Beiträge von Karl

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    Zitat TW-Trainer:

    Das hat jedoch nichts mit meiner Meinung zu tun, dass wir nicht das Recht haben, in die Erziehung der Kinder durch ihre Eltern einzugreifen. Fussball ist das Eine und Erziehung das Andere. Wenn mich ein Verein fragen würde, ob ich eine Jugend-Mannschaft erziehen möchte, so würde ich diese Aufgabe von vornherein ablehnen.


    Wer jedoch ohne gefragt zu werden, sich für Erziehungsaufgaben verantwortlich fühlt, handelt m.E. genauso falsch, da dies zu den elterlichen Pflichten zählt.

    Ich sehe es ähnlich. Ich bin als Trainer kein Erzieher. Trotzdem gibt es teilweise sicher kleine Überschneidungen und man könnte sich streiten, was schon in den erzieherischen Bereich geht.


    Ich muss mich jedoch auch nicht mit Produkten falscher Erziehung herumärgern, die auf Grund dieser keine Regeln akzeptieren bzw. diese befolgen wollen. Die dürfen sich gern eine Gemeinschaft suchen, die wie sie ohne Regeln bzw. mit von ihnen akzeptierten Regeln lebt.


    Da ich in beide Bereiche (sowohl Breiten - als auch Leistungssport) Einblick haben durfte bzw. noch habe, kann ich sagen, dass es durchaus große Unterschiede geben kann (nicht zwingend muss), allein schon was Eigenmotivation von Eltern und Kindern betrifft. Dort wo ich nur (schon selektierte) Kinder mit hoher Eigenmotivation habe, bei denen auch die Eltern voll mitziehen, habe ich gewisse Probleme, an denen manch ein Trainer im Breitensport verzweifeln mag, nicht oder nicht in der Häufigkeit und Stärke.

    raicoon:


    Die Trainersituation ist mir nicht neu. Ich bleibe aber dabei, dass auch ein Breitensportverein nur so viele Kinder aufnehmen soll, wie er auch angemessen ausbilden und spielen lassen kann. Alles andere ist unverantwortlich und unfair den "überzähligen" Kindern gegenüber.


    Wie geht dein Verein denn mit der sich voraussichtlich künftig noch schlechteren Trainersituation um ? Kommuniziert er das den Kindern und Eltern gegenüber schon frühzeitig offen oder wird bis zum Schluss gewartet und die Beteiligten kurzfristig vor vollendete Tatsachen gestellt ?

    Zitat raicoon:

    Hab ihm auch gesagt, dass es Einsatzzeitmäßig unter dem gegebenen Umstand eher mau ausschauen wird...

    Ich habe hier im Forum schon oft gelesen, dass den Vereinen der Nachwuchs fehlt und immer weniger Kinder für Mannschaften zur Verfügung stehen.


    Trotzdem gibt es immer noch Vereine, die unter dem Deckmantel, dass sie ja Breitensport betreiben jedes Kind aufnehmen, auch wenn sie ihm keine gerechte Spielzeit geben können und wollen, statt ihm ehrlich zu sagen, das die Mannschaft voll ist und ihm einen anderen Verein zu empfehlen. (Das geht jetzt gegen deinen Verein !!!)
    Trotzdem würde ich von Dir als Trainer erwarten, dass auch dieser Junge seine entsprechende Spielzeit bekommt. Für mich wird er durch euch als Verein kräftig verarscht. Beitrag darf er bezahlen, wie alle anderen, - nur spielen und damit wirklich dazugehören nicht.

    raicoon:


    Kann Du es denn verantworten, einen Spieler erst in deine Mannschaft aufzunehmen und ihn dann von den Spielen auszuschließen ? Ich könnte es nicht.
    Ich hätte den Spieler nicht aufgenommen. Nicht in die Mannschaft und sollte der Verein nur diese eine Mannschaft haben, dann auch nicht in den Verein. Sollte der Verein jedoch diese Aufnahme und Zuteilung zu verantworten haben und als Ziel den Klassenerhalt ausgegeben haben, dann würde sich das widersprechen.
    Nun ist der Spieler da und sollte sich keine andere Mannschaft im Verein finden, wo er seine Spielpraxis bekommen kann, dann würde er bei mir auf jeden Fall spielen. Und zwar zu gleichen Teilen, wie die anderen Spieler auch. Ohne Ausnahme, und das vom Verein vorgegebene Ziel wäre mir in diesem Fall völlig egal.

    Zitat Andre:

    Kinder haben die gleichen Rechte wie Erwachsene.

