Der Blickwinkel der meisten Antworten hier ist der der Vereine, die mit Argusaugen über "ihre" Spieler wachen. Mir fehlt ein wenig die Sicht der Spieler, die ich hier als Spielervater ergänzen möchte. Es gibt viele Gründe, einen Wechsel anzustreben. Zum einen sportliche Gründe. Das kann die höhere Spielklasse ein, aber auch z.B. Perspektive, öfter eingesetzt zu werden oder aber vielleicht eine andere Position als im Heimatverein zu spielen. Zum anderen gibt es auch persönliche Gründe wie z.B. mangelnde Sympathie zum/vom Trainer. All das sind legitime Wechselgründe aus meiner Sicht. Die Wechsel sind schon heute durch die Sperren und Ausbildungsvergütungen sehr erschwert, da noch draufsatteln zu wollen, halte ich für komplett verfehlt.
Stattdessen sollten sich die Verein bewusst werden, dass sie im Wettbewerb um die Spieler stehen. Ich stelle mal die These auf, dass ein gut geführter Verein mit sportlich ausgewogenem Konzept und kompetenten Trainern sicher mehr Zulauf aus Abgänge hat. Einige Irrläufer wird es immer geben, aber das muss man in Kauf nehmen.
Was ich aber in allen Fällen für ganz wichtig halte: Beide Seiten sollten fair miteinander umgehen, d.h. Wechsel sollten immer im Sommer stattfinden und frühzeitig angekündigt sein. Dass (wie oben berichtet wird) Spieler bis zum letzten Tag nicht Bescheid sagen, ist ein Unding. Andererseits ist es genauso ein Unding, dass Vereine nicht schon im April/Mai Bescheid sagen, was sie mit dem Spieler vorhaben und wie es mit der Mannschaft überhaupt weiter geht (Trainer, Spielklasse usw.). Nur wenn beide Seiten wissen, worauf sie sich einlassen, können sie überhaupt vernünftig planen.
Grüße
Oliver
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Dem schließe ich mich an.
Auch den Ausführungen von @TW-Trainer, wobei ich selbst noch keine Idee habe, durch welche Personen die neutralen Beratungsstellen besetzt werden sollten und wie dort sichergestellt werden kann, dass diese wirklich neutral bleiben.
Das Argument, dass dem Verein Ausbildungskosten entstanden sind, - für Trainer usw.für Trainer usw., zählt für mich nur dort, wo Trainer auch bezahlt werden und alle Kosten ( Einnahmen und Ausgaben ) für alle Spieler einzeln aufgeschlüsselt und nachgewiesen werden können. Dazu zählen auch Einnahmen durch Sponsoren, die auch als Einnahmen zählen und nicht nur der ersten Herrenmannschaft zustehen..., auch wenn sie überwiegend dorthin fließen.
Vorausgesetzt, hier würde tatsächlich auf den Cent genau nachgewiesen werden, dass der betreffende wechselwillige Spieler einen Verlust von X Euro verursacht hat, würde ich an stelle der Eltern fragen, warum mir geringere Ausbildungskosten vorgegaukelt wurden. Warum wurden je Monat nur 5 - € Beitrag genommen, obwohl die Ausbildung angeblich viel mehr gekostet hat ? Und wie kann dieser Verein noch existieren, wo er doch nach eigener Rechnung jedes Jahr rote Zahlen schreiben muss ?
Es gibt viele Gründe, für einen Vereinswechsel. Ich kann als Trainer jederzeit meine Meinung sagen und damit auch, solange es gewünscht ist, beratend tätig werden. Mehr steht mir aber nicht zu, und das ist gut so, da ich auch nie neutral bin und nur meine Sicht darstellen kann. Die ( vielleicht auch falschen ) Entscheidungen haben Spieler und Eltern zu treffen.
Die Kinder gehören uns nicht. Für sie verantwortlich und damit alleinige Entscheidungsträger sind ihre Eltern. Wie fair Vereine miteinander umgehen, ist wiederum ihre Angelegenheit und darf nicht auf dem Rücken von Kindern und Eltern ausgetragen werden.