richtigen Fuß in die Spielrichtung an und mit. Dies ist eine elementare Grundlage für das schnelle Spiel das beide Teams forcieren.
Abenteuerlich finde ich die Anzahl hoher und vor allem schlecht gespielter Bälle (zum Beispiel bei Minute 6:14) und auch die Anzahl an Bällen die halbhoch ins Zentrum geschlagen werden.
Gut gefällt mir das Pressing, das Mainz bei Abstößen spielt. Man sieht klar wo das Pressingopfer steht und alle Mainzer werden mit dem ersten Ball aktiv und erobern so eine Reihe von Bällen. Bei Minute 8:30 sieht man das sehr schön – leider ist der Abschluss auf die kurze Ecke einfach schwach. Der nächste Abstoß ist aber auch sofort wieder bei den Mainzern, da sie früh Druck aufbauen und den TW wiederholt zu langen Bällen zwingen. Frankfurt hingegegen steht mit zwei Angreifern hoch und hat dahinter eine zu große Lücke. So bekommen sie kaum Druck auf den Ball und die beiden vorne laufen sich wund. Sieht man hervorragend bei Minute 9:25 und 10:30.
Das Zusammenspiel bei Mainz funktioniert besser als bei Frankfurt, die viel über einen schnellen rechten Flügelstürmer lösen wollen, der nur im Tempo ohne Finten den Gegenspieler überlaufen will, aber ein ums andere Mal scheitert.
Die Intensität ist so wie ich sie auf diesem Niveau erwarte. Zeit- und Raumdruck sind sehr hoch. Die Spieler gehen ordentlich und robust in die Zweikämpfe. Wir reden hier von Nachwuchsleistungsfußball – alles andere als diese Art der Zweikampfführung führt dazu, keinen Stich zu machen.
Bei den Ecken lässt sich für mich auch kein klares Konzept bei den Mainzern ersehen. Die Bälle werden scharf hoch ins Zentrum gespielt. Einige Spieler laufen ein, die Zielspieler stehen aber in der Regel. Wieso eine technisch so gute Mannschaft nicht versucht die Ecken spielerisch zu lösen verstehe ich nicht.
Bei genauer Regelauslegung des Schiedsrichters zählt der Ausgleich zum 1:1 nicht, da der Torwart den Ball hinwirft und ihn aus der Bewegung spielt. In der Folge kommt die Mainzer Nummer 7 aufgrund des hohen Pressings im 1vs2 nicht an den Ball. Die Innenverteidiger agieren zu ballfokussiert und verlieren den Stürmer in ihrer Mitte aus dem Auge. Das ist dann einfach auch clever und schnörkellos zu Ende gespielt beruht aber auf vielen Zufällen, den bis zum Torerfolg ist der Ball kaum auf dem Boden und somit nur schwer zu kontrollieren. Ein typisches Kontertor für eine unterlegene Mannschaft.
Dass sich die Kinder aber nicht gemeinsam über ihr Tor freuen finde ich komisch. Egal was es für ein Spiel ist. Bei einem wichtigen Tor in dieser Phase des Spiels hätte ich mir da mehr mannschaftlichen Jubel erhofft/erwartet.
Nach gut 25 Minuten habe ich dann abgeschaltet. Für einen Eindruck und die Beantwortung deiner Fragen reicht es hoffentlich aus
Bei Gelegenheit werde ich mir den Rest auch noch anschauen.
Grüße
Björn