    Ich denke, dass du es anders meinst, kann aber diesen Satz nicht so stehen lassen.


    Kinder haben nicht die gleichen Rechte wie Erwachsene bzw. sind einige von ihnen für sie teilweise stark eingeschränkt.. Ich nehme hier einmal das Wahlrecht als Beispiel. Unterschiede bestehen u.a. auch beim Aufenthaltsbestimmungsrecht, welches in der Regel von Eltern ausgeübt wird. Es umfasst auch die Wahl des Wohnortes.
    Demgegenüber gibt es auch Rechte, die speziell für Kinder gelten. Beispiel Jugenschutzgesetz, in dem u.a. das Recht auf Schutz vor Suchtstoffen festgeschrieben ist.


    Ansonsten bin ich zwar gegen einen generellen Zwang zum Gehorsam, lehne aber auch eine Erziehung von Kindern ohne jegliche Grenzen ab. Kinder sollen Freiheiten genießen, sich ausprobieren und Fehler machen dürfen. Trotzdem haben sie Regeln zu akzeptieren, da sonst ein Zusammenleben in einer Gruppe (hier: Mannschaft) nicht funktionieren kann. Spätestens an der Stelle, wo Rechte Anderer verletzt werden, wird dem freien Schaffen des Einzelnen oft eine Grenze gesetzt.
    Ich habe meinen eigenen drei Kindern beispielsweise früher in alter Manier immer verboten, an den den heißen Herd zu gehen oder an dessen Drehknöpfen zu spielen. Notfalls auch mit Konsequenzen. Ich hätte ihnen natürlich auch die Freiheit lassen können, sich selbst an diesem Gerät auszuprobieren und einmal ihr Händchen auf die heiße Herdplatte zu legen oder das Haus abzufackeln, um selbstständig zu dem Lernergebnis zu kommen, dass so ein Teil auch böse Autsch machen kann. ^^


    In einer Mannschaft werden für mich Rechte Anderer verletzt, wenn Kinder z.B. wiederholt ohne nachvollziehbaren Grund unpünktlich zu Training oder Spiel gebracht werden, wenn sie ständig durch undiszipliniertes Verhalten auffallen oder anderweitig den Trainings- und Spielbetrieb stören.

    ElPannaking:


    Danke für den Link zum Interview.


    Interessant war für mich mehr oder weniger der Teil, in dem es um den Leistungsdruck im Jugendfußball geht. Es hätte mich gewundert, wenn das Problem beim DFB nicht bereits als solches bekannt gewesen wäre. Konkrete Lösungsansätze scheint es aber auch von dieser Seite nicht zu geben.
    Zumindest im Breitensport haben den Druck auf die Kinder für mich aber oftmals die Trainer selbst zu verantworten, die sich aus eigenem Ehrgeiz und und zur Selbstverwirklichung falsche Ziele für ihre Mannschaften stecken. Darüberhinaus verdient in diesem Bereich fast niemand seinen Lebensunterhalt als Jugendtrainer und steht somit selbst in der Verantwortung eventuellen falschen ehrgeizigen Zielen seitens der Vereinsverantwortlichen ein Stop zu setzen und diesen Unsinn nicht mitzumachen.

    Habe ich mir auch schon so gedacht. :thumbup:


    Ich würde künftig auch weiter so verfahren, dass diejenige sofort Konsequenzen zu spüren bekommt, die mit den Regelverstössen anfängt. Das "Geschleime" würde ich ignorieren und es sollte von selbst aufhören, wenn die Spielerinnen merken, dass sie damit keinerlei Vorteile erzielen.

    Zitat @jenny:

    A wurde von B auch angespielt, andersrum nicht!! Hab 2x unterbrochen, wo es ganz eindeutig war, gefragt warum nicht abgespielt wurde, Antworten waren kindisch bis lächerlich... Ende vom Lied: B hat am WE nicht gespielt.

    Das verstehe ich jetzt nicht wirklich....


    Meiner Meinung nach hätte dann A am Wochenende nicht spielen dürfen und nicht umgedreht. Hier wurde die falsche Spielerin bestraft !

    Zitat Jenny82:

    Im Gegenteil, es wird NIE ein Pass zur "Feindin" gespielt und jeder Fehler der Anderen wird laut und richtig übel kritisiert..

    Zuerst sollte ein klärendes Gespräch mit den beiden Spielerinnen geführt werden. Danach eins zusammen mit der Mannschaft, in dem deutlich gemacht wird, dass dieses Verhalten dem gesamten Team schadet und zukünftig entsprechende Konsequenzen zur Folge haben wird, wie sofortiges Auswechseln nach lautstarker und übler Kritik oder nach erkennbar absichtlichem Ignorieren der Mitspielerin im Spiel. Wer damit anfängt, hat an diesem Tag den schwarzen Peter gezogen.

