Zitat TW-Trainer:
Aber für mich hat das nichts mir Erziehung zu tun, sondern lediglich mit der Entscheidung, dass die gegenseitigen Erwartungen zu weit voneinander entfernt sind und keine Annäherung zu erwarten ist.
Die Art und weise seiner Erziehung kann ein Grund sein, dass ein Kind Probleme damit hat, sich in eine Gemeinschaft zu integrieren und ein Mindestmaß an Regeln einzuhalten. Ein Mindestmaß an Integrationsfähigkeit erwarte ich aber als Trainer, da ich, wie Du meiner Meinung nach richtig schreibst, nicht die Erziehung der Kinder übernehme/übernehmen kann. Insofern würden in diesen Fällen gegenseitige Erwartungen nicht erfüllt und nach einer gewissen Zeit, in der man vergeblich versucht, dies zu ändern, trennt man sich oder es gibt grössere Probleme.
Manchmal wird mit der Trennung zu lange gewartet, weil man der Meinung ist, dass man als Breitensportverein alle Kinder aufnehmen und betreuen muss.
Ich denke, ein Rahmen, der aus einigen wenigen klaren Regeln, in denen Vorstellungen von Eltern/Kindern, Verein und Trainerschaft eingeflossen sind, die gemeinsam aufgestellt und vor Saisonbeginn bekannt gegeben wurden, besteht, der aber auch viel Freiraum zur persönlichen Entfaltung (auch für schwierige Charaktere ) lässt, verbunden mit konsequentem Handeln, aber auch einem gewissen Fingerspitzengefühl und dem Gespür dafür, wann man mal eine Ausnahme von einer Regel machen muss, sollte nicht die schlechteste Voraussetzung für die Arbeit mit einem Team sein.
Man schätzt sogar, dass ca. 1/3 der fussballerischen Entwicklung eines Talents mit seinem sozialen Umfeld (Eltern, Freunde, Schule) zutun hat.
Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass das soziale Umfeld sehr wichtig für die fußballerische Entwicklung ist, ohne hier den genauen prozentualen Anteil nennen zu können. Dort wo beispielsweise die Unterstützung der Eltern fehlt, wird es schwer für einen Spieler. Oft bedeutet diese Unterstützung durch die Eltern auf dem Weg des Kindes in den Leistungssport auch, dass man selbst auf Einiges verzichten muss und sich z.B. zeitliche Abläufe in der Familie in nicht ganz unerheblichem Maße zuallererst nach den Bedürfnissen dieses Kindes richten. Auch finanzielle Belastungen dürfen nicht unerwähnt bleiben. Nicht alle Eltern sind dazu bereit oder in der Lage. Schon deshalb kommen einige Talente letztlich nicht dort an, wo sie bei entsprechender Unterstützung ankommen könnten.