    Zitat voetballer15:

    Diesmal meinte sie darauf " Na mal schauen ob der Vorstand dich gehen lässt" (???) Mich kann doch keiner zwingen dort weiter zu erscheinen?

    Zwingen kann dich keiner. Es kann aber sein, dass der alte Verein dich für eine gewisse Zeit sperren lässt, und du nicht sofort für den neuen Verein spielberechtigt sein wirst.
    Ich würde mir an deiner Stelle sofort schriftlich die Zusicherung des Einverständnisses zum kostenlosen Wechsel geben lassen oder andernfalls sofort kündigen und kein Spiel mehr für den derzeitigen Verein absolvieren.

    TW-Trainer:


    Da man die andere Seite hier so gut wie nie hört und ihre Darstellung fehlt, kommentiere ich die Dinge so, wie sie hier stehen und schreibe, wie ich in diesen Fällen reagieren würde, wenn sie sich denn wirklich so darstellen.
    Wie Du richtigerweise schreibst, fehlen mir hier die speziellen Kenntnisse im Frauenfußball, die Du mir voraus hast und Du somit wohl allein schon aus Deiner Erfahrung die richtigen Schlüsse ziehen kannst, was die wirklichen Ursachen und Zusammenhänge von Problemen in diesem Bereich betrifft.
    Hier kann ich nur betonen, dass der Fragesteller selber wissen wird, inwiefern er den Sachverhalt wirklich realistisch dargestellt hat. Stellt er Dinge falsch dar, wird er wenig Antworten finden, die ihm wirklich weiterhelfen oder muss sie entsprechend interpretieren.


    Meine Grundeinstellung zum Thema bleibt folgende:


    Als Erwachsene(r) schiebe ich die Schuld nicht auf den Trainer, sondern weiß selber, ob ich weiterspielen kann oder nicht. Ich lasse mich nicht "zwingen". Weiterhin gehen Schule, Ausbildung und Beruf vor Hobbysport, wenn ich denn die Zeiten nicht anders organisiert bekomme.

    voetballer15:


    Ihr müsst insgesamt selbstbewusster gegenüber der Trainerin auftreten. Wenn ich verletzt bin und der Meinung, dass es nicht mehr geht, dann verlasse ich das Spielfeld. Ob es der Trainerin passt oder nicht.


    Was Pünktlichkeit angeht, fahre ich auch eine harte Linie, aber wenn es jemand nicht pünktlich zum Training schaffen kann, weil er noch in der Schule/Uni ist bzw. noch arbeitet, dann habe ich das zu akzeptieren. Das liegt dann nicht an demjenigen selbst und Beruf und Ausbildung gehen vor bzw. sind verpflichtend.
    Sollte ich wissen, dass ich bei einer Minute Verspätung nicht mehr mittrainieren darf, fahre ich erst gar nicht los, wenn ich das Gefühl habe, dass es knapp werden könnte.
    Weiterhin hättet ihr der Aufforderung der Trainerin nach Bekanntgabe eventueller Wechselabsichten nicht folgen brauchen. Es ist allein Eure Sache, wann ihr dies dem Verein mitteilt. Dabei sind natürlich die vorgegebenen Fristen einzuhalten.
    Nach dem, was ich hier gelesen habe, würde ich den Damen empfehlen, der Trainerin die Gefolgschaft ab sofort zu verweigern und unter dieser Person weder zum Training erscheinen noch zum Spiel auflaufen.
    Ohne euch kann sie ihre Ambitionen begraben.
    Nach der Äußerung, dass es eigentlich nur 4 Spielerinnen verdient hätten aufzulaufen, hätten alle anderen sofort das spiel verweigern sollen. Damit hättet ihr wenigstens Charakter gezeigt. So jammert ihr nur und unterwerft euch immer wieder der Trainerin.

    Zitat Andre:

    Wer den JFV richtig und gut umfassend verstanden hat könnte erkennen, dass es eine CHANCE ist, unter neutralem Dach die Talente zu verbinden, ohne dass sie abgeworben werden können.

    Hier wäre zu ergänzen, dass sich die im JFV zusammenarbeitenden Vereine die Spieler nicht gegenseitig abwerben, solange sie dort spielen. Außenstehende Vereine betrifft diese interne Vereinbarung nicht, so dass diese jederzeit abwerben können.


    Andre und alle Anderen: Frohe Ostern.